Es ist Zeit für Weinbewertungen neue Wege zu gehen! Bilder sagen mehr als Worte! Ist das vielleicht der richtige Weg?

chateau_petrogasm.gifAls ich letzte Nacht über diese Seite stolperte war ich zunächst verwirrt. Da gibt jemand einen Weinnamen an, dazu gibt es ein Bild. Das wars. Wein und Bilder, mehr gibt es nicht???

Benjamin Adams Saltzmann hat einen Weg gesucht und gefunden den Wein so zu besprechen wie es ihm gebührt, ohne Worte. Benjamin schreibt dazu auf seiner Webseite Chateau Petrogasm:

For a long time, the problem with wine has not been pairing it with food, but rather with words. At Château Petrogasm, we evaluate and describe wine by departing from the traditional methods of review. In doing so, we hope to provide a valuable tool for wine drinkers by using colors, sketches, photography, and other visual media in order to convey both the intrinsic components of a particular wine along with a general impression of it. Wine is art; drinking it should be too!

Das Problem ist es also nicht Wein mit dem richtigen Essen zusammen zu bringen, sondern mit den richtigen Worten! Ich finde er hat recht, wie einfach wäre es den Wein mit entsprechenden Bildern zu beschreiben als mit Worten die man nicht findet, oder gar toten leblosen Zahlen? Auf seinem Weg zu diesem Bewertungssystem erklärt uns Benjamin die Grundzüge und endet wie folgt:

By using images, we are able to break down hegemonic language barriers. The only important words that are used in our reviews are the words on the label of the wine bottle, which remains in the language of the country where the wine was made. So, essentially, anyone can use and enjoy our reviews.

Er hat natürlich recht, denn Bilder benötigen keine Übersetzung, sie lösen in jedem gewisse Gefühle aus die uns den Wein näher bringen sollen und können. Man muss sich wohl darauf einlassen, aber die Idee an sich birgt etwas Besonderes, etwas Neues und doch sehr Vertrautes. Ich persönlich finde diesen Ansatz der Weinbesprechung überaus spannend, auch wenn ich sehe das ein Bild in jedem Menschen (und Kulturen) völlig unterschiedliche Gefühle auslösen kann. Aber, und das finde ich Bemerkenswert, im Gegensatz zu einer Zahl löst ein Bild überhaupt etwas aus das oft eindeutiger ist als eben nur diese eine nichtssagende Zahl.

Schaut euch einfach einmal die wenigen Weinbeschreibungen deutscher Weine auf Chateau Petrogasm an, dann werdet ihr sofort verstehen was ich meine, ihr werdet auch sofort verstehen welche Botschaft der Weintrinker vermitteln will, auch wenn ich zugeben muß das einige Bilder wohl recht unbedarft gewählt wurden. Aber der dort verkostete Riesling von Dönnhoff ist ein schönes Beispiel wie ohne viel Farbe eine klare Botschaft vermittelt werden kann. Auch das beschreiben mit Bildern bedarf wohl einer gewissen Übung und die Fähigkeit Bilder zu interpretieren.

Wäre das vielleicht einmal einen Versuch wert?

Ist es vorstellbar das die Juroren gewisser Degustationen und WerhatdenbestenWeinWettbewerbe Bilder malen statt mit Zahlen zu hantieren? Wohl kaum, denn ein Bild oder Kunst eignet sich nicht um Hitparaden zu erstellen wie es einige zwanghaft tun, aber um seine Eindrücke wiederzugeben und anderen mitzuteilen ist es allemal tauglicher als eine Zahl.

Sucht noch jemand ein Thema für seine Weinrallye?

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6 Comments

Filed under Sonstiges

6 Responses to Es ist Zeit für Weinbewertungen neue Wege zu gehen! Bilder sagen mehr als Worte! Ist das vielleicht der richtige Weg?

  1. Wirklich interessantes Konzept, guter Hinweis! Wie aber muss ich mir einen Wein vorstellen, der mit dem Bild eines durchgesessenen Sessels beschrieben wird? Und die Bewertungen selbst werden dann wieder mit Sternchen bewertet. :) Die Bebilderung mit Früchten und Obst hingegen finde ich gelungen. Da meine auch ich den Geschmack des Weines im Mund zu spüren.

  2. Ich finde das Konzept zwar originell und künstlerisch gelungen, aber für objektive Massstäbe, soweit beim Wein dies über die Negation hinaus möglich ist, ist es m.E. nicht geeignet.
    Jeder sieht in den Bildern was anderes und bewertet das Bild anders. Es wird vorausgesetzt, daß jedes Bild in allen Kulturen und bei allen Individuen gleich besetzt ist. Wie problematisch so ein Konzept ist, sieht man doch schon bei den Sternzeichen. Einem Löwen z,B,. werden Eigenschaften zugesprochen, welche ein echter Löwe gar nicht hat, bzw. in anderen Kulturen werden dem Löwen ganz andere Eigenschaften zugesprochen. Die Sprache ist meiner Meinung nach immer noch der Code mit den grössten Übereinstimmungen bei der Wahrnehmung.

    Gruß Hans-Peter Decker

  3. Pingback: 94 Punkte? Nein, alter Sessel unter Olivenbäumchen » originalverkorkt

  4. Nicht uninteressant, kommt ja auch den Überlegungen nahe, die man sich bei der Auswahl seines Etiketts (als Winzer) machen könnte…

    Es würde mich interessieren, mit welchem Bild jemand, der einen meiner Weine getrunken hat, ihn illustrieren würde (und ich bin fast davon überzeugt, dass das sehr von seinen Vorkenntnissen über Lisson, mich und die Anbaumethoden abhängen würde) – auch da müsste also “blindverkostet” werden – und das dann mit meinem eigenen Bild vergleichen zu können, das aber wohl nie statisch wäre, wie ein Ettiket, da mein Wein für mich lebt und sich im Laufe dieses Lebens entwickelt und verändert…

  5. Meine Aversion zum Weine-Auseinandernehmen mit nachfolgendem beliebigen Punkteverteilen ist ja hinlänglich bekannt, hier nachzulesen. Daher gefällt mir der Ansatz von Ch. Petrogasm. Ich schaffe beim Weingenuss auch gerne Assoziationen, zu Personen, Landschaften und ähnlichem und mappe sie mit Emotionen. Guter Wein ist wie Kunst, die einen einnimmt und mitreisst oder auch kaltlässt. Beides ist analytisch, also punktemäßig nicht erklärbar.

  6. Richtig gut!!! Besser als Punkte und viel aussagekräftiger!

    Gruß

    Harald

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