Hausenblase

Auch in alten Büchern lassen sich bisweilen interessante Informationen nachlesen. Nachfolgend die Seite 44 und 45 aus dem Buch “Die Merkmale der Aechtheit und Güte der Arzneistoffe des Pflanzen- und Thierreichs: nebst Anleitung zur Prüfung derselben auf ihren Gehalt an wirksamen Bestandtheilen, zugleich ein Leitfaden bei Apothekenvisitationen” von Johann Baptist Henkel, erschienen 1864.

Colla Piscinum; Ichtyocolla. – Hausenblase, Fischleim.

Die Schwimmblase von verschiedenen Acipenser – Arten (Pisces Chondropterygii, Sturiones) welche besonders in dem schwarzen und kaspischen Meere wohnend und von da die Donau und Wolga heraufsteigend gefangen werden. Am meisten geschätzt wird die vom Hausen (Acipenser Huso Lin.) und von dem Osseter (A. Guldenstädtii Br.) welche erstere stets in Blättern, letztere sowohl in Blättern, als auch in Klammern vorkömmt. Einige geringe Sorten stammen vom Wels (Silurus Glanis Lin.), welche in Russland als Samovy-Hausenblase bezeichnet wird; die amerikanische besteht aus den Schwimmblasen von Gadus- und Labrus- Arten und wird gleichfalls wenig geschätzt. Die besseren Sorten  kommen vor in Blättern oder Tafeln, die geringeren in leierförmigen Ringeln (Klammern) oder Strängen, Klumpen oder Kuchen.

Gute Hausenblase muss geruch- und geschmacklos, trocken und zähe sein, halbdurchsichtig, weiss mit einem leichten Stich ins Gelbliche, bläulich schillernd; in kaltem Wasser quillt sie etwas auf und wird undurchsichtig, ohne das Wasser zu verdicken; in kochendem Waser ist sie völlig löslich, erstarrt beim Erkalten zu einer durchsichtigen, farblosen Gallerte und bindet dabei ihr 30 – 40faches Gewicht Wasser; beim Verbrennen hinterlässt sie nur 1/2 pr. % Asche.

Prüfung. Durch schweflige Säure gebleichte Hausenblase hat einen geringeren Werth; man erkennt eine solche mitunter schon am Geruch, wie auch an der sauren Reaction der Lösung welche ausserdem völlig neutral ist. Eine häufig vorkommende Verfälschung ist die mit Gelatine, welche aus Sehnen, Knorpeln, Fischgräten etc. bereitet, in dünne Tafeln ausgebreitet, vorkömmt. Solche Tafeln fallen schon durch den Mangel der faserigen Textur auf und lassen sich in jeder Richtung hin zerreissen, ächte Hausenblase nur nach dem Verlauf der Fasern; die Auflösung der künstlichen Hausenblase oder Gelatine wird durch Chlorbariumlösung stark weiss getrübt, was bei der ächten nicht der Fall ist; im kalten Wasser quillt eine solche bald auf, wird durchsichtig und bildet nach 12 – 18 Stunden eine Gallerte. Hat man eine auf die Weise verfälschte Hausenblase, das Schwimmblasen mit Gelatine bestrichen wurden, so ergibt sich dies schon beim Einäschern, wo die Aschemenge 3 – 4  pr. % beträgt. Künstliche Hausenblase aus der inneren Membran von Schafs- oder Kälberdärmen runzelt in Wasser stark zusammen, ohne sich zu lösen

Wr Lust hat kann das komplette Buch HIER online nachlesen.

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