Macht bloggen eigentlich noch Spass? (1)

Die Antwort auf diese Frage ist seit einiger Zeit Gegenstand heftiger Gedankengänge in meinem Kopf.

Meine spontane erste Antwort:

Bloggen macht mir nicht wirklich Spass.

Ergänzen könnte ich den Satz um die Wörter “derzeit” oder “im Moment”.

Angesichts solcher absurden Statistiken in denen einfach eine Vielzahl Blogs ausgeblendet werden um andere zu forcieren, angesichts solcher Vorgänge um Domains die registriert werden um einen Klick mehr zu bekommen der einem eigentlich nicht zusteht, angesichts ständiger Emails die auffordern über ein bestimmtes Thema zu bloggen damit ein Rivva-Hype entsteht, angesichts wirklich unbegründeter beschimpfender Emails aus Hamburg die freundliche Newsletterabmeldende Blogger respektlos als meine Blog-Kumpels diskreditieren, kann ich wirklich verzichten und suche mir einen neuen Spielplatz.

Wenn ich mir tatsächlich eine andere Spielwiese suche, dann stellt sich die Frage:

Möchte jemand einen Winzerblog haben?

Angesichts der HIER genannten lächerlichen Zahlen ist Winzerblog.de ein wahres Trafficmonster, weltweit gut vernetzt, PR 5 ist auch OK, es gibt Links aus der Wikipedia heraus ohne das ich selber den Artikel dafür hätte schreiben müssen oder jemanden dazu animierte. Jeder einzelne Link zu diesem Blog ist gesetzt weil jemand einen Link setzen wollte, und nicht weil ich jemanden angefragt habe mit der Bitte Links zu tauschen. Wir wissen ja, manchem Blogger ist eben gar nichts peinlich.

Bisher konnte ich am Ende des Tages in das Bett klettern und mußte mich nicht dafür schämen was ich über andere Blogger via Email, Forum oder gar Telefon gesagt oder geschrieben habe. Ich glaube da einige zu kennen die das nicht von sich behaupten können.

Mag sein das andere Blogger Anleitung wünschen was sie zu tun haben und darum die Klappe halten. Ich nicht, oder zumindest nicht länger! Ich blogge was ich will, wann ich will und verlinke zu wem ich will. Für mich gibt es kein Leitmedium oder irgendeine wichtige Instanz nach der ich mich zu richten hätte, allenfalls der liebe Gott und die Weinkontrolle.

Noch was, ich habe keine Lust zu telefonieren, schon gar nicht Dinosaurierartig über das Festnetz und während der Arbeitszeit. Auch Privat gehe ich heute nicht mehr an das Telefon, höchstens das klingeln klingt wie Wagner, dann geh ich dran.

Gute Nacht

13 Comments

Filed under In eigener Sache

13 Responses to Macht bloggen eigentlich noch Spass? (1)

  1. Natürlich macht bloggen Spaß! Oder läßt Du Dir diesen Spaß verderben? Ja ich möchte den Winzerblog haben! Immer gute Geschichten, kritisch, umfassend und einfach schön geschrieben. Laß Dir nicht den Spaß verderben und geh auch weiterhin mit ruhigem Gewissen schlafen. Erbsen bzw. PI sammeln sollen andere…

    Viele Grüße von der Mosel

  2. Hallo Thomas!

    Ich möchte den Winzerblog auch haben – von DIR geschrieben!

    Nimm die von dir (völlig richtig) geschilderten Dinge nicht zu ernst und schreibe weiter wann und worüber du Lust hast. Schließlich ist das Bloggen zu diesem Zweck erfunden worden (so habe ich es zumindest verstanden) und erst nachher degeneriert (worden).

    Dieser geradezu zwanghafte Drang zur Meinungsführerschaft, das ständige Vergleichen, das Einmahnen von mehr “Professionalismus” und der dauernde Verweis darauf wie vernetzt die Bloggerszene anderswo wäre und auch im deutschsprachigen Raum sein sollte, müßte, muß – also ich nehme mir die Blogger-Freiheit, das einfach nur lächerlich zu finden.

    Und jedes Mal, wenn ich ein angesagtes Thema völlig konträr anpacke oder immer häufiger schlicht und einfach ignoriere freue ich mich diebisch und habe noch ein wenig mehr Spaß am Bloggen.

    Herzliche Grüße von

    Bernhard,

    der gerade den zweiten Blog-Newsletter abgemeldet hat, was er ohnehin schon lange tun wollte.

  3. Hallo,

    auch ich lese Deinen blog sehr gerne und regelmäßig. deswegen fände ich es sehr schade, wenn es ihn nicht mehr geben würde. Nach dem aufmerksamen lesen dieses Beitrages habe ich aber irgendqwie das Gefühl etwas verpasst zu haben. Diese von Dir beschriebenen Differenzen sind (zum Glück) an mir vorbeigezogen. Ich wußte noch nicht einmal das es die gibt. Mir war auch nicht klar, dass es eine Art Wettbewerb um Zahlen gibt. Die sind doch auch eigentlich gar nicht wichtig. Klar habe ich mich gefreut zu sehen, dass mein blog gelesen wird. Aber es ist mir doch völlig urscht, ob ein anderer mehr oder weniger Aufrufe hat. Das finde ich ziemlich kindisch. Das schöne ist doch auch gerade gegen so etwas wie eine “Meinungsführerschaft2 einzutreten. Und da ist ein blog doch das ideale Medium!
    Gruss aus rheinhessen

    Dirk

  4. Harald und Bernhard haben ja eigentlich schon Alles gesagt: DER Winzerblog, das bist DU, nur echt mit dem Gütesiegel, das Dir Deine LESER durch ihren regelmäßigen Besuch und manchmal auch ihre Kommentare auf dieser Seite jedesmal neu verleihen!

    Alles andere ist Quatsch und Kindergarten, da solltest du einfach drüber stehen.

    Und nun zu den wichtigen Dingen: gut, dass eure Ernte jetzt unter Dach und Fach ist – ich war bei den letzten Gewitterfronten und Stürmen auch glücklich, das die Sintflut an den Reben und auf der Dauerbegrünung ablaufen konnte, ohne dass ich um die Trauben fürchten musste – in der Beziehung ist der herannahende Winter doch eine erholsame Zeit:-)

    Ich freu mich auf weitere Nachrichten auf dem Winzerblog und die Überraschungen aus dem neuen Projekt, den Bericht aus Berlin und all das, was Du uns hoffentlich in bewährter Manier hier weiter zu bieten hast.

    Liebe Grüße aus dem verregneten Süden

    Iris

  5. Wolf

    Ich lese Deinen Blog auch gerne, und wie viel Klicks er hat oder nicht hat, ist mir egal. Ich kümmere mich weder bei meinem eigenen noch bei anderen darum. Wenn ich Lust habe, blogge ich, wenn ich keine Lust habe, lasse ich es. Außerdem lese ich nur die Blogs, die mir Spaß machen, dazu gehört definitiv der Deine, und nicht die, die man lesen muss. Welche sind das?

    Für mich hat Bloggen mehr mit Kommunikation und Gemeinschaft zu tun als mit Rivalität. Das überlasse ich denen, die mit Werbung Geld verdienen müssen oder wollen.

  6. Man kann natürlich auf seinem Blog machen was man will und man sollte natürlich auch über manches hinwegsehen. Aber wenn jemand immer wieder versucht, sich mit abstrusen Vergleichen und Aktionen über andere zu erheben, ist das schon eine etwas andere Liga.
    Mit solchen Maschen, ist zum Beispiel der o.g. Weinreporter aus Hamburg, vor ein paar Jahren schon bei einigen Medienblogs eiskalt auf Grund gelaufen.
    Warum sollte man also ausgerechnet als Wein- oder Winzerblog alles unkommentiert hinnehmen. Da gehe ich voll mit.

  7. Kommentieren und Meinungen kund tun sollte man auf jeden Fall – nur wenn das dazu führt, dass der Winzerblog in fremde Hände gerät, wäre ich schon traurig…

    Thomas, wir hatten ja schon drüber gesprochen: bleib gelassen, ärger dich nicht, freu dich der schönen Dinge des Bloggens: des Schreibens, Lesens, Vernetzens, des Miteinander!

  8. Pingback: »Macht bloggen eigentlich noch Spaß?« » originalverkorkt

  9. Ich lese dein Blog absolut gerne und würde ungern darauf verzichten. Mach doch einfach dein Ding, lass die “Meinungsführer”, “Alpha-Tiere” und “Voting for me-Freaks” ihr Ding machen und sich wichtig tun. Kritischer Gegenwind ist dabei auch wichtig, klar – nur raus damit. Mir geht auch so einiges auf die Nerven, habe aber oft nicht die Zeit, zu allem Schmarrn meinen Senf dazu zu geben.

  10. Vielleicht könnte die Frage auch sein „Macht Bloggen eigentlich noch MIR Spaß?” Denn die Gründe, die Du oben als Grund fürs Aufhören nennst, geben Dir ja erst mal andere und die gegenüber die dem Bloggen gegenüber respektlosen Optimierer und Statistikmauschler nicht mal direkt. Aber wenn einem dann die täglich Schreibe eh schon Mühe macht (weil ja noch vieles anderes zu tun ist), kann das einem schnell dick werden.

    Schad wär’s, wenn das hier nicht mehr von Dir wäre. Vielleicht einfach das Ding ändern, dass es einem wieder passen könnte und einem die egal sind, denen es nicht passt? Hatte ich in so einer Phase gemacht, was meine Leserzahlen zwar halbiert hat, die Freude aber verdoppelt. Wobei ich in einer andren, kleineren, privateren Liga spiele, in der Zahlen wenig zählen, man die ganze Netzsphäre leicht ignorieren kann und in der (daher?) wenig gestritten und abgemahnt wird. Muss man mögen.

  11. Na ja, man nimmt sich halt oft auch wichtiger als man ist, du hattest ja auch schon mal den Spass mit mir 🙂
    Allerdings war das aneinanderrasseln mit dir einiges angenehmer als das just erlebte 🙂

  12. Hallo lieber Winzerblogger,
    es gibt nur einen, der das Winzerblog betreiben kann, und das bist Du. Damit schliesse ich mich gerne den Vorschreibern an.

    Das Netz, die Bloggosphaere, die Unterhaltung lebt nicht von Meinungs*fuehrerschaft* sondern von Meinungs*vielfalt*. Drum ist es gut, wenn Du anders denkst, wenn Du Deinen Unmut kundtust.

    Doch schoener, interessanter, spannender ist es, wenn Du von Deinen Weinen erzaehlst, die Weinrallye gestaltest und uns an Deinem oenologischen Wissen teilhaben laesst bzw Anekdoten aus Deinem Leben erzaehlst. Genau *das* macht das bloggen doch aus: authentisch, ehrlich und spannend soll es sein.

    Weiter so!
    Servus,
    Goetz, der Geniesserblogger Le Gourmand http://www.legourmand.de/

  13. Pingback: Meine Güte! | der Ultes

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