Monthly Archives: Januar 2006

Durchschnittserträge in Baden Ernte 2005

In der Januarusgabe von “Der Badische Winzer” werden die Durchschnittserträge der vergangenen Ernte 2005 veröffentlicht:
Interessant finde ich persönlich hierbei die doch recht drastischen Schwankungen innerhalb Badens.
Bezogen sind die Zahlen auf 15478 Hektar Ertragsrebfläche

Bodensee 67,3 hl/ha
Markgräflerland 80,2 hl/ha
Tuniberg 95,0 hl/ha
Kaiserstuhl 88,2 hl/ha
Breisgau 74,6 hl/ha
Ortenau 77,3 hl/ha
Kraichgau 71,7 hl/ha
Bergstrasse 69,7 hl/ha
Tauberfranken 67,1 hl/ha

Daraus ergibt sich eine Erntemege von 80,3 hl/ha für ganz Baden
Interessant wäre es nun zu erfahren, warum der Tuniberg und Kaiserstuhl so extrem aus der Reihe tanzen. Die 95 hl/ha im Tuniberg sind ja bereits hart an der Grenze des Erlaubten!!

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QbA-Prüfung 2005

Die kurz vor Weihnachten bei der Qualitätsweinprüfung eingereichten Weine, wurden jeweils mit den Mindestpunktzahlen bedacht und haben somit ab sofort die Erlaubnis die Gaumen unserer Kunden verwöhnen zu dürfen.
Damit sind 2005 alle von uns beantragten Prüfnummern genehmigt worden.
Als Winzer und Kellermeister fügen wir uns dem Gesetz, das von Deutschen Weinerzeugern verlangt, das sie ihre Weine einer sensorischen und analytischen Prüfung unterwerfen. Bedenkt man, das Wein kein Lebensmittel ist, frage ich mich schon was das soll. Geht es um Nahrungsmittel hält man den Bürger für mündig genug zu entscheiden ob sie gut oder schlecht sind. Ein Metzger käme nie auf die Idee seine Wurst bei einem Institut einzureichen um eine Erlaubniss zu bekommen ob er sie verkaufen darf oder nicht. Er produziert die Wurst, ist sie gut wird er sie erfolgreich vermarkten, ist sie schlecht wird er keinen Erfolg haben.
Ist doch eigentlich ganz einfach

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Demokratische Speisekarte

Es war ein langer und teilweise kurioser Prozess bis die Entscheidung endgültig fiel die Speisekarte neu zu überarbeiten.
Anfangs dachte ich doch wirklich, alles Neu zu schreiben und die Karte in ein neues hübsches Kleid reinzustecken würde genügen.

Das dem nicht so ist, wurde mir nach den ersten Kontakten mit dem Speisekartenblog bewußt.

Lieber Gott im Himmel, was für ein Fass hatte ich da aufgemacht!!

Sätze wie: “So ein Quatsch, unsere Gäste sind zufrieden mit dem wie es ist” kamen von den Küchenbolzen, die offensichtlich Bedenken hatten auf sie käme einiges an Mehrarbeit zu. Da ich ein gutmütiger Mensch bin, habe ich darauf verzichtet, den Küchenbolzen mitzuteilen das evtl diese Einstellung der Grund dafür ist, das sie als Küchenbolzen arbeiten….

“Du darfst ändern was du willst, aber es dürfen keine Gerichte von der Karte verschwinden und teurer darf es auch nicht werden, ausserdem brauchen wir endlich Karten für unsere Amerikanischen Gäste” Die Servicemannschaft diktierte weiter einige Bedingungen wie: “die Karte muß abwaschbar sein, wenn möglich die Blätter ebenfalls, falls dies nicht möglich ist, muß alles in Klarsichtfolie oder lamminiert werden”

Dann ging es zum Koch:
“Spaghetti? Warum Spaghetti? Wer will Spaghetti? Wir sind doch kein Italiener!!”
Ein kleinlauter, von mir eingeschobener Hinweis, das das nur eine Idee war für einen Kinderteller, denn Kinder essen doch gerne Spaghetti, wurde erbarmungslos abgeschmettert. Auf den Herd zeigend erfahre ich vom Koch: “Hier ist kein Platz mehr um Spaghetti zu kochen, das passt nicht in unsereren Ablauf”
Ganz schnell mußte ich lernen, das diese Geschichte eine Nummer zu groß war, somit fasste ich folgenden Entschluss, den ich auch an den entsprechenden Stellen verkündete. Ich schreibe die Speisekarte, und gestalte das äussere der Speisekarte. Was in der Speisekarte drinsteht ist mir völlig egal.

Aus dem Servicebereich tönt es mit Engelszungen: “Schreib uns doch eine neue Speisekarte. Bitte, bitte bitte……..”

Folgender Plan wurde aufgestellt. Die höchste Instanz des Betriebes, unsere Chefin (Die meine bisherigen Versuche mit Schmunzeln begutachtete, denn sie wußte von Anfang an wie es laufen würde!) setzt in den Sommerferien mit dem Koch eine Speisekarte auf. Währenddessen kaufe ich und bestelle gemeinsam mit der Chefin die Mappen. Wenn die Speisekarte steht, wird sie geschrieben und der Service darf sie anschauen und eventuelle Wünsche äussern.

Im November schliesslich stand die Karte, grundsätzliche Entscheidungen waren gefallen, wie z.B. die, das es Beilagensalat nur noch auf Bestellung gibt.

Der Service tobte !!!

Da wir inzwischen die gastronomische Demokratie verlassen haben, war es uns egal, denn als Diktatoren wussten wir das sich die Aufregung schnell legen würde!!
So war es auch. Nach einem tumultartigen ersten Tag hatten sich alle an die Neuerungen gewöhnt, die Gäste honorieren die neue Karte mit großem Lob, welches interessanterweise der Service gerne für sich einnimmt.

Folgendes habe ich gelernt:
Speisekarten sind Gebilde wie Weinetiketten. Sie müssen sich entwickeln und der Zeit angepasst werden. Dazu braucht man eine Basis, aus der heraus sich überhaupt etwas entwickeln lässt. Diese Basis haben wir jetzt geschaffen, bei den nächsten Anpassungen können Dinge wie z.B besondere Platzierungen von Gerichten berücksichtigt werden.
Dann werden auch die Ratschläge von Herrn Sommer größere Berücksichtigung finden. Selbstverständlich liegt für den Speisekartenblogger ein frisches Exemplar bereit, welches ich ihm gerne anlässlich Blog-trifft-Gastro 2006 überreichen werde.

Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist die Frage, wer eigentlich in dem Lokal verkehrt. Die Traube hat einen sehr hohen Anteil an Stammkunden, hier müssen andere Kriterien der Speisekartengestaltung gelten, als für Lokale die von Laufkundschaft leben. Da kann durchaus ein Gericht auf der Karte erscheinen das wenig bestellt wird, aber der eine Gast, der ist es uns Wert das es auf der Karte bleibt!!

Weiterhin werde ich in absehbarer Zeit auch unsere Preisliste im Weingut überarbeiten, denn viele Ansätze die für Speisekarten gelten, kann man ohne weiteres auf Preislisten übertragen.

Mein Tipp an alle die eine Speisekarte schreiben müssen, wollen oder sollen:
Diktatur heißt das Zauberwort, Demokratie führt bei der Speisekarte zum Chaos!!

Links zum Thema
Winzerblog vom 12. Juli 2005: Neues Gewand
Weinrestaurant Traube

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Hamburger Weinsalon

Beim abarbeiten meines Riesenstapels auf dem Schreibtisch bin ich inzwischen bei den Anmeldeunterlagen für den Hamburger Weinsalon angekommen. Wir haben uns bereits angemeldet, aber wir müssen noch nachreichen welche Weine wir dort anbieten werden.

Eine schwierige Entscheidung, denn in Hamburg ist die Menge der auszustellenden Weine auf 5 begrenzt.

Eigentlich würden wir gerne 5 Rotweine mitnehmen, die meisten aus dem Jahrgang 2003, andererseits wäre dies nicht repräsentativ für unseren Betrieb. Allerdings kennt uns in Hamburg ja niemand, folglich haben die Leute auch keine Vorstellungen über unser Gesamtsortiment.

Meine Vorstellung wären :

2003er Schwarzriesling trocken

2003er Schwarzriesling trocken, Barrique gereift

2003er Schwarzriesling Edelsüß

Man könnte hier einmal wunderschön drei total verschiedene Stilrichtungen probieren, denn das Ausgangsmaterial war jeweils gleiche.

Dazu würde ich gerne noch 2 Spätburgunder mitnehmen

2003er Spätburgunder trocken, im Barrique gereift

2004er Spätburgunder trocken

Der letzte Spätburgunder muß eigentlich mit, denn man möchte ja auch zeigen wie die ganz normalen Qualitäten schmecken.

Ob wir vielleicht doch noch einen Riesling mitnehmen und unter dem Tisch verstecken………

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Filed under Alltag im Weingut

Rebschnitt

Inzwischen ist der Rebschnitt wieder voll im Gange. Der Chardonnay ist fertig, Riesling ist derezeit das Ziel der Rebschere.
Der Winzerblog wird aber noch ausführlich darüber berichten!!

Links zum Thema:
Winzerblog vom 25.2.2005, Rebschnitt
Winzerblog vom 26.2.2005, Rebschere
Der Klassiker: Virtueller Rebschnitt – Uni Hohenheim
Eno WorldWine – Rebschnitt
Der Deutsche Weinbau – Rebschnitt, alles von Hand Pro und Contra (pdf)
Fachartikel: Erfahrungen aus dem Jahrgang 2005 sowie Anmerkungen zum Rebschnitt
Fachartikel: Erste Ergebnisse zur Minimalschnitterziehung aus Württemberg

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Filed under Alltag im Weingut, Im Weinberg

1. Harvest Report aus Südafrika

Kurz vor Beginn der Ernte steht in der Südafrikanischen Weinbauregion Franschhoek derzeit weniger die kommende Weinernte im Mittelpunkt, sondern die Bekämpfung ausgebrochener Buschfeuer.
Ich selbst habe es auch einmal erlebt das augebrochene Buschfeuer ein Weingut bedrohen. Es ist weniger der Umstand das die Weinberge betroffen sein könnten, die Angst ist eher die, das die Farmhäuser und Kellereien abbrennen.
In Weinbergen gibt es nicht viel was brennen könnte, wenn überhaupt sind nur die äußersten Reihen betroffen.
Wie im Artikel beschrieben sind die Farmer in solchen Fällen auf Nachbarschaftshilfe angewiesen, die in der Regel so aussieht das sämtliche Pflanzenschutzgeräte inklusive Traktor und Fahrer zusammengezogen werden um die Buschfeuer damit zu bekämpfen. Gleichzeitig werden Ketten mit hunderten Menschen gebildet, die Meter für Meter das Feuer mit Schaufeln, Hacken und Decken bekämfen und zu ersticken versuchen.
HIER geht es direkt zum Artikel von Kim Maxwell auf SOUTH AFRICAN WINE.CO.ZA

Auch die grape NEWS meldet gestern den Beginn der Weinernte in Südafrika. So wurde im Weinbaugebiet Robertson mit der Ernte junger Chardonnayanlagen begonnen, vornehmlich für die Produktion von bubbly (Sekt).

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Filed under Internationales

von Abfüllanlagen und denen die dieselben bedienen

Um 8 heute Morgen gings los mit der Abfüllerei.
Wir machen das nicht selber, sondern es kommt ein Abfüll-LKW auf den Hof gefahren, die übernehmen dann den ganzen technischen Teil der Abfüllung. Wir machen das so, weil zum einen natürlich die Investition in eine solche Anlage gewaltig ist. Weiterhin und das ist wichtig, sind diese professionellen Abfüller immer auf dem neuesten Stand der Technik und das ist in der heutigen Zeit wichtig. Mit einer Abfüllanlage aus den 70ern wird es z.B. schwierig Kunststoffkorken zu verwenden, weil die Korkmaschine einfach nicht dafür eingerichtet ist. Als Betreiber einer Abfüllanlage muss man ständig nachinvestieren, um up to date zu sein. Weiterhin will so ein Ding natürlich ständig gepflegt sein, dafür fehlt mir schlichtweg die Zeit, ich habe genug mit dem Wein, dem Büro und unserer Kundschaft zu tun. Aber der Hauptgrund sind natürlich die Kosten, man denke nur einmal an alle Veränderungen der Flaschenverschlüsse der letzen Jahre. Schraubverschluss, Korken, Presskorken, Stainlesscap, Longcap, Kunststoffkorken, ganz neu das Vino-Lok, demnächst kommt der Zork nach Deutschland. Jeder Verschluss stellt andere Anforderungen an die Technik und mit dem Verschluss alleine ist es ja nicht getan. Die Kapsel, so man sie dann verwendet, muss ja auch noch irgendwie drauf. Alleine die Grundinvestition in diese Maschinen ist enorm, dazu kommt natürlich das man mit der Entscheidung für einen Verschluss, sich die Alternativen über Jahre nimmt, etwas Neues zu versuchen. Dies alles hat uns bewogen unsere uralte Abfüllung abzuschalten aber nicht ganz stillzulegen, um sich nicht total von anderen abhängig zu machen. Ein weiterer Grund für das Nichtselberabfüllen ist sicherlich der, dass meine Leidenschaft für Technik und Schlosserei doch recht unterentwickelt ist. Vielleicht hab ich als kleines Kind nicht genug mit Fischertechnik oder Ähnlichem gespielt. Somit ist natürlich klar, dass mein Job beim Abfüllen nicht gerade toll ist, ich darf Flaschen vom Band nehmen und in eine Kiste setzen, die Aufsicht übernehmen ja die Profis vom Abfülldienst. Es ist ein richtiger Sch…job und ehrlich gesagt bin ich froh, wenn der LKW wieder vom Hof fährt und ich einige Wochen nichts mit Abfüllen zu tun habe. Mit Grauen denke ich an meine Lehrzeit zurück, als ich mindestens gleich viel Zeit in der Abfüllhalle verbrachte wie im Keller. Heute lacht man darüber, aber es war z.B. normal die Kapseln von Hand auf die Flaschen zu setzen. Horror, du sitzt da am Band und Stunde um Stunde laufen Tausende Flaschen an dir vorbei, auf die du die Kapsel aufsetzen musst. Ein eigenes Universum bestehend aus Kapsel, Flasche und einem Hirn, das vergeblich nach etwas sucht, womit es sich beschäftigen kann. Es war schon ein Highlight wenn von der weißen auf die schwarze Kapsel gewechselt wurde. Eine andere willkommene Abwechslung, die man in einer Abfülllinie findet, ist der zumeist cholerische Abfüllmeister, der mit zunehmenden Alter der Anlage immer mehr Anfälle bekommt, die sich in unglaublichen Flüchen oder gegen die Wand geworfenen Flaschen äußern. Natürlich war es nicht lustig, wenn man selbst Auslöser der Anfälle war, weil man evtl. die falsche Kapselfarbe aufgesetzt hat und es erst nach 2000 Flaschen bemerkt wurde!! Ein weiteres Merkmal der Menschen die jahrelang an Abfüllanlagen arbeiten ist der Fakt das diese alle mehr oder weniger taub sind. Der Lärm aneinander klirrender Flaschen ist unerträglich und kann nur durch spezielle Flaschenreinigungsmaschinen getoppt werden, die mit Ultraschall arbeiteten. Hierbei wird das Klirren noch von einem schrillen Ton der höchsten Tonlage unterlegt. Ich denke allerdings solche Geräte gibt es heute gar nicht mehr oder sind gar verboten. Ich schreibe hier natürlich von Zuständen, wie sie heute eigentlich nicht mehr vorkommen sollten, aber ich würde dafür meine Hand nicht ins Feuer legen. Nach dieser Zeit war für mich klar, nie mehr irgendetwas mit Abfüllen zu tun haben zu wollen. Gott sei es gedankt, es ist mir gelungen!! Ohne jemandem zu Nahe treten zu wollen, glaube ich das der eine oder andere, der intensiv mit dieser Materie zu tun hat, irgendwie sonderbar ist. Tagelang, wochenlang, jahrelang Flaschen zuzuschauen wie sie sich langsam mit Wein füllen, begleitet von diesem unangenehmen Klirren des Glases, dem Gestank des Sterilisators, das muss seine Spuren hinterlassen. Andererseits hab ich es auch erlebt, das der größte Choleriker nachdem die Anlage abgestellt, gereinigt und gewartet war, er sich zum absoluten normalen Menschen wandelte, der zwar immer noch ein Hörproblem hat, aber ansonsten ein Supertyp ist. Fragt man einen Abfüllmeister während der Arbeit nach dem Weg, bekommt man ein klares “leck mich” fragt man ihn nach Feierabend dasselbe, bringt er dich dahin, wo du willst, da ist kein Weg zu lang! So sind sie halt die Abfüller, herzensliebe knallharte Burschen, die immer wissen, an welcher Schraube sie drehen müssen. Ohne Sie und ihre Mitarbeiter würde sich in manchem Betrieb kein Rädchen mehr bewegen.

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Filed under Weingeschichten

Odenwald-Quelle

Mit dem neuen Jahr haben wir im Weinrestaurant Traube das Wasser auf eine neue Marke umgestellt. Gründe für die Umstellung gab es einige, vor allem wollten wir unseren Gästen ein Wasser aus der Region anbieten. Da drängte dich die Odenwald-Quelle geradezu auf. Nach ersten Kontakten mit der Odenwald-Quelle und einer Verprobung einiger Kisten Wasser der unterschiedlichsten Sorten war schnell klar, das wir den Wechsel unbedingt vollziehen wollen, denn geschmacklich war es dem bisherigen ebenbürtig.
Daneben suchten wir einen Wasserpartner, der uns auch auf unseren Weinfesten mit diversen Dingen wie Schirmen, Gläser oder Kühlmöglichkeiten unterstützen konnte. Auch hier hat sich die Odenwald-Quelle als optimaler Partner empfohlen und bereits beim letzten Weinfest bewährt.
Es zeigt sich einmal mehr, das nicht nur ein schickes Flaschendesign wichtig ist, sondern auch der Service rund um das Produkt. Der angebotene Service hat neben dem guten Geschmack den Auschlag für den Wasserwechsel gegeben.

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Filed under Alltag im Weingut

Das Ende naht

Die am 28. Oktober geerntete Riesling Trockenbeerenauslese hat die Gärgeschwindigkeit deutlich verringert. Erste Anzeichen dafür, das die Hefen zunehmend arbeitsunwillig werden und in spätestens 3-5 Wochen ihre Tätigkeit komplett einstellen werden.

Erstmals waren wir mutig genug keine Reinzuchthefe zuzusetzen, sondern wir haben den edlen Saft den Naturhefen überlassen.

Einziger Wermutstropfen ist die kleine Menge von 50 Litern, die verbietet das tägliche probieren.

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Filed under Ernte, Im Weinkeller

Rebschere

Manche sagen auch Rosenschere dazu, aber eigentlich ist es schon eine Rebschere.

Sie war schon immer Rot und schon immer kamen die Besten von der Firma Felco aus der Schweiz. Egal ob für Linkshänder, Rechtshänder, mit Rollgriff oder ohne, Felco hat Sie alle.

rebschere-copyright-winzerblog.jpg
Die ist so gut, man kann sie sogar reparieren, schleifen, wetzen, was immer man will. Immer wieder wird versucht die Felco durch eine billigere Marke zu ersetzen, doch das Schicksal der Billigscheren ist immer das gleiche, sie wandern in den Topf zu den einfachen Erntescheren. Natürlich gibt es neben dem Klassiker auch Pneumatische oder mit Akku betriebene Scheren, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Damit ist das Tempo beim Rebschnitt deutlich gestiegen, gleichzeitig konnte die alte Winzerkrankheit der Bänderdehnungen und Zerrungen in den Armen nahezu vollständig bekämpft werden. Bis vor wenigen Jahren war es allerdings Pflicht beim Arbeiten mit diesen Geräten Kettenhandschuhe zu tragen, denn drückt man einmal auf den Knopf, geht die Schere zu, egal was sich zwischen den Klingen befindet. Unzählige Winzerfinger sind so den Klingen zum Opfer gefallen. Auch der Kettenhandschuh hat nicht viel geholfen, fürte er doch zu unglaublichen Quetschungen die kaum mehr reparabel waren. Da unsere fantastische Medizin heute so gut ist, wird nun empfohlen auf den Schutzhandschuh zu verzichten, stattdessen soll man, wenn einmal das Unglück passiert den abgeschnittenen Finger in eine Plastiktüte mit Eiswürfeln geben und damit das nächste Krankenhaus aufsuchen. Dort wird er wieder angenäht und ist bis zum nächsten Jahr rechtzeitig zum Rebschnitt wieder voll einsatzbereit.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde ursprünglich im alten Winzerblog am 26.02.2005 erstellt und wurde am 1. januar hier im neuen Winzerblog eingestellt

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Filed under Weinbaugeräte

Füllstandsanzeiger für Holzfässer

Das Leben im Keller ist erheblich einfacher geworden seit wir diese Füllstandsanzeiger einsetzen. Es muss nicht ständig jedes einzelne Barriquefass geöffnet werden um nachzusehen ob es aufgefüllt werden muß oder nicht. Ein Blick genügt und man weiß Bescheid. Diese Füllstandazeiger sind vielleicht nicht gerade ein optischer Genuss, aber dies ist in diesem Fall unwichtig.

Barrique-Immervoll

Durch Verdunstung entstehen laufend Luftblasen im obereren Teil des Barriques, das kann zum Teil erwünscht sein, aber in den meisten Fällen möchte man ein volles Gebinde. Aufgefüllt werden die Barriques mit Wein der gleichen Sorte und Jahrgang. diese Füllstandsanzeiger kosten um die 16,- Euro und können im Kellereifachhandel bezogen werden. Sie bestehen aus einem Silikonstopfen, einem Behälter mit 100 ml oder 250 ml Volumen sowie einer Minigärröhre.

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Filed under Alltag im Weingut, Kellereigeräte

Sackkarre

Zweifelsohne gehört dieses Gerät zu den Sinnvollsten Erfindungen der Menschheit, versetzt sie uns Winzer und Kellermeister doch in die Lage 8 Kartons Wein auf einen Schlag zu transportieren.

Es ist toll was sich die Transportmittelindustrie einfallen läßt um uns das Arbeiten mit der Sackkarre so Angenehm wie nur möglich zu machen. Ob blau, rot, grün, was auch immer das Herz begehrt es gibt die Sackkarre in allen Farben. Ganz toll ist natürlich die Version, bei der noch ein Schildchen angebracht ist, auf dem eindeutig steht, zum wem dieseSackkarre gehört.

Sackkarre

Was wirklich toll ist, jeder darf die Sackkarre bedienen. Man braucht keinen Führerschein oder einen Nachweis des Besuches eines Spezialkurses zur Bedienung und Handhabung eines handbetriebenen Flurförderfahrzeuges mit entsprechender Belehrung zur Unfallverhütungsvorschrift für handbetriebene Flurförderfahrzeuge. Natürlich muß das Gerät auch nicht alle 2 Jahre beim TÜV vorgeführt werden, da macht es auch nichts, wenn auf den Reifen kein Profil mehr zu erkennen ist. (Ich hoffe wirklich, das ich mich da nicht Irre!!)

Die Kosten für so eine Sackkarre liegen etwa bei 150 Euro, wobei mit entsprechender Sonderausstattung wie Klingel, Firmenschild und Handbremse noch einmal der eine oder andere Euro über den Ladentisch geht.

HIER und HIER kann man Sackkarren kaufen, was Wikipedia zur Sackkarre weiß steht HIER.

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Filed under Kellereigeräte

Etikettendrucker

Seit sie verfügbar ist, arbeite ich nun bereits mit der Selbstklebetechnik. War es vor einigen Jahren noch ungewöhnlich statt Nassleimetiketten Selbstklebende zu verwenden, ist es heute ziemlich normal geworden.

Einer der Vorteile dieser Technik, man kann seine Etiketten selber bedrucken, von der Druckerei bezieht man nur noch die Rohlinge. Als Drucktechnik dient das Thermotransferverfahren, ähnlich den Faxen der älteren Generation.

Etikettendrucker

Der Hauptvorteil neben den Stückzahlen und dem Immerverfügbarsein ist natürlich der, das während des Druckvorganges z.B. am Winzerblog gearbeitet werden kann.

Die Kostenfrage ist ebenfalls keine mehr, unter Einbeziehung aller Kosten, also auch der, die beim Etikettieren selber anfallen, ist diese Technik die günstigere, vorrausgesetzt, man druckt die Etiketten selber!

Das Problem für viele Winzer ist letztlich das, das man einen PC bedienen können muß und sich in die entsprechende Software einarbeiten muß. Dafür muß man sich zu Beginn einige Stunden Zeit nehmen, ohne geht es nicht. Es ist sicher einfacher einen neuen Weinbergschlepper in Betrieb zu nehmen als einen Etikettendrucker. Man braucht Nerven und Geduld, aber wenn der Drucker einmal läuft, dann läuft er immer. Der im Bild gezeigte Drucker hat übrigens bisher 37 Kilometer Etiketten gedruckt!!

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Gärröhre

Heute habe ich im Keller das Wasser in den Gärröhren ausgetauscht, was mich sogleich animierte dieses Gerät in die Reihe der Kellereigeräte aufzunehmen. Sie tragen Namen, die kaum einer kennt, wie Nessler´sche Gärröhre, oder Kroemer´scher Gärspund. Das Internet gibt erstaunlich wenig über dieses Thema her, egal, welchen Ausdruck man für die Suche verwendet. Gärtrichter, Gärpfeife, Gärrohr, Spunden, Gärglocke uvm. Lediglich die Suche mit dem Begriff Spundloch ist erfolgreich, vorausgesetzt man sucht versaute Seiten.

Gärröhre

Die Gärröhre ist unabdingbar, verschlisst sie das Fass oder den Tank auf die ihr eigene Art und Weise. Sauerstoff kann nicht rein, es sei denn, es entsteht Unterdruck im Tank. Andererseits können Gase austreten, wichtig z.B. während der Gärung. Wir haben mit diesen durchsichtigen Plastikteilen immer Kontrolle darüber, was gerade im Tank geschieht. Fängt es an zu blubbern, obwohl es nicht blubbern sollte, haben wir klare Signale das irgendetwas im Gange ist, z.B. ein biologischer Säureabbau oder andere mikrobiologische Veranstaltungen diverser Bakterien. Die Gärröhre ist also nicht nur Verschluss, sondern auch ein Gerät zur Überwachung des Weines.

Ich weiß nicht ob es stimmt, aber mir wurde erzählt, das früher während der Gärung die Gärröhren mit Alkohol gefüllt waren, nach dem Herbst wurden sie entleert und der Alkohol nochmals destilliert und wieder dem Wein zugegeben. So hat man die im Alkohol verbliebenen Gäraromen wieder zurückgeführt. Das ist natürlich verboten, alleine schon des Alkohols wegen. Ob es funktioniert, vermag ich ebenfalls nicht zu sagen. Das es Bemühungen gibt, die verflüchtigten Gäraromen wieder zurückzugewinnen kann man hier nachlesen. (Kein Link mehr, die Firma Clemens hat offensichtlich die Gäraromarückgwinnungstechnologie aus dem Sortiment genommen. 6.Juli 2006). Wie das weinrechtlich aussieht, vermag ich ebenfalls nicht zu sagen, ich denke ohnehin, das ist etwas für Betriebe, die auch vor Spinning cone und Ähnlichem nicht zurückschrecken.

Übrigens gibt es unzählige Keller, in denen Tanks stehen, bei denen die Küfer begonnen haben sie leer zu pumpen, aber zuvor das Entfernen der Gärröhren vergessen haben. Wenn nun unten mehr abgepumpt wird als oben an Luft nachkommt, bekommt man ein unglaubliches Geräusch zu hören, das derjenige sein Leben lang nicht mehr vergisst. Das Geräusch eines sich zusammenziehenden Tankes oder eines implodierenden Fasses muss unheimlich sein. Der Makel einer gewaltigen Delle im Stahltank bleibt meist für immer sichtbar.

Links zur Info:

ITK-Kienzler, unsere Bezugsquelle für Gärröhren

Eno WorldWine Enzyklopädie zum Thema Gäraufsatz

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Beli-Binder

Oder genauer : Das Beli Rebenbindegerät
Nachdem die Rebscheren beiseite gelegt sind, schlägt die Stunde des Beli-Binders. Neben den bereits gezeigten Materialien zur Befestigung der Rebtriebe am Drahtrahmen, gibt es zur Vereinfachung der Arbeit ebenfalls kleine Hilfsgeräte. Viele Winzer verwenden den Beli-Binder, das geht schnell, ist unkompliziert und schont die Gelenke. Die Kosten für das Bindematerial halten sich ebenfalls in Grenzen, zudem kann man ohne großen Kraftaufwand arbeiten. Die Funktionsweise des Gerätes kann man auf der Homepage
www.rebenbindegeraet.de nachlesen.

Beli-binder

Es wird sogar ein Video angeboten, der die Arbeitsweise des Beli-Binders zeigt.

Als Alternative zum Beli-Binder ist mir nur die Firma Pellenc bekannt.

Anmerkung:
Geschrieben wurde der Artikel im alten Winzerblog am 29.03.2005, am 1. Januar 2006 in den neuen Winzerblog übernommen.

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