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Ein paar Fragen an Petra Mayer zum Thema Pinotage

Denke ich an Pinotage denke ich an Wein aus  Südafrika. Denkt man an Wein aus Südafrika und befindet sich in Deutschland führt der gedankliche Weg direkt zur Südafrikanischen Weinwerbung. Die WOSA ist die Repräsentanz des südafrikanischen Weines in Deutschland und deren Chefin ist Petra Mayer. Und natürlich interessiert mich was sie über Pinotage denkt und habe sie einfach gefragt, ganz schnell per E-Mail und bekam ganz schnell Antworten.

Welche Begriffe fallen ihnen ein wenn sie an Pinotage denken?

„Herausforderung, Gaumenvesuv, Lanzerac Pinotage 1966, Cape Blends“

ui, Lanzerac Pinotage 1966. Klingt spannend. Verbinden Sie damit schöne Erinnerungen, einen schönen Moment oder einen großen Wein?

Habe ich 1996 getrunken – knapp 30 Jahre nach seiner Geburt, anlässlich meiner “Inthronisation” als Repräsentantin der WOSA. :-)) Aber demnach kannst du dir vorstellen, der Wein war excellent! (Verkostung ist ja immer subjektiv). Faszinierend war für mich seine Eleganz, seine Frucht und seine Finess – klar Reife war spürbar, aber eins wurde schmeckbar: Es braucht keinen hohen Alkoholgehalt um mit Würde zu reifen! Ich behaupte nahezu, das Gegenteil ist der Fall, aber bei dieser These ist die Beweisführung noch nicht abgeschlossen … :-)) Ich freu mich noch über jeden Probanten.
Welche Bedeutung hat Pinotage für den südafrikanischen Weinbau? 

Pinotage wird als heimische Rebsorte von den Winzern sehr geschätzt (auch wenn ihn nicht unbedingt jeder mag). 1925 kreuzte Dr. Abraham Izak Perold (Erster Prof. für Viticulture, Stellenbosch) den Pinotage aus Pinot Noir und Hermitage, der Bezeichnung für Cinsaut in der Kapregion. Das man diese Pflänzchen überhaupt fand, unterlag einem großen Zufall, den Dr. Perold hatte diese in seinem heimischen Garten in Stellenbosch ausgesät und nach seinem Umzug zur KWV in Paarl, gerieten sie in Vergessenheit. Bis sein Universitätskollege Dr. Charlie Niehaus, der von den Sämlingen wusste, diese ausgrub und diese am Elsenburg Agricultural College unter der Leitung von Prof. CJ Theron weitervermehrt wurden.

Vor knapp 15 Jahren (1998) waren nach Angaben des südafrikanischen Informationsdienstes (SAWIS) in Südafrika rund 3.800 Hektar mit Pinotage Reben bepflanzt. Heute liegt die Anbaufläche bei rund 7.200 Hektar Pinotage, das sind etwa 16 Prozent des gesamten Rotweinanbaus. Somit ist Pinotage nach Cabernet Sauvignon und Shiraz, die flächenmäßig drittstärkste Rotweinsorte. In der Gesamtbilanz roter und weißer Rebsorten hält der Pinotage einen Anteil von 7,2 Prozent (Rang 7 auf der Rebsortenliste). Die drei größten Pinotage-Gebiete sind Swartland (ca. 1.600 Ha), Paarl (1.300 ha) und Stellenbosch (1.200 ha).

Ist Pinotage Identitätstiftend für den südafrikanischen Weinbau?

Pinotage ist Südafrikas Leitsorte, da sie in der Kapregion gekreuzt wurde und (bislang) nahezu nur in Südafrika angebaut wird. Südafrikas Weinwirtschaft verdankt Pinotage ein großes Ansehen zu einer Zeit als der Weinbau und das Land Südafrika unter der internationalen Ächtung und Sanktionen litt. Es war 1991 als Buyers Truter, damals Kellermeister bei Kanonkop, von der International Wine and Spirit Competition mit seinem 1989 Pinotage zum Weinmacher des Jahres ausgezeichnet wurde. 

Das sorgte natürlich für Aufsehen und Furore, wenn man die politischen Rahmenbedingungen zu der damaligen Zeit bedenkt. Südafrikas Weinwirtschaft litt einerseits unter den durch die KWV strikt kontrollierten und eingeschränkten Rahmenbedingungen innerhalb des Landes. Andererseits waren die Erzeuger von der internationalen Welt des Weines, dem Zugang zu Wissen und z. B. zu gesundem Rebmaterial völlig abgeschnitten. Die Weine, die unter den damaligen Bedingungen produziert wurden, lagen weit unter der Qualität wie man sie heute kennt. Und auch bei Pinotage lag der Fokus auf billigen Volumenweinen – der Fokus auf Qualität und Optimierung im Weinbau nahm erst nach der politischen Öffnung des Landes 1994 volle Fahrt auf. 

Als sich für Südafrikas Weinwirtschaft die Türen zu internationalen Weinmärkten, sah man vielfach Pinotage als Flaggschiffsorte und großer Hoffnungsträger für Südafrikas Weinwirtschaft, um sowohl Image als auch Marktpotenziale zu erobern. Doch brillierten nur wenige Pinotages – der Stolz des Kaps sorgte eher für erhitzte Diskussionen, um Stilistik und Potenzial und polarisierte innerhalb und außerhalb des Landes. Viel Kritik gab es für seine damalige Aromatik die an verbrannte Gumminoten und Teer erinnerte und den Gaumen mit seinen rauchigen, ruppigen und robusten Noten erzürnte. Seine Anhänger und Fürsprecher schlossen sich 1995 unter der Leitung von Buyers Truter, in der Pinotage Association zusammen, diskutierten und forschten. 1995 riefen sie die TOP 10 Pinotage Award ins Leben, die ein wesentlicher Ansporn für die Winzer war um sowohl im Weinbau als auch im Keller auf Qualität zu setzen. Das Credo Buyers Trauter: „Ein großer Pinotage ist in punkto Reife- und Gerbstoffmanagament und bei der Vergärung eine Herausforderung aber dann in seinem verbesserten Geschmack für Südafrika auch eine große Chance.“ 

Heute haben sich zwei Stilrichtungen bzw. sogar drei etabliert: Der moderne „Lifestyle“ Pinotage – elegant, fruchtbetont und dezenter im Gerbstoff. Und der gehaltvoll kräftige Typ, der gehaltvoll schmeckt und deutliche Gerbstoffe mitbringt und mit zunehmender Reife immer zugänglicher wird. 

Der neueste „Gag“, der jüngeren Konsumentenschichten sehr gehypt wird, ist der Coffee bzw. Mocca Pinotage! Deutlich erkennbare Kaffeeröstaromen, die sich mit der Frucht vermählen und reduziert im Gerbstoff, findet weltweit vor allem bei jüngeren Zielgruppen Anerkennung. Angestammte Pinotagepioniere (und auch ich) zucken hier nur ratlos mit den Schultern, da man sich diese Euphorie auf Seiten der Konsumenten nicht erklären kann.  

Ich persönlich mag Pinotage am Liebsten als „Cape Blend“, sprich als Cuvée mit z. B.  Shiraz und Cabernet. Diese Cuvées haben für mich, neben Bordeaux Blend oder den zunehmenden Rhône Blends , aufgrund des Hauptanteils Pinotage, eine Originalität die unverkennbar Südafrika transportiert. Pinotage ist auf jeden Fall ein prägender Bestandteil der südafrikanischen Weinidentität, denn er ein einzigartiger Protagonist der  Weingeschichte Südafrikas. Aber er ist eben nicht der Hauptdarsteller, sondern nur eine Stimme im Konzert, die Südafrikas facettenreiche Weinidentität auszeichnet. 

Zu welchem Essen empfehlen sie Pinotage?

Ein „Lifestyle“ Pinotage (gerne auch leicht gekühlt) geht gut zu gegrilltem Fisch, insbesondere wenn dieser leichten Röstaromen der Kruste aufweist. Er schmeckt auch gut zu winterlichen Eintöpfen und zu einem „Bobotie“. Zu meiner Überraschung passt dieser Typ auch zu Sushi, wie z.B. Nigri (mit Sojy und Wasabi) – aber da ist halt ein wenig Experimentierfreude angebracht.  

Die kräftigen Pinotages, empfehle ich zu Spareribs, Ochsenschwanz oder Osobuco. Gut auch zu kräftig gegrilltem Fleisch, insbesondere wenn es dazu eine würzige Barbecue Sauce gibt. Ein im Fass gereifter Pinotage älteen Jahrgangs, zeigt oft eine Spur leichter Trüffelnoten, dazu kann man schon auch mal ein Stück dunkle Schokolade ausprobieren. 

Vielen Dank an Petra Mayer dass sie das mit gemacht hat!!

Info WOSA & Petra Mayer:  Webseite | Twitter | Facebook | FlickrBiografie | Südafrika Wein & Style | pm-kommunikation

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Info Weinrallye:

Wer eine Weinrallye mitmachen möchte ist willkommen dies zu tun, Blog und öffentliche Facebookseiten sind uns als Plattform für Weinrallye Artikel willkommen. Wem eine entsprechende Webseite fehlt kann gerne das Winzerblog für seine Veröffentlichung nutzen, bitte einfach bei mir melden.

Die aktuelle Weinrallye #76 welche Anlass für dieses Artikel war, wurde ausgerufen von Peter Züllig auf dem Blog Sammlerfreak und trägt das Thema „Pinotage – der Ungeliebte“

Weitere Infos und Organsisation der Weinrallye: die Regeln | Facebook Gruppe |

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Plagegeister im Weinberg

Was bei uns in Deutschland die Wildschweine, sind in Südafrika die Paviane. So hat jedes Land seine landestypischen Plagegeister im Weinberg!
Focus.de berichtet über dieses südafrikanische Problem

Pavian-Plage in Kapstadt – Affen bevorzugen Spätburgunder:

Paviane naschen am liebsten Spätburgunder und Chardonnay: Südafrikanischen Winzer klagen über Affenplagen und versuchen, ihre Ernte mit der Fußballtröte Vuvuzela und Schlangenimitaten zu retten.

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Wunderbare kleine Welt – Heute im Weinladen …

… ergab sich aus dem Gespräch heraus folgende Situation.

Kunde: Wo waren sie denn in Südafrika? Welches Weingut?

Ich: Ach, das kennen Sie nicht, wir waren kein Weingut wie die anderen, zwar groß und wichtig, aber eben eher unbekannt weil nicht selbstvermarktend.

Kunde: Woher wollen sie das wissen, probieren sie es aus. Wo haben Sie gearbeitet?

Ich: Ok, und nenne ihm den Namen des Weingutes

Kunde: Kenne ich!!

Der Kunde freut sich, offensichtlich habe ich es mit einem Kenner des Landes zu tun.

Ich: Wie? Echt?

Kunde: Ja klar, da war ich oft und telefoniere wöchtlich mit XXXXX.

Schnell ist klar, wir haben gemeinsame Bekannte, seine Freundin ist die Schwester meines ehemaligen Chefs. Weiterhin stellte sich heraus das wir uns schon einmal gesehen haben müssen z.B. bei Familenfeiern wie eben die Hochzeit dieser einen Schwester vor 20 Jahren in Stellenbosch. Wir tauschen noch einige Familininternas aus und tauschen die Emailadressen.

Ich zumindest finde das ziemlich verrückt und es zeigt mir das unsere Welt wirklich eine kleine Welt ist.

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Südafrika

Irgendwie verfestigt sich bei mir momentan der Eindruck das sich die Berichte über Südafrikas Weinwirtschaft häufen, zumindest bei denen, die das Schreiben von Texten als Beruf ausüben.
Ich bin ja nur Kellermeister, trotzdem frage ich mich ob das wirklich Zufall ist?
Drinktank, der Niko und Herr Supp ist wohl auch gerade dort wie er hier im Kommentar verlautbarte. Selbst der bloggende Journalist mit fundierter Weinbildung hat sich um Südafrikanische Weine gekümmert, aber hier ist eigentlich der Hinweis auf die Kommentare viel interessanter als Südafrika 🙂
Jetzt würde ich noch einen darauf wetten das in den Ausgaben diverser Print-Weinmagazine der nächsten Wochen Südafrika ebenfalls ein Thema sein wird!!

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Back to the roots – wozu braucht man eine Weinpresse wenn man Elefanten hat?

Das dachte sich wohl der Kellermeister vom südafrikanischen Weingut Boplaas und hat sich einen Elefanten zum Trauben pressen gemietet.
In der Pressemeldung heißt es:

For thousands of year’s man has helped produce wine through treading the grapes with his feet. For the first time in history – an elephant is used to help produce a wine through treading the grapes with his feet.

Ja, so war es früher tatsächlich, die Knechte schnäuzten und rotzten in die Trauben, mancher Liter Schweiß fand seinen Weg in den frisch gepressten Traubensaft. Aber das war offensichtlich besser als die zuvor genutzte Alternative zum Traubenpressen, die Ochsen. Die schwitzten zwar nicht, hatten aber immer wieder das dringende Bedürfnis Ballast abzuwerfen, hielten mitten in der Arbeit inne und erleichterten sich gleich Literweise an Ort und Stelle. Kein Wunder das das irgendwann mal verboten wurde weil einem König schlecht wurde als er das sah. Zumindest wurde angeordnet das die tretenden schwitzenden Herrschaften Kopftücher zu tragen haben damit wenigstens der Schweiß nicht seinen Weg in den Saft fand, und die armen Ochsen durften gar nie mehr Trauben treten. Manchmal hat es auch was Gutes das sich die Menschheit weiterentwickelt hat und Dinge wie das Trauben treten hinter sich gelassen hat.

Dem 20 jährigen Elefanten Harry ist das alles egal, der will seinen Spass und nach getaner Arbeit ein paar Leckerlis. Also, in ein paar Monaten wird es vom Boplaas Estate diverse elfantöse Weine geben. Wie auch immer ich empfehle vom gleichen Weingut die herrlichen fortifizierten Weißweine, um genau zu sein den Hanepoot. Sicherlich mit der beste süße Stoff der auf unserer Weltkugel zu moderaten Preisen zu haben ist. Die brauchen keine Elefanten, die machen so schon guten Wein. Aber egal, es ist ja für einen guten Zweck, denn ein Teil des Elefantenweinerlöses kommt dem Knysna Elephant Park zugute, der ist wirklich schön und sehenswert, hat es somit auch verdient unterstützt zu werden.

Sollte einer meiner Leser dort vorbeikommen, grüßt mir den Harry, der ist ja jetzt nicht nur ein Elefant, sondern nun auch Kollege! Ein Winzer- oder Kellermeisterelefant sozusagen …

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Perle zu verkaufen

Im Decanter kann es jeder lesen, das südafrikanische Weingut Bloemendal steht zum Verkauf.
Dafür sind 130 Millionen Rand fällig, in Euros dürften das um die 13 Millionen sein. Das Weingut liegt nicht irgendwo in der Halbwüste wo man mit unglaublichem Wasserverbrauch Trauben produziert, sondern direkt in der Nähe Kapstadts im Weinbaugebiet Durbanville.
Egal was die Weingurus auch immer schreiben und promoten, meiner Meinung nach kommen von dort die besten Sauvignon blancs Südafrikas!! Ausserdem ist die Lage hervorragend, schnelle Anbindung nach Kapstadt mit internationalem Flughafen, gute Infrastruktur, Tourismus, kurze Wege nach Stellenbosch oder ans Meer zum baden.
Also, sofort kaufen, was besseres in vergleichbarer Lage gibt es so schnell nicht mehr am Kap!

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Südafrikanische Kellerhunde

Es wird langsam ein Spleen von mir Kellerhunde ausfindig zu machen, aber irgendwie begegnen sie mir überall.
Auf meiner letzten Reise sind mir auf Seidelberg einige ganz besondere Exemplare vor die Kamera gelaufen, leider konnte ich nur 2 von den Vieren aufnehmen.

Der erste Seidelberger Kellerhund war von Anfang an unseres Besuches präsent und hat sich gleich bei uns unter dem Tisch niedergelassen später dann hat er den Schatten eines alten Fasses vorgezogen.

RSA-Kellerhund.jpg

Der zweite Seidelberger Kellerhund gesellte sich wärend der Weinprobe zu uns blieb auch wärend des ganzen Besuches an seinem Plätzchen hatte aber stets ein wachsames Auge auf unsere Truppe.

RSA-Kellerhund2.jpg

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Südafrika – Der Spruch eines Buren

Beim Besuch eines südafrikanischen Freundes vergangene Woche bekam ich folgenden Spruch zu hören.

Südafrika und Deutschland haben einiges Gemeinsam. Wir haben Thabo Mbeki und ihr Angie und beide sind schwarz.

Wo er Recht hat hat er Recht 🙂

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Zurück

Inzwischen bin wohlbehalten zurück aus Südafrika.

Entgegen der Annahme in den Kommentaren des vorigen Beitrages war ich nicht dort um Weine zu probieren sondern hauptsächlich um Freunde zu besuchen.

Das eine oder andere vom südafrikanischen Weinbau habe ich natürlich trotzdem mitbekommen und werde die nächsten Tage gerne darüber berichten, alles andere dürfte für die Winzerblogleser eher uninteressant sein 🙂

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Ich bin dann mal weg…

… für ein paar Tage

Cape-Town-Bild-Wikipedia

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