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Die 100 besten Weingüter Deutschlands

Das sind Deutschlands beste Weingüter!

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Zumindest sagen das vinum und das Handelsblatt

Hat man es geschafft wenn man auf dieser Liste steht? Ist man dann glücklicher, reicher, berühmter und zufriedener als alle anderen nicht erwähnten? Ist der Wein derjenigen auf der Liste wirklich so viel besser wie der Wein derer die nicht auf der Liste stehen? Oder sind das vielleicht vielmehr erfolrgeiche PR Leute in eigener Sache?

Vermutlich von allem etwas oder?

via Schiller Wine


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Ist der Wein echt? Der Weinguru für die Hosentasche gibt Auskunft

Ist dieser Wein echt?

Diese Frage wird immer drängender und wichtiger. Konsumenten bezahlen ungeheuerliche Summen für eine Flasche Wein, dann möchten sie auch sicher gehen das sich in der Flasche auch das befindet was sie angeblich gekauft haben. Die elektronische Zunge könnte in Zukunft Abhilfe schaffen und dem Konsumenten die Sicherheit geben, wozu der eigene Geschmack offensichtlich nicht mehr in der Lage ist.

Endlich scheint eine Entwicklung auf den Markt zu drängen auf die die Weinkonsumenten schon lange warten. Die elektronische Zunge. Hier und Hier finden sich die Kurzfassungen, HIER der komplette Fachartikel zur elektronischen Zunge in Englischer Sprache.
Der Traum der direkten Vor Ort Analyse darf geträumt werden. Tatsächlich liegt in dieser Art der Analyse für kommende Generationen von Produzenten eine große Chance, z.B. zur frühen Fehlererkennung oder Optimierung von Produktionabläufen.

Ein anderes interessantes Einsatzgebiet wäre sicherlich jenes als praktischer kleiner Taschenweinguru, ein iRobert oder iParker gewissermaßen. Wein ins Glas, elektronische Zunge hinterher und schon kommt aus einem in der Zunge integriertem Hochtechnologielautsprecher die Ansage die man hören möchte, denn man hat ja Gäste!

iRobert gibt diesem Wein 11748 von 11800 möglichen iRobertPunkten. Gratulation, Sie haben ein fantastisches Produkt im Glas! iRobert gratuliert und wünscht weiterhin ein solch gutes Händchen bei der Weinauswahl.

Das funktioniert natürlich nur bei von iRobert lizensierten Weinen, was der Taschenguru bei Weinen ohne gültige iRobert Lizenz verkündet überlasse ich der Phantasie meiner Leser.

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Gedanken zum Thema Weinbewertung

Nach vielversprechenden Vorproben und Degustationen mit Sommeliers, Weinführerherausgebern und Kollegen haben wir unsere 2003er Barriqueweine beim Hamburger Weinsalon vorgestellt. Die Reaktionen dort waren einfach nur toll. Für den Spätburgunder gab es in Hamburg immerhin einen „Grand Prix“ und für unseren Schwarzriesling Barrique und unser Cuvée Gaudeamus (Schwarzriesling und Spätburgunder) jeweils ein „highly recommended“. Am schönsten jedoch die Reaktionen vieler Messebesucher, die waren in der Regel überrascht und die Meistgestellte Frage war: „Sie wurden noch nie für ihre Rotweine ausgezeichnet?“ oder „wie kommt es, das sie mit solchen Weinen in keinem Weinführer gelistet sind?“
Sogar der an diesem Wochendende sehr gestresste Mario Scheuermann hat uns noch einmal ausdrücklich für den Spätburgunder gelobt. Ihn beeindruckte vor allem, das der mächtige Alkohol von 15 % Volumen wunderbar in den Wein eingebunden ist. Natürlicher Alkohol wohlgemerkt!!
Und dann, ja dann kam das Ergebniss von Wein-Plus, ein Ergebniss, das ich in keinster Weise nachvollziehen kann und das habe ich an den dortigen Stellen auch zum Ausdruck gebracht.

Dennoch habe ich mir viele Gedanken gemacht, woher diese enormen Diskrepanzen bei Weinberwertungen herkommen. Ich unterstelle jedem das er das Beste im Wein sucht und will. Das ein Weinführer einen von mir persönlich als überdurchnittlich angesehen Wein abwertet, muß ich akzeptieren, verstehen muß ich es nicht, würde es aber gerne. Darum hier einge Gedanken zum Thema Weinbewertung. Aber Bitte, es sind nur Gedankenspiele, nicht mehr….

Wie kann es sein, das ein Wein der in Baden zur Prämierung zugelassen ist, in Hamburg einen Grand Prix gewinnt, wohl auch Einzug im wichtigsten Print-Weinführer finden wird, bei einem anderer Führer nur 71 Punkte bekommt? Also gerade einmal trinkbar aber auch nicht mehr?
Ich weiß es, Weinprobieren hat doch etwas mit Geschmack und Vorlieben zu tun. Es gibt halt nur ganz wenige die diese persönlichen Vorlieben beim Weinverkosten komplett ausschalten können. Ich kann es nicht, darum bin ich auch kein Weinführer geworden sondern was anderes. Ich bin durchaus in der Lage zu akzeptieren, das jemandem diese Weine nicht schmecken, bei einer Bewertung sollte dies allerdings keine Rolle spielen.

Hier liegt eine entscheidende Schnittstelle zwischen einem der über Wein schreibt und einem der Wein bewertet. Derjenige der über Wein schreibt besucht Weingüter, die Regionen und bildet sich eine Meinung. Die kann er frei formulieren, weil er nicht den Anspruch erhebt zu Führen, sondern er will Informieren. Der Führer hingegen sitzt vor dem Glas Wein und soll bewerten nach Kriterien die reduziert sind auf das, was sich im Glas vor ihm befindet. Womöglich weiß er nicht einmal was er probiert und woher es kommt.

Die alles entscheidende Frage wird HIER gestellt zu Recht.
Alle Welt redet von Terroir, aber wie bitte soll das einer bewerten wenn er es nicht kennt?

Soll man einen Wein schlechter bewerten weil er etwa 15 % Volumen hat, obwohl es unter den Umständen des Jahrganges gar nicht anders möglich war? Warum wird eine 2000er Kollektion eines Winzers als schlecht beschrieben obwohl alle wissen, welche Probleme der Jahrgang mit sich brachte? Kann es sein, das das Pech höherer Niederschläge in einem Bereich dazu führt, einen Winzer für seine ganze Kollektion zu kritisieren?

Wenn das alles keine Rolle spielt, dann bitteschön, werden alle Winzer und Kellermeister in Zukunft Kugelrunde Weine produzieren, die den Gaumen streicheln, Ecken und Kanten darf er auch nicht haben, und bitte, das Wort Charakter sollte tunlichst in Zusammenhang mit Wein nicht mehr erwähnt werden. Die Großkellerei läßt grüßen!! Egal ob USA oder Deutschland.

Da wir keine Limonade produzieren, müssen Zwangsläufig Dinge wie Jahrgang, örtliche Begebeneheiten, Betriebsphilosphie eine Rolle spielen. Haben wir nicht alle schon einmal dieses herrliche Phänomen erlebt, in Italien unter einer Pergola zu sitzen, im Glas den besten Wein der Welt? Zuhause angekommen, entpuppt sich dann dieser als recht einfältig und dünn?

Des Rätsels Lösung: Es geht um Gefühle

Warum sonst, wird in der ganzen Genusswelt, der Gastronomie Beispielsweise, der komplette Eindruck bewertet? Von der Speisekarte, über die Tischdeko, der Service und natürlich das Essen. Alles findet sich in der Bewertung wieder. Die ganze Gefühlswelt wird erfasst und berücksichtigt. Zugegeben, auch das ist offensichtlich nicht ganz einfach. Fakt ist, ein Koch der Sterne will, muß ein Komplettpaket abliefern!

Wäre es für den Kunden nicht wichtig zu wissen, das er einen Top-Service bekommt, immer freundlich bedient und informiert wird? Warum zählt das alles nichts? Was ist mit den Lagen? Ist der Kellermeister Traditionell arbeitend oder eher der Moderne zugewandt? Betriebsphilosphie eine leere Worthülse?
Ich glaube der Weinführer der nächsten Generation wird diese Dinge wieder stärker berücksichtigen, denn was hilft es, das irgendjemand einem Wein 99 Punkte vergibt, der Winzer aber ein unausstehlicher, unfreundlicher Zeitgenosse ist, der seine Kunden lediglich abzockt und die Weine einem Regelrechten Design unterwirft um diese Punkte zu erhalten? Vielleicht sogar Flaschenweise?

Winzergleichniss:
Ich nehme eine Flasche Wein, schlage den Flaschenhals an der Bordsteinkante ab und schenke den Wein in ein Glas ein. Danach greife ich mit meinen Fingern in das Glas, ziehe ein paar Splitter heraus und serviere es nun dem Gast.

Dem nächsten Kunden serviere ich den gleichen Wein, stielvoll, mit Kerze, Dekanter und dem ganzen Zeremoniell drumrum.

Der Wein soll nun beide Male gleich gut schmecken?

Glaubt das wirklich jemand?

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Qualitätswein – die QbA Prüfung

Unter dem Motto „QbA-Prüfung live“ veranstaltete ein Winzer-Arbeitskreis diese Schulung. Freundlicherweise wurden wir als Nichtmitglieder ebenfalls eingeladen.
Sinn und Zweck war es den Anwesenden die Form und Art der QbA-Prüfung näherzubringen und natürlich die Schulung der Sensorik. Seminarleiter war Herr Krebs, seines Zeichens die Höchste Instanz wenn es um die QbA-Prüfung in Baden geht.
Nun denn, ich persönlich gehöre nicht zu den Anhängern der Prüfung, glaube ich an die Freiheit des Marktes und denke die Verbraucher sind mündig genug zu entscheiden was Plörre ist und was nicht. So ist es in allen Bereichen üblich, oder kennen Sie einen Bäcker, der sein Brot zunächst sensorisch prüfen läßt bevor er es verkauft? Wäre es vorstellbar, das ein Metzger seine Wurst zunächst zur Wurstprüfung anstellt, bevor er sie seinen Kunden anbietet? Was ist mit Tee, Kaffee, Apfelsaft? Warum werden hier die Verbraucher nicht vor schlechtem Geschmack geschützt? Vorsicht, ich schreibe über Geschmack nicht vergammelt, versifft oder Ähnliches!!!
Trotzdem, was ich wünsche und was ich denke hat nichts mit der Gegenwärtigen gesetzlichen Situation zu tun. Wie alle anderen Leute der Weinwirtschaft unterwerfe auch ich mich diesen Spielregeln, ein wenig murren wird ja noch erlaubt sein.

Zur Probe kamen wie bei der Quali (Winzer- und Kellermeisterdeutsch für QbA-Prüfung) üblich 52 Weine, aufgeteilt in 3er Probenreihen. Bewertet wird nach dem 5 Punkte Schema. Zunächst wird der Wein auf folgende Kriterien ohne Punktevergabe geprüft:

  • Rebsortentypsich?
  • Dem Prädikat entsprechend?
  • Der Herkunft entsprechend?
  • Farbe
  • Klarheit – damit ist gemeint, ob der angestellte Wein evtl Trübungen aufweist.

Werden diese Fragen (Vorbedinungenen) mit ja beantwortet, geht es zur Bewertung. Bewertet werden folgende Eigenschaften

  • Geruch
  • Geschmack
  • Harmonie

Maximale Punktzahl je Kriterium ist jeweils 5 Punkte. Die Punkte der 3 Eigenschaften werden addiert und durch 3 geteilt, dann erhält man die Qualitätszahl. Erreicht ein Wein bei einem Kriterium nicht die 1,5 Punkte wird er ebenfalls abgelehnt.Liegt die Qualitätszahl bei 1,5 darf der Wein als Qualitätswein in Verkehr gebracht werden, Punktzahlen darunter führen zur Ablehnung. Daneben gibt es eine Vielzahl von Regeln, entspricht z.B. eine Spätlese nicht dem Geschmacksbild einer Spätlese wird weiter probiert, und bewertet. Führt die Bewertung zur Qualitätszahl 1,5 oder höher, könnte der Wein unter Auflage der Abstufung zu Kabinett die Quali bestehen.

Als völlig ungeübter richtete ich meine Aufmerksamkeit den ersten 3 Proben, zückte den Stift, probierte und fällte mein

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Hässliche Kinder

Jetzt haben wir unter anderem 2 Kerner zur Verkostung an Wein-Plus geschickt und sind abgewatscht worden. Jeweils 77 Punkte, das macht keinen Spass.
Ob man über die fehlenden restlichen 8 Punkte die ich gerne hätte noch diskutieren kann? Soll ich so viel Wein hinschicken bis die Verkoster müde sind und sagen, „gib die Punkte das endlich Ruhe ist“.

Nachdenklich und Irritiert wandle ich durch den Keller und frage mich immer wieder : Was ist um Gottes willen ist schiefgelaufen. Werden wir nicht mehr geliebt, werden unsere Kunden nun davor zurückschrecken diese Weine zu kaufen, von denen sie bisher dachten es wären echte Knüller, nicht zuletzt weil sie sie selbst probierten und begeistert waren? Muß ich mich bei der Gesellschaft entschuldigen, die diesen Wein im Rahmen einer glamurösen und pompösen Party trank und jede Flasche mit einer LaOla Welle bis zum Tisch begleitet wurde?
Ratlos betrachte ich meine Babys, niedlich, wie sie so daliegen in ihren extra für sie gebauten Gitterboxen. Wie Kinder sind sie, und jetzt behauptet einer, es wären hässliche Kinder! Sind sie zu schade für diese Welt? Soll ich sie verstecken und keinem mehr zum probieren geben? Nie wieder? Selber trinken? Nein, es macht keinen Spass einen Wein mit stolzen 138,42 Kellermeisterpunkten* alleine zu trinken.

Vielleicht aber wäre es einfacher dem Verkoster Böse zu sein, den schliesslich kann er nicht wissen, wie, wo, wann etwas passiert ist mit diesem Wein. Vielleicht ist das auch der Unterschied zwischen Weineinkaufen direkt beim Winzer und Weineinkaufen nach Weinführern? Wie viele unglaublich nützliche Informationen gehen dem Konsumenten verloren, wenn er nur über den Händler oder das Internet einkauft?

Wie auch immer, wir sind keinem Böse, sondern machen weiter, denn anders gesehen, zeigen 77 Punkte ja auch, das da noch viel Platz nach oben bleibt um sich zu verbessern. So gesehen, wäre eine jährliche Verbesserung um 5 Punkte anzustreben, dann wären wir in 3-4 Jahren am Ziel… – und dann wird es langweilig!!!
Aufbauen und verbessern macht mehr Spass.

*Kellermeisterpunkte setzen sich zusammen wie folgt:

%Vol. Alkohol x Extrakt – Gärtemperatur : Restzucker x Qualitätszahl QBA Prüfung + Anzahl der Kellertreppenstufen

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