Kräuterlikör

Kräuterliköre waren schon immer meine Schwäche. Allerdings muß ich leider zugeben, das alle Versuche Kräuterlikör auf die eigentlich einzig richtige Art und Weise herzustellen immer an Zeitmangel gescheitert sind.

Grundsätzlich sollte man so weit als möglich die Kräuter selber herstellen, je nach Rezeptur Frischkräuter oder getrocknete Kräuter. Aber ich bin nun einmal kein Gärtner und als Nebenjob ist es tatsächlich zu aufwändig, denn es braucht eine Vielzahl an Sorten um einen Kräuterlikör herzustellen.

Kräuterlikör

Der zweite Zeitraubende Aspekt ist natürlich der der Mazeration. Die Mazeration an sich ist kein Hexenwerk, aber, man muß penibel darauf achten, welche Kräuter wie lange im Alkohol angesetzt werden. Man ahnt es bereits, Erfahrung ist in diesem Zusammenhang enorm wichtig, denn genau dieser Bereich birgt die meisten Geheimnisse. Je nach Kräuterart ist ist die Verweildauer der Kräuter im Alkohol von wenigen Stunden bis mehrere Monate nötig. Daneben gibt es Kräutersorten die nicht als „angesetzte“ verwendet werden, sondern sie müssen durch eine weitere Destilation veredelt werden.

Also was tun, wenn man trotzdem Kräuterlikör möchte?

Man geht zum einschlägigen Fachhandel und besorgt sich alles Notwendige, inkl. Rezeptur.
Ich gebe zu, ich war doch recht erstaunt als ich die ganzen Rezepte durchlas, Birnenlikör ohne Birnen, Weinlikör ohne Wein, Kirschlikör ohne Kirsch. So sieht die Realität aus. Nach exakten Vorgaben wird alles zusammengemischt, gut durchgerührt. Tatsächlich, das Zeug schmeckt manchmal gar nicht schlecht.

Ganz so billig wollten wir „unseren“ Kräuterlikör nun doch nicht herstellen, darum wurde das ursprüngleich einfache Kräuterlikörrezept im Laufe der Jahre ziemlich verändert. Ausgangspunkt des Grundrezeptes war Wasser, Zuckerlösung, Kräuteraroma, Zitronensäure, Farbstoff, Alkohol und Wasser.

Zielsetzung war, so weit als möglich, alle Zutaten durch Weinguteigene Produkte zu ersetzen. So wurde das Wasser durch Rotwein ersetzt, womit gleichzeitig auch der Farbstoff unnötig wurde. Die Süße wird so weit als Möglich durch Traubensaft erreicht, der Primasprit (Ethanol 96% Vol) wird durch Weinbrand ersetzt, lediglich die Kräuteraromen und die Zitronensäure sind nach wie vor absolut Notwendig. Zur Feinabstimmung wird Zucker und Primasprit verwendet.

Damit haben wir ein Produkt das geschmacklich zunächst dem Vorbild nahe kommt, beim weiteren probieren jedoch deutliche Unterschiede hervorbringt, nicht zuletzt durch die entsprechnde Wahl des Grundweines.

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