Ein paar Gedanken zum Digitaldino Weinrallye

weinrallye_300.jpgDie Weinrallye, dieser faszinierende alte Digitaldino welcher so manchem der heutigen großen und wichtigen Weinblogs erst richtig auf das Podest geholfen hat, ist im Moment dabei ihr Leben auszuhauchen und aufzugeben.

Da stellt sich die Frage warum? Brauchen Weinblogs heute keine Vernetzung mehr?
Ich persönlich glaube wir brauchen sie mehr denn je, aber wir sind so sehr im Facebookbann gefangen, dass wir gar nicht mehr wahrnehmen dass den Weinblogs ausserhalb Facebook längst die guten Plätze in den Resultaten der Suchmaschinen abhanden gekommen sind und sie an Bedeutung verloren haben.

Dazu kommt natürlich das generieren von guten Artikeln zu guten Themen die einfach Spass machen beim lesen. Ein Grund mehr die Weinrallye nicht sterben zu lassen.
Trotzdem tut sie es.
Ich vermute für viele von uns ist die Zeit die wir online verbringen streng limitiert, dann setzen wir Prioritäten und da spielt dann so etwas wie die Weinrallye nicht mehr die erste Geige.
Dazu kommt, Facebook ist schneller, es ist einfacher, nur mit einem einfachen “like” kann ich zeigen das ich teilhabe und dabei bin.

Eigentlich ist das eine saudumme Situation, darum also sollte man tatsächlich versuchen diesen Digitaldinosaurier Weinrallye wieder zu beleben, flott zu machen, oder die Weinrallye wenigstens am Leben zu erhalten.

Die Weinrallye ist für Weinblogs wichtig, darum sollte sie nicht sterben!

Ich selber habe die Weinrallye aufgegeben weil ich müde war ständig neu erklären zu müssen was, wie und warum sie funktioniert und dass es nicht dazu taugt mal schnell 50 Backlinks auf ein Projekt, Webshop oder kommerzielles Weinblog zu generieren. Ich möchte diesen Part auch in Zukunft nicht mehr übernehmen, aber ich könnte mir vorstellen das dies die Weinrallye Facebookgruppe ganz gut hinbekommt weil es sich dort einfach auf viele Schultern verteilt.

Ich finde es hätte Charme die 100 Weinrallyes voll zumachen! Das ist ein realistisches Ziel welches wir uns vornehmen sollten
Wenn ich die Liste der vergangenen Gastgeber so durchsehe müßte es doch ein leichtes sein das zu schaffen?
Ich würde sehr gerne eine Jubiläumsweinrallye zum 100. durchführen!!

Ich werde auf meinem Blog die Weinrallyeseite überarbeiten, dazu eine FAQ aufbauen (Vorbild Vinocamp) wo wirklich alle drängenden Fragen aufgelistet sind. Links zu allen bisherigen Weinrallyethemen sollten auch noch auffindbar sein, so dass ich sie einpflegen kann. Eine einfach Kalenderfunktion liesse sich hier im Blog einfach verwirklichen, so sieht es das dann aus.

Also wie sieht es aus? Wer übernimmt eine der nächsten 25 Weinrallyes? Blogs gibt es ja wahrhaft genug!!!

Aber, eines ist auch klar, ich sehe es nicht als Hauptproblem Gastgeber zu finden. Das Hauptproblem wird sein eine ordentliche Beteiligung an den einzelnen Weinrallyes zu erreichen. Vielleicht sollte man auch hier darüber nachdenken ob es denn immer komplette Blogartikel sein müssen? Auch hier kann einmal nachgedacht werden ob es nicht Sinn macht sich je nach Gastgeber und Thema, z.B.  in Richtung Twitter und vor allem Instagram hin zu öffnen. Auch bei der Themenwahl könnte man sich ein wenig vom alleinigen “Wein verkosten” lösen, Themen wie

  • zeig mir deinen Weinkeller
  • male ein Bild mit Wein
  • Accessoires, welche Gläser und Korkenzieher nutzt ihr?
  • Traubenverkostung
  • Kochen mit Wein
  • Fauna und Flora im Weinberg
  • wir verbessern Wikipedia Artikel
  • wir bewerten Weinbewerter
  • Wettbewerbe, so können z.B. die bloggenden Winzer Blindproben versenden
  • usw ….

… könnten neue Anreize schaffen und die Weinrallye öffnen für neue Teilnehmerkreise. Dass das funktioniert hat meine letzte Weinrallye “Wein wichteln”  eindrucksvoll demonstriert.

Auf dem Vinocamp wollten Susa und ich eigentlich eine Session zum Thema Weinrallye abhalten, aber der Vinocamp Sonntag war alles andere als normal und so ist das Thema leider völlig untergegangen. Ich werde die Weinrallye aber spätestens nächstes Jahr wieder für eine Session vorschlagen und dann auch sicher stellen das sie statt findet.

Auf jeden Fall gebührt denjenigen die die Weinrallye die letzten Monate und Jahre unermüdlich weitergeführt haben mein ganzer Dank, ohne Peter Züllig und Susa gäbe es die Weinrallye schon eine ganze Weile nicht mehr.

die Regeln | Facebook Gruppe |

Hier eine kleine Liste potentieller Gastgeber und Teilnehmer

 

3 Comments

Filed under Auf Reisen

3 Responses to Ein paar Gedanken zum Digitaldino Weinrallye

  1. Ich zumindest gelobe Besserung und werde wieder teilnehmen (wenn die Themen andere sind als reine, langweilige Verkostungsnummern)
    🙂

  2. Lieber Thomas,
    meine Session “ideales Social Media Netzwerk” für die gesamte Weinbranche ist leider ist so produktiv gewesen, wie ich es geplant hatte.

    Eigentlich wollte ich Ideen sammeln, was bei den anderen schief läuft und welche Funktionen ein ideales Netzwerk haben sollte.

    Aber niemand wollte solche Ideen aussprechen, sondern es wurde immer erklärt was bei den einzelnen Apps / Webseiten usw. möglich wäre…

    Es sollte eine Session werden, die auf die http://www.bottlebooks.me/ Session aufbaut.

    Weil für uns Weinliebhaber steht ja das Weingut und deren Weine, Veranstaltungen usw. im Vordergrund. und nicht Katzenbilder…

    So eine Funktion wäre auch ein Tool wie man eine Weinrallye organisiert, und hinterher wie man über linked-Data Wein-Web 3.0 automatisch miteinander vernetzt ( Also nicht “wir sind auf FB befreundet” , sondern weitere Infos zum Wein per eingeblendete Box abgerufen werden können)

    Dazu müsste man noch einen passenden WordPress Plugin programmieren… aber das wäre alles lösbar.

  3. Lieber Thomas,
    schön, dass Du noch mal die Arbeit auf Dich genommen hast, über die Weinrallye, die ja ursprünglich und über lange Jahre Dein Kind war, zu schreiben und auch noch mal technische Hinweise und diese erstaunlich lange Blogliste dazu veröffentlichst. Da ich ja auch zu den Dinosauriern der Weinblogs und der Weinrallyeteilnehmer gehöre, freue ich mich darüber natürlich besonders . Natürlich habe ich dadurch auch die Entwicklung in den letzten 7 Jahren des Bestehens gut in Erinnerung – und immer noch die 70 Beiträge, die ich selber dazu verfasst habe, in meinem Blogarchiv. Ein Blick in meinen, in den letzten Monaten aus persönlichen Gründen eher im Standby befindlichen Winzerinnenblog zeigt, dass es es die Weinrallye war, die mich auch nach Nachlassen der Motivation für den Rest (alles schon mal angesprochen, immer weniger Kommentare, durch Verlagerung der Aufmerksamkeit der Weinfreunde in den kurzlebigen FB und Twitterbereich,…), dass es also die Verbundenheit zu diesem “Saurier” des social media war, die mich noch bei der Stange gehalten hat – bis ich dann den Eindruck hatte, ein “Winzerblog” dürfe eben nicht nur aus übergreifenden Themen und Insiderschreiben für andere Blogger bestehen…
    Hätte ich, wie beim 1. und 3. Vinocamp nach Geisenheim kommen können, wäre ich aber sicher auch wieder bei der Vinocamprallye dabei gewesen.

    Dass die immerhin 20 Beiträge erreicht hat, finde ich schon beachtlich – schließlich sollte man den Erfolg meiner Meinung nach nicht prozentual an der Zahl der real existierenden (und ja auch mehr oder weniger aktiven) heutigen Weinblogs messen. Ich würde also vehement widersprechen, daraus vorschnell den “Tod” der Weinrallye abzuleiten.

    Der Rahmen der Weinblogs ist nicht mehr so intim. Wenn sie vor 10 Jahren noch hauptsächlich von engagierten Privatmenschen ohne ausschließliches Marketingsinteresse betrieben wurden (und ein paar (genauer 3 oder 4)Winzern, für die die Weinrallye ein schönes Mittel war, mal über den eigenen Betriebstellerrand hinaus zu schauen), so sind sie heute wohl für viele Blogger ein eher profimäßig ausgerichtetes Mittel zum Zweck, die eigene Aktivität rund um den Wein bekannter zu machen, sei’s als Produzent, sei’s als Vertreiber oder als Marketing- oder Pressevertreter. Und dabei zeigt gerade die immer noch geringe Zahl der teilnehmenden Winzer (im Vergleich zur großen Zahl der inzwischen existierenden Blogs), dass die Rallye in diesem Milieu am wenigsten Fuß fassen konnte. (wäre mal ein interessantes Thema für eine Vinocamp Session ;-).
    Was die Information über die formale Seite von Ausrichtung und Teilnahme angeht, so fand ich Deine Weinrallyerubrik hier eigentlich immer instruktiv genug. Wer lesen kann, konnte sich umfassend informieren.
    Und da komme ich zu Patricks Kommentar. Ich finde es ganz toll, wie nah am Puls der Zeit und der technischen Entwicklung des Netzes und er Tools du immer noch bist, Patrick – und ich gebe zu, da hab ich sicher ein paar Züge verpasst (allein schon dadurch, dass ich nicht zur Smartphone und damit zur Adds Gemeinde gehöre…). Deshalb muss ich zugeben, dass ich bei deinen enthusiastischen Vorschlägen, welche Tools und Vernetzungen man da überall noch einfügen und benutzen könne, meist nur noch Bahnhof verstehe. Vielleicht eine Altersfrage 😉 – vielleicht auch noch der Meinung geschuldet, dass es mehr auf Inhalt als auf Form ankommt.

    Und da noch mal zurück zu Dir, Thomas: die Möglichkeit zu öffnen, einfach nur mit einem Bild teilzunehmen, ist sicher für FB und Twitter angemessen, da wird ja eh oft ein längerer Text gar nicht mehr bis zum Ende gelesen und ohne Bild geht gar nichts – aber für die langlebigere Form der Information, die für mich immer noch im Blog besser aufgehoben ist, da wieder findbar, und auf die über Suchmaschinen auch Menschen stoßen könne, die gar nicht wissen, was ein Blog ist, sich aber für eine dort behandelte Sachfrage interessieren, also für diese Form ziehe ich persönlich weiter auch informativen Text vor. Und es ist nicht unbedingt die Zahl, die am wichtigsten ist. Bei der französischen Weinrallye (Vendredis du Vin) hat die Facebookgruppe inzwischen über 850 Mitglieder und bei der Rallye nehmen auch allerhöchstens 3 Dutzend teil – und manchmal halt auch nur 20 – was aber offensichtlich dem Interesse der Leser keinen Abbruch tut. Und sie hat immer auch noch die Funktion, neue Weinblogger in die Gemeinschaft aufzunehmen und ihnen eine ideale Plattform zu bieten, durch die Übernahme eines Themas sehr schnell bekannt zu werden.

    So, jetzt habe ich zwar noch nicht alles gesagt, was mir dazu einfällt, aber schon wieder mehr geschrieben, als der durchschnittliche Leser erträgt 🙂 –

    Fazit: ich glaube immer noch fest daran, dass die Weinrallye zäher ist, als man glaubt, mache demnächst gerne wieder mit (außer bei Themen, durch die ich mich schon mehrfach gequält habe, wie den rosa Sommerwein oder Schaumwein zum Jahresende ;-), übernehme auch gerne jederzeit wieder die Leitung einer Rallye, wenn’s wirklich an frischen Kandidaten fehlt (aber den Eindruck hatte ich bisher nicht) und rate all denen, die sich in der Organisation engagieren, das ganze etwas lockerer zu sehen und nicht ständig nach Topquoten zu schielen – auf den Spaß der Teilnehmer und der Leser kommt es an!

    Liebe Grüße an die, die bis zum Ende durchgehalten haben

    Iris

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