Tag Archives: Weinprobe

16!

Für eine Weinprobe die noch gar nicht stattgefunden hat wurden bereits 16 Emails hin und her geschickt mit einer amerikanischen Agentur. Im Moment schreibe ich nun die 6. Bestätigung dieser Weinprobe. Das schreiben der Emails hat sicherlich mehr Zeit gekostet als die Weinprobe jemals dauern wird.

Wie macht ihr das mit den Agenturen und Reisegruppen die sich in einen regelrechten Bestätigungsrausch begeben? Immer still bleiben und tun was die wollen? Ich jedenfalls versuche es einfach und schnell abzuarbeiten, was anderes hilft ja eh nix und den Umsatz möchte man ja auch gerne haben.

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Wein aus Chile – eine Weinprobe

Im Rahmen der Euopäischen Weinblogger Konferenz in Wien 2010 gab es eine ausführliche Weinprobe zum Thema Chile! Die verkosteten Weine waren alle vom Feinsten, durchweg auf höchstem Niveau produziert. Die Verkostung dieser Weine machte deutlich warum Chile derzeit so erfolgreich ist auf dem weltweiten Weinmarkt.

Präsentiert und vorgestellt wurden die Weine von Michael Cox dessen Weinblog Wines of Chile derzeit sicherlich eines der herausragendsten Weinblogs dieser Welt darstellt!

technical-chilean-wine-tasting.jpg

Würde ich Punkte für Weine vergeben, würde ich wohl in einen extatischen Rausch geraten ob der Opulenz dieser Weine, der Dichte und Konzentration, der Fülle und Komplexität! Das waren absolute Giganten!

Aber …

das gewisse etwas hat sich mir leider nicht eröffnet, meine Frage nach dem einen, ganz besonderen, unverwechselbaren Merkmal, jenes Merkmal das mich am chilenischen Wein fesselt, diese Eigenschaft habe ich bei aller Qualität vergeblich gesucht!
Trotz oder gerade ob solcher Gedanken war diese Weinprobe ein Highlight der Konferenz, entfachte sie doch eine Diskussion unter den Teilnehmern über Induvidualität und Austauschbarkeit von Wein.

Nachfolgend die Liste der verkosteten Weine, die Links der Weine führen zu Adegga wo die Verkostungsnotizen und Bewertungen der einzelnen Weine erscheinen, die Links der Produzenten führen direkt auf die Webseiten der Chilenischen Weingüter!

  1. Casa Marin Cipreses Vineyard Sauvignon Blanc 2009 – Produzent Vina Casa Marin
  2. Casa Silva Carmenère Reserva 2009 – Produzent Vina Casa Silva
  3. Secret Viu Manent Carmenere 2009 – Produzent Viu Manent
  4. Gran Devoción Carmenere Syrah 2008 – Produzent Vina Maipo
  5. Canepa Genovino Carignan 2008 – Produzent Canepa wines
  6. Gran Reserva Etiqueta Negra Cabernet Sauvignon 2008 – Produzent Vina Tarapacá
  7. Viu Manent Reserva Cabernet Sauvignon 2008 – Produzent Viu Manent
  8. Emiliana Coyam 2007 – Produzent Emiliana Organic Vineyards

Übrigens, bei dieser Weinprobe konnte ich Problemlos der allgemeinen Meinung folgen, der letzte Wein wurde von den meisten als der Beste gesehen, so auch von mir. Chilenischer Biowein, das ist an sich schon sehr spannend.

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Austrian Undiscovered Stars – Österreichs unentdeckte Stars

Die Session bzw. Weinverkostung trug den Namen „Austrian Undiscovered Stars“ und hat einige interessante Diskussionen unter den Teilnehmern ausgelöst die hoffentlich an anderer Stelle weitergeführt werden können. Aber Zunächst die Probe:

  1. Weinviertel DAC, Grüner Veltliner 2009, Herbert Zillinger, Ebenthaler Lagen
  2. Kamptal DAC, Grüner Veltliner 2009, Martin & Anna Amdorfer, Reserve Strasser Weinberge
  3. Kremstal DAC, Riesling 2009, Walter Buchegger, Gebling
  4. Leithaberg DAC, Chardonnay 2009, Birgit Braunstein & Martin Pasler, vom Leithaberg
  5. Wien, Gemsichter Satz 2009, Mayer am Pfarrplatz und Rotes Haus, Wiener gemischter Satz Nussberg
  6. Südsteiermark, Sauvignon blanc 2008, Walter Skoff, Obegg
  7. Carnutum, Zweigelt 2009, Artner, Rubin Carnutum
  8. Mittelburgenland DAC, Blaufränkisch 2008, Bauer-Pöltl, Reserve
  9. Thermenregion, St.Laurent 2008, Schneider, Reserve
  10. Niederösterreich, Pinot Noir 2006, Zull
  11. Burgenland, Cuvée CH WB SB 2006, Hans Moser, Ausbruch aus den Rieden

austrian-undiscovered-stars.jpg

Diese Weinprobe wurde moderiert vom Chef der Österreich Wein Herrn Willi Klinger. Das alles verlief amüsant und launig, hat Spass gemacht und den Konferenzteilnehmern einen ersten Eindruck über die Vielfalt des Weinlandes Österreich verschafft. Nur gut das wir deutschen die kleinen Sticheleien gegen uns mit Leichtigkeit ertragen und mit dem uns gegebenen deutschen Humor ganz gelassen wegstecken. Die Österreichische Weinwirtschaft fühlt sich stark und überlegen und zeigt das mit großem Selbstvertrauen. Das klingt dann z.B. bei Willi Klinger  so:

„We are so good at marketing we convinced the world that Beethoven was Austrian and Hitler was German“

Aber immer mit einem Augenzwinkern! Wobei es ganz bestimmt lohnenswert wäre einmal die unterscheidlichen Konzepte deutscher und österreichischer Weinwerbung zu diskutieren. Ich z.B. glaube absolut nicht daran das Österreich für Deutschland ein Vorbild in Punkto Werbung sein könnte!

Das weitere Besondere an dieser Weinprobe war natürlich der Umstand das die Verkoster per Handzeichen einen Sieger küren durften der dann via naked wines eine Distribution in England bekommt. Abgestimmt wurde nach jedem Flight, zm Schluss dann nochmals die einzelnen Flightsieger gegeneinander.

Nun, genau so wie das Urteil einer einzelnen Person über einen Wein umstritten sein kann, so hat mich diese Veranstaltung gelehrt das offensichtlich mein Geschmack auch nicht mit dem der Masse konform läuft. Zwar bin ich bei der finalen Abstimmung wieder mit der Masse einig gewesen, so war ich bei allen vorherigen Abstimmungen jeweils anderer Meinung. In so fern hat diese Abstimmung eine Diskussion darüber angeregt welchen Stellenwert derart in einer Community erzielte Ergebnisse eigentlich haben!? Eine direkt anschliessende Diskussionsrunde darüber wäre natürlich extrem spannend gewesen, das wäre aber vielleicht einmal ein Programmpunkt für ein Vinocamp oder ähnliche geartetes social media Treffen.

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#twv – das war sie, Deutschlands erste Twitter Weinverkostung, ein klitzekleines Fazit

twitter-verkostung.gifMeine Taggs zu diesem Event in 140 Zeichen:

Chaotisch, verrückt, hektisch, spannend, interessant, lehrreich, unterhaltsam, toll, spassig, lustig, unkonventionell, inovativ, Zukunft?

was ich denke wie es weiter geht und wo ich die Zukunft für #twv sehe

gaming, Spiel, Spass, Spannung, keine Verkostung, Aktion, Tempo, Hektik, Adrenalin, Zeitlimit, Struktur, Wettkampf, Abstimmungen,

Und ja, die Jungs auf der Bühne wurden von Marlene gerettet!! Kompliment dafür, wir sollten mit dem ZDF über den Samstag Abend reden … denn als Lückenfüller sind wir definitiv zu schade.

Wie geht es dem Cebit Hausmeister der für dich Technik vor Ort zuständig war? Was für ein Supergau das Stellenweise gar nichts mehr ging!

Mir fehlten Infos zu den Weinen.

  • Würtz dachte ich er wäre mild, war er aber nicht? Wieviel RZ? Ich dachte es sei ein Sponti, war er aber nicht, woher dann die Aromatik? BSA?
  • Johner war saftig und vollreif, Ananasaromen, wunderschön, ich erkläre das mit dem Begriff Auslesecharakter. Ist das typisch Neuseeländisch? Ich hätte Rasse und eine Pfirsich- oder Aprokosenaromabombe erwartet das hätte meine Klischees bedient 🙂
  • Meiner war der einzige der klassisch deutsche Rieslingart repräsentierte, Säurebetont und Pfirsich! Hat sich irgend jemand gefragt was 12 Monate Hefelagerung auf einenWein auswirken?

Alles in allem 3 sehr spannende Ansätze, 3 völlig unterschiedliche Wege Weine zu produzieren,  3 Philosophien über die sehr wenig geplaudert wurde. Zu wenig meiner Ansicht nach.

Ich meine nächtes mal müssen die Winzer zur Marlene in die Show, und das Internetuniversum dreht sich dann um diese Show.

Ja, ich wäre sauer gewesen hätte jemand angefangen meinen Wein mit Cola zu mischen. Ich finde das ist dem Würtz seine Story, aber nicht die meiner Weine!! Das hätte ich in der Tat befremdlich gefunden wäre das auf der Bühne passiert.

Jetzt haben wir eine Erfahrung, eine Basis auf der man diskutieren kann. Wo, wer und wann findet diese Disussion statt?

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Riesling Kabinett trocken in der Twitter Weinverkostung

Um allen einen schnellen Zugriff auf die Daten des Weines zu verschaffen dient dieser Blogartikel. Er widmet sich ausschliesslich unserem, in die Twitterverkostung eingebrachten 2007er Riesling Kabinett trocken. Ich hoffe ich ahbe die wichtigsten und interessantesten Daten zusammen, wenn etwas fehlt einfach melden, ich trage gerne nach!

Daten und Fakten zu 2007er Heidelberger Dormenacker Riesling Kabinett trocken
Grundsätzlich lehne ich es ab Weine zu machen oder zu gestalten. Ich bin zwar kein Öko, aber soweit als irgend möglich versuche ich im Rahmen meiner Arbeit so wenig als irgend möglich einzugreifen. Ich glaube fest daran das man in Weinen ganze Landschaften schmecken kann vorausgesetzt man holt nicht alles raus was schmecken könnte. Daher sehe ich das entfernen von Weinbestandteilen genau so kritisch wie das hinzufügen. Der Riesling Kabinett trocken ist ein schönes Beispiel dafür wie ich mir eine moderne vinifinzierung vorstelle. Keine Schönung, keine Säurekorrektur, keine Einweißstabilisierung, keine Weinsteinstabilisierung.

95 % unserer Weine liegen auf der Feinhefe bis zum Zeitpunkt der Abfüllung, somit waren es bei diesem Riesling Kabinett annähernd 12 Monate Hefegeläger. Das wiederum steigert entscheidend die Bekömmlichkeit der Weine, vermindert die nötige Schwefelgabe, schont den Wein, denn ich benötige nur 2 Filtrationen von der Gärung bis in die Flasche.

Ich liebe diese Art der rustikalen Weinbereitung, jene die versuchen den Geschmack des Weines in Punkte zu pressen können das nicht nachvollziehen, sie schmecken ja auch keine Landschaften, sondern versuchen Wein mit Cola gleichzusetzen und zu standardisieren. Nur mal so zwischendurch, das ist meine Meinung.

Aber, auch ich muß marktgerechte Weine produzieren die man verkaufen kann, darum ist mein Kompromiss die Weinhefe und eine Kühlanlage. Selbstverständlich habe auch ich alle nötigen Mittel in meinem Weinmacherschrank, denn geht etwas schief muss auch ich eingreifen, oder bei Frühfüllungen muß stabilisiert werden, völlig egal ob es mir Spass macht oder nicht. Da helfen alle Träumereien von idealer Kellerwirtschaft nichts, es gibt Dinge die müssen getan werden. Im Keller wie im Weinberg. Schwefeln zum Beispiel! Oder ich mit der Maschinenernte arrangieren ist auch so ein Ding, endlich mit dem Mythos Handlese = Qualität aufräumen. Das ist schwer, sehe ich an mir selber wie ich mich Schraubverschlüssen schwer tue! So hat halt jeder Mensch seine Macke, wie ein guter Wein übrigns auch.

Jahrgang 2007
Herkunft:Baden, Badische Bergstrasse, Heidelberg, Heidelberger Dormenacker
Produzent: Weingut Clauer
Anbau: Weitraumanlagen, Reben ca 27 Jahre alt konventioneller, umweltschonender Weinbau, Begrünung seit den 60er Jahren!

Bodenformation: Lösshaltiger Lehm

Erntemengen: 2007 war gerade beim Riesling (bei uns) ein sehr kritisches Jahr was die Erntemenge angeht, so konnten wir gerade einmal 4,8 t/Hektar ernten was deutlich zu wenig ist für einen Wein der Preiskategorie 5.70!

Riesling Kabinett trocken 2007

Etikett: Wir verwenden Selbstklebeetiketten seit es diese Technik gibt. Wir beschäftigen keine Werbegrafiker oder Ähnliches, Etiketten werden von uns selber gestaltet. Manche Werber, Designer und Grafiker meinen genau das würde man sehen, ich bedanke mich dann für das Lob, wohlwissend das es nie so gemeint war.

Verschluss: Als erster Betrieb in Europa haben wir DIAM eingesetzt, sind dabei geblieben und zufrieden. Alle Weine bis zu 10 Euro werden damit verschlossen, zusehends auch im Premiumweinbereich.

Flasche: Riesling bei uns immer in der traditionellen Schlegelflasche in Antikgrün, andere Weine in Bordeauxflaschen

Vinifizierung des Weines:

  1. Maschinenernte am 28. September als Spätlesequalität mit 90 °Oechsle
  2. Nach ca 20-30 Minuten direkt mit den Trauben via Traubentransporter auf die Weinpresse
  3. Pneumatische Weinpresse Typ Sutter, Pressprogramm ca 1 Stunde 10 Minuten, Saftausbeute ca 60%
  4. Trester geht auf Kompost
  5. Saft läuft von Presse direkt in den Keller
  6. Saft bleibt über Nacht stehen um abzusetzen
  7. Am nächsten Morgen blank abziehen und in Gärbehälter einlagern
  8. Der abgestzte Trub wird filtriert oder flotiert und dem Saft wieder zugeführt, Rest geht auf Kompost
  9. Beimpfung mit Weinhefe, in diesem Fall Vin 13, Hefenährstoffgabe nur falls erforderlich, z.B. bei Böckserbildung, ansonsten sind unsere Weinberge/Trauben gut mit Nährstoffen versorgt.
  10. Gezügelte Vergärung bei ca 15-16°C, ca 20 Tage
  11. 1. Abstich, sehr früh wegen Restsüße, Grundschwefelung mit 100 mg/So2 Liter
  12. Weihnachten feiern, Urlaub machen, im Februar Jungweinprobe
  13. Keine Unauffälligkeiten bei Jungweinprobe im Februar, kein Brüller, Einstufung als Basisqualität, (das hätte ein halbes Jahr später vermutlich anderes ausgesehen!)
  14. 20. September 2007, 2. Abstich von der Feinhefe mit Schichtenfilter (K200)
  15. Einstellen der Schwefelwerte auf 40 mg freie So2
  16. 25. September 2007 Abfüllung mit Sterilfiltration (EK)
  17. 27. September 2007 Wein zum Labor für amtliche Analyse
  18. QbA Prüfung
  19. Der Wein wird endlich verkauft
  20. 6. März 2008,  nur noch einige hundert Flaschen vorhanden, demnächst erfolgt der Jahrgangswechsel, das Spiel beginnt von vorne
  21. 7. März 2008, Twitterweinprobe
  • Amtliche Analyse vom 27.9.2007 Gesamtalkohol 12,04% Vol
    vorhandener Alkohol 11,56 % Vol
    Zucker vergärbar vor Inversion: 8,3 g/ltr
    Zuckerfreier Extrakt: 22,8 g/ltr
    Gesamtsäure als Weinsäure: 8,3 g/ltr
    Freie schweflige Säure: 36 mg/ltr
    Gesamte schweflige Säure: 92 mg/ltr
    relative Dichte: 0,9967

Dann wünsche ich viel Spass, hoffe es schmeckt … sagt was ihr denkt, aber nicht in Punkten, von mir aus mit Bildern, Musik, Liebe, schönen oder weniger schönen Worten.

Hier geht es zum Weingut, und Hier zum Weinladen 🙂

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Es ist nicht immer alles nur lustig auch so eine Twitter Weinverkostung hat ihre Nachteile!

twitter-verkostung.gifwein_zweinull_button.gifIch bin ja der ganzen Geschichte mit der live Twitterverkostung schon sehr kritisch gegenüber gestanden, weil ich einfach nicht absehen konnte wer sich daran beteiligen würde. Diesbezüglich bin ich inzwischen beruhigt und sehr entspannt. Sollten nicht doch noch ein paar gestörte Heckenschützen aus dem Hinterhalt auftreten wird das eine ordentliche Weinverkostung mit vielen netten Leuten. Die kaputten Freaks sind daheim geblieben! Gott sei Dank.

Aber, die Auswirkungen dieser Weinprobe auf sind dennoch vorhanden und zwar in einer Art und Weise an die ich gar nicht gedacht hatte. War der Suchbegriff „Heidelberger Dormenacker“ bisher nur auf uns gerichtet und hat die Internetnutzer Zielsicher auf unsere Webpräsenz geführt hat sich das nun über Nacht geändert. Ein Fehler Meinerseits, ich hätte den Wein als Riesling Kabinett ohne Lagenbezeichnung angeben müssen. Ich bin gespannt wie lange es dauern wird dieses Problem wieder zu lösen, ohne Suchmaschinenoptimierer zu bemühen. Ich habe leider Zweifel daran jemals wieder steuern zu können was sich unter unserem Lagennamen findet.

Ich kann nur noch den Kopf schütteln und hoffen das sich das alles wieder einrenkt und harre der weiteren Überraschungen die der heutige und morgige Tag für mich bereit hält. Oder muß auf dem Weingutsblog eine hundertteilige Serie starten mit dem Namen unserer Lage als Titel?

Es macht aber auch deutlich wie schnell das Internet heute reagiert.

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Mhmmmmmm – die tägliche Weinverkostung

Trinken während der Arbeit ist absolut tabu, egal wie gut es auch schmecken mag.
Trotzdem gehört das gefüllte Glas während der Ernte zum Alltag wie das täglich Brot.
Riesling 2008
Der 2008er Riesling entwickelt sich prächtig, wie schon mehrmals hier im Blog erwähnt, habe ich Spass an diesem Weinjahrgang wie schon lange nicht mehr.

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Weinprobe auswärts in der Gastronomie? Gerne, aber nicht immer und nicht bei jedem!

Müßte ich mich selbstständig machen, würde ich mich auf Weinproben ausser Haus konzentrieren um damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Immer wieder und immer öfter werden wir von Gastronomen angefragt in ihrem Hause eine Weinprobe durchzuführen. Wir tun dies, haben dafür einen speziellen Abrechnungsmodus mit dem eigentlich alle Beteiligten zufrieden sind.

Das funktioniert gut und die hiesige Gastronomie nimmt gerne zur Kenntnis das man mit einem regionalem Wein durchaus interessante Geschäfte mit Zusatznutzen anbieten kann. Hotels können auf diese Art ihre meist schlecht gebuchten Restaurants besser vermarkten, Wirte haben die Chance mit solchen Aktionen Kunden zu gewinnen und Gesellschaften an sich zu binden.

Für uns Winzer ist solch eine Weinprobe eine hervorragende Gelegenheit dem Gastromen zu zeigen was man kann, zu zeigen das die Gäste zufrieden sind, zu zeigen das unser Wein die richtige Wahl ist. Eine Situation bei der alle Beteiligten profitieren.

Wichtig ist dabei natürlich der Umstand, Continue reading

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Weinprobe

Ich habe heute Abend die Ehre 250 Mitarbeitern einer ehrwürdigen Forschungsinstitution unsere Weine näher bringen zu dürfen.

Es soll ein Querschnitt durch unser Sortiment sein, gleichzeitig etwas über Deutschen Wein aussagen, aus Zeitgründen kann ich jedoch nur 4 Weine vorstellen.

Mein Programm sieht  aus wie folgt:

  • 2006er Spätburgunder Rotwein trocken
  • 2005er Cabernet Mitos trocken
  • 2006er Weissburgunder Kabinett trocken
  • 2003er Riesling Auslese

Diese Auswahl sollte mir die Möglichkeit geben das System der Prädikatsweine zu erklären (Weissburgunder), auf die große und lange Tradition deutscher Süßweine einzugehen (Riesling), das Thema Weinbau im Zeichen des Klimawandels anzusprechen (Cabernet Mitos) und Anhand des Spätburgunders kann ich auf die Region Baden näher eingehen.

So habe ich es geplant, aber bei 250 Teilnehmern ist eigentlich nichts mehr so richtig planbar, denn bereits eine einzige Zwischenfrage wird mein Konzept zweifelsohne aushebeln und mich zwingen auf völlig andere Themen einzugehen.

Das ist der Spass und Kick solcher Weinproben, das hat ein bischen was von Improvisationstheater!

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Weinprobe im Magnetresonanz-Tomographen

Das war nötig um zu beweisen was ohnehin jeder wußte:

Grundsätzlich beurteilten die Versuchsteilnehmer die vermeintlich teuren Weine geschmacklich besser als die günstigen. Im Gehirn zeigte sich dies durch eine höhere Aktivität im sogenannten medialen orbitofrontalen Cortex. Diese Region ist an der individuellen Beurteilung von Gerüchen, dem Geschmack von Essen oder auch von Musik beteiligt. Allein der Preis des Weines reiche aus, um die Aktivität in dieser Hirnregion zu verändern und so das individuelle Geschmacksurteil zu beeinflussen.

Wer nun mehr über den orbitofrontalen Cortex wissen möchte, dem sei der Artikel „Marketing wirkt im Hirn: Teurer Wein schmeckt besser“ als Lektüre ans Herz gelegt.

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Notizen zur Weinprobe

Ich war Gestern Gast einer großen Spätburgunder Weinprobe bei der Weine der deutschen Rotweinelite zugegen waren. Wobei die „Elite“ in diesem Fall weitestgehend über den Preis definiert wurde.
Nach Durchsicht meiner Verkostungsnotizen, möchte ich einige Punkte zur Diskussion stellen.

  • 2 von 7 Spätburgunder hatten eine für Spätburgunder untypische Farbe, was aber nicht bemängelt wurde.
  • 1 Spätburgunder hatte einen deutlichen Böckser. Dieser Wein wurde uns als einer von Deutschlands 50 besten Spätburgunder präsentiert.
  • Alle Spitzenburgunder waren im Barrique ausgebaut, wenngleich einer davon nicht als solcher deklariert war. Warum macht einer einen Barriquewein um es nicht als solchen zu deklarieren? War es gar kein Barrique?
  • Von 30 Flaschen waren 30 mit Naturkork verschlossen. Eine Flasche davon hatte einen Korkton.
  • 2 Weine trugen die Bezeichnung „S“, keine der anwesenden Personen konnte erklären was damit gemeint sein könnte. Gleiches kann für andere Buchstaben und Buchstabenkombinationen gesagt werden.
  • 4 Weine wurden auf dem Etikett als unfiltriert gekennzeichnet was die Verkoster allerdings kaum zur Kenntnis nahmen.
  • Nach meinem Geschmack waren 2 der vorgestellten Weine Grandios und fantastische Spätburgunder.
  • Junge Superstars der Weinszene glänzen mit Modernität und viel Kuschelpotential, die alten mit Tradition und Typizität. Für meinen Geschmack haben die Alten gewonnen, aber die sind ja auch schon etabliert.

Mein Schnellfazit ohne langes Überlegen:
Einige Winzer und Kellermeister haben mit dem Kanister Gummi Arabicum wohl auch ihr Berufsethos ausgekippt und sich eine neues gebastelt.
Es könnte aber auch sein das es so etwas wie ein Berufsethos nie gab und schon immer gemacht wurde was erlaubt ist und was die Technik hergibt. Vermutlich war das vor 100 Jahren genau so wie heute. Fakt ist, es wird konzentriert, gechipt, und viel zu oft schmeckt das Gummi Arabicum deutlich durch. Schade, denn einige der Weine hätten es gar nicht nötig gehabt.
Ich denke es wird spannend die nächsten Jahre, denn diese Ultramodernen Weine sind vom feinsten! In wie weit kann sich ein gebietstypischer klassisch produzierter Spätburgunder dagegen noch durchsetzen? Was passiert wenn der Konsument so weit konditioniert wurde das er unmaskierte Gerbstoffe als abartig empfindet und nur noch kuscheln möchte?

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Buddhas Bauch

Es mag im Reich der Mitte Glück bringen wenn man an Buddhas Bauch reibt. Bisweilen scheint es der Buddha sogar zu geniessen wenn man sein Lächeln so interpretieren möchte.

Als sich Gestern während einer Weinprobe jedoch ein Mann aus dem Reich der Mitte an meinem Bauch zu schaffen machte gabs halt was auf die Finger, begleitet von sehr deutlichen und lauten Worten die der Dolmetscher sicherlich nicht 1:1 übersetzt hat. Ich bin nicht Buddha und fühle mich auch nicht solcher.

Keine Ahnung was man denen in ihrem Land beibringt, aber gewiss absolut nichts darüber wie man sich als Gast in Deutschland verhält. Einige dieser Fernöstlichen Gruppen verhalten sich biesweilen so als würde man mit einer Horde Minderjähriger Karneval feiern. Ich habe klare Vorstellungen darüber wer meinen Bauch streicheln darf, da gehören die Jungs aus Fernost definitv nicht dazu.

Auch die Menschen aus Fernost werden noch lernen das es vielen Menschen völlig egal ist, ob und wie die Wirtschaft und die Politik ihnen Zucker in den Allerwertesten bläst, ich für meinen Teil werde mich nicht verbiegen und zur Belustigung der chinesischen Herrschaften den tanzenden Elefantenmenschen geben. Dann sollen sie in den Zoo und nicht zur Weinprobe.

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Weinprobe um 8:30 Uhr

Morgenstund hat Gold im Mund, getreu nach diesem Motto werde ich Morgen früh um 8:30 Uhr eine Weinprobe mit ca 30 Personen abhalten.

Aber wer macht eine Weinprobe und Betriebsführung so früh am Morgen?
Winzer natürlich!!
Gleich ein ganzer Bus voller Jungwinzer hat sich angemeldet.

Dann geh ich jetzt mal meine Küferbluse bügeln, den Traktor polieren und Kellerboden schrubben.

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Heute am Telefon

Anrufer:

Hallo, ich wollte nur sagen das wir in 1 Stunde vorbeikommen um einen Weinprobe zu machen?

Nun ja, so spontan geht am Wochenende eigentlich nichts, so war die Antwort:

Nein das geht leider nicht, wir haben heute geschlossen.

Ach so, sie haben Sonntags geschlossen?

Nicht nur das Sonntag ist, sondern auch ein Feiertag:

Ja wir haben jeden Sonntag geschlossen und ausserdem ist Pfingsten!!

Der Anrufer legte auf und versuchte es wahrscheinlich bei einem anderen Weingut ein Unterhaltungsprogramm für den Sonntag zu finden. Ich hoffe ohne Erfolg, oder steht irgendwo geschrieben das der Sonntag für die Weinbranche kein Sonntag ist? Wir haben genügend Aktionen im Laufe des Jahres an denen wir unser Wochenende opfern, glücklicherweise gehört die Pfingstzeit nicht dazu!!

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Wein und Wurst statt Wein und Schokolade

Nach einen Telefonat gestern Mittag geht mir das Thema Wein und Schokolade nicht mehr aus dem Kopf. Den ganzen Tag über machte ich mir Gedanken zu diesem Thema und landete letzlich bei der Leberwurst.

Wann haben Sie das letzte mal eine Tafel Schokolade verspeist und gedacht, „jetzt würde ein Wein glänzend dazu passen“?
Wann haben Sie das letzte mal beim Genuss eines Rieslings den Drang verspürt eine Tafel Schokolade zu öffnen weil es toll dazu passt?

Machen wir uns nichts vor, das oben genannte dürfte recht selten der Fall gewesen sein, bei mir jedenfalls noch nie!!!
Allerorten wird dieses Thema angeboten, Continue reading

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