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Weinbaugeräte

Rebschere

Manche sagen auch Rosenschere dazu, aber eigentlich ist es schon eine Rebschere.

Sie war schon immer Rot und schon immer kamen die Besten von der Firma Felco aus der Schweiz. Egal ob für Linkshänder, Rechtshänder, mit Rollgriff oder ohne, Felco hat Sie alle.

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Die ist so gut, man kann sie sogar reparieren, schleifen, wetzen, was immer man will. Immer wieder wird versucht die Felco durch eine billigere Marke zu ersetzen, doch das Schicksal der Billigscheren ist immer das gleiche, sie wandern in den Topf zu den einfachen Erntescheren. Natürlich gibt es neben dem Klassiker auch Pneumatische oder mit Akku betriebene Scheren, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Damit ist das Tempo beim Rebschnitt deutlich gestiegen, gleichzeitig konnte die alte Winzerkrankheit der Bänderdehnungen und Zerrungen in den Armen nahezu vollständig bekämpft werden. Bis vor wenigen Jahren war es allerdings Pflicht beim Arbeiten mit diesen Geräten Kettenhandschuhe zu tragen, denn drückt man einmal auf den Knopf, geht die Schere zu, egal was sich zwischen den Klingen befindet. Unzählige Winzerfinger sind so den Klingen zum Opfer gefallen. Auch der Kettenhandschuh hat nicht viel geholfen, fürte er doch zu unglaublichen Quetschungen die kaum mehr reparabel waren. Da unsere fantastische Medizin heute so gut ist, wird nun empfohlen auf den Schutzhandschuh zu verzichten, stattdessen soll man, wenn einmal das Unglück passiert den abgeschnittenen Finger in eine Plastiktüte mit Eiswürfeln geben und damit das nächste Krankenhaus aufsuchen. Dort wird er wieder angenäht und ist bis zum nächsten Jahr rechtzeitig zum Rebschnitt wieder voll einsatzbereit.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde ursprünglich im alten Winzerblog am 26.02.2005 erstellt und wurde am 1. januar hier im neuen Winzerblog eingestellt

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Beli-Binder

Oder genauer : Das Beli Rebenbindegerät
Nachdem die Rebscheren beiseite gelegt sind, schlägt die Stunde des Beli-Binders. Neben den bereits gezeigten Materialien zur Befestigung der Rebtriebe am Drahtrahmen, gibt es zur Vereinfachung der Arbeit ebenfalls kleine Hilfsgeräte. Viele Winzer verwenden den Beli-Binder, das geht schnell, ist unkompliziert und schont die Gelenke. Die Kosten für das Bindematerial halten sich ebenfalls in Grenzen, zudem kann man ohne großen Kraftaufwand arbeiten. Die Funktionsweise des Gerätes kann man auf der Homepage
www.rebenbindegeraet.de nachlesen.

Beli-binder

Es wird sogar ein Video angeboten, der die Arbeitsweise des Beli-Binders zeigt.

Als Alternative zum Beli-Binder ist mir nur die Firma Pellenc bekannt.

Anmerkung:
Geschrieben wurde der Artikel im alten Winzerblog am 29.03.2005, am 1. Januar 2006 in den neuen Winzerblog übernommen.

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Traubenvollernter

Die modernen Traubenvollernter arbeiten mit und schonenden Schüttelsystemen. Die Trauben werden abgeschüttelt, und in einem Schuppensystem aufgefangen, welches die Trauben in einen Vorratsbehälter transportiert.

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Grundsätzlich kann man davon ausgehen das der Traubenvollernter eine Erntemannschaft von 30- 40 Personen ersetzen kann. Trotz modernster Technologie, die in diese Maschinen gepackt wird, ist es nach wie vor entscheidend, wie gut der Fahrer ist. Mitte der 80er Jahre begann der Siegeszug dieser Maschinen, der bis zum heutigen Tage anhält. War es noch vor 20 Jahren nur großen Betrieben vorbehalten mit dieser Technik zu arbeiten, ist heute der Traubenvollernter selbst in kleinen Weingütern zum Teil durch Maschinengemeinschaften im Einsatz.

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Der Erfolg dieser Geräte ist klar auf der wirtschaftlichen Seite zu suchen, denn gutes Personal für die Weinernte zu bekommen wird immer schwerer und ist kostenintensiv. Ein weiterer Faktor ist der enorme Zeitgewinn, der z.B. in Jahrgängen wie 2000 über Gedeih und Verderb eines Betriebes entscheiden konnte. Wer ist schneller? Die sich ausbreitende Fäulnis oder die Ernteteams? Selbst in feuchten Ernteperioden kann in wenigen trockenen Stunden eine große Menge geerntet werden. Die Flexibilität kommt hinzu, denn es kann auch problemlos nachts geerntet werden. Alles, was benötigt wird, ist ein Traubenvollernter mit Fahrer und Traubentransporter mit Fahrer.
Der Traubenvollernter ist natürlich nicht in der Lage das menschliche Auge und den Geruchssinn zu ersetzen. Somit ist es nur logisch, das bei besonderen Ernten wie z.B. Beerenauslesen, diversen Selektionen die Maschine den Menschen nicht ersetzen kann. Probleme bereitet zudem die maschinelle Ernte in Genossenschaften, denn mit das wichtigste ist die rasche und zügige Verarbeitung des Traubenmaterials. Stundenlanges anstehen in Warteschlangen, bis endlich abgekippt werden kann, hat fatale Folgen. Die Trauben müssen unmittelbar direkt nach der Ernte verarbeitet werden. Ist dies nicht möglich, öffnet man vielen Problemen die Tore, die auch später im Keller nicht mehr in den Griff zu bekommen sind.

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Der Blick hinter die Kulissen zeigt schon lange, das es qualitativ keinen Unterschied mehr macht, auf welche Art und Weise die Trauben geerntet werden. Fakt ist, faule Trauben geben schlechten Wein egal ob von Hand oder mit Maschine geerntet. Umgekehrt lassen sich höchste Qualitäten erzeugen, solange das Traubenmaterial dies hergibt, egal ob Hand oder Maschinenernte.
Immer mehr Betriebe stellen von der Positivselektion um auf die Negativselektion. Ging man bisher in Weinberge und erntete die gesunden Trauben, geht man heute in die Weinberge und schneidet die faulen Trauben auf den Boden, damit die Erntemaschine nur das Material erntet, wie es gewünscht wird. Das kann mit wenigen gut geschulten Erntehelfern bewerkstelligt werden und ist unabdingbar will man ordentliche Qualitäten ernten, denn wie gesagt, die Maschine kann weder sehen noch riechen!!

Links zum Thema:

ERO Weinbaugeräte und -maschinen

Scharfenberger Maschinenbau

Der Deutsche Weinbau: Vollernter auch bei Rotweinsorten? (pdf)

Landbote – Pfälzer Bauer: Lesetermin ist entscheidend für die Weinqualität

Über abartige Nebenerscheinungen der Erntemaschinen kann man nachlesen in der Wormser Zeitung: Vollernter kratzt am Mythos Eiswein

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