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Champagner Party in der EU und in Australien!

Ja, es ist ein schöner Job da drüben in der Hauptverwaltung europäischer Bauernhöfe Landwirtschaft Agrarindustrie oder was noch davon übrig ist. Mir wird schwindelig bei dem Gedanken das sich Frau Fischer Boel entspannt zurücklehnt und darüber sinniert das sie nun endlich und schliesslich absolut sicher sein kann das der Champagner in ihrem Glas ein echter Champagner aus der Champagne ist, und nicht irgend ein anderer Champagner aus einem Land das gar nicht die richtige Champagne ist sondern in Wirklichkeit aus dem entfernten Australien kommt und nur so tut als wäre es die Champagne.

Verwirrend? Es geht darum das eben nur die Produzenten aus der Champagne den Begriff Champagner vewenden dürfen.

Vielleicht mag ja jemand nachlesen und recherchieren was die Australier dafür alles in den Wein reinkippen dürfen oder eben auch rausholen, damit sie in Zukunft auf so tolle Bezeichnungen wie Champagner verzichten. Ich habe aufgehört mich mit dem Thema zu beschäftigen, denn aus Sicht Australiens liest sich das so:

There are significant advantages to Australian producers and exporters in this agreement because all Australian wine making techniques will now be accepted.

Da kann ich mir alles weitere ersparen, weitere Recherche überlasse ich denen die dafür bezahlt werden, den Weinjournalisten zum Beispiel.

Möge der Frau Fischer Boel der Champagner wieder schmecken, bei mit löst das alles ein eher bitteren Geschmack aus.

Wer sich informieren möchte, hier die Links in die Untiefen Europas

Oder schnell und einfach bei den Australiern

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Dinastia Vivanco (1)

Mache ich einen ersten kleinen Rückblick auf dieses Jahr gehört der Besuch des Weingutes Dinastia Vivanco zweifelsfrei zu den großen Erlebnissen des Jahres. Wenn ich an dieser Stelle von Weingut spreche ist das nicht ganz richtig, denn der Betrieb trennt sich auf in mehrere Sparten, die Bodega, die Foundation und das Museum. Dennoch vereint sich alles wieder unter einem Dach und bildet so für den Besucher eine Einheit.

Denke ich weiter nach über Weingüter die ich bisher in meinem Leben besucht habe und frge mich dabei gleichezitig welche davon mich am nachhaltigsten beeindruckten, taucht der Name Dinastia Vivanco erneut ganz oben auf dieser Liste auf.

Wein, Menschen, Landschaft und Kultur haben dafür gesorgt das es so ist und in mir den Wunsch geweckt irgendwann (am liebsten sehr bald) noch einmal in aller Ruhe diesen Flecken Erde besuchen zu dürfen.

ewbc2008

Die Verbindung von Wein, Kunst und Historie gepaart mit modern aufbereiteten Information rund um den Wein, das  alles unter einem Dach ist etwas absolut einmaliges wie ich es in dieser Form noch nirgendwo sonst auf der Welt gesehen oder erlebt habe.

Dinastia Vivanco beeindruckt nicht mit Protz, Reichtum oder gar Effekthascherei, sondern es berührt in einer ganz anderen, besonderen Art und Weise wie man es eigentlich gar nicht beschreiben kann.

Warum ist das so?

  • Ganz bestimmt das hervorragende Menü und die dazu gereichten Weine, alle uns vorgestellten Weine waren von höchster Güte, reich an Nuancen, mächtig bestückt mit viel Potential und Tiefgang.
  • Ein offenherziger, freundlicher Betriebsleiter der uns tiefen Einblick gewährte in seine Montivation, seinen Stiel, sein Wirken und Denken.
  • Das Ambiente welches Stielsicher geschaffen wurde und mit Leben gefüllt wird, nicht gekünstelt sondern echt.
  • Trotz der Größe und der Wertigkeit selbst des kleinsten Steinchens wirkt alles authentisch, normal und freundlich.
  • Nicht zu vergessen die Landschaft in die das alles eingebettet ist, das Rioja mit seinen Farben, Gerüchen und allen anderen Eindrücken die es reichlich zu bieten hat.

Und dann, das Museum, die Kultur. Es muß jeden berühren der mit Wein zu tun hat.

Ich kann gar nicht wiedergeben was ich alles gesehen habe, ich kann gar nicht einschätzen was mich beeindruckt hat, denn es überfordert einen normalen Menschen. Staunend wie ein Kind das zum ersten Male den Nikolaus erlebt hat, betrachtet man die gefüllte Museumshalle und fragt sich wo man anfangen soll mit dem Betrachten der Schätze.

Vielleicht sollte ich von der grössten Korkenziehersammlung der Welt erzählen die im Detail die Entwicklung dieses für Weinfreunde so wichtigen Instrumentes dokumentiert. Vermutlich könnte man Tage damit verbringen sich bei einzelnen Stücken zu überlegen warum sie so gebaut wurden oder wie sie wohl funktionieren.

Oder die Karikaturen die sich mit Wein beschäftigen. Wunderbar, zwischen all den historischen alten Dingen wird man animiert zum lachen, zum schmunzeln über sich und über den Wein der letztlich ja Grund für des Besuch des Weingutes war und ist.

Sicherlich könnte ich von den Picassos erzählen die ich dort bei Dinastia Vivanco gesehen habe, sie beschreiben zu wollen wäre wohl ähnlich dem Versuch einen Rebstock mit bloßer Hand beschneiden zu wollen. Sehen, staunen und sich gerne daran erinnern ist eigentlich alles was man mit einem Picasso tun kann sofern man keinen eigenen besitzt.

Die Ansammlung historischer Weinbaugeräte ist beachtilch und beeindruckend. Alte Pflanzenschutzgeräte oder Transportfässer, Küferwerkzeug und Analysengeräte, alles woran man denken kann hat sich dort an diesem Platz versammelt, banales und kompliziertes.

Man könnte auch von den prächtigen Büchern und Illustrationen erzählen, die schiere Masse an Bildern oder filigrane Kunst des Porzellanes, alles ist da und wartet darauf vom Besucher entdeckt zu werden.

Ich könnte über mein persönliches Highlight dieser Ausstellung berichten, ein spanischer Torkel. Diese irrsinnigen Geräte scheinen mir überall zu begegnen, auch im Bordeaux hatte ich zuletzt die Möglichkeit diese komplizierten Apparaturen eingehend zu studieren. Ach wie gerne würde ich einmal so ein Ding in Aktion sehen. Andere Länder andere Sitten, so wurde auf den spanischen Torkeln nicht nur Trauben gepresst, sondern auch Oliven.

Das bewegte Bild welches in das Museum intergiert ist, vermittelt wunderschöne Eindrücke und gibt dem Betrachter das Gefühl direkt dabei zu sein. Das Medium Fotografie und Video wird geschickt genutzt und vermittelt dem Betrachter auf eindrucksvolle Art und Weise die Region Rioja und die Grundzüge der dortigen Weinproduktion. Toll gemacht, fesselnd und packend bekommt man Lust darauf sich intnesiver mit dem Thema Wein auseinanderzusetzen.

Und die Kunst.
Weinschaffende sind Künstler, viel zu wenig und viel zu selten begreifen sie sich als solche.
Wir arbeiten, malochen, schuften, schwitzen, maulen, diskutieren und rackern uns ab. Wir sollten uns öfters an den schönen Dingen erfreuen die uns unser Beruf täglich liefert, und sei es „nur“ ein Korkenzieher.

Dinastia Vivanco hat für mich das Potential für zukünftige Generationen der Nabel der Weinwelt zu sein.

Ich geh da noch mal hin, ganz bestimmt!

Weiterführende Informationen zu diesem Thema:

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Email aus Neuseeland! Jobs in Hülle und Fülle auf der großen grünen Insel unterhalb von Australien

Eigentlich finde ich es ja frech einfach bei gestandenen Winzern anzufragen ob sie als Erntehelfer nach Neuseeland möchten 🙂

Andererseits bitten sie ja auch darum die Email weiterzuleiten an Leute die evtl. Interesse hätten. Das tue ich hiermit, weiterleitung direkt in das Winzerblog, wenn Interesse an einem Erntehelferjob in Neuseeland besteht, einfach bei der „Neuseeländischen Weinindustrie“melden!

Grüße von der neuseeländischen Weinindustrie.

Wir hoffen, dass die diesjährige Weinernte für Sie gut gelaufen ist.

Mit dieser E-Mail möchten wir die Winzer unter Ihnen auf Gelegenheiten bei der Traubenernte nächstes Jahr in Neuseeland aufmerksam machen. Sie kommen jetzt nach der geschäftigsten Zeit des Weinjahres zur Ruhe, kennen aber vielleicht jemanden, der schon an das nächste Ernteerlebnis denkt. Bitte leiten Sie diese Nachricht an Ihnen bekannte Winzer mit einem Sinn für Abenteuer weiter!

Man kann als Mitarbeiter im Weinanbau nie zu früh dran sein, sich um eine Stelle bei der Traubenlese in Neuseeland zu bewerben. Die Lesezeit (Februar – April) ist zweifellos sehr arbeitsreich, doch bietet Neuseeland auch einen großartigen Lebensstil. Sie könnten dies als einen aktiven Arbeitsurlaub betrachten!

Wir haben bereits jede Menge Jobangebote für die Ernte 2009 in Neuseeland unter www.winejobsonline.com, Neuseelands spezieller Website für Weinjobs, vorliegen. Weitere werden innerhalb der nächsten Wochen und Monate folgen. Es lohnt sich also, die Website öfter zu besuchen oder sich für unsere E-Mail-Updates anzumelden, so dass Sie nicht das richtige Ernteerlebnis für Sie verpassen. Die Website winejobsonline.com bietet auch nützliche Informationen zur Anstellung, einschließlich Links zur Einwanderung usw. Warum sehen Sie sich unsere Angebote nicht gleich einmal an?

Und wenn Sie bei sich eine freie Stelle haben und internationale Wein-Arbeitskräfte erreichen möchten, sprechen Sie mit www.winejobsonline.com genau die richtigen Leute an – zu jeder Zeit des Jahres!

Sollten Sie sich entscheiden, nichts mehr von uns hören zu wollen, dann antworten Sie einfach mit Nein Danke in der Betreffzeile.

Herzliche Grüße

Wie jede Email die ungefragt verschickt wird ist auch diese Email zunächst einmal Spam worüber sich die neuseeländische Weinindustrie Gedanken machen müßte. Auch dieser absurde „Nein Danke“ Hinweis ist natürlich völlig unzureichend und macht es nicht besser. Schade!

Ist Deutschland denn inzwischen wirklich ein Land geworden in dem man Erntehelfer rekrutieren kann? Aber wir hatten es ja schon einmal an dieser Stelle, auch Patrick Johner hat jemanden gesucht via Blog, hat es denn geklappt Patrick?

Wer diese Jobseite ein bischen genauer anschaut sieht das auch andere Arbeitsstellen angeboten werden, es werden also durchaus auch winemaker in Vollanstellung gesucht.

Leider keine Weinblogger, dann hätte ich begonnen nachzudenken …

Was ist eigentlich ein Ernteerlebnis?

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20 Jahre jünger …

… dann würde ich das Angebot als Praktikant bei Johners nach Neuseeland zu gehen direkt annehmen.
Es ist toll welche Möglichkeiten sich heute jungen Leuten bietet, wenn ich daran denke was es vor 20 Jahren für ein Aufwand war einen Job im Ausland zu bekommen, genügt es heute Blogs zu lesen 🙂

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Dear Gabriella, Ryan and Robert,

Time is going by so fast. There are still a lot of impressions of this EWBC Event in Logrono I want to blog about, and I will.
But there must be some time to say thank you to all three of you organizing this event.

So I did this just now by sending a personal email to Robert, Gabriella and Ryan.

gabriella-ryan-robert.gif

Thank you very much for taking on this great effort, letting happen this conference in Logrono 2008.

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Wine films

Ein Webtipp den ich euch gerne präsentieren möchte führt uns nach Südafrika wo ich euch die Webseite Wine Films South Afrika ans Herz legen möchte. Eine Seite die auschliesslich Filme zum Thema Wein in Südafrika anbietet, aber auf hohem Niveau wie ich finde und sehr gut gemacht.  Ich kenne das Konzept nicht welches hinter der Seite steckt, vermute aber das die Betriebe entsprechend für die Filme bezahlen müssen.

Da sollte man doch auch gleich darüber nachdenken statt nur einem Weinmagazin auch gleich noch eine Art Wein-TV zu gründen? Würde das jemand anschauen?

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Riesling gesucht

Für eine Weinprobe bei der im August stattfindenden Weinbloggerkonferenz sollte jeder Teilnehmer 2-3 aussergewöhnliche Weine aus seinem Heimatland mitbringen. Es sollen Weine sein die von aussergewöhnlicher Güte sind und die jeder gerne in seinem Weinkeller hätte.

Ich dachte an Riesling, 1 x trocken, 1 x edeslsüß und ein schöner trockener Spätburgunder.

Hat jemand konkrete Vorschläge? Womit könnte man Weinblogger aus anderen Europäischen Ländern begeistern?

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Ein kleines Interview

mit mir und in Englisch gibt es im Moment auf der Homepage der European Wine Bloggers Conference zu lesen.

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WBW #45: Old World Riesling

1963er-riesling-copyright-winzerblog.jpgwinebloggingwednesdayThe 45th edition of Wine Blogging Wednesday is hosted by Tim and his blog Winecast. Tim is asking the communty to drink aqnd write about a Riesling coming from the old wine world. Thank you Tim for this wonderful theme and tanks to Lenn having this wonderfull idea of Wine Blogging Wednesday!

My entry to wine blogging wednesday #45 :Old World Riesling

The Riesling is coming from the Rheingau area, a 1963er Johannisberger Erntebringer.
It is no Icewine, Beerenauslse ore any other speciality, it is just a dry white Riesling from the vintage 1963!

The Labels shows a lot of names, even for me as a german it seems difficult to find out who is the producer of this wine. In big letters we can read the name of Jacob Gerhardt, I assume, this man was in 1963 owner of the Niersteiner Schlosskellerei which accurs as bottler of this wine. Anyway, as far I could find in the internet, is this website, they are still producing wines!

When I bought this wine in a bundle with other 50 old vintage bottles, I learned it was stored the last 20 years in a garage, stored in a shelf between spares like tires and exhausters. Knowing this, i did not expect to much of this wine!!

Thee label, and the bottle were optical in a nearly perfect condition, but how will it taste?
The cork of this bottle was completely wet, but it was no further problem to open the bottle. After pouring the wine into the glas, I was surprised. The wine was not brown ore looking like sherry, its colour was deep yellow, bit of gold and straw, the wine twinkled clear without being cloudy in the glas.

Getting a first smell, the impression was this of wet earth, an of course overwhelming madeirization. But luckily there was no taste of cork or any other failures!!
Interesting, during the next 30 minutes this aromatique changed totally, like the taste of the whole wine changed! Everey minute the wines performance was improving and getting better. By the time we were able to taste some notes of petrol, what made this wine even more interesting than the wine was anyway.
The Riesling was very tasty, the last 45 years maturing in a garage did not harm the aging of this wine in any way. The wine was spicy and had a nice touch of minerality which is so characteristic for wines of this Rheingau region.

Well, I think Mr. Gerhardt did a great Job in 1963!!

Check out my pictures of this wine at Flickr

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Wine Blogging Wednesday zum Thema Riesling!!

Drüben bei Tim, im Blog Winecast, ist am 7. Mai 08 bloggen zum Thema Riesling angesagt! Der Wine Blogging Wednesday widmet sich in seiner 45. Ausgabe dem Thema „Old World Riesling“. Vielleicht für den einen oder anderen deutschsprachigen Blogger eine schöne Gelegenheit einmal sein Stelldichein bei den Englischsprachigen Weinbloggern zu geben.

Logisch das der Beitrag in Englisch geschrieben sein sollte 🙂 das restliche Procedere ist gleich dem der Weinrallye, dessen Vorbild der WBW ja ist.

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Weinskandal in Italien

Nach kurzer Diskussion mit meinem Kellereifachhänder bleibt für die Kellermeister die den derzeitigen Weinskandal in Italien zu verantworten haben nur eines, sie sind entweder hochgradig kriminell oder saudumm, vermutlich aber beides gleichzeitig. Ich spreche hier von dem Teil des Skandales in dem es darum geht künstlichen Wein herzustellen, nicht die Vergehen um Sortenreinheit des Brunello, denn dabei geht es schlicht und einfach nur um Gier.

Aber wie kann ein Kellermeister Dünger nehmen, ihn auflösen und dem Wein zusetzen? Was soll das bezwecken? Das generieren von Extrakt? Spurenelementen? Ich habe keine Ahnung! Warum kippt ein Mensch Salzsäure in den Wein? Weil sie billiger ist als Weinsäure? Oder ist es eine Frage der Konzentrationen? Dient es dazu dem Wasser-Weingemisch einen Säurewert zu verpassen? Das einstellen des ph-Wertes? Aber warum dann mit Salzsäure?

Ich weiß nicht, mir erscheint dieser Betrug derart dumm, das ich es mir fast nicht vorstellen kann das diese Geschichte so abgelaufen ist wie sie derzeit erzählt wird. Auch die Dimension von 70 Millionen Litern erscheint mir ziemlich Absurd, dazu kommt die Masterfrage, wo kommt bei diesem Gesöff der Alkohol her? Ich persönlich halte es für eine ausgesprochen dumme Idee Wein künstlich günstiger herstellen zu wollen als die auf dem Markt befindlichen Überproduktionen einzukaufen. Es wäre wesentlich einfacher die Bücher zu manipulieren als künstlichen Wein herzustellen.

Mich erinnert das stark an den letzten Skandal 1986 in Italien. Damals wurde Wein gepanscht um bei der Destillation höhere Ausbeuten und damit höhere Auszahlungen zu erreichen. Dummerweise wurde damals, statt die Charge zu destillieren, der Wein abgefüllt und kam in den Verkauf was für 20 Konsumenten den Tod brachte. Italien hatte damals Glück, denn DIESES Ereignis verdrängte den damaligen Weinskandal aus den Schlagzeilen.

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SPIEGEL ONLINE + Zucker + Seehofer = grober Unfug

Manchmal frage ich mich wirklich wie man sich solch einen Blödsinn ausdenken kann und dann auch noch veröffentlichen darf. Ich habe selten einen Artikel gelesen der derart von Fehlern strotzt. Bereits die Überschrift „Seehofers Kampf für den Zuckerwein“ läßt nichts gutes erwarten. Seehofer setzt sich vielleicht für die Anreicherung von Most mit Zucker ein, ganz bestimmt nicht für den Zusatz von Zucker zum Wein!!!
Weitere Beispiele groben Unfugs gefällig?
Gerne:

Der SpOn schreibt:

Vor allem Deutschlands Agrarminister Horst Seehofer hatte sich für die Massenproduzenten eingesetzt.

Die Anreicherung hat grundsätzlich zunächst einmal nichts mit Massenproduktion zu tun. Kleine Winzer wie auch große Betriebe reichern ihre Weine an. Die Beweggründe dies zu tun mögen dabei unterschiedlich sein. Die maximale Erntemenge ist in Deutschland exakt reglementiert, wirkliche Massenproduzenten findet man in anderen Ländern dieser Welt, wo Traubenproduktionen von 30 Tonnen/Hektar die Normalität sind.

… setzen noch immer viele Produzenten auf Sorten wie Trollinger, Dornfelder oder Lemberger. Es sind Sorten, die sich vor allem in den Discountern wiederfinden. Und die könnten bei einer eingeschränkten Zuckerzufuhr nicht mehr angebaut werden – sie wären zu herb.

Trollinger und Lemberger im Disounter zu Schnäppchenpreisen sind doch eher die Ausnahme, davon träumt die Autorin des Artikels vielleicht, diese Sorten werden definitv NICHT mehrheitlich im Discounter verkauft. Besonders dem Lemberger tut man hier Unrecht!
Der Anbau der genannten Sorten ist selbstverständlich NICHT von einer „Zuckerzufuhr“ abhängig, die gegenteilige Behauptung zeigt das Niveau der getätigten Recherche.
Der größte Blödsinn ist jedoch die Feststellung das die Weine ohne Zuckerzufuhr zu herb wären. Die Tatsache das Weine herb oder lieblich sind hat im Grunde nichts mit der Anreicherung zu tun.

Da in den kühleren Regionen weniger Sonne scheint, werden die Trauben oft nicht süß genug. Viele Winzer fügen deswegen dem Wein Zucker zu, um den Alkoholgehalt zu erhöhen. Im südlichen Italien, Portugal oder Spanien – so wie auch bei den deutschen Qualitätsweinen – verwendet man stattdessen Traubenmost

Mit Traubenmost ist vermutlich rektifiziertes Traubensaftkonzentrat (RTK) gemeint. Dieses RTK wird man äusserst selten in deutschen Qualitätsweinen finden. Ich kenne keine Winzer die so etwas einsetzen. Vermutlich war beim deutschen Qualitätswein die Süßung mit Traubensaft gemeint
Trotzdem spätestens hier hätte der Autorin auffallen müssen das sie Grütze schreibt, denn warum sollte in warmen Ländern mit Traubensaft angereichert werden wenn doch nur in kühlen Ländern (denn dort scheint ja die Sonne weniger!) die Trauben nicht süß genug werden?

So geht es munter weiter im Artikel, es reiht sich Fehler an Fehler.
Für den nächsten Weinartikel des SpOn einige Denkansätze Meinerseits:

  • Anreicherung und Süßung sind nicht das gleiche
  • Neben Zucker dienen auch RTK und die Mostkonzentration der Anreicherung
  • Anreicherung dient in den seltensten Fällen der Grundsicherung des Alkoholgehaltes, die Alkoholerhöhung wird im modernen Weinbau vielmehr als Geschmackliche Komponente verstanden
  • Zuckerproduktion in der Traube ist nicht ausschliesslich von der Sonne abhängig
  • ist Südeuropäischer mit chinesicher Apelsäure angereicherter Wein besser als deutscher Wein angereichert mit Zucker? Sonne ist schön, aber viel davon ist nicht automatisch gut!!
  • Die Qualität einer Traube kann nicht alleine über den Zucker definiert werden. Faktoren wie Säure, Extrakt, Bodenverhältnisse, Wasserverfügbarkeit, Niederschlagsverteilung usw sind nicht minder wichtige Faktoren.
  • Für weiteren Input empfehle ich die Lektüre diverser Weinblogs.

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Wein mit Ei – Neues aus Absurdistan

Wer die letzte Ausgabe des Fachmagazines Der Deutsche Weinbau gelesen hat, hat mit Erschrecken erfahren was sich die von der Leine gelassenen Beamten der EU an neuen Etikettierungsvorschriften ausgedacht haben.

So ist z.B. ein Warnhinweis vorgesehen, wenn ein Wein mit Eiklar geschönt wurde.

Der Hinweis „Wein mit Ei“ wäre nur einer von vielen Möglichen, ich werde später ausführlicher darüber schreiben wenn ich die entsprechenden Links zusammen habe.

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Fax aus Bordeaux

BilligBordeaux.jpg

Die Not ist groß …

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Du willst Weinguru werden?

Das von mir oft gelesene Weinportal Wein-Plus.de sucht derzeit einen Weinverkoster in Vollzeitanstellung. Der Bewerbungstext ist schon vorab eingetragen:

Hallo Wein-Plus, ich bin sehr erfahrener Verkoster und kann mir vorstellen in Erlangen in Vollzeitanstellung Ihr Verkosterteam zu verstärken. Daher würde ich mich über eine Kontaktaufnahme freuen.

Name + Adresse dazu und abschicken!
Parker, Eichelmann (Warum ist der eigentlich nicht in der Wikipedia?) ,Broadbent, Faßbender, Johnson, Pigott, und dann du?

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