Blogger vs Journalisten

Als ich letztes Wochenende im Rahmen einer Einladung am Tisch Platz nahm, wurde gerade meinem Tischnachbarn von einer Journalistin erklärt was ein Weblog ist:

Das sind Typen die im Internet darüber berichten wie und wann sie auf das Klo gehen, das was sie dort hinterlassen wird dokumentiert, auf Bild festgehalten und im Weblog veröffentlicht.

Mein Nachbar ungläubig

und wen interessiert das?

Die Jounalistin

keine Ahnung warum sich überhaupt jemand für diesen Dreck interessiert.

In diesem Sinne erfülle ich nun gerne die Klischees der journalistisch-TV-öffentlich-rechtlich ausgebildeten Dame, denn ich ging tatsächlich auf das Klo. Diese Ignoranz und Beleidigung lösten in mir einen sofortigen Brechreiz aus dem ich auf der Toilette nachgeben mußte. Zurück am Tisch erklärte ich ihr das ich soeben auf dem WC war um mich zu übergeben und ich selbstverständlich darüber berichten werde, wie es sich nach Ihrer Meinung für einen Blogger gehört. Im Gegensatz zu mancher billigen Printzeitung oder niveaulosen TV-Sendung verzichte ich allerdings darauf konkrete Namen zu nennen oder gar Bilder des Erbrochenen hier einzustellen.

Inzwischen glaube ich tatsächlich das einige Journalisten Angst vor uns Bloggern haben und darum tumb um sich schlagen, statt die Blogosphäre als wertvolle Resource anzusehen, sie zu nutzen und entsprechend zu pflegen.

16 Comments

Filed under Sonstiges

16 Responses to Blogger vs Journalisten

  1. Hallo Thomas,
    ich hoffe, dass wenigstens das Essen gut war. Auch wenn du es nur kurz an dir halten konntest. Ich denke der Umgang einiger Journalisten mit Blogs erklärt sich aus einem Konkurrenzdenken heraus. Da ich auch wissenschaftlich zu dem Thema arbeite, habe hier ich vor ca. einem halben Jahr eine kleine Reflexion dazu aufgeschrieben: http://exblogs.de/faz-beschaftigt-sich-mit-blogs/

    Eine Analyse meiner Hauptseite weinverkostungen.de bestätigt diese Analyse. Ebenso wie du will ich hierbei keine Namen nennen. Aber wenn ich eine Auswertung der IP-Adressen mache, erstaunt mich inzwischen gar nicht mehr, aus welcher Nachrichtenagentur heraus oder was für ein Angehöriger welcher Redaktion oder welchen Verlages wieder mal auf meiner Seite geschaut hat. Plötzlich gelten dann Blogs wieder als Quelle (intern schätzt man sicherlich die Innovationskraft). Sicherlich ohne – wie es sich gehört und wie man an jeder Journalistenschule lernt – zu zitieren. Nun habe ich in meinem Impressum inzwischen auf meinen Honorarsatz hingewiesen und werde auch im nächsten Fall, indem ich bemerke, dass eine Idee oder ein Text von mir ist, davon Gebrauch machen, dieses Honorar einzufordern. Im Zweifel wird dies nach Rücksprache mit dem zuständigen Chefredakteur stattfinden.

    Aber lassen wir uns nicht verbittern, sondern ganz ruhig und gepflegt weiter mit Spaß bloggen. Wein ist ja auch ein Thema, bei dem Spaß und Freude nahe liegen. Und der Anteil der Blogs an der öffentlichen Kommunikation wächst beständig. Die Aggressionen deiner Tischnachbarn erklären sich nur aus einer so empfundenen Bedrohungssituation heraus. Das sind Existenzängste einer Berufsgruppe, die wir nicht fürchten brauchen.

    Viele Grüße
    Thomas

  2. Pingback: the drink tank

  3. Es ist doch bemerkenswert, wie nervös die Vertreter der journalistischen Zunft sind. Traurig…

  4. Pingback: Netzkultur » Blogger Prügel

  5. Pingback: Basic Thinking Blog » wie man zum Bloggen kommt

  6. Über Blogger herziehen, aber sich fleissig derer Inhalte bedienen, ohne Link, ohne Vergütung, ohne Quellenangabe und unter eigenem Copyright. Eine Frechheit ist das!

  7. Was wäre, wenn man in der folgenden Passage das “sie” durch “andere” ersetzte und damit die Journalisten zu charakterisieren versuchte?

    “Das sind Typen die im Internet darüber berichten wie und wann (sie) ‘andere’ auf das Klo gehen, das was sie dort hinterlassen wird dokumentiert, auf Bild festgehalten und im Weblog veröffentlicht.”

    Damit müsste die Dame eigentlich zufrieden sein, oder?

  8. Pingback: medienlese.com » Blog Archiv » medienlese - der Wochenrückblick

  9. Pingback: AZ/AN-Blog

  10. Als hauptberuflicher Journalist möchte ich behaupten, dass die meisten Kollegen nicht ignorant oder bösartig gegenüber Bloggern sind. Viele wissen gar nicht richtig, was das ist. Dann sehen sie Beispiele aus der überwiegenden Masse privater Blogs, auf die das Urteil der erwähnten Dame sicher zutrifft. Dass es daneben wenige, aber hoch interessante Special-Interest-Blogs, wie diesen hier, gibt, hat sich gerade in der älteren Generation noch nicht herumgesprochen.
    Glücklicherweise gibt es inzwischen genügend (auch renommierte) Journalisten, die ebenfalls Blogger sind.

  11. Ich kann bestätigen, was Wolf beobachtet: “Viele wissen gar nicht richtig, was das ist.”

    In den letzten Wochen führte ich immer wieder Gespräche rund ums Bloggen, das tönte zum Beispiel so: “Jaja, diese Tagebücher im Internet… nett…” (leitende Stellung bei grossem Printmedium). Oder: “Ich habe doch gar keine Zeit für dieses Zeugs, das kann ich irgendwie auch nicht ernst nehmen” (In sogenannt renommiertem Ressort bei sogenannt wichtiger Schweizer Tageszeitung). Oder: “Du bist doch auch Blogger, oder? Was ist denn das nun genau? Was bringt das?” (auf der Redaktion einer der grossen Tageszeitungen)

    Irgendwie schade.

    Eine gewisse Abneigung mag daher rühren, dass viele Blogger den “renommierten Medien” auf die Finger klopfen – ich wäre nach Jahren fast ausbleibenden Feedbacks froh um jegliche Rückmeldungen!

  12. Zugegeben, Ignoranten gibt es auch: http://www.sprechblase.org/?p=89
    Ich war eh nie ein Sternleser…

  13. Pingback: Bernhard Fiedlers We(in)blog » Blog Archiv » Blogs und Journalismus

  14. Pingback: Neues aus der Y-Welt | Marc Heckert

  15. Pingback: Die Nervosität der Journalisten

  16. Pingback: Blogger: Am Ende Verleger – oder Verleger am Ende?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.