Meisteressen

Wie bereits angekündigt hatte ich Gestern die Ehre am Meisteressen an der Hotelfachschule in Heidelberg teilzunehmen.

Aber, es waren nicht nur die Köche die ihre Meisterprüfung ablegen mußten, sondern auch die angehenden Restaurantmeister mußten beweisen das sie diesen Titel tragen dürfen.

Was für ein Glück für die Gäste, denn so kamen wir in den Genuss diverser Cocktails die vor dem Essen gereicht wurden. Besonders lecker, das Ding mit Banane und Crushed Eis, und einem Likör von dem ich bisher noch nie gehört habe. Egal, sehr sehr lecker!!

Meisteressen

Sofort fällt auf, da läuft einer mit Block und Stift den Damen und Herren hinterher und notiert laufend irgendwelche Dinge. Der Prüfer! Selbstverständlich verschwört sich sofort die gesamte Gesellschaft und trinkt jeden angebotenen Cocktail leer und vergisst nicht das exklusive Rezept zu loben. Ich gebe zu, beim Sherry-Martini Cocktail viel es mir persönlich schwer, aber angesichts des Prüfers wurde auch der für sehr sehr lecker befunden und geleert 🙂 (Ich bevorzuge den Sherry pur)

Meisteressen

Zwischenzeitlich erscheint auch der Meister himself auf die Bildfläche, Herr Pratsch, ganz in Weiß, macht eine schnelle Runde, begrüßt jeden persönlich und entflieht wieder in die Küche. Freundlicherweise erlaubt er mir kurz einige Bilder zu machen, dann werde ich wieder höflich aus der Küche herauskomplimentiert.

Meisteressen

Wieder zurück in der Gesellschaft gesellt sich auch Herr Mikolasek in die Runde und bittet uns zu Tisch. Kurz wird uns die Aufgabe der Köche mitgeteilt, dazu findet jeder Gast an seinem Platz eine Menükarte, zu lesen war da wie folgt:

Aufgabe der Küchenmeisterkandidaten

Erstellung eines fünfgängigen Menüs aus einem vorgegebenen Warenkorb

Prüfungsteilnehmer Nr. 27:

Terrine von Hummer
Salatbukett

Klare Ochsenschwanzsuppe mit Ravioli

Rotbarbe in der Kräuterkruste
mit Jacobsmuscheln
Ingwerrisotto

Rosa gebratenes Rinderfilet im Kräutercrepes
Pfifferlinge im Artischockenboden
Getrüffelter Kartoffelpüree

Duett von Himbeere
Spritzgebäck

Aufgabe der Restaurantmeisterkandidaten

Aperitif-Kreation
Auswahl und Vorstellung korrespondierender Weine

Ja dann kann es losgehen, die Aperitif-Kreationen hatten wir ja schon mit größtem Genuss eingenommen.

Wie schon in den Kommentaren HIER angedeutet, ist es schon angenehm Tischnachbarn zu haben die zueinander passen. Für mich war es diesmal ganz besonders spannend, denn der Winzerblogger konnte wieder einmal in die große weite Welt schauen und staunen. Zu meiner linken hatte ich eine äußerst attraktive und nette Dame mit Begleitung, ihreszeichens verantwortlich für die Eventorganisation in der SAP-Arena, ihre Begleitung zuständig für die Gastronomie ebenfalls in der SAP-Arena.

Und was machen Sie?

Ich bin Nachbar der Hofa, arbeite in einem kleinen Weingut hier um die Ecke

Zu meiner Rechten saß Herr Kopp, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Varnhalt. Eine kurze Recherche in meinem Gehirn ergab, das die Varnhalter Weine in Heidelberg sehr verbreitet sind, trotzdem mit dem Weingut in dem ich beschäftigt bin, noch nie Konflikte oder direkte Konkurenzsituationen hatten. Also konnte der Mittag absolut entspannt angegangen werden. Das bei solchen Tischnachbarn die Gesprächthemen nie ausgehen dürfte kalr sein 🙂

Zum ersten Gang wird ein Bassermann-Jordan Weißburgunder trocken serviert, perfekt angeboten und vorgestellt von der jungen Dame die unseren Tisch zu betreuen hatte. Ihr Schatten, der Prüfer, konnte ein eindeutiges Plus notieren.

Interessant ist es zu beobachten, was auf den anderen Tellern angeboten wird. Mein Gegenüber hatte als Vorspeise die Jakobsmuschel, die bei mir in das Hauptgericht eingebunden war. Ebenfalls witzig der Ochsenschwanz, ich hatte eine Ochsenschwanzsuppe, mein Gegenüber bekam den ganzen Ochsenschwanz – gesotten natürlich!!

Das Restaurantpersonal war sehr aufmerksam, ständig wurde Wasser nachgeschenkt, leere Teller sofort abgeräumt, für mich gab es nichts, absolut nichts zu bemängeln. Aber der Schatten machte die ganze Zeit Notizen.

Zum nächsten Gang wird ein Sancerre serviert, hier wird erstmals über den Wein diskutiert, allerdings nicht ob zum Essen passt, sondern über den Wein selber.

Danach folgte ein Chianti, kalt serviert! Mein Nachbar und ich hatten Sorge, das dies dem Schatten nun nicht gefallen könnte, sofort rissen wir die Tischdiskussion an uns und erklärten es als sehr innovativ kalten Rotwein zu servieren, denn, und das war wohl auch so geplant, bis zum servieren des Essens war er bei perfekter Temperatur angekommen. Wir hoffen wirklich das dies beim Prüfungsschatten auch so angekommen ist, im Gegensatz zu den anderen Tischen, konnten wir den Rotwein perfekt zum inzwischen bei mir servierten Rinderfilet genießen. Um dies zu untermauern, fragten wir unseren Restaurantmeisterprüfling ob es denn irgendwie möglich wäre diesen interessanten Rotwein vom Nebentisch verkosten zu dürfen. Aber natürlich nur weil wir beide nun mal Weinleute sind, und es uns einfach interessiert, denn der Chianti passte perfekt zum Essen. Gar keine Problem für die junge Dame, wenige Sekunden später hatten wir einen Lemberger 2005 vom Weingut Seeger im Glas. Ein wunderbarer Wein, aber leider viel zu warm 😉 Hoffentlich hat der Schatten dies auch so registriert!!
Endlich und schließlich kamen wir zum Höhepunkt, die Nachspeise wurde serviert. Hier hat meiner Meinung nach Prüfungsteilnehmer Nr. 27 wirklich gezaubert. Alle am Tisch, die das gleiche auf dem Teller hatten kamen ins schwärmen. Begleitet wurden diese Himbeervariationen von einer ausgezeichneten Rheingauer Riesling Auslese.

Meisteressen

Wie immer wenn ich die Hofa komme, war es auch diemal wieder faszinierend, denn mit betreten der Schule öffnet sich für mich immer eine andere Welt. Ob Prüfungsteilnehmer 27 bestanden hat, vermag ich nicht zu beurteilen, denn was in der Küche alles passiert bleibt den Gästen verborgen.
Aber aus meinem Gefühl heraus, darf sich „unser“ Service inzwischen Meister nennen.

9 Comments

Filed under Sonstiges

9 Responses to Meisteressen

  1. TheoH

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  6. Karsten Hermann

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