20 % aller Journalisten sind korrupt, verlogen und faul

27. November 2006 — Winzerblog @ 10:00 | 3 Kommentare
Kategorie: Alltag im Weingut | Tags: , ,

Sehr geehrter Herr Leif,

herzlichen Glückwunsch, Sie haben es geschafft. Man kennt Sie, man spricht über Sie. Ich vermute, das ist es, was Sie wollten? Ist ja auch ein schönes Thema, der Wein. Es gibt mondäne Weingüter, die man wunderbar besuchen kann, selbstverständlich im offenen Cabrio. Herrlich!!!

Aber nicht genug, die Weinbranche bietet genügend Menschen, die sich gerne im Objektiv einer Kamera sonnen. Dazu kommt natürlich der Umstand, dass es eine Fülle an Klischees gibt, die man bestens bedienen kann. Wirklich Klasse!

Aber, man muß kein Journalist sein, um Klischees zu pflegen, um Dummheiten von sich zu geben, um Unwahrheiten zu verbreiten, kurz gesagt, das zu tun, was Sie in Ihrem Beitrag “Die Tricks der Weinmacher” getan haben. Den Beweis dazu trete ich sofort an:

So arbeiten Journalisten:

Ja, Herr Leif, diese Aussagen untermaure ich mit einigen lustigen Zahlen, irgendwo findet sich auch Jemand, der das irgendwie bestätigt.

Dann beginnen wir mit dem Marketing, in der Art: Jeder fünfte Journalist lügt, oder wie wäre es mit: 20 % aller Journalisten sind korrupt, verlogen und faul!!!
Das rockt, das fetzt, das ist geil. Um die Journalisten, die tagtäglich ordentlich ihren Job machen, müssen wir uns ja nicht kümmern, die kennt ja eh keiner!!

Ja, lieber Herr Leif, was Sie in Ihrem Bericht abgesondert haben, war Schwach und zugegeben, auch das Bild, das der eine oder andere Winzer in Ihrem Filmchen abegeben hat, war mehr als jämmerlich. Allerdings vermute ich, dass diese sich einfach Ihrem Niveau angepasst haben. Nun denn Herr Leif, erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Winzerblogs ergreife ich meine schärfste Waffe, den Fluch des Kellermeisters.

Hiermit verfüge ich Kraft meines Berufes, dass Sie ab jetzt auf ewig mit dem Winzer- und Kellermeisterfluch belegt sind, d.h. aller Wein und Sekt, den Sie fortan trinken, wird zu extremen Flatulenzen und Rülpsen führen.
Ganz nach Martin Luther: Warum furzet und rülpset ihr nicht? Hat es nicht geschmacket?

Bevor ich es vergesse, darauf hinzuweisen: die 20 % sind natürlich wie bei Herrn Leif frei erfunden. Eben so die Liste “So arbeiten Journalisten”.
Fakt ist, ich habe überhaupt keine Erfahrung im Umgang mit Journalisten, weder positive noch negative. Man könnte auch sagen, so wie Herr Leif keine Ahnung vom Weinbau hat, habe ich keine Ahnung vom Journalismus.

Ja, das wars denn schon, wer sich näher mit der Materie beschäftigen möchte, dem seien die nachfolgenden Links zur Lektüre empfohlen.

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Kommentare

3 Kommentare | 3 comments zu “20 % aller Journalisten sind korrupt, verlogen und faul”

  1. bestebioweine.de [@] schreibt am 27. November 2006 um 14:11 Uhr

    [...] Thomas Lippert vom Winzerblog ist immer noch empört über den im SWR gesendeten Film des Journalisten Thomas Leif “Die Tricks der Weinmacher”: In seinem Winzerblog holt er unter der etwas überspitzten Überschrift “20 % aller Journalisten sind korrupt, verlogen und faul” zum Gegenschlag aus und spricht gegen Leif den “Fluch des Kellermeisters”: Hiermit verfüge ich Kraft meines Berufes, dass Sie ab jetzt auf ewig mit dem Winzer- und Kellermeisterfluch belegt sind, d.h. aller Wein und Sekt, den Sie fortan trinken, wird zu extremen Flatulenzen und Rülpsen führen… [...]

  2. mikel [@] schreibt am 27. November 2006 um 21:59 Uhr

    Der Fluch des Kellermeisters ist genial, Thomas!!

  3. alfredmayer [@] schreibt am 7. Juni 2010 um 12:53 Uhr

    Wir kleinen Bürger können nur dann etwas ändern, wenn wir uns in die Politik einmischen und das geht.

    Ich hatte einen Traum …
    …von Politikern, die das Vernünftige tun und damit machtlos sind. Denn das Vernünftige ist fast immer vorgegeben. Nur wer die Macht mißbraucht, kann sie voll genießen.

    Das kam so.
    Die nachdenklichen Normalbürger waren massenhaft in die bestehenden Parteien eingetreten und hatten dort für die Aufstellung der richtigen Kandidaten für die Parlamentswahlen gesorgt. Sie hatten die geheime Abstimmung durchgesetzt, wie sie im öffentlichen Wahllokal selbstverständlich ist.

    Der entscheidende Teil der Wahl findet ja in den Parteien statt. Die Wähler müssen sich mit den von den Parteien aufgestellten Kandidaten begnügen, haben also keine echte Wahl.

    In einer Parteiendemokratie legen die Parteien l unabänderlich fest, wer kandidieren darf und wer nicht. Eine Mitwirkung in der Politik ist nur in den Parteien möglich. Es scheint ein Naturgesetz zu sein, daß in jeder Partei über kurz oder lang das besonders eifrig agierende Mittelmaß ans Ruder gelangt und im ureigenen Interesse die Begabungen auszubremsen trachtet.
    Drum müßten alle Nachdenklichen in großer Zahl in die Partei ihrer Wahl eintreten, anstatt weitgehend wirkungslos nur zum Wählen zu gehen.

    Näheres findet sich in

    http://www.DemokratieVonUnten.de

    Ich würde mich sehr freuen, wenn die den Gemeinsinn pflegenden Initiativen ihre Mitglieder in diesem Sinne informieren könnten.

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