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Der Gault Millau Wein Guide 2010 …

… ist inzwischen erschienen und ich werde auch diese Ausgabe nicht kaufen, weil

  • eh alles in ein paar Monaten völlig überholt ist weil die Weine ausgtrunken sind
  • ich stark bezweifle das wirklich alle Verkoster wissen wie man Wein macht und ihn daher eigentlich gar nicht beurteilen können, denn die Entstehungsgeschichte prägt einen Wein wie den Menschen die Erziehung!
  • fast 30.- Euro für das Buch auch in einige gute Flaschen Wein angelegt werden könnten
  • es mich nicht grundsätzlich nicht interessiert was wildfremde Menschen als Gut und Schlecht empfinden
  • ich keine Anleitung benötige um zu wissen was mir schmeckt
  • das Buch völlig unrepräsentativ ist und daher als Führer ungeeignet ist denn der Wein Guide bildet nur einen Bruchteil der Weinproduzenten ab. Es ist daher falsch zu behaupten das Buch beinhalte die 900 Besten Weingüter Deutschlands!! Es müßte heißen „beinhaltet die 938 besten der 1000 (?) verkosteten Weingüter“.
  • ich nicht wirklich weiß wie man Gault Millau auspricht und was es heißt 🙂
  • schon immer umstritten ist wie frei und unabhängig die Verkoster sind und auch beim Gault Millau 2010 es wohl Verkoster gibt die bei ihren Lieferanten Wein verkosteten und bewerteten!? Stimmt das wirklich?
  • ohne den freundlichen Bucheinkauf der Weingüter die Auflagenzahl ziemlich düster sein dürfte? Das könnte den „tollen“ Talentzuwachs ganz einfach erklären?
  • das erscheinen des WeinGuide die Schwäche deutscher Weinblogs aufzeigt die dem Gault Millau in teilweise mehr als peinlicher Art und Weise hinterherhechelt. Dieser klitzekleine Kosmos der meist liebenswerten Weinblogger schafft es leider nicht sich von dieser meiner Meinung nach überholten Art der Weinbewertung zu lösen und eine eigene ihren Lesern anzubieten.
  • es ein Grund sein könnte das ich aus Slow Food austrete, denn angeblich gibt Slow Food im Gault Millau Wein Guide ebenfalls Empfehlungen ab?

Bezüglich dem letzten Punkt muß ich nachfragen was und wer da im Namen Slow Food Empfehlungen auspricht. Wurden nur Slow Food Weingüter verkostet und empfohlen? Kann ich dann auch als Slow Food Mitglied im Gault Millau WeinGuide 2011 Empfehlungen ausprechen?

Aber, das Erscheinen hat auch sein Gutes was ich gar nicht in Abrede stellen will, aber in diesem Artikel ging es darum warum ich den Gault Millau Wein Guide 2010 nicht kaufe, aber wer weiss, vielleicht ist 2011 ja alles anders?

Nachtrag:
Reaktionen aus der Blogosphäre zum erscheinen des Gault Millau 2010:

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Die Krise um den Weinführer Gault Millau in der Presse

In unserer Regionalen Zeitung ist die Krise um den Gault Millau inzwischen ebenfalls angekommen. Alles online zum nachlesen, BITTE HIER klicken.

Was derzeit an Meinungsmache und lautem Gepolter im Internet abgeht ist unglaublich, und läßt mich sprachlos zurück. Wohl auch ein Grund für den Autor des Zeitungsartikels kurz darauf hinzuweisen ohne Namen zu nennen.

Die rebellierenden Winzer werden im Gault Millau alle sehr gut bewertet, haben also keinen Grund für Rachefeldzüge, wie ihnen von einigen Weinbloggern im Internet vorgeworfen wird.

Tja, das meine ich mit Poltern, tumbes drauflos schlagen, scheint ein Reflex einiger Menschen zu sein die leider Gottes auch Blogsoftware bedienen können. Aber das werde ich  einmal in einem extra Artikel würdigen wenn es um den Weinführer stiller geworden ist. Dann beschäftige ich mich einmal mit der Frage Was und Wer ist eigentlich ein Weinblogger?

Bisher dazu im Winzerblog erschienen:

Der Brief der zu den Diskussionen führt ist HIER auf der Webseite wine-search-taste nachzulesen

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Gault Millau- Der Widerstand formiert sich

Nachdem aus der der deutschsprachigen Onlinszene von Werner Elflein und Winzerblog mal abgesehen mehr oder weniger nur lobende Worte für das Anliegen des Weinführers gefunden hat, hat eine Gruppe von Winzern das Geschehen nun selbst in die Hand genommen und einen offenen Brief formuliert.

Wunderbar, hier geht es zur Webseite und Hier ist der Link zum Brief als pdf.

Selbstverständlich bin auch ich der Aufforderung nach gekommen und habe den Brief unterzeichnet, das kann übrigens jeder machen, Infos dazu finden sich ebenfalls auf der Webseite Wine-Search-Taste.

Übrigens, noch eine gute Sache, der Brief wurde auch gleich ins Englische übersetzt, so das wirklich alle Welt verstehen kann was und worum es geht. Hier geht es zur Englischen Version des offenen Briefes an den Gault Millau.

Ich hatte es ja hier bereits geschrieben, es wird nichts mehr so sein wie es mal war nach diesem unsäglichen Bettelbrief des Weinführers.

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Gault Millau – es geht weiter!

Schön, nachdem auf diversen Blogs und Foren das Thema diskutiert wurde haben einige Weingüter doch das Geschehen selber in die Hand genommen und die einzig richtige Reaktion gezeigt. Nichts bezahlen und auf weitere Zusammenarbeit verzichten und diese Geschichte an die Öffentlichkeit bringen. So nachzulesen in Welt Online

Dem kann ich nur applaudierend zustimmen. Jetzt bin ich gespannt was passiert, andererseits, ist es nicht wirklich spannend, denn es gibt für das im Moment auf das Format eines Weinführerchens zusammenschrumpelte Buch nur einen gangnbaren Weg. Endlich vom hohen Ross absteigen und sich auf Augenhöhe mit den Produzenten begeben.

Die Zeiten sind vorbei in denen man sich alles gefallen lassen muß von laut polternden Meinungsmachern.

Ich bin weiterhin gespannt ob die Journalisten und Blogger die den Weigütern tumben Copyrightmissbrauch vorgeworfen haben dabei bleiben oder nun diesen Wiederspruch gaaaanz toll finden. Ich freue mich auf die Reaktionen 🙂

via Würtz

Teil 1 dieser Geschcihte im Winzerblog: Der Weinführer will Geld

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Der Weinführer will Geld

Also ich muß sagen was ich die letzten Tage so zu hören bekam von einigen Winzern ist hanebüchen. Werner Elflein zeigt in einem ausführlichen Bericht auf worum es geht, der Gault Millau hat sein Vermarktungskonzept verändert. Nicht mehr der Buchverkauf soll die Kosten decken sondern der Weinproduzent  soll Geld in die Kassen spülen oder sich zumindest an der Produktion beteiligen.

Es ist inzwischen ja normal das Winzer fantastische Buchpakete angeboten bekommen die alle gleich gestrickt sind. Dem Verlag Geld bezahlen,  dann bekommt das Weingut eine Veröffentlichung, dann verpflichtet man sich noch dazu 100 Bücher zum Vorzugspreis abzunehmen die man an seine Kunden für viel  Geld weiterverkaufen soll. Damit sollen die Weingüter die Ausgaben wieder erwirtschaften. Immer öfter sollen Weinproduzenten die Arbeit der Verlage übernehmen.

Das Deutschlands Flagschiff der Weinführer, der Gault Millau, es nun nötig hat sich auf ein solches Niveau zu begeben hätte ich so schnell nicht erwartet, aber bitte, willkommen in der Realität!

Nun kann man solch eine Handlungsweise aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, für mich und offensichtlich für einige Weingüter ergeben sich zunächst einmal Fragen.

  • Den Zugang in das Buch kann man sich offensichtlich und hoffentlich nicht erkaufen? Ist es fair das der eine bezahlt und der andere nicht? Wo bleibt da die Transparenz?
  • Kostet der Eintrag wirklich für alle gleich viel? Also 5 Trauben Einträge gleich viel wie 1 Trauben Einträge? Oder ist es wie im echten Leben nur die kleinen bezahlen und die großen fragt man erst gar nicht? Der Nutzen und damit der Wert eines 4 Traubenbeintrages dürfte deutlich höher sein als der einer bloßen Erwähnung! Wäre es da nicht logisch die Preise entsprechend anzupassen?
  • eine ganz wichtige Frage ist die folgende, was passiert mit denen die kein Nutzungsrecht z.B. am Logo erwerben? Dürfen die überhaupt noch etwas aufhängen und nutzen? Oder drohen Abmahnungen?
  • Haben eigentlich alle den gleichen Brief erhalten? Auch die mit ganz vielen Trauben?
  • Ein Winzer den ich in dieser Angelegenheit kontaktierte fragte gar hoffnungsvoll „Falls ich bezahle geht das  jetzt vielleicht auch ohne Wein einzuschicken?
  • Was würde denn passieren wenn keiner bezahlt?

Ja, das ist erst der Anfang, dieser Brief wird noch lange für Gesprächsstoff sorgen und eine Unzahl weiterer Fragen aufwerfen. Ganz am Ende der Diskussion wird sich der Urheber fragen müssen ob er das richtige getan hat.

So viel dazu, zu diesem Führer, mich interessiert aber viel mehr das folgende:

  • Warum haben Winzer und Weingüter Angst sich zu solchen Vorgehensweisen zu äussern?
  • Warum räumt die Weinwirtschaft der schreibenden Zunft noch immer so viel Macht ein?

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