Ein Wein authentisch wie Asterix und Obelix ….

30. Dezember 2012 — Winzerblog @ 20:59 | 2 Kommentare
Kategorie: Weinrallye |

Ein Gastbeitrag zur Weinrallye #58 von Karl Josef Thul ausgerufen im Winzerblog

Als ich Erfuhr, dass Thomas mit der Weinrallye Nr. 58 den Winzerblog schließen wird, war es vollkommen klar für mich da mitzumischen. Schließlich kenne ich Thomas schon seit einiger Zeit. Nicht nur online – auch persönlich, und wenn wir uns sehen sind es immer freudige Momente. Einzig auf den Besuch bei mir an der Mosel warte ich schon länger…
Von einem guten Bekannten also zu zweimal absolutem Neuland. Mir wurde Joachim Kaiser vom Blog Vinositas  zugeteilt, bzw. ich ihm. Er und sein Blog waren mir bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt.
Die zweite Unbekannte in dieser Gleichung erreichte mich in Form einer Flasche Rotwein. Mal ehrlich, wer kennt schon die „AC Irouleguy“ ? Geographisch befinden wir uns im Französischen Pyrinäenvorland ca. 50km von Biarritz entfernt. Mit 210ha eher klein. Rote Leitrebsorte ist der Tannat.
Auch der mir zugedachte Wein von der Domaine Pascale et Bixintxo Aphaule ist aus dieser Rebsorte hergestellt. Tannat ist berühmt und berüchtigt für wahre Tanninbomben. Dieser Wein ist authentisch hoch drei. So wie sich Asterix und Obelix in ihrem kleinen Dorf gegen die Römer wehren, erwehrt man sich hier erfolgreich der önologischen Moderne. Überkonzentrierte Frucht und harmonische Säurestruktur sucht man vergebens. In der Nase im ersten Eindruck Pferdestall! Es sei ihm verziehen. Ein rustikaler Südfranzose der ohne Brettanomyces daher käme würde wohl als untypisch abgelehnt. Weiter riecht man Schokolade. Die 90%ige die man vor der Ballonfahrt zu sich nimmt! Im Geschmack rauhe Struktur mit unreifen Anklängen gepaart mit Leder und Anflügen von dunklen Beeren.
Hier würde ich mir etwas Moderne wünschen. Tannat, ohne zu Entrappen in 25 Jahre alten Barriquefässern auszubauen kann man aber auf jeden Fall als mutig bezeichnen.
Damit sich der Kreis schließt habe auch ich Wein auf den Weg gebracht. Wie es sich für einen Moselwinzer gehört, wurde ein Paket mit Riesling der Post übergeben um es zur lieben Iris Rutz-Rudel zu bringen.

Info Weinrallye:
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Kommentare

2 Kommentare | 2 comments zu “Ein Wein authentisch wie Asterix und Obelix ….”

  1. Joachim Kaiser [@] schreibt am 14. Januar 2013 um 18:26 Uhr

    Den Titel, den Karl-Josef Thul gewählt hat, “Ein Wein authentisch wie Asterix und Obelix …”, finde ich Klasse und auch sehr passend.

    Ich habe mir schon gedacht, dass der LUR UMEA eine echte, eine schwierige Herausforderung für einen Moselwinzer sein wird – zumal der Wein absolut traditionell ausgebaut wurde – und mit einem gewissen inneren Grinsen auf die Reaktion gewartet :-)

    Kein Tropfen, den man einfach verstehen kann. K-J wünscht sich “etwas Moderne”. Genau das will dieser Wein nicht sein, modern. Auch kein Charmeur. Auch keine Fruchtbombe mit saurebalanciertem Zuckerschwänzchen. Das ist Tannat in Reinkultur. Man mag ihn als rustikal bezeichnen, weil er nichts schmeichelndes hat. Dafür hat er Struktur, Mineralität und, trotz seiner 9 Jahre auf der Flasche, immer noch eine gewisse Frucht und jede Menge interessanter Reifenoten.

    Brettanomyces, möglicherweise etwas. Ich habe den Wein auch jung, gerade mal zwei Jahre alt und danach immer wieder getrunken. Da war anfangs keine Spur von “Pferdestall” oder nasser Hund oder von sonstigen unangenehmen Gerüchen. Sehr wohl aber eine Zunahme von Leder, sogar dezent nach noch blutigem Steak, Tabak und etwas Asche im Laufe der Jahre. Eine Entwicklung, die für gereifte, traditionelle Tannats durchaus typisch ist.

    Was die von K-J erwähnten “unreifen Anklänge[n]” betrifft, so kann ich das gar nicht nachvollziehen. Wenn es je einen reifen Jahrgang im Irouleguy gegeben hat, dann 2003. Das Lesegut war so reif, dass selbst die Rappen mürbe waren und oft nicht entrappt wurde, wie auch beim LUR UMEA!

    Karl-Josef, wenn Du mal in der Gegend bist, bist Du herzlich eingeladen. Ich habe noch etliche Tannats im Keller, modern ausgebaute (Mikrooxidation) und ganz traditionelle. Und sogar noch eine – leider nur noch eine – Flasche LUR UMEA ;-)

    Auf jeden Fall vielen Dank für Deinen Bericht.

    Es grüßt der Hinkelstein :-)

  2. Martin schreibt am 29. Januar 2014 um 08:28 Uhr

    Ich selber bin zwar nicht der ausgewiesene Weinkenner. Dennoch bin ich sehr angetan von eurer lebhaften Weinrallye. Ich finde das prinzipiell erst mal eine total interessante Idee. Wenn Kenner sich untereinander austauschen, kann eben auch der Laie einiges lernen. Vielleicht könnte man eine solche Rallye auch einmal in einem größeren Rahmen stattfinden lassen. Sodass auch ein größeres Publikum einmal davon Wind bekommt und das ganze dann mitverfolgen kann. Ist nur eine Idee, aber vielleicht könnt ihr das ja einmal in Erwägung ziehen.

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