Macht bloggen eigentlich noch Spass? (3)

Zugegeben, ich gehöre wohl zu der Kategorie Mensch die sich schnell diesen Spass verderben läßt und eingeschnappt ist. Ist halt so, kann oder mag ich nicht ändern. Natürlich ist es möglich das ich für den feinen und subtilen Humor diverser Autoren nicht geschaffen bin. Auch meine Fähigkeit Kritik zu ertragen ist wohl eher rudimentär ausgeprägt, wobei mir dies ein Merkmal vieler Blogger zu sein scheint ?

Was nun folgt ist der ursprüngliche Artikel aus dem eben wegen der aktuellen Debatte 3 Artikel wurden 🙂

Ich hatte ja schon einmal vor vielen Monaten angekündigt das bei mir vieles auf den Prüfstand kommt und ich wohl viele alte Zöpfe abzuschneiden habe. Schaue ich mich nun nach einem halben Jahr um, liegt da einiges rum.

Wie sieht es mit dem bloggen aus? Auch darüber mache ich mir mehr und mehr Gedanken, zumindest was das Winzerblog angeht, das wurde im ersten Teil dieses Artikels wohl schon deutlich.

Mir fallen folgende negative Punkte ein:

  • Ich will nicht von Artikel zu Artikel gehetzt werden. Ein Blog verführt in die Denkweise zu verfallen man müßte etwas tun um immer aktuell sein. Das ist natürlich nicht so, aber trotzdem ein wichtiger Punkt der bei vielen Bloggern irgendwann zur Aufgabe führt.
  • Man neigt dazu sich zu verzetteln und schreibt gleichzeitig in mehreren Blogs. Dazu kommen Communitys, Foren usw…
  • Generell ist die Zeit die aufgewendet wird um zu recherchieren, Bilder schön in Artikel einzurichten und verweisende Links zu setzen enorm.
  • Die Gemeinschaft der Weinblogger verfällt zusehends oder ist schon zerfallen. Es gibt einfach zu viele Blogbetreiber die meinen mit aller Macht Einfluss auf andere Blogger nehmen zu müssen. Was ich an Emails bekomme nach dem Motto, “Hallo Blogger, guck mal auf mein Blog, dort habe ich gebloggt und du solltest dies jetzt auch tun mit einem link zu mir” ist schon bedenklich. Ein Grund für mich gewisse Themen überhaupt nicht mehr zu bearbeiten. Das hatten wir jetzt lange und ausführlich in diesen beiden Artikeln.
  • Die wiederlichsten Streits und Wortgefechte habe ich bisher im Internet erlebt. Es gibt mehr Online-Psychos als man denkt! Je nach Sichtweise werde wohl auch ich ab und zu für solch einen gehalten!

Mir fallen folgende positiven Punkte ein:

  • Ich kann wahrlich von mir behaupten durch das bloggen Freunde gefunden zu haben. Ein Glück das sicherlich nur wenigen Onlinern wiederfährt
  • Meine Reichweite an Bekanntschaften hat sich enorm erweitert. Das meiste ist jedoch wie auch im realen Leben nur oberflächlich. Trotzdem empfinde ich das als Bereicherung.
  • Man kann Dinge ausprobieren, Projekte beginnen und beenden. Oft ist man im Internet mutiger als im realen Leben.

Ein Fazit zu ziehen ist schwer, aber sicher ist, es ist Zeit meine Blogaktivitäten neu zu organisieren.

  • Die aufwändige Pflege von Genussblogs.net (Webkatalog) wird in dieser Form nicht fortgeführt, weil wir das Gefühl haben es interessiert keinen.
  • Die Genussblogs-Awards werden nicht mehr durchgeführt, der Aufwand ist enorm, am Ende steht man da und fragt sich warum man das tut. Theo hat dies auf Genussblogs.net alles sehr diplomatisch ausgedrückt, aber ich persönlich finde es bedenklich wie sich manche Menschen verhalten. Bis auf einige Ausnahmen hat es keiner nötig mal Danke zu sagen. Bis heute gibt es Blogger die nicht über ihre Preise gebloggt haben, sich bedankt haben bei den Spendern oder ebenfalls krass, Spender die nie ihre Preise verschickt haben.
  • Auf den KurpfalzNotizen blogge ich schon lange nicht mehr, das ist schade, aber dafür fehlt mir wirklich die Energie und Zeit. Gerade die KurpalzNotizen sind ein prächtiges regionales Blog, schade nur das es uns nie gelungen ist andere Mitschreiber zu gewinnen. Während andere dort bloggen habe ich ob meiner Passivität ein schlechtes Gewissen. Auch bei KurpfalzNotizen.de stehen in ganz naher Zukunft einige Entscheidungen an die hoffentlich nicht verschleppt werden.
  • Meine volle Kraft und Energie gehört derzeit GenussR.  Das Schöne an GenussR ist, wir können uns aussuchen mit wem wir arbeiten 🙂 einfach anmelden und von der Arbeit anderer profitieren funktioniert nicht mehr, darauf freue ich am meisten!
  • Im Winzerblog bleibt alles beim Alten, die Schlagzahl an Artikeln hat sich ohnehin schon reduziert, das ist ok wie es ist.
  • Weitere neue Dinge sind angedacht, werden aber ganz kleine Projekte bleiben wie z.B. das in Kürze startende Slow Food Blog.

Unterm Strich überwiegt das Positive, die genannten drei positiven Punkte sind für mich so bedeutend das ich alles andere dafür ertragen werde!

Ausserdem hat sich bisher niemand gemeldet der das Winzerblog haben will …

4 Comments

Filed under In eigener Sache

4 Responses to Macht bloggen eigentlich noch Spass? (3)

  1. Schön, dass das Positive nach Deiner eigenen Analyse doch überwiegt (nach der Deiner Leser, siehe die zahlreichen Kommentare heute auf die beiden ersten Folgen, ja sowieso!).

    Die Arbeit an Genussblogs.net einschränken – wie schade, aber wenn zwei so viel ehrenamtlich für viele, die “nichts” dazu tun, arbeiten, bleibt das manchmal nicht aus – ich habe auch nach 10 Jahren eherenamtlicher Konzertorganisation hier im Tal erschöpft das Handtuch geworfen… – wie schon einmal gesagt: ich schätze an den Genussblogs vor allem die werbefreie Unabhängigkeit, das hebt sie positiv von allem anderen, das ich (im deutschsprachigen Bereich) kenne, ab.

    Beobachten wir also alle jetzt gespannt GenussR – wenn’s was zum “mit anpacken” geben kann, das muss dann auch gesagt werden.

    Die Winzerblogartikel liebe ich vor allem so wie “früher”, wenn sie lang, gut recherchiert und auch mal originell bebildert sind, lifeticker zu Kurzzeitnews aus dem Gockelwald gibt’s ja woanders genug, wenn man das sucht. Manchmal ist weniger(oft) eben mehr:-).

    Slow Food mal übern Rhein zu sehen, klingt interessant – wir haben hier auch eine Gruppe im Hinterland und einen kleinen Ableger des großen Salone del Gusto aus Turin in Montpellier.

    (Einige meiner ältesten Artikel berichteten übrigens von Slow Food Besuchen bei regionalen Produzenten und dienen offensichtlich vielen “Suchern” noch als Orientierung zu regionalen Bio-Produzenten, das Interesse ist also auch da.)

  2. Die negativen Punkte nehmen zwar mehr Platz ein in deiner Auflistung, die positiven scheinen mir aber gewichtiger zu sein?

    Das Problem mit dem Druck, den man sich selber macht, kenne ich gut. Der Spass geht da flöten. Da ist es wirklich wertvoll, mal Abstand zu nehmen und die Prioritäten zu checken.

    Falls das Genussblogs.net eingestampft wird, wäre ich traurig, da ich diesen Dienst sehr häufig nutze. Vielleicht solltet ihr mal ein kleine Umfrage starten, wie wichtig die Nutzer den Webkatalog für sich persönlich finden. Und laut Sitemeter wird die Seite doch noch rege genutzt?

    Liebe Grüße und jetzt und hier auch noch mal tausendmal Dank für deine bisherigen, wertvollen Initiativen, Geschichten und Anregungen (vielleicht kompensiert das die Danklosigkeit anderer 🙂 !!!

  3. Da stimme ich Lars voll und ganz zu. Schmeis bitte das Handtuch (genussblogs) nicht hin und ebenfalls tausend Dank für Deine bisherigen Aktivitäten!

  4. Also deine Auflistung der Pros und Contras kann ich nur zu gut verstehen. Ich selbst Blogge jeden Tag und habe mehrer Projekte am laufen. Am besten ist es man löscht einige Projekte und der Spaß kommt wieder. Danke für deinen Bericht.

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