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Korkfirmen geben Vollgas

Die alternativen Verschlüsse befinden sich derzeit in einer Talsohle, es gibt Gerüchte von stinkenden Plastikkorken, undichten Glasstopfen, und Schraubverschlüssen die doch nicht so toll sind wie viele Meinungsführer Gebetsmühlenartig verkünden.

Die Korkindustrie nutzt die Unsicherheit und formiert sich offensichtlich erstmals zu einer Gegenoffensive, ich vermute aber einmal, das das nicht koordiniert stattfindet. Aber was von Seiten der Korkenjungs derzeit auf uns an Informationen darniederprasselt ist doch beachtlich :-)
So kam mir heute ein Prospekt der Korkindustrie Trier auf den Tisch, das ich doch Bemerkenswert finde.

Einladung zum Riechen steht da geschrieben, die Korkindustrie Trier formuliert in ihrem Prospekt wie folgt:

Kork? Oder nicht?

Nicht jeder “Korkschmecker” trägt seinen Namen zu Recht. Wenn gute Weine schlecht riechen, kann dies unterschiedliche Ursachen haben.

Welche?

Die Anwort erhalten Sie in unserem Sensorikraum auf der Intervitis.

Dort gibt es viel zu riechen und noch mehr zu erfahren. Harte Fakten, die Ihnen bei Ihrer Arbeit weiterhelfen.

Das klingt interessant, vor allem das gute Weine schlecht riechen können, denn das schlechte Weine nicht gut riechen ist ja nichts Neues. Ich werde mir das auf alle Fälle ansehen, zumal wir Korken von dieser Firma beziehen. Ich hoffe die Fakten sind wirklich hart und basieren nicht auf wischiwaschiselbstdurchgeführten statistischen Erhebungen deren Zahlenbasis keiner nachvollziehen kann.
Übrigens das Prospekt ist mit einem Duftstoff versehen, den man erkennen sollte und für ein lustiges Qiuz an die Korkindustrie Trier zurücksenden soll. Ich tippe auf Vanille, vermute aber, es ist irgendetwas, das mit Kork in Verbindung steht und mich später verblüfft sagen läßt: “wow, hätte nicht gedacht das ein Kork so lecker riecht”

Egal wie man darüber denkt, die Sache ist gut aufgezogen und ich werde ausführlich und gerne darüber berichten was auf dem Messestand passiert, sofern ich überhaupt Zugang dort finde, denn die Menschenansammlungen auf attraktiven Ständen kann durchaus beängstigende Dimensionen annhemen.

Unanbhängig zu meiner eigenen Meinung die ich immer noch suche, bin ich der Auffassung das die Korkindustrie zu lange gewartet hat mit einer Reaktion auf die Verschlussdebatte. Irgendwie hat man dies Anderen überlassen, interessanterweise weder Winzer, Kellermeister noch Produzenten von Verschlüssen.

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Oenologische Weltsensation

Wie das Handelsblatt berichtet versuchen die Italiener wieder mal was Neues. Ein Plastikkorken mit einem Loch in der Mitte, verschlossen mit Membranen die kontrolliert Sauerstoff dem Wein zuführen.

Die Welt wartet gierig auf neue Verschlüsse, die Winzer wissen bald gar nicht mehr was sie machen sollen. Warten wir es ab, ich schätze auf der kommenden Intervitis wird man sich das Ding anschauen können.

Selbstverständlich werde auch ich zum Stand pilgern und mir diese önologische Sensation anschauen und dann hier darüber berichten. WEr weiß, vielleicht ist es ja die lösung Aller Probleme?
Wer es nicht abwarten kann, der Plastikstöpsel nennt sich KORKED und kann auf www.korked.com betrachtet werden.

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Aldi will Plastik

Gleich zweimal wurde mir in den vergangenen Tagen erzählt, das Aldi seinen Lieferanten mitgeteilt habe, nur noch Ware mit Kunststoffkorken der Firma Nomacork anzunehmen.

Das die Billigdiscounter irgendwann die Entscheidungen für die Deutschen Winzer übernehmen war klar, aber das sich Aldi für Korken einer Firma entscheidet finde ich doch mehr als erstaunlich und kann es kaum glauben!

Ich kann keinen Grund erkennen, warum Aldi seine Lieferanten dazu zwingen sollte Korken nur bei einem Lieferanten zu kaufen.
Im ersten Moment mag man denken, na und? Aber der zweite Gedanke ist dann doch schon anderer Natur:
Werden da schon Deals ganz besonderer Art gemacht? Nach dem Motto, zwing du deine Lieferanten meine Korken zu kaufen, dann bezahl ich dir für jeden verkauften Korken an diese Lieferanten eine Provision?
Wie nennen Marketingleute so etwas? Cross selling? Oder Erpressung?
Was kommt noch? Etiketten aus der Hauseigenen Aldidruckerei? Flaschen und Verpackung bieten ebenfalls ein großes Provisionspotential.

Ich hoffe wirklich das dies nur Gerüchte sind, ich halte es für legitim das Aldi bestimmt welchen Verschluss sie bevorzugt verkaufen möchten. Dagegen hielte ich es für sehr bedenklich wenn vorgeschrieben wird, wo man diesen Verschluss zu kaufen hat.

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