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im Weinladen

Preispoker

Wir haben gerade einen Preispoker um eine wirklich bedeutende zu liefernde Anzahl Flaschenwein verloren. Das konkurrierende Angebot lautete zuletzt 0,00 Euro je Flasche, alles für Umme, für Lau, Nix, Zero, Null, der Wein kostet einfach nichts!

Da bleibt nur noch Fassungslosigkeit, denn mit dem von uns angestrebten Preis um die 5 Euro lagen wir ja leicht über dem Angebot der Konkurenz 🙁

Ich staune immer wieder wozu Geschäftsführer und Verkaufsleiter diverser Wein produzierenden Megaklitschen in der Lage sind zu tun. Ich frage mich auch ob Aufsichtsräte und Vorstandsmitglieder dieser Megaklitschen eigentlich alles abnicken und sich deutsche Winzergenossenschaften endgültig damit abgefunden haben einfach immer billig sein zu müssen? Ist der Wein so schlecht das man ihn verschenken muß? Wie motiviert man Genossenschaftsmitglieder Wein zu produzieren der in komplett voll beladenen LKW Einheiten verschenkt wird? Glauben die denn im Ernst das alles mit dem Spruch „Werbung würde uns viel mehr kosten“ rechtfertigen zu können?

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ni ni itschi ni

Das Pärchen stand an der Theke und wußte ziemlich konkret was sie verkosten wollten.
Riesling Kabinett trocken, Weißburgunder Kabinett trocken, Grauburgunder Kabinett trocken und Schwarzriesling trockensollten es sein.
Ein Wein nach dem anderen probierten sie, ich hatte das Gefühl das sie sich sehr gut auf ihrem Besuch vorbereitet hatten, oder wie sich später herausstellte unsere Weine bereits kannten.

Ich stand nur da und hörte zu, wie sich zwei Menschen in einer mir völlig fremden Sprache über den gerade eingeschenkten Wein unterhielten. Sie waren Asiaten aber nicht Japaner, Chinesen oder Koreaner. Es klang völlig anders.

Ich denke einmal das sie über den Wein sprachen, oder sprechen die über mich?

Ein grummeln unterbricht die Stille im Verkaufsraum, die Asiatin lacht schallend auf, sie hält sich die Hände vor den Bauch denn der hat gerade laut geknurrt und seinen Unmut darüber geäußert sich nun mit flüssigem statt mit einem ordentlichen Mittagessen beschäftigen zu müssen. Es war ihr extrem peinlich, mußte aber nicht ich hatte auch Hunger, es war Mittagszeit.

Inzwischen sind sie mit der Verkostung beim Rotwein angekommen, die Frau macht dem Mann offensichtlich einen Vorschlag und zeigt auf der Preisliste auf die verkosteten Weine und bei jedem Wein spricht sie Worte die ich nicht verstehe, ich höre nur – beim Grauburgunder klingt es anders.

ni, ni, itschi, ni.

Gut möglich das sie sagt Continue reading

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Erbschleicherei

Es ist doch immer wieder erstaunlich, es scheint Dinge zu geben die nie aussterben.
Ein Kunde hat mir Gestern erzählt wie perfide mancher Winzer vorgeht um sich per Erbe einen Weinberg zu erschleichen. Doch, ehrlich, das gibt es!!! Offensichtlich scheinen es manche Winzer (und deren Frauen!) regelrecht im Gefühl zu haben wann sie anklopfen müssen, gute Taten vollbringen sollten oder aus Güte und Freundschaft ein Schälchen Erdbeeren auf dem Nachttischchen zu platzieren um Testamentarsich entsprechend berücksichtigt zu werden.
In dem mir geschilderten Fall war es so das die alte Dame glücklicherweise doch noch einmal nachfragte ob sie denn diese „wertlose Fläche“ einfach abgeben kann? Die eigentlichen Erben sind aus allen Wolken gefallen und konnten die Intrige kurz vor Ableben der Dame noch rechtzeitig stoppen.

Ich glaube an die ausgleichende Gerechtigkeit. Mag sein das solch ein Winzer nach Fläche ein ganz Großer ist, aber als Mensch ist und bleibt er ganz klein.
Um so zu urteilen muss man solche Leute gar nicht näher kennen!

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Wohin mit der VISA Kreditkarte?

Bei uns im Weinladen habe ich heute Morgen eine Kreditkarte gefunden und frage mich seither was ich damit jetzt machen muß?

Zuerst ging ich auf die Homepage von VISA und habe dort die Telefonnummer angerufen bei der man anrufen kann wenn man seine Kreditkarte verloren hat. Ein widerlicher Sprachcomputer führte mich in einer Vielzahl unterschiedlicher Sprachen durch das Menü, nach finnischer Sprache kam dann Deutsch und ich konnte mich mit einem deutschsprachigen Operator verbinden lassen. Dieser deutschsprachige Operator war aber nicht da, so hat mich dieser absurde hirnlose sprechende Computer einfach an einen englischsprachigen Operator verwiesen.

In Englisch durfte ich mein Anliegen nun vorbringen, das ich darum bitte den Besitzer der Kreditkarte zu informieren das seine Karte bei uns gefunden wurde!. Immerhin könnte es ja sein das er sie sucht und durchaus berechtigte Angst hat das sie gestohlen wurde oder ähnliches.

Nun fing der VISA Operator an mir eine lange Liste von Dingen zu diktieren die ich unternehmen sollte. Ich unterbrach und teilte mit, das ich nicht gedenke mir das alles zu notieren und ich sie nur darüber in Kenntnis setzen wollte das die besagte Kreditkarte nicht verloren oder gestohlen ist.
Egal, es half nichts, sie wollte und nach Eigenaussage durfte sie mir keine anderen Infos geben und ist auch nicht in der Lage den Karteninhaber zu kontaktieren oder gar über den Fund zu informieren. Das Gespräch fand letztlich ein Ende als sie mir die Telefonnummer des ausstellenden Kreditinstitutes gab, welches sie mich bat anzurufen und über den Kartenfund zu informieren. Auf Nachfrage wer und in welcher Spräche sich jemand am anderen Ende des Telefones melden würde durfte sie mir natürlich ebenfalls nicht sagen.

Um es kurz zu machen, die Telefonnummer ist mit der identisch die sich auch auf der Kreditkarte findet, leider bekomme ich dort jedoch keinen Anschluss, die Nummer scheint sich geändert zu haben, den Namen eines Kreditinstitutes kann ich auf der Karte ebenfalls nicht erkennen. Ebenfalls denkbar das ich irgendeine Länderkennung vorwählen müßte?! Eine solche hat mir die Visafrau nicht genannt!

Jetzt packe ich die Kreditkarte einfach in einen Umschlag und werde sie bei der hiesigen Bank abgeben. Die sollten sich damit ja auskennen und wissen was damit zu tun ist.

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Üppiges Weinsortiment

Das unser Weinsortiment vielleicht doch ein bischen zu umfangreich ist wurde mir soeben wieder vorgeführt. Eine Kundin kam in den Laden und sie meinte das sie vor 4 Wochen bei uns einen Weisswein gekauft hätte, den gleichen hätte sie nun gerne nachgekauft, denn er hat ihr so ausgezeichnet geschmeckt.

Wunderbar, sofort frage ich nach welcher Weisswein es denn war und zeige auf unsere Ausstellungsflaschen an der Wand. Dort dürften ca 50 Flaschen stehen in allen Qualitäten und Preisen und ziemlich gleich aussehender Etikettierung.

Ich konnte sehen wie in der Frau regelrecht die Verzweiflung aufstieg.  Auf Nachfrage konte ich absolut nichts erfahren was mir beim eingrenzen der Sorte geholfen hätte, lediglich das Preissegment konnte noch ermittelt werden. Ansonsten konnte sie nicht weiterhelfen was die Sorte anging.

Ich konnte mich leider ebenfalls nicht mehr an das damalige Gespräch erinnern, somit mußte erneut von Vorne begonnen werden, den Geschmack zu erfragen um die entsprechenden Weine empfehlen zu können. Probieren wollte sie heute nichts, also hat sie am Ende einen Karton Wein mitgenommen, gemischt mit mehren Sorten Wein um ihn zu Hause probieren zu können.

Ich frage mich in solchen Situationen immer ob es evtl. am Design des Etikett liegt, vielleicht ist alles zu unscheinbar? Zu wenig einprägsam? Andererseits kommen 95% unserer Kunden damit klar, das gerade erlebte ist definitiv eine Ausnahme! Trotzdem, sollte unser Sortiment noch um ca 30 % schrumpfen um schön übersichtlich zu sein!

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Das erste Mal

In diesem Jahr werde ich das erste Mal einen leeren Weinkeller erleben. Das freut mich ausserordentlich, denn sind wir doch einmal ehrlich, mit einem leeren Weinkeller im Rücken läßt sich Wein viel entspannter verkaufen als umgekehrt, aber natürlich birgt es auch einige Risiken.

Als ich Lehrling war wurden gerade Deutschlands Weinkeller mit den Jahrgängen 1982 und 1983 zugeschüttet. Ich würde einmal behaupten es dauerte 10 Jahre bis auch die letzte Flasche dieser Jahrgänge getrunken war. Begleitet wurden diese Jahre durch den Zusammenbruch der Weinmärkte z.B. wegen Glycolpanscherei und auch der Verweigerung der Kunden weiterhin Ruländer zu kaufen oder generell für schlechten Wein Geld zu bezahlen

Die 90er Jahre waren wechselhaft, der Stern des Rotweines stieg in Deutschland unaufhaltsam auf. Das ging Auf Kosten von Millionen Litern Müller-Thurgau,Kerner oder auch Riesling, sowie vieler anderer weisser Weinsorten. Weisswein war problematisch in der Vermarktung. Nicht wenige Betriebe versuchten im Weinverkauf den Absatz in der Art zu steuern das Rotwein nur dann verkauft wurde, wenn bei Abnahme eines Rotweines auch ein Karton Weisswein den Weg in den Kofferraum fand.

Mit dem 97er Jahrgang würde ich nun einmal behaupten wurde der Klimawandel und die Umstrukturierung Deutschlands Weinberge bemerkbar und es ging stetig bergauf. Zugegeben, immer noch mit dem Zugpferd Rotwein. Von Überproduktion gebeutelte Regionen konnten sich z.B. dank des Dornfelders gesunde Strukturen schaffen die inzwischen voll greifen. Der Wechsel des Marktes zu einer leichten Präferenz hin zum Weisswein erledigt den Rest um auch die letzten Bestände aus Deutschlands Weinkellern rauszuschaffen.

Wie auch immer, für uns als junger Betrieb der erst wenige Jahre am Markt zugange ist, ist es auch einmal schön wenn von Bestandsseite her kein Druck zu verspüren ist.

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Haben Sie Kühe?

Heute im Weinladen: Ein Kunde betritt barfuss den Laden, nachfolgend ergab sich folgende Konversation:

Kunde: Guten Tag, haben sie frische Milch?

Ich: Nein, aber wir haben Wein!

Kunde: Also, dann haben Sie keine Kühe?

Ich: Nein

Kunde: Schade.

Dann dreht sich der Kunde um verläßt den Weinladen. Ich bleibe ziemlich ratlos im Laden stehen und grüble was der nun wollte und wie er darauf kommt das wir Milch hätten? Ob es mit dem aktuellen Milchboykott zu tun hat?

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Moderne Weine und moderne Verschlüsse erfordern einen anderen Umgang mit dem Wein als wir es bisher gewohnt waren

Schönes Beispiel was ich mit der Überschrift meine zeigt das folgende Video:

Die entmystifizierung des Produktes Wein ist im vollem Gange.
Ich bin mir selber noch gar nicht sicher ob ich das gut finde, letztendlich trägt ja auch ein Blog wie dieses dazu bei.

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Autogrammbarrique

Ein Amerikaner auf dem Wege nach Hause in USA hatte noch Platz im Umzugscontainer und hat diesen Platz mit einem alten Barrique von uns ausgefüllt, für ein paar Kartons Wein hat es ebenfalls noch gereicht.

Als er das Fass abholte bestand er darauf das ich dieses Ding nun signiere als ewiges Andenken für ihn an seine Armyzeit in Heidelberg und unsere Weine die er in dieser Zeit zu schätzen lernte.

Ich ließ mich noch ein paar mal bitten, dann tat ich ihm natürlich den Gefallen. Ist ja auch schön so gebauchpinselt zu werden! Trotzdem schade, denn es ist auch klar das wir damit wieder einen amerikanischen Kunden verloren haben, denn in die USA liefern wir leider keinen Wein.

Wie sagte vor vielen Jahren  jemand vom Deutschen Weininstitut zu mir.

„In den USA interessiert sich absolut niemand für Badischen Wein, und  Heidelberg kennt da auch keiner“

Es wäre vielleicht an der Zeit das wir den Gedanken an Export in die USA wieder aufgreifen, inszwischen gibt es da einige die uns kennen und es zu schätzen wüßten dort ab und zu unseren Wein zu beziehen.

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Furoshiki Weinverpackung

Furoshiki ist eine schöne Methode Weinflaschen zu verpacken jenseits von popeligen Plastiktüten. So etwas gab es schon einmal in Deutschland, ich weiß aber nicht mehr wer und wo.

Eine Wickelanleitung gibt es HIER, man beachte die stammt vom japanischen Umweltministerium!

Ich werde es ebenfalls einmal ausprobieren und bin gespannt wie die Kundschaft reagiert. Vor allem dürfte es bei mir nicht so perfekt aussehen wie im Video, aber ein Versuch ist es wert! [via]

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Ausverkauft

Ganz so weit ist es noch nicht, aber erstmals sind bei uns einige Weinsorten ausverkauft.

Dornfelder, St. Laurent, Schwarzriesling und RosĂ© trocken sind nicht mehr zu haben, in den nächsten Tagen dürfte der Grauburgunder ebenfalls zur Neige gehen.
Die erste Abfüllung der 2007er Weine wird sich damit doch einiges nach vorne schieben, der von mir geplante Maitermin ist dann wohl zu spät 🙁
Wie heißt es so schön, der beste Wein ist der verkaufte Wein!

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Endspurt

Nur bis Mittwoch garantieren wir das alle einkommenden Aufträge fristgerecht zum Weihnachtsfest ausgeliefert werden.
Dementsprechend wird es ab Mittwoch im Versandlager ruhiger, hoffe ich zumindest.

Versandverpackung-copyright-winzerblog.jpg

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Basteln für Winzer und Kellermeister

Es gibt immer wieder Verpackungen, da hält man den Karton in der Hand und fragt sich wie man wohl dieses Ding zu einem Katon falten soll. Mit ein bischen probieren bekommt man recht schnell den Dreh heraus. Dieses auf dem Foto abgebildete Exemplar eines versandfähigen Geschenkkartons ist ein gutes Beispiel dafür. Es kommt einer Höchststrafe gleich, davon einige 100 auffalten zu müssen. Da sich der Kunde diesen Karton wünscht bekommt er ihn natürlich auch, muß ja auch nicht sein das man beim Päckchen packen immer „oh du fröhliche“ singt!

Weinverpackung-copyright-winzerblog.jpg

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Spätburgunder Allergie

Heute im Weinladen hatte ich einen Kunden der keinen Spätburgunder verträgt. Es kommt immer wieder mal vor, das gewisse Personen z.B. keinen Rotwein vertragen. Das man dies jedoch sogar an einer einzelnen Rebsorte festmachen kann war zumindest mir neu. Der Kunde kann sämtlich Rotweinsorten trinken und geniessen, nur beim Spätburgunder, egal welcher Herkunft, treten Symptome auf vergleichbar denen des Heuschnupfens.

Das Beispiel zeigt aber auch sehr schön das wir mit einem Produkt arbeiten von dem man noch längst noch nicht alles weiß, auch wenn dies manche glauben …

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Der Päckchen Wahnsinn

Weinpräsent.jpgIm Moment bestimmen Verpackungen aller Art meinen Alltag. 1er Geschenkkartons, 6er Holzkisten, 3er und 6er Geschenkkartons, dazu die entsprechenden Weine und Grußkärtchen mit der richtigen Versendeadresse zusammenbringen und versandfertig machen. Es geht rund, dazu läuft paralell die Auslieferung auf Hochtouren, täglich sind wir in der Stadt unterwegs, die Kundschaft richtet sich für die Feiertage ein.
Päckchen packen ist eigentlich eine monotone Arbeit, trotzdem habe ich einen Riesenspass daran. Ich weiß nicht warum, ich habe schon immer gerne im Versandlager gearbeitet. Im Gegensatz zum Weinkeller ist es dort heimelig warm, das Radio läuft und ständig kommt Kundschaft. So ist stets für Abwechslung gesorgt, vielleicht ist es das was ich an dieser Arbeit schätze. Dazu kommt natürlich einfach der Umstand das es immer schön ist wenn das Geschäft läuft!
Das Highligt des gestrigen Tages war sicherlich das verpacken diverser regionaler Spezialitäten, so wünschte sich ein Kunde die Kombination aus Rieslingsekt, Spätburgunder, einer Tafel Schokolade, Pralinen und Mannemer Dreck. Nach kurzem probieren war die beste Verpackungsvariante gefunden und los gings, Karton für Karton 3 Stunden lang.

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