Jedem sein Weinlexikon

Gestern erschien bei Niko in seiner neuen Rubrik Weinlexikon ein Artikel zum Stichwort Baden. Leider ist es mir nicht gelungen dort zu kommentieren, denn ich wollte gerne einen Kommentar abgeben der ähnlich dem gewesen wäre was nun folgt:

Sollte ein Internetbenutzer z.B. über Google auf diesen Eintrag stossen bekommt er ein ziemlich schräges lückenhaftes Bild von Baden. Die Vielfalt dieser Region kann unmöglich nur in 2 Absätzen gepresst werden.

Ich wundere mich schon lange das der Gebrauch von einem Lexikon von Bloggern offenbar inflationär verwendet wird. Die Überzeugung das eigene Wissen wäre so gut das es allemal ausreicht um ein Lexikon schreiben zu können scheint groß. Oder bringt das Extrabesucher?

Von den laut DrinkTank 3 wichtigsten meistgelesenen Weinblogs Deutschlands betreiben 2 der wichtigen Blogs ein solches Lexikon. So schreibt Thomas von Weinverkostungen in seinem Weinlexikon z.B. über die AP-Nummer:

… Es ist an ihr die Prüfstelle, der Ort des Erzeugers, der Erzeuger und die Charge ablesbar. …

Das ist zwar richtig, aber eben nicht für Baden. Ich habe lange auf Projekte wie eine gute Wiki oder auch Lexikon gewartet, Mario Scheuermann hat sogar ein solches Projekt angeschoben. Aber, um in solchen Publikationen schreiben zu können braucht es mehr als Lust und Sinn nach Wein, es braucht fundiertes Wissen über den Wein in all seinen Aspekten, nicht genug, es braucht dazu die Gabe dies auch in Textform wiedergeben zu können. Diese Kombination ist wahrlich selten, darum lasse ich die Finger davon, denn ich kann das leider nicht.

Aber, das ist das Problem des Internet, jeder kann und darf tun was er will, sogar falsche oder lückenhafte Einträge in Lexikas und Wikis.

Die Links zum Wochenende sind somit voll und ganz dem Thema Weinlexikon gewidmet.

Die beiden bloggenen Weinlexikas sind ja bereits oben benannt, über alles andere was sich mit einem Weinlexikon diesbezüglich in der Blogosphäre tummelt hülle ich den Mantel des Schweigens, weil es mir peinlich wäre entsprechende Links zu setzen.

  • In einer solchen Reihe darf natürlich des Weinreporters Webseite nicht fehlen. Laut Eigenaussage sind auf Weinwissen.com 5000 Stichworte verzeichnet. Dazu diverses Nützliches wie z.B. einen Weindolmetscher. Der Begriff Cabernet Mitos oder Baden ist dem Lexikon jedoch nicht bekannt.
  • Ebenfalls ein Klassiker das Lexikon von Eno WorldWine das WorldWine Lexikon. Das Lexikon verfügt laut Eigenaussage auf der Webseite über 12000 Stichworte, die Begriffe Baden und Cabernet Mitos sind dort bekannt.
  • Das Weinlexikon von Wein-ABC gehört zu den mir am längsten bekannten. Interessant ist hier das alle Neuzüchtungen um den Cabernet bekannt sind, der Cabernet Mitos fehlt jedoch. Ebenfalls erwähnenswert die Funktion des Lexikons, nach Eingabe des Begriffes Baden im Suchschlitz gelangt man zur Begriffserklärung des Wortes Anbaugebiete. Von dort dann weiter zu Baden, ein ungewöhnlicher weg, aber offensichtlich scheint er zu funktionieren.

Witzig das Lexikon einer Abzockseite die ich nicht verlinke, dort wird im Weinlexikon der Begriff Cabernet erklärt wie folgt:

Die wohl beste französische Rotweinrebe.

Das erklärt den Zustand der Online Weinlexikas recht treffend, da muß man nichts mehr zu schreiben oder?

Fehlt ein Weinlexikon das unbedingt noch in die Aufzählung müßte? WeinPlus kommt nicht in Frage weil Kostenpflichtig, bitte nur frei zugängliche!

8 Comments

Filed under Links zum Wochenende

8 Responses to Jedem sein Weinlexikon

  1. Lieber Herr Lippert,
    das Stichwort Cabernet Mitos ist sehr wohl im Wein ABC von Weinwissen.com zu finden.

    Was Baden betrifft haben Sie Recht. Ich kann das einfach erklären. Ich habe zunächst bewusst darauf verzichtet solche gängige Begriffe zu erläutern, zu denen man zahlreiche Seiten mit Erklärungen und Informationen im Internet findet. deshalb gibts auch (noch) keinen Riesling-Eintrag oder auch nicht Brunello etc.. Ich versuche nach und nach Begriffe zu finden und zu erklären, zu denen man bislang noch nichts oder sehr wenig findet. Teilweise ergibt sich das auch ganz einfach aus meiner täglichen Arbeit. So teile ich das Ergebnis meiner Recherchen mit den Usern. Ich greife aber auch Hinweise auf, wenn ein Leser mir schreibt, dass er etwas vermisst. Das soll die Lücken nicht entschuldigen, nur erklären. Im übrigen sind mehr als 5000 Stichworte ein ganzes Stück Arbeit.

  2. also kann man als Projekt auf eine Weinzeitschrift, Weinfilme aber nicht auf ein Weinlexikon hoffen – Thomas, Du enttäuschst mich:-)))

  3. Richtig grauselig was bei Niko gerade über Barrique erschienen ist, das ist schlechter Journalismus!

    Segen und Fluch des WWW jeder darf schreiben was er will.
    Wen noch ein paar Tage vergangen sind trifft man auf diesen Eintrag wen man Barrique googled ganz oben.

  4. wenn man so dumm ist, bei Google nur den obersten Beitrag zu lesen, ist man dann auch selber Schuld:-) – man sollte ein wenifg mehr Vertrauen in das Urteilsvermögen der User haben. Ich greife am Kiosk ja auch nicht zur Bildzeitung, nur weil die ganz vorne liegt…

    Der Barriqueartikel klingt ein wenig nach Übersetzung – ist aber sicher auch schwer, zu solchen Themen auf einer halben Seite Alles wichtige zu schreiben.

    Ich finde persönlich das Wein-Glossar von Norbert Tischelmayer sehr gut geschrieben – gerade der Artikel über Barrque und Barriqueausbau ist sehr gut geschrieben – es scheint aber online nur als Bezahlversion bei Wein plus zugänglich zu sein.

    Aber da es als Buch in meiner Handbibliothek steht, ist das für mich kein Problem. Herrn Tischelmayer kann man übrigens bei besonders kniffligen Fragen auch per Email persönlich um Rat bitten. Er erteilte ihn mir in der Vergangenheit zeitnah und gratis – und kompetent:-)

  5. @Scheuermann
    Als ich auf der Webseite war wurde bei entsprechnder Anfrage KEIN Ergebnis angezeigt!!
    Nicht das der Eindruck entstünde ich hätte gar nicht gesucht, ich habe sehr wohl gesucht und eben nichts gefunden!!
    Ich habe auch nirgendwo die Zahl 5000 kritisiert oder irgend etwas am Weinwisser bemängelt, ganz im Gegenteil.
    @Iris
    Du hast Recht, Tischelmayer ist super, aber als Bezahlversion gehört es eben NICHT in diese Rubrik.

  6. Die Britannica ist immer eine Suche wert:
    http://www.britannica.com/bps/search?query=wine

    und wenn der Brockhaus mal zu Potte kommt mit seinem werbefinanziertem Auftritt, dann dort auch….

  7. Also ich finde es gut, dass man im Netz vieles schreiben kann. Glücklicher Weise jedoch nicht alles. Und es wird ja niemand gezwungen irgendetwas zu lesen.

    Natürlich gibt es viele Lexika über Wein. Welche da besonders gut sind, da bin ich mir nicht sicher.

    Evtl. erkläre ich aber, wieso ich vor 1 1/2 Jahren begonnen habe ein kleines Weinlexikon zu schreiben. Es ging mir gar nicht dabei darum das beste Weinlexikon zu schreiben. Vielmehr war der Hintergrund, dass man manchmal Begriffe definieren muss. Es gibt nicht nur dynamische Themen. Das kann man gut in einem Lexikon machen. Nun hätte ich auch immer auf wikipedia oder andere Weinlexika verlinken können. Das wollte ich jedoch nicht. Auch diese sind teilweise unvollständig und/oder fehlerhaft. Zudem befinden diese sich in einer ständigen Veränderung, die ich nicht verantworte.

    Bei meinem Lexikon versuche ich verlässliche Fakten kurz darzustellen. Wenn bestimmte Dinge falsch oder unvollständig dargestellt sind – was ich ja nie bestreiten würde – kann man immer auch kommentieren.

  8. @Thomas
    Das lieber Thomas ist alles richtig und ich möchte dir absolut nicht unterstellen nicht ordentlich zu arbeiten oder Ähnliches. Du wirst aber ganz bestimmt zustimmen das das schreiben eines Lexikons deutlich anspruchsvoller ist als Texte der Art wie sie die meisten Blogger verfasse.
    Das Problem dabei ist aber eigentlich das, das Menschen die sich nicht mit Wein auskennen, so auch falsche Informationen als richtig ansehen. Definitiv eines der großen Probleme der Wikipedia!

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