augia felix – glückliche Insel Reichenau

weinrallye_200.jpgAls das Thema feststand war klar das ich sofort meinen alten Kollegen Thomas Sättele kontaktieren würde um ihn um einen seiner Weine zu bitten. Schnell hatten wir einen Tausch vereinbart. Es war schön ihn nach vielen Jahren wieder einmal zu hören, haben wir doch manche Stunde gemeinsam während unserer Ausbildung verbracht.

Die Insel Reichenau ist also mein Beitrag zu Deutschlands erster Weinrallye. Die Insel Reichenau hat aber mehr zu bieten als die bloße Tatsache eine Insel zu sein. So ist der Winzerverein Reichenau die kleinste weinproduzierende Winzergenossenschaft Deutschlands. Weiterhin dürfte sie mit dem Gründungsjahr 1896 ebenfalls zu den ältesten Genossenschaften unseres Landes gehören. Als weitere Besonderheit muß natürlich erwähnt werden das die Insel Reichenau seit dem Jahre 2000 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt ist!
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Und die Weine? Sie sind etwas besonderes, für mich zumindest, denn sie unterscheiden sich sehr wohl von den anderen Weinen der Bodenseeregion. Ich empfinde die Reichenauer Weine immer als weicher und milder, sie wirken gefälliger und sind gleichzeitig körperreicher. Oftmals haben sie nicht die Eleganz eines typischen Seeweines, aber definitiv mehr Ausdruckskraft. Es sind oftmals Weine in die man sich erst auf den zweiten Blick verliebt, aber dann ist man ihnen für immer verfallen.

Was soll man machen, wenn man mit einer Kellerei telefoniert und man mitgeteilt bekommt, wir sind nahezu komplett ausverkauft, alles weg, kein Spätburgunder mehr, kein Gutedel und natürlich auch kein Muskateller sind zu haben.
Lieber Inselreisender, aus dem Gedächtniss heraus, der Musakteller und Spätburgunder sind ein muss!!

Der 1983er Reichenauer Hochwart Spätburgunder trocken ist für mich bis zum heutigen Tage ein Art Richtwein, an dem sich alle später verkosteten Spätburugnder orientieren. Des Aromas wegen, hat mich dieser Wein damals in seinen Bann gezogen. Selbstverständlich denke ich nicht darüber nach wie dieser Wein heute schmecken würde, wozu auch? Aber damals war der Spätburgunder seiner Zeit weit vorraus!
So mußte ich mich mit dem begnügen was man halt überall bekommt am Bodensee, Müller Thurgau und doch noch eine Spezialität, ein Chardonnay. Beide Jahrgang 2006, der Chardonnay aus der Lage Reichenauer Hochwart.
Die Weine schmecken typisch Reichenau eben, unkonventionell, schön strukturiert mit Potential für mehr. Die Weine liegen um die 11,5 % vol – 12 % vol schmecken aber wie Weine die 13 % haben. Da ist es wieder, das besondere der Inselweine. Die Reichenau passt nicht in das gewohnte Schema, genau das bereitet mir so viel Spass und Vergnügen an den Reichenauer Weinen, die Aromen wirken nicht parfümiert oder künstlich sondern natürlich und angenehm. Die Weine machen nicht satt, man wird ihrer nicht überdrüssig, gerne schenkt man sich noch einmal nach. Aber man bekommt sie einfach viel zu selten in das Glas.

Meine Essensempfehlung für diese beiden Weine ist logisch.
Es kann nur eines geben, natürlich das Bodenseefelchen, egal in welcher Variante, mir persönlich am liebsten, schwach geräuchert und lauwarm serviert.

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Es gibt tatsächlich noch Betriebe ohne Homepage, der Winzerverein Reichenau ist so einer. Die Seite die es gibt war ein Projekt und ist eigentlich nicht die Homepage der Genossenschaft, aber besser als nichts. Wozu auch, wenn man bereits im August auf dem trockenen sitzt und keine Weine mehr anzubieten hat, dann hat man alles richtig gemacht.

Auf den 18 Hektar Weinbau der Insel Reichenau werden derzeit die Sorten Müller-Thurgau, Spätburgunder, Grauburgunder, Gutedel, Kerner, Chardonnay und Muskateller angebaut. Allerdings entfallen auf die Rebsorten Müller-Thurgau und Spätburgunder jeweils 40 % der Gesamtrebfläche. Glückliche Insel, wenn ich da das Sortenspektrum manch anderer Betriebe anschaue ….

Das Klima und die Anbaubedingungen der Insel beschreibt das Hausprospekt wie folgt:

… Wie eine riesige natürliche Klimanalage sorgt der See für geringe Temperaturschwankungen und verhindert Frühjahrs- und Herbstfröste. Die Bodenbeschaffenheit erlaubt den Reben ein unproblematisches Gedeihen. Dadurch fehlt den Reichenauer Weinen jeglicher strenge Charakter. Sie sind überwiegend harmonisch-heiter und entgegenkommend.

Dazu gesellen sich andere Faktoren wie der Seewind und natürlich der am Bodensee geliebte wie auch gehasste Föhnwind. Alles in allem viele positive Faktoren für große Weine.

Auf mich wirkt die Insel Reichenau immer wie eine Insel die darauf wartet wachgeküßt zu werden, denn das gewaltige Potential dieser Insel ist klimatisch wie auch touristisch bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Aber vielleicht ist das ja genau der Charme dieser Insel die fast jeder kennt, vielleicht nicht als Weininsel aber als Gemüseinsel.

Über die Reichenau könnte man Stunden lang erzählen oder schreiben, es gibt so viele Dinge dort auf dieser kleinen Insel, alleine die Kirchen und Klöster würden Seiten füllen, aber wir machen ja eine Weinrallye. Solte jemand Lust auf umfassendere Informationen bekommen haben, verweise ich gerne auf die folgenden Links:

Einen Einkaufstipp kann ich leider nicht geben, ich denke der Wein ist tatsächlich nur direkt auf der Insel oder in der Bodenseeregion zu bekommen.

Kontaktdaten Winzerverein Reichenau:

Winzerverein Reichenau eG
Münsterplatz 4
78479 Insel Reichenau
Tel: 07534-293

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