1967 Affentaler Spätburgunder

Foto 1967 Affentaler Spätburgunder

Der Wein ist gestorben, somit ist eigentlich schon alles gesagt was es zu sagen gibt über diesen Wein. Obwohl, ganz richtig ist es nicht, immerhin muß man ganz klar schreiben, der Wein ist nicht hinüber weil er falsch gelagert, schlechte Qualität oder gar der Korken nichts taugte, nein der Wein ist einfach an Alterschwäche verstorben.

1967
Affentaler Spätburgunder
Winzergenossenschaft Bühlertal EGMBH

1967 Affentaler Spätburgunder

Zustand: Die Flasche ist in gutem Zustand, der Korken sitzt fest und läßt sich auch gut ziehen, lediglich beim aushebeln bricht er entzwei weshalb ein paar Krümel im Wein landen. Der Korken ist zur Hälfte durchnässt, die obere Hälfte ist trocken.
Der Wein ist klar und zeigt keine Spuren von Trübungen oder Verunreinigungen (Ausser meine Korkkrümel)

Farbe: Kirschrot mit orange-braunen Komplexen. Spannend, je nachdem wie man in das Glas schaut meint man nur braune Farbtöne zu sehen, dann wieder rote. Darum lassen wir die Komplexe weg und schreiben die Farbskala reicht von Orange-Braun bis Kirschrot.

Geruch: Der Wein ist deutlich Altersfirn, Walnuss und Schwarztee dominieren, allerdings und das finde ich spannend ist ein deutliche Alkoholische Note wahrnehmbar!

Geschmack: Auch hier drückt zunächst die Altersfirne ihren Stempel auf, dahinter jedoch ist auch hier der Alkohol deutlich präsent, dazu fällt die cremige Textur des Weines auf. Aber leider hilft das auch nicht wirklich weiter, der Wein ist gestorben und nicht mehr trinkbar! Ich schätze ich bin 10 – 15 Jahre zu spät, denn offensichtlich hatte dieser Wein schon einiges an Potential als er in die Flasche kam.

Ein paar Fakten zum Jahrgang 1967 (allerdings aus Franken):

Spätherbst 1966 früher Wintereinbruch

1966/1967 milder Winter

Frühjahrsfröste sorgen in 7% der Rebfläche Frankens für schwache bis starke Schäden

Rebblüte Ende bis Mitte Juni, bei gutem Ansatz

Starke Niederschläge Anfang September mit folgender starker Fäulnis führten teilweise zu früher Lese. Im Anschluss daran milde Witterung was zu Edelfäule führte.

Ernte bis 31. Oktober abgeschlossen

Ertrag in Franken 1967 Ø 49,9 hl/Hektar bei Ø 81°Oe

aus Winzers Freud, Winzers Leid von Bernhard Weisensee

Wo kommt der Name Affentaler her?
In einem der Täler in den Bühler Weinlagen stand im 12 Jahrhundert eine Wallfahrtskapelle in welcher täglich das Ave Maria gebetet und gesungen wurde, daraus wurde dann das Ave Tal. Ich meine auch schon einmal von der Ave Kapelle gelesen zu haben, kann aber leider nichts dazu im Internet finden. Aus dem Ave Tal wurde dann im Volksmund das Affental und daraus dann in den 40er Jahren die Marke Affentaler, seit 1949 gibt es die Flasche mit dem Affen

Der Affe

Die Winzergenosschaft Bühlertal:
Die 1907 gegründete Winzergenossenschaft Bühlertal teilt das Schicksal vieler Winzergenossenschaften in Baden-Württemberg, sie existiert als solche nicht mehr sondern ist fusioniert.

  • 1970 Fusion mit der Winzergenossenschaft Neuerweier zur Winzergenosschaft Neuweier-Bühlertal.
  • 2006 Namensänderung in Baden-Badener Winzergenosschaft
  • 2007 Fusion mit dem Weinhaus Stich den Buben
  • 2012 Fusion mit der Winzergenosschaft Varnhalt
  • 2018 Fusion mit der Affentaler Winzer eG

Eine wunderschönes Fundstück, bzw eine Anekdote im Zusammenhang mit dem Affentaler will ich nicht versäumen zu erwähnen. Der Affentaler wurde in dem Stück “Der Firmling” verewigt, Karl Valentin machte in einem Restaurant aus ermangelung eines Emmentalers kurzerhand aus dem Affentaler einen Käse. Nachzusehen hier direkt beim Bayrischen Rundfunk: Eine Käsesorte namens Affentaler

Weiterführende Infos zum Affentaler Wein und ihre Produzenten:

Der Affentaler Wein in der Wikipedia | Baden-Badener Weinhaus| Affentaler Winzergenosschaft| Zeitungsartikel zur Fusion der Genosschenschaften | Affentaler Winzer auf Facebook | Baden-Badener Weinhaus auf Facebook | Winzers Freud, Winzers Leid

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