Klage gegen DWI bzw. Deutscher Weinfonds

Die Überschrift ist so nicht ganz richtig, es geht in der Hauptsache jedoch darum das ich gerne die Kollegen darauf hinweisen möchte das z.B. in Baden die Frist zur Einreichung gegen die Zwangsabgabe zum Monatsende hin eingereicht sein müssen. Das dürfte einige kleine Weingüter betreffen.

Es gibt viele Betriebe die dies tun!! Entgegen den vereinzelten Meldungen auch von den Instituten die ja selbst telefonisch versuchten die Widersprüche aus der Welt zu schaffen, sind doch viele Winzer Willens und gehen den Weg weiter und werden Klage einreichen. Das wird von den Institutionen jedoch nur Kleinlaut oder eben gar nicht öffentlich zugegeben, Journalisten die “richtig” nachfragen gibt es ja leider auch nicht mehr.

Ich hoffe in einigen Tagen ein paar Infos darüber geben zu können wohin und an wen man man sich mit seiner Klage richten kann. Sollte jemand einen Musterbriefe haben und diese zur Verfügung stellen wollen biete ich gerne die Plattform dafür. Auch Adressen von Kanzleien die entsprechende Klagen am laufen haben sammle ich gerne und gebe sie auf Anfrage weiter. Bitte einfach per Email melden. Danke!!

Ich finde es übrigens schon eine Unverschämtheit das in unserem freien Land, alleine die Tatsache das man der Zwangsabgabe widerspricht, 50 Euro Gebühren fällig werden!! Das zeigt wie frech der Verwaltungsapparat inzwischen geworden ist, zu widersprechen kostet Geld!

Nachtrag vom 26. August 2009: Sollte jemand Informationen oder Kontakte zu einem Rechtsanwalt wünschen der bereits einige Winzer in dieser Angelegenheit vertritt, einfach melden, Kontaktdaten liegen mir vor.

5 Comments

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5 Responses to Klage gegen DWI bzw. Deutscher Weinfonds

  1. Ralph Jost

    Ich bin kein Fachmann aber was passiert denn, wenn Sie mit der Klage Erfolg haben und die Gemeinschaftswerbung für deutsche Weine und teilweise auch die Gebietsweinwerbungen durch ein Urteil wie bei CMA und Holzabsatzfond “aufgelöst” werden. Die anderen Länder werden Ihre Budgets nicht kürzen und den deutschen Markt weiter massiv bearbeiten. Und die deutsche Weinwirtschaft hat nichts mehr, was Sie dem entgegen setzen kann. Das kann man sich doch als Winzer nicht allen Ernstes wünschen?

    Was sind denn Gründe Ihrer Klage?

    Viele Grüße

  2. Ö.W.M. Österrreich. Wein.Macher

    Das böse Erwachen kommt für die Winzer, wenns zu spät ist und alles in Scherben liegt! Die generischen Werber sind wahrlich nicht die beste Lösung auch im Ösiland nicht – aber immer noch das geringere Übel als gar keine Hilfestelllung für kleine Familienbetriebe am Markt.

  3. Das mag alles richtig sein. Aber die Klagen sind anhängig, es wird eine Entscheidung geben, so oder so.
    Da ist es doch als Winzer nur legitim darüber nachzudenken ob es Sinn macht Geld einfach an eine Institution zu überweisen die evtl demnächst geschlossen wird? Oder als große Genossenschaft die im Quartal mehrere 1000 Euros bezahlen, da fragen doch die Mitgleider ob man unter Vorbehalt bezahlt und Klage eingereicht hat damit im Falle einer Schliessung das Geld wieder zurück kommt?
    Das die deutsche Weinwirtschaft eine solche Institution braucht will ich dabei gar nicht in Frage stellen.

  4. Es geht bei den Klagen meines Wissens vor allem um den öffentlich-rechtlichen Status der Weinwerbung und die zwangsweise Erhebung von Abgaben.
    Bei der Neuordnung der Badischen Weinwerbung wurde u.a. für eine freiwillige Mitgliedschaft geworben mit dem Argument, dass die Handlungsfreiheit einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung durch die Kontrollmechanismen des Rechnungshofes beeinträchtigt wird. Man war sich im Klaren, daß einige Winzer es dann nicht für notwendig erachten würden, Mitglied zu werden, Dies ist nun tatsächlich der Fall, aber durch Überzeugung immer noch zu ändern.
    Anstatt einen recht aussichtslosen Abwehrkampf gegen das Unvermeidliche zu kämpfen, sollten die Verantwortlichen über freiwillige Konzepte für eine neues Exportmarketing für Deutschen Wein nachdenken. Die Gebietsweinwerbungen decken den deutschen Markt sehr gut ab.

    Eine freiwillige Abgabe für die deutsche Weinwerbung würde ich unterstützen.

    Gruss

    Hans-Peter Decker
    Weingut Decker

  5. Das Problem liegt doch darin, dass die Motivation der Zwangsabgabe historisch vielleicht einmal begründet war; als Deutschland international eher als “Wein-Entwicklungsland” galt und es eher darum ging, Wein aus Deutschland per se eine Stimme zu geben.

    So eine Breitbandwerbung funktioniert heute doch aber gar nicht mehr. Man will zur Markenbildung doch ganz gezielte Weine oder Regionen bewerben und setzt auch auf die kleinen, aber feinen Unterschiede.

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