Hamburger Weinsalon 2006

Der Besuch des Hamburger Weinsalons hat mich wieder einmal an frühere Zeiten erinnert, in denen ich für Weingüter und Genossenschaften regelmäßig Weinmessen besuchen mußte, sei es um an der Front zu stehen und die Interessenten und Kunden zu bedienen, sei es als Arbeiter um die Messestände zu bestücken, auf und abzubauen. Beides macht nicht wirklich Spass!!

Optimalerweise geht man auf eine Weinmesse um Kunden vor Ort zu betreuen. Kunden zu gewinnen ist mühselig und fast unmöglich. In unserem Fall ist es eher so, das wir einfach einmal testen wollten, ob der hohe Norden für uns einen Markt darstellen könnte.

Wir waren schon einmal vor 3 Jahren beim Hamburger Weinsalon, damals allerdings um ein wenig die anderen Weingüter anzuschauen wie die sich präsentieren und verkaufen. Ich denke damals hatten wir über die ganzen 2 Tage verteilt 5 Kundengespräche!! Auch wenn man bereits mit absolutem Nichtinteresse rechnet, ist es dennoch ernüchternd. Diesmal allerdings war alles anders. Leute kamen weil sie sich für Schwarzriesling (Unser Thema auf der Messe) interessierten, die meisten kamen weil sie es lustig fanden das in Heidelberg Wein wächst, wieder andere kamen weil sie schon einmal von uns gehört hatten und einfach Neugierig waren. Natürlich, Geschäfte haben wir keine großen gemacht, aber wir konnten sehen und konkret vergleichen wie wir im Vergleich zu den Großen Namen der Branche dastehen. Diese Analyse hat hier im Winzerblog allerdings nichts verloren.

Unser Platz war direkt neben einem Giganten der Branche, das Weingut Laible war unser Tischnachbar. Zumindest für uns über die 2 Tage eine extrem freundliche Begegnung, ich hoffe Laibles denken ähnlich. Wenn auch in der ganzen Halle nichts los war, bei Laibles am Stand tanzte stets der Bär. Da ging so mancher neidische Austellerblick in Richtung Tisch Nr. 60.

Über das Publikum und die Aussteller werde ich in Extrabeiträgen berichten.

Das Ambiente, das die Hamburger Börsensäle bieten ist wirklich grandios. Ein Faktor der anderenorts oft unterschätzt wird. Es ist doch auch auf Messen nicht anders als im normalen Leben, man möchte sich wohlfühlen, als Aussteller und Besucher. Die Messelogistik hat bestens geklappt, Kühlschränke waren da wo sie benötigt wurden, Tische, Stühle oder Bänke um sich auszuruhen ebenfalls. An den Tischen war immer ausreichend Brot und Wasser vorhanden, die Spucknäpfe wurden ebenfalls regelmäßig entleert, Eis für die Kühler wurde ebenfals bereitgestellt Alles bestens.

Ein Kritikpunkt muß ich allerdings loswerden. Tolles Ambiente, tolle Weine, aber was als Snack zum Essen angeboten wurde war unerträglich. Ein halbes Ciabatta, belegt mit einem Salatblättchen und zwei Scheiben Salami. Unter Ausstellern wurde bereits ein lustiges Quiz veranstaltet, derjenige, der zuerst Butter oder Wurst in seinem Brot findet hat gewonnen. Das war der Messe absolut unwürdig. Mein Versuch einmal ein mit Mortadella belegtes Ciabatta zu konsumieren endete im Mülleimer, weil der Verkäufer mir nicht sagte, das es sein letztes war und es bereits seit 40 Minuten auf oder im Backofen lag und sich eher wie ein Stück Stein anfühlte als Ciabatta. Ich fand es auch störend, das der Ciabattabrotverkäufer der einzige in der ganzen Messehalle war, der Rauchend hinter seinem Stand zugange war. Ich hoffe Mario Scheuermann ist mir nicht böse, über das was ich hier schreibe, aber ich denke er selber konnte dem vor lauter Stress kaum Beachtung schenken. Im Gegensatz zu Ihm hatten wir ja ab und zu Zeit zum Essen und Trinken…..

Als Fazit kann man sicherlich sagen, wir würden gerne öfters nach Hamburg kommen.

Ach ja, unsere Kollektion die wir vorstellten hatten wir unter dem Gesichtspunkt „Interessant“ ausgesucht, und den Schwerpunkt auf die Sorte Schwarzriesling gesetzt. Umso mehr freuten wir uns darüber, das die Jury des Grad prix Degustation unserem Spätburgunder Barrique einen Grand Prix, und unseren Schwarzriesling Barrique und dem Cuvée Gaudeamus als Highly Recommended einstuften. Nicht schlecht würde ich sagen, ein Anfang ist gemacht.

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