Das Duell, die etwas andere Weinprobe

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 12 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

Letztlich in der Hofa Heidelberg, hatte ich im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung die Ehre gemeinsam mit dem dortigen Lehrer der Sommeliers, Herrn Mikolasek, gemeinsam eine Weinprobe/Seminar abhalten zu dürfen.

Nun, das ist an sich nichts Besonderes, zumal wir eine ausgesprochen freundliche Gruppe vor uns hatten. Die Zeit war knapp, so war alles bereits zu Ende, als wir beide uns gerade warm geredet hatten. Wir verstanden uns glänzend und ich hoffe auf Wiederholung 🙂

Ich habe schon öfters festgestellt, das Weinproben die zu zweit gehalten werden für die Moderatoren und die Gäste einen ganz besonderen Kick haben. Zum einen werden Monologe vermieden, es entsteht Abwechslung, die Weinprobe wird interessanter. Kennt man sich ein wenig, kann man sich regelrecht Bälle zuwerfen. In unserem Fall im Weingut wird der ewige Streit zwischen Kellermeister und Winzer, oder Chef und Angestellter thematisiert. An sich eine Ausbaufähige Sache, aber natürlich kaum kalkulierbar, denn 2 Fachkräfte in einer Weinprobe sprengen jede Kalkulation.

Als ich in der Hofa war, kam mir der Gedanke, wie es wohl wäre zwei Winzer mit jeweils gleichen Weinsorten aufeinander loszulassen. Das könnte sehr interessante Effekte hervorbringen, zumal man Angesichts der Kompetenz des anderen Winzers keine oberflächlichen Weisheiten von sich geben wird.

Wäre nicht folgendes Szenario denkbar:
Winzer A will ein Restaurant beliefern, das bereits von Winzer B beliefert wird.
Winzer A fordert nun Winzer B zu einem Duell, der Wirt und seine Leute probieren, sehen, hören und entscheiden dann wer zukünftig liefern soll.
Der Verlierer packt seinen Wein und geht Nachhause. Der Gewinner darf ab sofort das Restaurant beliefern.

Aber nein, das wäre ja fast wie Deutschland sucht den Superwinzer. Lieber nicht…
Winzer kämen aus allen Löchern gekrochen, um den Korken als Ersatz für den Fehdehandschuh auf die Tische der Restaurants zu werfen. Gutgehende Restaurants würden wöchentlich Weinduelle veranstalten, weil sie und ihre Kunden Spass daran gefunden haben. Dann, irgendwann kommen die Winzerinnen…dann hätte meineiner keine Chance mehr. Gegen deren Charme ist kein Kraut gewachsen.

Das ist wirklich Unfug so ein Duell. Oder?

5 Comments

Filed under Weingeschichten

5 Responses to Das Duell, die etwas andere Weinprobe

  1. Erik Pratsch

    Heute Abend habe ich Ihnen Photos von der gemeinsamen HOFA-Weinprobe gemailt.
    Wer Sie dort sieht – „schnieke“ angezogen, imposante, aufrechte Gestalt, mit vollem Bart – der wird sich nicht so schnell mit Ihnen duellieren wollen und den Winzerinnen/Kellermeisterinnen wird der Sinn nach ganz anderen Dingen stehen, als sich mit Ihnen auseinander setzen zu wollen.
    Dennoch, grundsätzlich halte ich Ihre Idee „Deutschland sucht den Super-Winzer“ für so impossible (wegen der vielen englischsprachigen Leser!)
    nicht.

  2. Fotos? Wo? Ich seh‘ nix!

    Also ich könnte mir das schon gut vorstellen: Zwei Winzer duellieren sich mit Korkenziehern, derweil das zuschauende Gesinde sich den Sphären vinophiler Genüsse hingibt. Also ich bin als Beobachter dabei!

    Viele Grüße
    Ingo

  3. Pingback: SEO-Hochzeit die zweite - SEO Blog

  4. Dr.Haesaep

    Die Idee ist gut ….und wahrescheinlich deswegen nicht neu. Da gibt es z.B. in Wien eine Vorlesung über Anglistik . Studenten verirrten sich höchsten dahin, den Stoff interessierte einfach niemand.

    Da zog der ein Prof eine Stars-and-Stripes-Krawatte an und mimte den Ami . Ein anderer Prof. setzte sich eine Melone auf den Kopf und gab den Briten. Und so begannen sie zu zweit- im Dialog und auch über sich herziehend – über die jeweilige andere Nationen zu parlieren……
    Die Vorlesung schlug ein wie eine Bombe und bekam innerhalb eines Jahres bis heute Kult-Status. Habe leider keinen link dazu gefunden.

    Also, Winzer, los geht’s. Will damit gewiss nicht sagen, dass sich niemand für eure Materie interessiert, aber ein wenig Show ist nie schlecht.

  5. Ich denke so ein Duell ist sicherlich spannend aber wahrscheinlich eher kontraproduktiv. Am Ende gewinnt vermutlich eher der bessere Rhetoriker und nicht der bessere Winzer… Und wie schon gesagt-irgendwann kämen die Winzerinnen und dann der professionelle Redner, der extra eingestellt wurde. Ich denke solche zweiervorträge sollte es nur zur Unterhaltung geben =)