Das Vinocamp Deutschland lebt!! Gedanken, Ideen und Pläne zum Vinocamp

Hie und da gab es Diskussionen, Anmerkungen, Fragen, Bitten, Kritik und Anregungen zum Vinocamp Deutschland. Am Sonntag entwickelte sich sogar eine kleine Session zu diesem Thema. Gut so, denn wir leben ja davon das Vinocamp weiter zu entwickeln, blieben wir stehen wäre es definitiv der Untergang dieser Veranstaltung, langweilige Konferenz- und Veranstaltungsformate gibt es ja schon genug!

vinocamp_Deutschland_440pxAn erster Stelle stand die Entscheidung von Dirk und mir weiter zu machen mit dem Vinocamp, es ist zu schön um damit aufzuhören, zu erfolgreich um es einfach links liegen zu lassen und für viele zu wichtig um es einfach weg zu packen.

Patrick Johner hat in seinem Blogartikel Das Vinocamp ist tot viele Wünsche, Anregungen und Kritik hinein gepackt die auch das widerspiegelt was einige Wortmeldungen formulierten, darum nehme ich viele seiner Punkte als Anlass für Antworten oder aufzuzeigen woran wir denken. Ansonsten zitiere ich einfach wild Wortmeldungen ohne näher darauf einzugehen von wem sie kommen.

Was ich z.B. vermisst habe ist eine Vorab-Online-Vorstellungsmöglichkeit der Vinocamp Teilnehmer. Wer ist Blogger ? (Food / Wein / Reise / usw.)

Dafür gibt es die Vorstellungsrunde, eine weitere Lösung dieses Problems ist der Klick auf das Facebookprofil der angemeldeten Personen. Ich würde sagen ca 90% aller Teilnehmer haben die gewünschte Information ihres beruflichen Hintergrundes in ihrem Facebookprofil öffentlich einsehbar. Zugegeben, früher auf Mixxt war das einfacher, da waren die Links zu den entsprechenden Webseiten automatisch hinterlegt.

Es ist völlig unklar wer, wann, wo und warum eine Session anbietet, alles ist unplanbar. Es würden viel mehr Leute kommen wenn sie wüßten welche Vorträge es gibt!

Das habe ich versäumt, bzw einfach nicht mehr geschafft! Zu einer Unkonferenz gehört natürlich auch ein Wiki in dem die angebotenen Sessions und die gewünschten Sessions bereits vor dem Vinocamp eingegeben werden. Wer sich erinnert, bisher hatten wir immer so um die 10 – 15 Sessionvorschläge vorab geklärt und online gestellt. Auch ich habe das schmerzlich vermisst. Mit Schliessung unserer Mixxt Community haben wir unser bsiheriges Wiki verloren und an eine eigene Installation im Blog zeitnahe vor dem Vinocamp habe ich mich nicht mehr getraut. Man stelle sich mal vor ich hätte dabei die Vinocamp Webseite abgeschossen. Hier sind ja Weinleute ohne größere IT Kentnisse am Werk, darum sind solche Dinge “Großprojekte” 🙂

soziale weinprobe

Die sozialen Weinproben sind chaotisch und keiner blickt durch

Die sozialen Weinproben werden wir grundsätzlich umbauen da sie seit Beginn für (positive!) Unruhe an allen Ecken sorgen. Wir brauchen und wollen bei diesem Thema keine Spontanität, genau so brauchen wir keinen direkten Bezug zum Thema der Lehrweinprobe am Sonntag. Darum können die sozialen Weinproben auch lange im Voraus geplant werden. Wir werden schon bald aufrufen und um Vorschläge bitten, wir werden aber auch direkt die bisherigen Moderatoren ansprechen und um Unterstützung bitten.

Mit Öffnung der Anmeldung zum Vinocamp 2015 muß sich jeder zu einer sozialen Weinprobe anmelden, ohne ein Kreuz an entsprechender Stelle geht nichts. Damit hoffen wir die komplizierte Organisation zu entschärfen und zu beruhigen.

Grundsätzlich fehlte mir die Dokumentation der einzelnen Weine. Bei Wein und Wurst wurden so an die 50 Weine verkostet. Welche waren es denn? Und wie haben die zu welcher Wurstsorte gepasst? Nebenher so etwas zu twittern oder zu posten möchte man nicht… Phubbing ist hier deplaziert … es lebe das große Gespräch. Aber so nebenher ein paar Kästchen auf einer Webapp anzukreuzen hätte genial funktioniert und man könnte mit etwas Statistik hinterher ein paar schöne Zusammenhänge feststellen…. das wäre dann wohl zu wissenschaftlich… Oh man warum hab ich sowas denn bloß in Geisenheim gelernt?

So etwas kann sich nur ein Nerd wünschen. Aber, auch hier verbirgt sich eine Selbstverständlichkeit einer Unkonferenz. JEDER Anbieter eine Session oder Moderator einer Weinprobe sollte nachträglich eine Dokumentation liefern Anhand derer diejenigen die nicht an der Session teilnehmen konnten sich über das Thema informieren können. Da die Weine zu den sozialen Weinproben von den Teilnehmern mitgebracht werden ist es natürlich nicht möglich diese bereits im Vorfeld zu kategorisieren. Beim ersten Vinocamp Deutschland haben wir das einmal versucht, es war der absolute Irrsinn und wir sind regelrecht in Daten ersoffen die wir nicht mehr hantieren konnten 🙂

Danach gab es ein idealer Abschluss mit lauter Musik und viel Partystimmung. Kompetente Unterhaltung war für mich leider dann nur noch draußen im Regen möglich.

Irgendwann ist auch gut mit Arbeit! Wir wünschen uns ausdrücklich dass die Vinocamper auf der Party feiern und die Fachgespräche auf dem Campus führen. Das ist so gewollt! Wir sehen hier auch keinen Änderungsbedarf.

Sonntag morgen ging es dann weiter mit der Sessionplanung… Doch irgendwie kamen keine Sessions mehr zusammen sondern nur eine interessante große Diskussionsrunde… Cool so konnte ich nichts verpassen.

Zugegeben, das ist DIE große Enttäuschung des Vinocamp Deutschland 2014! Als Dirk und ich beschlossen haben die Vinocamp Party als eine best bottle party zu gestalten, ahnten wir dass wir am Sonntag Probleme haben werden. Aus dem Jahr 2011 stammt die Vinocamp Gleichung

Gleichung

Normalerweise wäre die Konsequenz auf die Party ganz zu verzichten, aber das wollen wir nicht. Ich sage mal so, wenn so ein Totalausfall wie am Sonntag dieses Jahr nur alle paar Jahre passiert können wir das verkraften, ansonsten reduzieren wir das Vinocamp Deutschland auf einen Tag. Es ist ganz klar, ohne dieses megastarke Thema rund um Christina Fischer, wären Dirk und ich wohl alleine auf dem Campus gesessen und hätten am Snackbuffett ein riesengroßes Frustfressen veranstaltet.

Danach gab es ein Sektempfang / Fototermin mit der amtierenden Deutschen Weinkönigin … Ich hätte aber lieber eine Session gehabt wo wir Sie hätten fragen können, wie Ihre Amtszeit bisher so war und welche Geschichten Sie im Zusammenhang mit Social Media erlebt hatte.

Was für eine gute und charmante Idee Patrick, warum hast du die Session nicht angeboten?

Eine ganz andere Stimme die mir über das Jahr zu Ohren kam, meinte

das Vinocamp ist zu kommerziell geworden darum komme ich nicht mehr

Schmarrn, wenn mir so etwas dann noch ein Weinhändler sagt der selbst mit jedem Facebookeintrag und Tweet kommerzielle Interessen verfolgt ist das nur bescheuert! Darum an dieser Stelle ein ausdrückliches Lob an unsere Sponsoren, es zeugt von großer Klasse wie sie sich auf dem Campus bewegt haben! Keiner hat sie als störend empfunden, ganz im Gegenteil sie waren stets ein belebendes und gern gesehenes Element des Vinocamp Deutschland!

Der Termin im Juni ist doof, im März wäre viel besser!!

Jesses, was haben wir über den Termin für das Vinocamp diskutiert. Irgendwie ist halt immer was. Im Herbst wollen die Winzer ernten, im Frühjahr haben alle nur die Prowein im Kopf, im Winter ist das Weihnachtsgeschäft, so läßt sich das unendlich fortführen. Darum, seien wir doch froh einen Termin zu haben der offensichtlich für die meisten machbar ist und der vor allem auch bei der Hochschule Geisenheim Universitiy in den Jahresplan passt. Darum. solagne wir können bleiben wir beim Termin im Juni.

So viele tolle Sessions gleichzeitig ist doof, da verpasst man ja immer was

Man kann sich vieles wünschen, eines ist klar, das Vinocamp Deutschland bleibt eine Unkonferenz, eine Unkonferenz mit allen dazu gehörenden Vor- und Nachteilen. Vinocamp Deutschland ist eine Unkonferenz bei der die Teilnehmer selbst bestimmen was und wann sie vortragen (Session). Dazu gehört auch dass Sessions gleichzeitig ablaufen, das ist eines der Grundprinzipen eines Vinocampes an dem Dirk und ich ausdrücklich fest halten!

Eigentlich sind Barcamps doch kostenlos, warum dann der Eintritt?

Das war ein langer Prozess bei Dirk und mir, denn eigentlich sollte die Teilnahme für jeden kostenlos sein, aber es gibt viele Gründe dass das leider nicht mehr funktioniert. Z.B. wer bezahlt die Bestellungen wenn ein Sponsor kurzfristig absagt? Die Teilnehmer? Nein! Dirk und ich bekommen die Rechnung.

Ein völlig anderer Aspekt ist natürlich der, ohne Bezahlung ist der Anteil derjenigen die einfach ohne Absage fern bleiben erheblich und es ist uns zuwider Essen für die Mülltonne zu bestellen.

Eine Teilnehmerin meinte gar wir sollten den Eintritt auf 100 Euro erhöhen, denn alleine die Lehrweinprobe von Christina Fischer wäre das Wert gewesen.

Wie auch immer, hier sind wir noch in der Findungsphase, klar ist jedoch, es wird weiterhin Eintritt kosten. Im Moment denken wir gerade über ein Rabattsystem nach dass diejenigen belohnt die sich frühzeitig in das Vinocamp einbringen also Sessions anbieten, Sponsoren, Moderatoren der Weinproben, Helferteam usw … wie auch immer, viele Gedanken und Ideen, aber gerade dieses Rabattsystem nimmt konkrete Formen an.

Ein Handyfoto gewinnt die Wein Online Awards? Ist das euer Ernst?

Und wie das unser Ernst ist! DAS IST SOCIAL MEDIA!!

Apropos Wein Online Awards. Diese bekommen eine weitere Kategorie, Bewegtbild und Podcast

Könnte das Vinocamp nicht auch einmal an einem anderen Platz statt finden?

Das wäre natürlich denkbar, warum nicht! Aber solange Dirk und ich die Fäden in Händen halten wollen und werden wir nicht wechseln. Gerade mit dem Team der Hochschule Geisenheim erfahren wir so viel Unterstützung für dieses Projekt dass ein Wechsel für uns kein Thema ist. Wir stehen zu 100% zu Geisenheim und wollen dort bleiben so lange wir willkommen sind!

Ich hätte das Vinocamp auch unterstützt, aber halt nur  mit € 50 – € 100

Gerade in Bezug auf das T-Shirt schwirrt bei mir im Kopf ein Idee umher die wir evtl. 2015 realisieren. Ich würde gerne einmal ein Kleidungstück bestellen welches nachhaltig bei uns in Deutschland produziert wurde, welches so gut in Qualität und Design ist, dass es auch tatsächlich getragen wird. Vielleicht werden wir das extra ausschreiben und mit Hilfe von Kleinen Sponsorenbeiträgen versuchen zu finanzieren über eine Crowdfunding Plattform. Man könnte z.B. für jede 100 Euro Einheit einen Link für ein Jahr in der vinocamp blogroll bekommen oder so ähnlich?

Der Freitag mit dem Besuch bei Winzern ist klasse, könnte man das nicht ausbauen?

Auch das ist etwas worüber wir immer wieder nachdenken. Es ist natürlich direkt zum Vinocamp selber sehr praktisch in der Nähe zu bleiben. Aber vielleicht wäre dies ja mal ein extra Thema um es vom Vinocamp Deutschland abzutrennen, “Vinocamp unterwegs in die Weinbauregionen” könnte ja zu völlig anderen Zeiten statt finden.

In diesem Sinne, macht euch darauf gefasst, es geht weiter! Wir sehen uns zum Vinocamp Deutschland am 27. und 28. Juni 2015  in Geisenheim!!

3 Comments

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3 Responses to Das Vinocamp Deutschland lebt!! Gedanken, Ideen und Pläne zum Vinocamp

  1. Lieber Thomas,
    ich war zum ersten Mal dabei und möchte mich erst einmal bei Dir und Dirk und allen Beteiligten für das gelungene Vinocamp bedanken. Ich war noch nie bei einem “barcamp” und habe somit keine Vergleichsmöglichkeiten, vielleicht aber den “Blick von außen”.
    Jetzt – mit etwas zeitlichem Abstand – meine Einschätzung:
    -Das Vinocamp lebt vom “Herzblut” der Teilnehmer. Ich habe gespürt, dass das Feuer lodert.

    -Wie das “positive Chaos” ordnen? Geht das überhaupt? Ich habe unendlich viele, blutleere perfekt-tote Konferenzen, Seminare etc.
    erlebt. Also, weiter Mut zum Unperfekten, zum Lebendig-Chaotischen.

    -Das Vinocamp kostet Geld, Sponsoren gehören dazu, um den Beitrag klein zu halten. Ich finde aber, dass Rabatt-Systeme den egalitären, ja demokratischen Charakter gefährden und dadurch 1. und 2. Klasse-Vinocamper entstehen könnten. Dann lieber Crowdfunding im Vorfeld und/oder Werbung/Marketing als Co-Finanzierung zum persönlichen Beitrag.
    Bis zum nächsten Juni
    -Klaus Feldkeller-

  2. Wenn ich mich da mal als “Außenstehender” einmischen darf? Soll heißen, ich war zwar kein Teilnehmer. Aber ich habe eine Menge Barcamp-Erfahrung und würde gerne auf ein paar der Punkte von euch eingehen, sie ergänzen oder auch eine andere Sichtweise darstellen:

    Vorabvorstellung:
    Gute Geschichte, gerade bei solchen Themencamps! Inzwischen arbeiten etliche Barcamps mit kleinen Interviews (Wer bist du? Was machst du? Warum nimmst du teil? etc.) und veröffentlichen diese im Vorfeld. Community-Lösungen machen es auch in WordPress (oder bei mir lieber Contao) möglich, dass man das selbst ausfüllt. Dann ist es Problem der Teilnehmer – nicht mehr der Orgas.

    Sessionideen vorab:
    Keep it simple. Einfach eine Seite einrichten und die Kommentare für Sessionideen nutzen. Diese noch weiter zu kommentieren, voten, etc. wird eh überbewertet. Nur darauf achten, dass klar ist, dass die Sessionplanung zählt und das nur Ideen/Wünsche sind.

    Dokumentation:
    Schon mal an Etherpad gedacht? Das habe ich als Teilnehmer so erlebt,d ass es bei 24 von 25 Sessions zu Dokumentation durch die Teilnehmer geführt hat. Einfach pro Session einen Link zu einem Etherpad, den jeder anklicken und sofort losschreiben kann. Das senkt die Dokumentationsschwelle enorm. Im Zweifelsfall könnt ihr meinen Etherpad-Server mit nutzen.

    Party zu laut:
    Wieso nicht zwei Bereiche schaffen? Einen mit Musik und eine Lounge, wie man weiter gechillt abhängen kann und sich in Ruhe unterhalten? Das geben die Räumlichkeiten doch in der Regel her.

    Zweiter Tag:
    Ich würde versuchen nicht(!) darauf zu verzichten. Gerade Newbies müssen manchmal erst “auftauen” bevor sie selbst Sessions anbieten. Sie kommen daher erst am zweiten Tag. Gerade bei klassischen Barcamps wird vom “Qualitätssonntag” gesprochen, weil hier intensivere und thematisch tiefere Sessions stattfinden. Wenn doch, vielleicht eine Sessionplanung am Mittag einschieben, wo man noch Session “nachlegen” kann.

    Kostenlos:
    Eine bekannte Grundsatzdiskussion. Ähnlich wie vor Jahren im Linux-Umfeld, ob es statthaft sei, für so etwas Geld zu nehmen. Ich bin da ganz bei euch, dass man für so etwas Geld nimmt und nehmen darf. Wieso auch nicht?
    Es steht nirgends geschrieben, dass Barcamps kostenlos sein müssen. Sie sollen nur für jeden frei zugänglich sein! Das ist ein deutlicher Unterschied. Wer ein Barcamp zu seinem Thema besucht, mit dem man sogar arbeitet, sollte und kann sich einen Beitrag immer leisten. Und für alle anderen gibt es die Möglichkeit eine E-Mail zu senden mit der Frage, ob man da was machen könne. Und dann bekommen die eben ein “Helferticket” oder so.
    Was ich nicht machen würde sind verschiedene Preise. Das wirkt dann schon sehr Richtung “Speaker bekommen es günstiger” oder so. Das hebt die Augenhöhe zwischen den Teilnehmern möglicherweise auf. Wenn würde ich eher in so eine Richtung denken, verschiedene Teilnehmergruppen zu definieren. Also “Weinblogger 20€”, “Winzer 50€”, “Weinhändler 100€”, “Sommelier im Sternerestaurant 300€”. Oder so. Je mehr jemand kommerziell in dem Bereich arbeitet, desto eher ist er auch bereit und in der Lage für das Vinocamp Geld zu bezahlen.

  3. Danke Jan, da sind interessante Anregungen dabei von denen wir sicher das eine oder andere ausprobieren werden.
    Etherpad halte ich für eine Superidee und so simpel dazu!! Das werden wir auf alle Fälle machen, ich überlege sogar dass noch im nachhinein einzurichten.
    Das mit den Eintrittspreisen wird uns noch Kopfzerbrechen machen, aber da haben wir ja noch ein paar Wochen Zeit zum nachdenken