Tag Archives: Journalismus

Was ist ein Weinblogger?

Es juckt mich ja schon lange etwas zu diesem Thema zu schreiben, jetzt hat Bernhard Fiedler das getan und wie!!

Es folgt ein klitzekleiner Auszug seines Artikels als Vorgeschmack:

….

Ärgerlich wird die Sache allerdings dann, wenn Journalisten so tun, als würden sie bloggen. Zumindest in der Weinszene neigen sie in diesem Fall nämlich dazu, von oben herab Lob und vor allem Tadel an andere Blogs zu verteilen. Dabei sind sie in ihrer Wortwahl nicht zimperlich und stilisieren sich selbst gerne zu Leitfiguren der Szene.

Ich hoffe sehr die Zeit zu finden mich auch noch ausführlich diesem spannenden Thema widmen zu können.

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Südafrika

Irgendwie verfestigt sich bei mir momentan der Eindruck das sich die Berichte über Südafrikas Weinwirtschaft häufen, zumindest bei denen, die das Schreiben von Texten als Beruf ausüben.
Ich bin ja nur Kellermeister, trotzdem frage ich mich ob das wirklich Zufall ist?
Drinktank, der Niko und Herr Supp ist wohl auch gerade dort wie er hier im Kommentar verlautbarte. Selbst der bloggende Journalist mit fundierter Weinbildung hat sich um Südafrikanische Weine gekümmert, aber hier ist eigentlich der Hinweis auf die Kommentare viel interessanter als Südafrika 🙂
Jetzt würde ich noch einen darauf wetten das in den Ausgaben diverser Print-Weinmagazine der nächsten Wochen Südafrika ebenfalls ein Thema sein wird!!

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Pestizide im Wein

Das es keine echte Überraschung sein kann, das in konventionell erzeugten Weinen Rückstände von Pestiziden nachgeweisen werden können sollte eigentlich klar sein. Das sich so etwas auch in Ökoweinen findet ist dann doch ein starkes Stück und dürfte selbstverständlich nicht sein. Wie auch immer, wichtig ist dabei die Tatsache, das alle geforderten Grenzwerte unterschritten werden, es also eigentlich KEINEN Grund zur Beanstandung gibt, es sei denn man wäre auch überrascht das man im Wein Alkohol findet. Alles nachzulesen HIER

Und jetzt lesen wir einmal was die deutsche Journaille daraus macht. Süddeutsche.de titelt: Pestizide im Wein, welt.de macht daraus ein europäisches Problem: Pestizide in europäischen Weinen. Spiegel online gefällt mir am Besten, denn dort wird unter der Überschrift: Rotwein oft mit Pestizid belastet erst einmal Werbung für die BASF geschaltet. Bei FR-online heißt die Schlagzeile Gift im Wein. Auch dem Kölner Stadtanzeiger ist aufgefallen das in konventionell erzeugtem Wein mehr Pestizide enthalten sind als in biologoisch produziertem, erstaunlich das sich das dort dann nicht wieder in der Überschrift findet, sondern daraus flugs ein deutsches Problem wird: Pestizide in deutschem Wein.
Kein einziger Verlag macht sich die Mühe konkrete Zahlen zu veröffentlichen, oder einfach den Sinn einer solchen Studie zu hinterfragen. Hauptsache Inhalt der mit Werbung zugeknallt werden kann, das scheint alles zu sein was zählt. Und wenn man dem Wein damit schadet ist es ebenfalls scheißegal, denn es war ja keiner, man hat ja nur abgeschrieben.

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Weinjournalismus

Einen sehr lesenswerten Zustandsbericht über den Weinjournalismus gibt derzeit Eckhard Supp in seinem Editorial „Geiz ist dumm!!“ auf ENO WordWine.

Da ist was zum nachdenken für alle dabei….

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„Frag den Kellermeister“ oder wie es richtig heißen müßte „Frag den Weinjournalisten“

Im ersten Moment war ich begeistert von diesem Angebot das sich unter dem Titel „Frag den Kellermeister“ findet. Angesprochen werden Menschen die etwas über Wein lernen möchten und Wein zu ihrem Hobby erklärt haben. Wöchentlich erscheint ein Video, für Euro 3,80 je Ausgabe also ca 200 Euro im Jahr bekommt man Zutritt zu den entsprechenden Bereichen der Webseite „Frag den Kellermeister“.

Davon abgesehen das ich es als störend empfinde das gleich wieder ein Wein des Monats angeboten wird der über einen ganz speziellen Weinhändler zu Superkonditionen zu beziehen ist, stinkt mir eine andere Sache ganz gewaltig.

Wo bitte ist der Kellermeister?

Nichts gegen Weinjournalisten schon gar nicht wenn sie bloggen, oder einen Weinfachmann jegwelcher Art, aber das genügt bei weitem nicht sich Kellermeister zu nennen. Oder hat einer der Herren schon mal bis zu den Knien in Weinhefe gesteckt? Vier Wochen lang 2 mal am Tag einen Hefepressfilter gereinigt oder Wein geschwefelt? Mit Kieselgur filtriert oder eine Abfüllanlage bedient? Haben die werten Herren schon mal eine Schwefelschnitte angezündet oder eine Schönung aufgezogen? Schon mal unter einem Tank gestanden als er überlief oder in einem Weinkeller übernachtet? Das Vergnügen gehabt eine verstopfte Maischeerhitzungsanlage auseinander bauen zu müssen? Kurzum, die Webseite müßte heißen „Frag den Weinjournalisten“ dann wäre es in Ordnung und alle wären glücklich und zufrieden.

So wie es ist, ist es eine Verarschung eines Berufsstandes! Wer sich Kellermeister nennen möchte kann dies nach entsprechender Ausbildung oder entsprechender beruflicher Tätigkeit tun, aber einen französischen Rotwein als Wein des Monats empfehlen reicht dazu meines Erachtens nicht, genau so wenig wie gute journalistische Tätigkeit.

Alles was Recht ist, mir käme es doch auch nie in den Sinn mich Journalist zu nennen, oder eine Webseite zu betreiben die sich „Frag den Weinjournalisten“ nennt!! Was würden denn die Leute von mir denken?

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Ungeniessbare Journalisten

Jedes Wort über diese aussterbende Spezies ist ein Wort zu viel. Wird Zeit das sie von der Bildfläche verschwinden, denn ich empfinde es als unangenehm dem aussterben zuschauen zu müssen. Jammernd und winselnd klammern sie sich an die letzten Äste und schlagen wild um sich. Auch Copy-Paste hilft nichts mehr seit man dabei erwischt wird, die digitale Welt wird diese Zunft irgendwann einfach wegspülen.

Bis es so weit ist lieber Herr Fichtner, lassen Sie uns einfach in Ruhe!!

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Blöd dass es Blogs gibt

Blöd das es Blogs gibt mag sich Frau Exler von der Onlineredaktion der Welt derzeit denken.
Sie wurde von Mario Scheuermann erwischt beim Blödsinn schreiben.
Der Artikel um den es geht heißt Bordeaux-Winzer kämpfen ums Überleben, die Ohrfeige für diese Schreiberei holt sich Frau Exler direkt ab beim planet bordeaux im Artikel mit der treffenden Überschrift Schiefes Weltbild.

Ich wünsche viel Spass beim lesen

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SPIEGEL ONLINE + Zucker + Seehofer = grober Unfug

Manchmal frage ich mich wirklich wie man sich solch einen Blödsinn ausdenken kann und dann auch noch veröffentlichen darf. Ich habe selten einen Artikel gelesen der derart von Fehlern strotzt. Bereits die Überschrift „Seehofers Kampf für den Zuckerwein“ läßt nichts gutes erwarten. Seehofer setzt sich vielleicht für die Anreicherung von Most mit Zucker ein, ganz bestimmt nicht für den Zusatz von Zucker zum Wein!!!
Weitere Beispiele groben Unfugs gefällig?
Gerne:

Der SpOn schreibt:

Vor allem Deutschlands Agrarminister Horst Seehofer hatte sich für die Massenproduzenten eingesetzt.

Die Anreicherung hat grundsätzlich zunächst einmal nichts mit Massenproduktion zu tun. Kleine Winzer wie auch große Betriebe reichern ihre Weine an. Die Beweggründe dies zu tun mögen dabei unterschiedlich sein. Die maximale Erntemenge ist in Deutschland exakt reglementiert, wirkliche Massenproduzenten findet man in anderen Ländern dieser Welt, wo Traubenproduktionen von 30 Tonnen/Hektar die Normalität sind.

… setzen noch immer viele Produzenten auf Sorten wie Trollinger, Dornfelder oder Lemberger. Es sind Sorten, die sich vor allem in den Discountern wiederfinden. Und die könnten bei einer eingeschränkten Zuckerzufuhr nicht mehr angebaut werden – sie wären zu herb.

Trollinger und Lemberger im Disounter zu Schnäppchenpreisen sind doch eher die Ausnahme, davon träumt die Autorin des Artikels vielleicht, diese Sorten werden definitv NICHT mehrheitlich im Discounter verkauft. Besonders dem Lemberger tut man hier Unrecht!
Der Anbau der genannten Sorten ist selbstverständlich NICHT von einer „Zuckerzufuhr“ abhängig, die gegenteilige Behauptung zeigt das Niveau der getätigten Recherche.
Der größte Blödsinn ist jedoch die Feststellung das die Weine ohne Zuckerzufuhr zu herb wären. Die Tatsache das Weine herb oder lieblich sind hat im Grunde nichts mit der Anreicherung zu tun.

Da in den kühleren Regionen weniger Sonne scheint, werden die Trauben oft nicht süß genug. Viele Winzer fügen deswegen dem Wein Zucker zu, um den Alkoholgehalt zu erhöhen. Im südlichen Italien, Portugal oder Spanien – so wie auch bei den deutschen Qualitätsweinen – verwendet man stattdessen Traubenmost

Mit Traubenmost ist vermutlich rektifiziertes Traubensaftkonzentrat (RTK) gemeint. Dieses RTK wird man äusserst selten in deutschen Qualitätsweinen finden. Ich kenne keine Winzer die so etwas einsetzen. Vermutlich war beim deutschen Qualitätswein die Süßung mit Traubensaft gemeint
Trotzdem spätestens hier hätte der Autorin auffallen müssen das sie Grütze schreibt, denn warum sollte in warmen Ländern mit Traubensaft angereichert werden wenn doch nur in kühlen Ländern (denn dort scheint ja die Sonne weniger!) die Trauben nicht süß genug werden?

So geht es munter weiter im Artikel, es reiht sich Fehler an Fehler.
Für den nächsten Weinartikel des SpOn einige Denkansätze Meinerseits:

  • Anreicherung und Süßung sind nicht das gleiche
  • Neben Zucker dienen auch RTK und die Mostkonzentration der Anreicherung
  • Anreicherung dient in den seltensten Fällen der Grundsicherung des Alkoholgehaltes, die Alkoholerhöhung wird im modernen Weinbau vielmehr als Geschmackliche Komponente verstanden
  • Zuckerproduktion in der Traube ist nicht ausschliesslich von der Sonne abhängig
  • ist Südeuropäischer mit chinesicher Apelsäure angereicherter Wein besser als deutscher Wein angereichert mit Zucker? Sonne ist schön, aber viel davon ist nicht automatisch gut!!
  • Die Qualität einer Traube kann nicht alleine über den Zucker definiert werden. Faktoren wie Säure, Extrakt, Bodenverhältnisse, Wasserverfügbarkeit, Niederschlagsverteilung usw sind nicht minder wichtige Faktoren.
  • Für weiteren Input empfehle ich die Lektüre diverser Weinblogs.

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Journalisten und Blogger

Da gibt es doch immer wieder interessante Geschichten darüber wie sich einige Journalisten gegenüber Weblogs verhalten. Auf der einen Seite ignorieren sie die Blogs und betrachten diese als Gefahr für ihr Printmedium, auf der anderen Seite bedienen sie sich hemmungslos an den Texten die sie in den Blogs finden. Das die Blogosphäre für den Journalismus ein Quell der Inspiration darstellt ist ohnehin nichts Neues. Aber was neu ist, die Blogger sind nicht mehr bereit diese Kröten einfach zu schlucken und schaffen eine Gegenöffentlichkeit an der selbst die Printmedien nicht mehr vorbeikommen, wie just bewiesen von Peer Schader, seines Zeichens ebenfalls Journalist aber halt mit Blog.

Auf der anderes Seite wäre es doch wünschenswert, würden sich die Damen und Herren Journalisten ausführlicher diversen Fachblogs widmen, dann würde so eine absurde tatsachenverdrehende Berichterstattung auch nicht mehr den Weg in eine Zeitung finden die eigentlich andere Ansprüche erhebt als Unfug zu veröffentlichen.

Wie auch immer, ich halte es für eine interessante Entwicklung das sich eine große Zeitung bei einem Blogger entschuldigen muss weil man sich dessen Texte bedient hat. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Es bleibt natürlich anzumerken, das gleiches für Blogger gilt, hier gibt es ebenfalls genügend die selber nichts zu erzählen haben und von Zeitungen abschreiben ohne entsprechende Angabe der Quelle.

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Hamburger Weinsalon Teil3 – Weinmessen und die Blogger

Blogger sind willkommen, so sagt es der Initiator des Hamburger Weinsalons Mario Scheuermann. Email genügt um sich akkreditieren zu können. Warum auch nicht, Messen und insbesondere Fachmessen haben für Blogger viel Interessantes zu bieten und für die Messeveranstalter sollte es ein elementares Interesse geben das über ihre Messe berichtet wird. Die Frankfurter Buchmesse z.B. löst das Problem geradezu vorbildlich und öffnet ihre Pforten für Blogger aller Themen. So darf es nicht verwundern das bereits 10% aller Suchergebnisse bei Google von Blogs stammen.

Im krassen Gegensatz dazu die ProWein in Düsseldorf. Auf der einen Seite wird die Fachmesse mehr und mehr von Endverbrauchern besucht die dort eigentlich nichts verloren haben, auf der anderen Seite möchte man mit Bloggern nichts zu tun haben.
Will man sich als Blogger zur ProWein in Düsseldorf akkreditieren erhält man eine Absage wie es jüngst Gerhard vom Port-Blog erlebt hat. Er beschreibt die Absage wie folgt:

Eine Frau XXXXXX hat sich bei mir telefonisch gemeldet und mir sehr freundlich aber bestimmt erklärt, dass eine Akkreditierung nur für – ich sage es jetzt mal mit meinen Worten- echte Journalisten möglich sei.

Für mich ist es ohnehin eine Frage der Zeit das die Damen und Herren diverser Presseabteilungen von ihren hohen Rössern herabsteigen werden. Es ist auch weiterhin eine Frage der Zeit bis auch dort jemand bemerken wird, das ein guter Blogbeitrag wertvoller ist, als ein Zeitungsartikel der wenige Stunden nach Erscheinen im Archiv des Verlages verschwindet und nie mehr gelesen wird.

Diese immer wieder auftauchenden Geschichten um Messeakkreditierungen für Blogger machen aber auch deutlich das es die Blogger bisher nicht geschafft haben einen Verbund auf die Füsse zu stellen der solche Dinge organisieren könnte.

Trotzdem wird es ein Weinbloggertreffen auf der ProWein in Düsseldorf geben, vielleicht wird der Messezugang für Blogger auch dort ein Thema sein.

Wie eingangs beschrieben, bietet der Hamburger Weinsalon die Möglichkeit der Akkreditierung, sollte seitens der Weinblogger Interesse bestehen die Messe zu besuchen, ist das kein Problem. Ausserdem würde ich mich freuen wenn mal jemand bei mir am Stand vorbeischauen würde, wäre doch nett!!

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