Samagon

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 11 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

Als Samagon bezeichnet man eine Russische Spezialität eines selbst gebrannten Destillates. Zur Herstellung werden Wasser, Zucker, Hefe, Milch, etwas Pflanzenöl, Lorbeerblätter, Tee, Pfefferkörner, Rosinen, Eichenrinde und Kaliumpermanganat benötigt.
Ausführliche Infos zu dieser für mich etwas fragwürdig klingende Spezialität bietet Wodka.de.tt

7 Comments

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7 Responses to Samagon

  1. Armen

    Können Sie mir helfen , ich brauche rheines Ethanol (trink oder Med Spiritus) wie kann ich dieses bekommen?
    Mit freundlichen grüßen
    A.Papjan

  2. Hellmut Donath-Franke

    Hallo!
    Ich bin zufällig auf dieser Seite gelandet.
    Was hier über Samagon steht – da sträubt sich mir und den Kennern der Pelz.
    Deshalb mal eine Erklärung:
    Das Wort setzt sich zusammen aus sam (=selbst) und agon (=überbleibsel von agonit=brennen), also Selbstgebrannter. Das angegebene Rezept ist pure Phantasie. Samagon wird aus allem gemacht, was man brennen kann. Angefangen von Obstlern geht es über Zucker bis zu allem, was man vergären kann. Habe ich selbst auch schon von Tomaten getrunken. Der Ansatz des Vergärens wird als „braschka“ bezeichnet und bei viel „Durst“ auch schon mal vor dem Brennen getrunken. Schmeckt von Tomaten auch nicht schlecht. Einfachste Lösung in den Tiefen Sibiriens, wenn keine Früchte zur Verfügung stehen, sind Zucker, Hefe und Wasser.
    Was in dem angegebenen Rezept Milch, Pflanzenöl, Lorbeerblätter, Tee, Pfefferkörner, Rosinen, Eichenrinde und Kaliumpermanganat sollen, ist mir unklar. Aber vielleicht hat man das dem Samagon zugesetzt, um ihm einen Geschmack beizubringen. Denn so einfach aus Zucker ist er sehr geschmacksneutral. Habe auch von Leuten gehört, die dem Samagon angeblich Whiskygeschmack beigebracht haben wollen (siehe Eichenrinde), aber die haben es mit anderen Zutaten versucht und ich glaube, die hatten in ihrem Leben noch nie einen Tropfen Whisky gesehen, gerochen oder geschmeckt.
    Und noch etwas zu dem Zuckergebranntem: Im Gegensatz zu einem guten Obstler macht er einen echt schweren Kopf. Das liegt an den Fuselölen, die beim Brennen von raffiniertem Zucker entstehen, der vielleicht von Zuckerrüben ist. Ich glaube, es liegt daran, denn ein guter Brand von Zuckerrohr, also Rum, macht nicht so einen schweren Kopf.
    Und um die Fuselöle abzuscheiden, haben „gute“ Brennanlagen eine simple Einrichtung.
    So einfach wie in Sibirien gebrannt wird, so einfach können wir nicht einmal denken . . .

  3. Da bei diesem Gesöff offensichtlich alles erlaubt ist, kann das von mir mit Quellenangabe übernommene Rezept nicht so falsch sein. Mir sträuben sich allerdings die Haare wenn ich so etwas lese und bin durchaus der Meinung das solch ein Gebräu möglichst schnell verboten werden müßte.

  4. Hellmut Donath-Franke

    Warum sol das verboten werden? Einfach gebrannt aus vergorenen Dingen ist reinste Natur. So sauber bekommst Du hier nichts, was sich nicht als Obstler bezeichnet. Für alle Liköre dient als Grundlage in den meisten Fällen ein Brand aus Abfällen der holz- und Papierindustrie, und das macht dann so viel Auweh im Kopf.

    Dann doch lieber einen Natur-Samagon!

  5. Edu

    Hallo! Bin auch zufällig auf diese Seite geraten. Komme selbst aus Rußland und habe dieses Rezept Hellmut das du oben angegeben hast mit dem Zucker etc. immer dort gemacht. Ehrlich gesagt war es sogar besser als manch so ein Vodka hier vom Geschäft.

  6. wildyV

    Hoi. Selbstbrennen wird dann gefährlich wenn Laien anfangen selbst rumzuexperementieren.
    Beim brennen ensteht je nach dem ne gewisse menge Methanol(hochgradig giftig).Methanol führt bei überdossen (1g pro kg des Körpergeichts)zur Erblindung und anschliesend zum Tod.
    Anfängern ratte ich deswegen sich sehr gut über das Selbstbrennen zu informieren.

  7. Hellmut Donath-Franke

    Die Ansicht mit dem Methylalkohol wird nur hier in Deutschland verbreitet. Warum damit Angst gemacht wird, hat meiner Meinung nach wirtschaftliche, sprich steuerliche, Gründe. Der Staat will ja seine Steuer haben und die ist bei Alkohol ja nicht gerade wenig. Bei Brennereien wird deshalb die Anlage versiegelt und jeder Tropfen gezählt.
    Zurück zu Brennen. Die Gefahr von Methylalkohol tritt beim Brennen von stärkehaltigen Ausgangsstoffen auf, also Kartoffeln, Getreide usw. Wo zu Hause gebrannt wird, also in Russland, Osteuropa oder auch hier in Mitteleuropa sind vorallem vergorenes Obst der Ausgangsstoff. Da kommt reiner Naturalkohol raus, auch nach Volltrunkenheit ist man kopfschmerzfrei! In Russland brennt bzw. als ich da zu Gange war, brannte man auch aus Zucker, weil das ein billiger Rohstoff war und da in Sibirien, wo ich gearbeitet habe, wuchs kein Obst. Aus Zucker Gebrannter macht aber Kopfschmerzen, wenn man eben nur einfach brennt. Das liegt aber auch nicht an Methylalkohol, sondern an den Fuselölen, die man jedoch beim Brennvorgang mit wenig Aufwand abscheiden kann. Bei reinem Obstler gibt es das aber nicht.
    Auf dem Balkan brennt man übrigens fast ausschließlich aus Pflaume oder den Weinresten. Das beginnt schon bei unseren tschechischen Nachbarn mit Slivovitz. Die Ungarn machen das etwas hochprozentiger, so bei 60% mit Palinka. In Rumänien ist das Original der Tuika (sprich Zuika) oder Rakiu mit etwa 25-30%, aber der durch die ungarische Minderheit verbreitete Palinka ist beliebter. In Bulgarien bekommt man Rakia, der Name stammt aus der türkischen Besetzung des Balkans. In Serbien war ich erst einmal, da hab ich vergessen, wie das heißt, war aber auch ein edler Tropfen. Ja und in diesen Ländern macht das fast jeder zu Hause oder hat jemand in der Verwandschaft. Und bei uns im Ländle macht man auch Obstler und keiner hat Angst vor Methylalkohol . . . Habe aber auch schon Bayern Tröpfchen gefunden. Es gibt also auch hierzulande Leute, die ihre Obstreste für den Eigenbedarf auf diese Weise konservieren.

    Am Brennen liegt es also nicht, sondern am Ausgangsmaterial. Und beim Brennen ist in der Hauptsache darauf zu achten, dass gut Ding auch Weile haben will. Also nicht schnell-schnell. Temperatur schön gleichmäßig halten ist das Wichtigste. Zu hoch macht das Produkt einfach zu dünn, weil viel Wasser mit verdampft. Man kann aber auch ein zweites und drittes Mal brennen, um die Konzentration zu erhöhen.

    Ich kann nur sagen: Prost! Ein Selbstgebrannter ist ein richtiges Naturprodukt und jeden Tag nur ein Gläschen, dann ist es Medizin.