BtG 2007- come together & die Pastapolizei

Um 12:00 waren wir zum “come together” in Hamburgs derzeit angesagtester Gastronomie verabredet. Meine Vorfreue war riesig, bin ich doch absoluter Pastafan und genau diese Pasta wird dort gekocht. Ich war sogar bereit den Umstand zu ignorieren das ich gerade gefrühstückt hatte!!

Was soll ich sagen, mit einem Gläschen Perlwein zur Hand trafen wir auf die anderen Blogger die bereits in der Loungeecke des Franchiserestaurantes auf uns warteten. Das Hallo war groß, bekannte und lieb gewonnene Gesichter wurden freudig begrüßt und die “neuen” freundlich in die Runde aufgenommen. So war zumindest mein Eindruck.

Aber wir waren auch hier um die das Besondere an diesem Restaurant auszuprobieren, die Pasta!!

Mit dem Tablett zur Hand, den Fotoapparat darauf abgelegt ging es an die gläserne Theke und ich bestellte mir Ravioli Bolognese. Wärend der lustig gekleidete Koch meine Pasta zubereitete versuchte ich am Foto die Einstellungen vorzunehmen die nötig waren um dort Bilder zu machen. Ich drückte an der Theke auch 2 mal auf den Auslöser, ohne jedoch den Foto vom Tablett zu nehmen. Das sollte mir Minuten später zum Verhängnis werden!!!

Mit den Ravioli ging es zurück an den Tisch, da ich aber an einem normalen Tisch essen wollte entschied ich mich für die Nahrungsaufnahme die Gruppe zu verlassen und statt auf einem Sofa an einem Tisch Platz zu nehmen.

Gerade eingerichtet, das Besteck zu Hand, kam ein junger Mann an den Tisch und forderte mich schroff auf sofort alle Bilder zu löschen die ich in diesem gastronomischen Betrieb gemacht habe.

Wie bitte?

Er dann:

Das xxxxxx ist ein geschütztes Konzept, sie sind offensichtlich Gastronom und haben hier Fotos gemacht, Fotografieren ist in diesem Lokal jedoch verboten.

Ich war platt, zum einen über diese Unverschämtheit mir den Appetitt zu verderben, zum anderen mir etwas verbieten zu wollen was ich gar nicht gemacht habe. Ich wußte genau, das auf meinem Uralten Foto keine brauchbaren Bilder dieses Ladens zu finden waren!!

Ich erwiederte, das ich weder Gastronom bin, noch das ich Bilder vom gastronomischen Konzept dieses Ladens gemacht habe. Meine Intention sind Bilder davon zu machen was auf meinem Teller passiert und nicht von einem gastronomischen Konzept. Aber egal, selbst das hat nicht geklappt.
Er dann wieder:

Wenn sie kein Gastronom sind, was dann?

Wir waren inmitten eines Verhöres. Es ist lange her das mir ähnliches passierte.

Ich bin Kellermeister, und ich muß ihnen sagen, was sie hier veranstalten passt in die Zeiten der Berliner Mauer.
Das letzte mal das mir Fotografieren verboten wurde war im Flughafen von Kinshasa, damals von einem angehörigen der Kongolesischen Armee.

Mein Essen wurde inzwischen kalt

Er hörte nicht auf und nun lernte ich, das ich doch Gastronom bin

Als Kellermeister sind sie ja der Gastronomie vorgelagert, wir möchten nur verhindern das Detailaufnahmen unseres Restaurantes gemacht werden um Plagiaten vorzubeugen.

Er blieb also bei seinem Vorwurf ich würde diesen Betrieb fotografieren um ihn an anderer Stelle nachzubauen.
Ich schob ihm die Kamera hin und erlaubte ihm sich die Bilder anzusehen.

Tatsächlich schnappe er sich das Ding und fing an die Bilder durchzugehen. Wie gesagt, ich hatte meine ganz alte Kamera dabei, eine Digitalkamera der ersten Generation, das Display hat gerade einmal 2 auf 3 Zentimeter. Er sah Bilder von einem Weingut, von einer Bahnfahrt, Frühstücksszenen und 7 verwackelte und durch Glas verspiegelte unbrauchbare in diesem Restaurant aufgenommene Bilder.

Und? Etwas gefunden?

Trotz Ansicht der Bilder bleibt er dabei:

Ja, sie haben schon einige Detailaufnahmen gemacht, aber lassen wir es gut sein.

Diesen Rückzieher klang- und sanglos wollte ich so nicht akzeptieren

Die Detailaufnahmen von denen sie sprechen wurden heute Morgen im Hotel Alsterblick gemacht, oder haben sie hier irgendwo ein Croissant das sich zur Detailfotografie anbietet?

Er dann wieder

Sie wissen Bescheid, fotografieren sie sich und ihre Leute dann ist alles OK. Aber wenn sie das Restaurant und die Personen fotografieren, sollten sogar sie als Kellermeister wissen das man vorher fragt!!

Was sollte das nun?

Sogar als Kellermeister?

Was für ein Arroganz, da steht einer vermutlich ohne Ausbildung, Leiter eines Franchisebetriebes und erzählt mir was sich gehört und was nicht? Obwohl er die Bilder gesehen hat gibt er keine Ruhe, meine Ravioli sind inzwischen hinüber und schmecken auch so wie sie schmecken müssen wenn sie kalt sind.

Im Nachhinein bedauere ich ausserordentlich die Situation nicht eskaliert zu haben, indem ich dem Kettenrestaurantleiter den Zugriff auf meine Fotos verweigert hätte. Er hätte die Polizei rufen müssen um ihrer Habhaft zu werden, da es aber keine Nenneswerten Fotos gab, denke ich es hätte ihm den Job gekostet.

Das Zauberwort das die ganze Situation geklärt hätte, heißt Entschuldigung, obwohl ich nur Kellermeister bin kenne ich dieses Wort, diesem Restaurantleiter war es offensichtlich fremd.
Ich werde die 7 besagten Bilder der Geschäftsleitung zur erneuten Kontrolle zukommen lasssen. Dazu gibt es einen Brief, in dem ich darauf aufmerksam mache, das es zum einen Sinnvoll wäre ein Schild “Fotografieren verboten” anzubringen, zum anderen es von Vorteil wäre gutes Personal anzustellen, zumindest was die Restaurantleitung angeht.

Ich kann keine Fotos anbieten zu diesem Betrieb, denn die wären unter meiner Würde, ich verweise aber gerne auf andere hunderte Bilder die bereits gemacht wurden!!

Auch im Fernsehen war das ganze bereits zu sehen, um so unverständlicher ist die ganze Geschichte.

Entweder hatte der Kleine zu enge Hosen oder geschwollene Eier, ich weiß es nicht, aber für mich ist die Geschichte hier noch nicht beendet!!

Nach dem bezahlen an der zentralen Kasse kam die Frage des Tages:

War alles zu ihrer Zufriedenheit? Hat es geschmeckt?

Mir platzte fast der Kragen:

Fragen Sie den Herrn der neben ihnen steht, von zufrieden und geschmeckt kann keine Rede sein.

Unglaublich, er fing wieder von Vorne an und hätte die ganze Diskussion gerne erneut aufgewärmt. Er brauchte das letzte Wort, ich gönnte es ihm, ich hatte andere Termine!!

Wer die 7 Bilder gerne sehen möchte bitte Email an mich, sie kommen dann umgehend, wer gute und ordentliche Bilder dieses geschützten gastronomischen Konzeptes sehen möchte dem empfehle ich die Google Bildersuche.

Ich akzeptiere natürlich das Hausrecht und damit das Verbot der Fotografie. Nach dem mir dies entsprechend mitgteilt wurde, wurden auch keine weiteren Aufnahmen gemacht. Bis dahin gab es keinen Grund für mich anzunehmen das ich irgend etwas falsch gemacht habe. Allerdings hätte spätestens nach durchsicht meiner Bilder durch die Pastapolizei der Verdacht der Spionage entkräftet sein müssen. Spätestens dann wäre ein anderer Ton angebracht gewesen, sowie ein frischer Teller mit warmer Pasta!!

18 Comments

Filed under Auf Reisen

18 Responses to BtG 2007- come together & die Pastapolizei

  1. unglaublich.

    BASTA mit Pasta!

  2. @ Thomas
    Hiermit erteile ich dir ausdrücklich die Genehmigung meine Pasta-Gerichte zu fotografieren!
    Schick mir doch bitte mal die Bilder, die von der Pastapolizei fast eingezogen worden sind…lol.

  3. Stefan

    Nach meiner Erfahrung ist es recht unergiebig mit Servicepersonal über irgendwelchen Schwachsinn zu diskutieren.

    In ähnlichen Situationen halte ich einfach den Mund; dabei schaue den Servicemenschen an oder auch ganz woanders hin, je nach dem, wie ich es für geschickter halte. Die meisten geben dann auf.

  4. Pingback: Basic Thinking Blog » Pastapolizei

  5. Vielleicht sollte der Pastapolizist seine Geheimrezepte lieber im Dunkeln verkaufen, damit eventuell anwesende Spion-Gastronomen das patentierte Konzept nicht doch anschließend aus dem Gedächtnis kopieren können… ūüėÄ

  6. Pingback: Pommeswelt Frittenblog

  7. Werter Winzer,

    vielleicht interessiert sie das ja. Der Name des besagten Lokals und der Kette lässt sich mit “Geh langsam”.

    Es gibt im italienischen eine Weisheit:
    chi va piano, va sano e lontano. (Wer langsam geht kommt auch ans Ziel – dem Sinn nach)
    Wörtlich übersetzt: Wer langsam geht kommt (lebt) weiter (länger) und gesünder.

    Das geschützte gastronomische Konzept scheint so gut nicht zu sein. Wenn es um diese klassische italienische Eigenschaft des “immer schön locker bleiben” geht, dann hat es im Personalwesen versagt.

    vatene wäre meinerseits ein passender Name für das Lokal.
    Oder ähnlich: vavia,
    oder anders: vafanculo (wäre nicht schlecht aber etwas vulgär), vamangiaredamamacheepiubuonoepiugentiledamamatua (ist vielleichtetwas lang aber auch eine alte italienische Weisheit).

  8. Nun, falls es das V. war, ich war in dem in Stuttgart:
    http://www.qype.com/review/34497

    Also Preis und Geschwindigkeit sind OK, aber sonst treibt mich da nix mehr hin.

  9. Pingback: Viva-Vino Biowein Blog

  10. Was mich jetzt mal mehr aus Fotografensicht interessiert, ist die Frage nach dem aktiv werden des Hausrechts in Form eines Fotoverbots.

    Ist in vom Hausrecht geschützten Räumen (in Deutschland)
    a) automatisch ein Fotografierverbot aktiv?
    b) muss ein Fotografierverbot erst aktiv ausgesprochen werden?

    In den USA gibt es ja durchaus aktive property rights (Fall a)?

  11. Halo

    Sag mal, kleines winzerlein, was denkst du dir eigentlich? Hast do schon mal was vom recht aufs eigene bild gehört? du kannst doch nicht irgendwo hingehen und einfach fotos von nem restaurant und seiner besatzung machen! das ist echt wieder typisch deutsch. stell dir mal vor, ich komm in dein büro und mach photos wie du hinter deinem schreibtisch sitzt…in anderen ländern wirst du dafür erschossen. überleg mal was du da eigentlich machst und schreibst. penner

  12. Aus einem dieser Länder scheinst du auch zu kommen !
    Wenn ein Gast bei mir fotografiert, würde ich niemals solche Aufstände machen, ganz im Gegenteil.
    Es gibt doch keine bessere Werbung, aber wem sage ich das, bei dir scheint eh Hopfen und Malz und vor allem der gute Ton verloren gegangen zu sein !

    Ganz freundliche Grüße
    Jürgen

  13. @Kommentar Nr: 11
    Normalerweise werden solche Kommentare gelöscht, aber deiner passt irgendwie zu diesem Artikel darum darf er bleiben. Sicherheitshalber habe ich mal deine IP und alles andere vorgemerkt.
    Ich wünschte mir tatsächlich du kämst in mein Büro, ich bin immer neugierig darauf Typen wie dich kennen zu lernen die Anonym den großen Max markieren und Angesicht zu Angesicht kleine verkümmerte seelenarme Menschen sind, die kaum ein Wort ordentlich artikulieren können.

    Du hättest evtl. vor deinem dümmlichen Kommentar wie angeboten die Fotos von mir anfordern sollen, dann hättest du dir eine ordentliche Meinung bilden können, was fotografierte Personen betrifft. Ich vermute jedoch, da wo du herkommst ist es nicht üblich sich eine Meinung zu bilden.

    Ich bitte dich ausdrücklich, verkriech dich wieder in dein Loch aus dem du hervorgekommen bist, denn in Deutschland muss man sich nicht von Typen wie dir bedrohen oder dumm anmachen lassen.

  14. Fleischambein

    Meine Herren, was ist denn hier los. Halten wir mal fest: der Restaurantleiter hat offentsichtlich überreagiert, ihm deswegen mangelnde Kompetenz und Ausbildungslosigkeit anzudichten, ist nun wirklich nicht die höfliche Umgangsform. Und sich lang und breit über die kalten Ravioli auszulassen, klingt mehr kleingeistig. Überlegenheit zeigt sich in der Art und Weise, wie man mit haltlosen Vorwürfen umgeht. Und die Frage am Ausgang ist ernst gemeint, die Mädels können schliesslich nichts dafür, daß du ungefragt herumknipst, ohne vorher zu fragen, was in der Tat sehr unhöflich ist. Zum Mißverständnis gehören zwei, der Sender und der Empfänger.

  15. @Fleischambein
    Hast du die Bilder denn gesehen?
    Ich habe kein Personal geknipst. Das hat ja auch der Typ nach Durchsicht der Bilder eingestehen müssen!!! Nur war er halt nicht Manns genug das Fass das der aufgemacht hat wieder ordentlich zu verschliessen.
    Wenn du gerne kalte Ravioli zu dir nimmst ist das OK, ich habe sie ieber warm, zumal ich dafür bezahlt habe.

  16. Tina

    Wieso hast Du eigentlich nicht einfach vorher gefragt ob Du fotografieren darfst?

  17. fleischambein

    Ich stelle fest: man sollte nur das essen, was man erwartet, ansonsten kenne ich als gelernter Koch und Restaurantmanger es, daß man reklamiert und durchaus fordert, was man bezahlt hat. allein, es bleibt dabei: die umgangsform ist doch entscheidend, wer sich rechtfertigt, hat schon verloren. du magst dich selbst erklären und bist diskutierfreudig (oder streitsam?), deine Kommentare zeigen, daß du auf jede noch so kleine Andeutung anspringst.
    *Im Nachhinein bedauere ich ausserordentlich die Situation nicht eskaliert zu haben
    *Ich bitte dich ausdrücklich, verkriech dich wieder in dein Loch aus dem du hervorgekommen bist, denn in Deutschland muss man sich nicht von Typen wie dir bedrohen oder dumm anmachen lassen.
    *Entweder hatte der Kleine zu enge Hosen oder geschwollene Eier, ich weiß es nicht, aber für mich ist die Geschichte hier noch nicht beendet!!
    ich kenne den manager von der rothenbaum, und man kann über ihn sagen , was man will, aber er führt sein restaurant sehr gut. Va piano, Kellermeister; nimm dir nicht alles so zu Herzen, zeig doch mal Größe. Das Problem ist doch, dass Kunden in unserer Branche die Bezeichnung König gleich mit Herrscher setzen. Aber auch ein König hat Manieren zu haben, wenn er irgendwo GAST ist.
    freundlicher gruß

  18. fleischambein

    Nota Bene:
    Deinetwegen hätte er mit Sicherheit nicht seinen Job verloren, König….

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