Die Milch und die Gastronomie

Was das miteinander zu tun hat wird bei diesem Artikel auf dem gastronomischen Fachblog Gastgewerbe Gedankensplitter deutlich. Hat die ganze Bevölkerung Verständnis für die Nöte der Landwirtschaft, ist es den Wirten offensichtlich völlig egal woher und wie ihre Milch produziert wird. Hauptsache billig!!

7 Comments

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7 Responses to Die Milch und die Gastronomie

  1. Nicht DIE Gastronomie, glaube ich nicht, sondern nur das Blog eines einzelnen Gastronomen, der sich halt neoliberal gebärdet.

    Preisabsprachen? Mich wundert immer wieder wie seltsam einmütig sich z.B. Bierpreise in gastronomischen Biotopen aneinander angleichen. 😉

    Was bei der Milchgeschichte meines Erachtens zu wenig bedacht wird: Die Verwertungskette in Gesamtheit ist schon lange gestört. Ein Rind wurde früher vielseitig “verwertet”. Von der Milch über die Haut, das Fleisch (auch die Innereien), sogar das Horn am Huf und die “Haare” für Bürsten. Mein Arbeitgeber war früher einer der größten Gerbereien Europas. In Deutschland wir so gut wie nicht mehr gegerbt, bei uns seit 10 Jahren auch nicht mehr. Um die Ecke war eine Bürstenfabrik, die das “Abgeschabte Äußere” und das “abgeschabte Innenteil der Haut” als Collagen zu Wursthaut und anderem verarbeitet. Die Därme ebenfalls.

    All das machte ein Rind wertvoll und heute? Degardiert zum Milchlieferanten.

  2. Ich habe mich weder für hohe noch für niedrige Milchpreise ausgesprochen, sondern für Marktpreise. Ich bin sowohl dagegen, daß Preise durch Absprachen festgelegt werden, als auch dagegen, daß sie staatlicherseits administriert werden. Als Gutmensch koennte man genauso gut moeglichst niedrige Milchpreise fordern mit allerlei Begruendungen wie z.B. einer gesunden Ernährung von Kindern armer Famillien.

    Eine politische Debatte, welche Preise angemessen sind, wie sie zur Zeit sehr gerne gefuehrt wird von allerlei Menschen, die unser Wirtschaftsystem nicht verstanden haben oder ablehnen, ist nicht zielfuehrend, um nicht zu sagen unsinnig. Wer staatlich administrierte Preise will (je nach Gusto, Situation und Blickwinkel wahlweise niedrige oder hohe Energiepreise, niedrige oder hohe Milchpreise, niedrige oder hohe Brotpreise, niedrige oder hohe Bierpreise, maximale Loehne fuer Manager, Sportler oder was auch immer oder gar einen gesetzlichen Mindestlohn), will letztlich ein anderes Wirtschaftssystem. Ein solches gab es bis vor knapp 18 Jahren. Es ist zusammen gebrochen. Es hat zu weniger Wohlstand und zu extremen oekologischen Schaeden gefuehrt und musste seine Buerger mit Waffengewalt hindern, wegzulaufen.

    Zur Fraage, woher die Milch kommt und wie sie produziert wird, habe ich mich nicht geaeussert. Diese Frage spielt in der aktuellen Debatte und bei den aktuellen Forderungen der Milchbauern auch gar keine Rolle. Gerade die Milchbauern, die zur Zeit niedrige Marktpreise beklagen, haben in den letzten Jahrzehnten durch ihre Molkereigenossenschaften uniforme Milch forciert, der nicht mehr anzusehen ist, woher sie kommt und wie sie produziert wird, statt Milch regional zu markieren und hoehere Qualitaetsstandards zu etablieren, die sich unterscheiden. Diejenigen Milchbauern, die sich an solchen Markenbildungen beteiligt haben, etwa in Form von Milch der diversen Bio-Zertifikate, leiden ja gerade nicht unter niedrigen Abnahmepreisen.

    Wenn jetzt teilweise Bio-Milchbauern sich “soldarisch” verhalten und damit die herkoemmliche Landwirtschaft unterstuetzen, statt die Gelegenheit zu ergreifen, fuer ihre Biomarken zu werben, kann man sich nur an den Kopf greifen.

  3. ja natürlich, wir haben das System nicht verstanden, natürlich, ich bitte um Entschuldigung!

  4. Entschuldigung angenommen. Der Sozialkundeunterricht an den Hauptschulen ist ja auch nicht der beste. Aber wofür gibt es das Internet? Siehe etwa:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Preisbildung

    Auch ein Blick ins Kartellgesetz erspart hilflose Polemik:

    “Ein Missbrauch liegt insbesondere vor, wenn ein marktbeherrschendes Unternehmen als Anbieter oder Nachfrager einer bestimmten Art von Waren oder gewerblichen Leistungen…

    2. Entgelte oder sonstige Geschäftsbedingungen fordert, die von denjenigen abweichen, die sich bei wirksamem Wettbewerb mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben würden…”

    Siehe:
    http://transpatent.com/gesetze/gwb.html#1

  5. Entschuldigung angenommen. Der Sozialkunde-Unterricht an den Hauptschulen ist ja auch nicht der beste. Ersatzweise kann man einen Blick werfen etwa auf:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Preisbildung

    Hilflose Polemik vermeidet zudem ein Blick in das Kartellgesetz:

    “Ein Missbrauch liegt insbesondere vor, wenn ein marktbeherrschendes Unternehmen als Anbieter oder Nachfrager einer bestimmten Art von Waren oder gewerblichen Leistungen….

    2. Entgelte oder sonstige Geschäftsbedingungen fordert, die von denjenigen abweichen, die sich bei wirksamem Wettbewerb mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben würden…”

    Siehe:
    http://transpatent.com/gesetze/gwb.html

  6. Alex

    40% des kompletten EU-Haushaltes gehen direkt in die Landwirtschaft. Dazu kommen künstlich hohe Preise die jeder von uns zahlt. Verständnis?
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/agrarreform4.h...

  7. Hallo Leute,
    zu Alex: 40 % scheint viel zu sein, gemessen an der Tatsache, daß der EU-Haushalt keinen größeren anderen Zweck hat, als Landwirtschaftspolitik zu machen, ist diese Zahl nicht wirklich viel. Ähnliche Größenordnungen gehen bei uns in Deutschland in die Finanzierung von Pensionen.

    Gruß

    Hans-Peter

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