Tag Archives: Weinverkostung

Der Extrakt der Cebit Twitter Weinverkostung #twv

twitter-verkostung.gif Via Twittersuche einmal den Begriff Clauer abgegrast, und alle Tweets mit einer Beschreibung des Weines hier eingestellt. Wem das nun nichts sagt, es geht um die erste Weinverkostung via Twitter in Deutschalnd die im Rahmen  der Messe Cebit abgehalten wurde. Weiterführende Infos Infos dazu HIER und HIER.

Die Verkostungsnotizen:

Sportundwein: #twv Clauer frische Säure http://twitpic.com/1whvu

Sportundwein: #twv der clauer hat einen tollen Glanz

Sportundwein: #twv clauer –langer frischer Abgang , passt zum Sonnenschein, toller Frühlingswein – Spargel könnte ich mir gut dazu vorstellen

Sportundwein: #twv der clauer hat einen tollen Glanz

Sportundwein: #twv clauer –langer frischer Abgang , passt zum Sonnenschein, toller Frühlingswein – Spargel könnte ich mir gut dazu vorstellen

CemB: Meine Wahl johner und clauer klar weit vor potate, mein geschmackssieger johner

Weinpunk: Doch @Johner zuerst. Ach fu**… nur ein Glas: Dann muss ich den Clauer jetzt auf ex… 

Hoertrich: #twv Clauer exotische Fruchtnoten, interessante Würze, schöne, präsente Säure, nachhaltig

Wuertz: clauer hat schöne reife nase. hauch von pfirsisch

jbenno: schmeckt mir #clauer #twv

grinface: #twv #webciety09 der clauer ist recht leise und hat mir zu viel Säure

bioweine: Der Clauer hat mir zuviel Säure, aber im Geruch gut. Im Vergleich zum ersten nicht mein Fall

ClBiene: @Wuertz Ich finde die Clauer-Nase extrem harminisch

NutriCulinary: Deutlich mehr Wumms, der Clauer, trotzdem noch leicht, schön Cassis in der Nase, Apfel und Holunder auf dem Gaumen, toll! #twv

Weinpunk: Dann nochmal zum Clauer: Peaches and stones. Slim, fein und herb. Prügelt seine Nachbarn nicht tot! Passt gut 2 food! #twv

Wuertz: säure beim clauer ist genau mein fall. riesling ohne säure ist wie ein auto ohne räder

jbenno: war der johner sehr gefällig, ist der clauer deutlich roher; sehr angenehme säure; mineralisch; zurückhaltender durft; rosacea #twv

Hoertrich: #twv finden, dass der Clauer eine vielfältiger Frucht hat und seine sehr präsente Säure

Sportundwein: #twv clauer 84 Punkte

jbenno: @furukama meint, der clauer hat eine leicht medizinische note im positiven sinne. #twv

tknuewer: Also der Clauer ist nix für mich #twv #cebit

furukama: Clauer ist auf jeden Fall der sauerste bisher. Gefällt mir aber nicht schlecht: leicht medizinisch, eckig und nicht so drall und fett. #twv

jbenno: @furukama meint, wem der clauer nicht schmeckt, soll doch boca di bacco … #twv

NutriCulinary: Clauer war mein Favorit #twv

NutriCulinary: @CemB Mein Favorit war der Clauer #twv

jbenno: clauer liegt mir mehr; leichter, dezente riesling-note #twv

Ultes: der von Clauer war gut. Elegant! #twv

Hoertrich: #twv Clauer für uns eine schöne Überraschung, haben wir beide noch nie getrunken

Hoertrich: #twv Clauer: kein Wahnsinnswein, aber ein sauberer, schöner Trinkwein ohne langen Nachhall, aber mit deutlicher Typizität

Hoertrich: #twv unsere subjektive Reihenfolge: Johner 3., Clauer 2. und mit Abstand, Wuertz 1.

Sportundwein: #twv von der komplexität, johner auf Platz 1. Von der Typizität her der Clauer auf 1. Von der Leichtigkeit Potate auf dem ersten

wein_zweinull_button.gifTja, das ist es was die Twittersuche zum Begriff Clauer Stand 12. März 2009 hergibt. Damit kann ich eigentlich gut leben, lediglich mit dem Herrn Knüwer muß ich nochmal reden, kann ja nicht sein das er 3 mal twittert das ihm mein Riesling nicht schmeckt und dann noch einmal im Video zur Weinrallye gleiches erneut betont!! Ist das vielleicht ein versteckter Hilferuf nach echtem, kristallklarem Riesling ohne schnickschnackschnuck und ohne schnuckiputzi? Auf alle Fälle ergeht an die komplette Knüwerschen Blogs go to Rio und Indiskretion Ehrensache die Einladung im Weingut vorbei zu kommen und

  • so lange diesen Riesling zu trinken bis er schmeckt

oder

  • alle unsere Rieslinge zu probieren bis wir einen gefunden haben der schmeckt

Ansonsten sage ich einmal ein Dankeschön in die Runde für die faire und respektvolle Behandlung unserer Weine.

4 Comments

Filed under Sonstiges, Wein in den Medien

Web 2.0 und Wein 2.0 live und direkt zum schmecken und mitmachen – jetzt noch einsteigen zur Cebit Twitter Wein-Verkostung

wein_zweinull_button.giftwitter-verkostung.gifJetzt noch die Weine bestellen und mitmachen. Es bleibt noch Zeit bis Samstag den 7. März 14:40 Uhr um dabei zu sein bei diesem schönen Event. Bei Matthias im Viva-Vino Weinshop kann man die Weine für dieses Event erstehen. Dann alles kühl stellen und am kommenden Samstag for dem PC bereit machen zur Verkostung.

Dazu die Winzerblog Checkliste

  • Weine optimal temperieren und nicht zu weit weg vom Bildschirm bereitstellen.
  • Wenn Marlene das Startsignal gibt die Flasche öffnen. Also, das ist wichtig, denkt bitte an den Korkenzieher!!! Ihr habt keine Zeit zum suchen!!
  • Die Kamera muss bereit liegen, die Akkus prall gefüllt.
  • Vor Beginn des Events vielleicht einmal die ganzen Seiten öffnen, Livestream, Twitterwall und den uploader für das Foto auch bereit stellen.
  • Dann, so ca 15 Minuten vor Eventbeginn kann man natürlich damit anfangen sich zu überlegen welche Komplimente man der Marlene für die Moderation macht, und welche Komplimente an die Winzer gehen für die doch sehr unterschiedlichen aber allesamt guten Weine.
  • Und ja, natürlich ein Notstromaggregat bereitstellen falls in Deutschland just um 14:40 die Lichter ausgehen, nicht das es heißt mein Riesling wäre schuld.
  • Vielleicht noch ein Stückchen Brot vorbereiten
  • Passt bitte auf den Riesling auf, der hat nichts in der Tastatur verloren, genau so wenig wie das Brot

Wie auch immer, zunächst braucht Ihr die Weine und die gibt es HIER.

Folgende Links zum abspeichern und auffinden am Samstag:

Die Twitterwall mit Tweets hashtag #twv

Die Flickr Gruppe zur Twitter Weinverkostung

Den link zum Livestream liefere ich nach!

3 Comments

Filed under Sonstiges, Wein in den Medien

Weinrallye #17 – Naturreiner, alter Rosenthaler Kadarka aus Bulgarien

Mein Beitrag zur Weinrallye #17 ausgerufen von Swetlana auf ihrem Blog Myexperience4u. Meinen ursprünglichen Plan DDR Weine zu präsentieren habe ich auch bei diesem Wein nicht ganz verlassen, der hier besprochene Wein wurde ebenfalls in der damaligen Ostzone vertrieben und war laut Etikett für 6,90 Ostmark zu haben. Gehen wir es an, hier mein Beitrag zur Weinrallye #17:

Rosenthaler Kadarka. Was für ein klangvoller Name!! Für Generationen von Weintrinkern der Inbegriff starker Rotweine, mächtiger Rotweine aus dem doch etwas mysteriösen Weinbauland Bulgarien. Ich gebe zu, ich weiß nichts von diesem Weinbauland, keine Erfahrung keine Kontakte an die man anknüpfen könnte.
Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, das Rosenthaler Kadarka für die bulgarische Weinwirtschaft das gleiche ist wie die Liebfraumilch für die deutsche? Eine unendliche Geschichte, einseits froh das überhaupt jemand Weine im Ausland vertreibt, andererseits sind diese Weine doch selten repräsentativ.

Rosenthaler Kadarka

Was ich hier vor mir stehen habe ist also ein Wein aus der DDR, Importware aus dem damaligen Bruderland Bulgarien, leider ohne Jahrgangsangabe, aber der Begriff Naturrein läßt mich an eine Abfüllung vor 1980 vermuten, eigentlich sogar vor 1972 dem Jahr der Reform des Weingesetzes. Allerdings bezieht sich das auf den Westen!! Geschmacklich würde ich diesen Wein ebenfalls nicht dieses hohe Alter verpassen, sonderen wäre eher bei max. 20 Jahren.

Meine letzte Erfahrung mit einem Importwein aus der DDR war ja durchaus positiv, so ging ich an mit dem nötigen Elan und einer Portion Optimismus an das öffnen dieses bulgarischen Weines.

Die Flasche hinterlässt durch und durch von Aussen einen guten Eindruck, auch nach dem öffnen der Kapsel wird dieser gute Eindruck gar verstärkt, denn auch der Korken den man nun zu sehen bekommt scheint in tadellosem Zustand zu sein.

Rosenthal Kadarka

Das ziehen des Korkens klappt ohne Probleme, was da aus dem Falschenhals kommt sieht gut aus und vor allem nicht alt?

Rosenthal Kadarka

Der erste Duft welcher verströmt wird lässt mich positiv aufmerken, wow, sollte wirklich was Gutes aus der Flasche kommen?
Ernüchterung beim einschenken, der Wein ist trüb, die Farbe stumpf, kein glänzen, kein blitzen, nur dumpfes Rot, durchzogen von eindeutigen orangen bis hin zu braunen Farbnuancen.

Rosenthal Kadarka

Die Aromatk des Weines ist im allerersten Augenblick nach dem öffnen durchaus intensiv und kräftig. Erinnert mich doch sehr stark an Spätburgunder, wobei ich wirklich keine Ahnung habe welche Rebsorten in Bulgarien angebaut wurden und heute noch werden. Hier z.B. der Einrag zum Stichwort Kadarka in der Wikipedia
Bei näherer Beschäftigung mit dem Aroma wird dann leider schnell klar, die Zeit hat doch deutliche Spuren hinterlassen.
Man sagt zwar die Zeit heilt alle Wunden, aber  in diesem Falle stimmt es nicht, eher das Gegenteil ist der Fall. Die Aromatik erinnert an alte Marmelade und eindeutige Oxidationsnoten prägen das Geruchsbild dieses Weines. Ich schreibe bewußt von Oxidation und nicht Sherrysierung, das ist für mich nicht das gleiche. Oxidation ist eindimensional und hat keine Tiefe, sie ist einfach nur schlecht und fehlerhaft und wirkt zerstörend auf das was es vorfindet.

Der Geschmack ist wie die Aromatik im erstenMoment durchaus angenehm. Auch hier, bei näherer Beschäftigung mit dem Wein offenbart er die Tragik vieler Weine der heutigen Zeit. Große Klappe, nichts dahiner!
Was bliebe wohl übrig würde man diesem Wein die sirupartige Süße nehmen? Nichts, absolut nichts, ein Häufchen Elend wäre alles was bliebe. Eben dies macht den Kadarka wieder zu etwas Besonderem, denn 20 – 30  Jahre auf dem Buckel zu haben und noch immer trinkbar zu sein, davon kann so manches überteuerte und modern produzierte Weinchen nur träumen.

Reparatur des Weines:
Eigentlich habe ich kein Interesse daran diesen Wein zu retten oder ihm etwas Gutes zu tun, weil ich eben glaube es wäre verlorene Zeit. Trotzdem, zwei schnelle Versuche setze ich an. Der erste Versuch mit ein bischen Tannin wieder Struktur in den Wein zu bekommen misslingt, der Wein wirkt einfältig und die Süße wirkt noch eindimensionaler als zuvor. Das Tannin verstärkt die negativen Effekte noch und wirkt sich daher negatriv aus. Wenngleich die Farbe gewinnt, der Anteil brauner Farbe geht deutlich zurück.
Die Gabe von Schwefel wirkt eigentlich nur etwas oberflächlich. Der zuvor erzielte Gewinn an Farbe wird wieder Rückgängig gemacht, der Wein wirkt leer, ausgezerrt und matt. Wollte man diesen Wein ernsthaft reparieren wollen, müßte man sich zunächst einmal seiner Trübung annehmen, was für diesen Wein hier und jetzt aber kein Thema sein soll.

Fazit:
Diese Weinrallye ist etwas aussergewöhnliches, denn sie macht bisher durchweg durch alle teilnehmenden Blogs deutlich das wir selbst von unseren Nachbarländern nur bescheidenes Wissen bezüglich derer Weine haben. In der Tat ist es traurig das mein Wissenstand zu Bulgarien bei Weinmarken wie Rosenthal Kadarka und Zar Simeon endet.
Wir sollten uns mehr für diese Regionen und deren Weine interessieren, dabei greife ich mir gern an die eigene Nase.
Aber sehen wir es positiv, das ist doch mal ein wirklich guter Vorsatz für das neue bald kommende Jahr 2009!!

Ich wünsche mir mehr Weinrallyes wie diese, denn nur solche Themen bringen uns Weininteressierte Blogleser und Blogautoren wirklich weiter.

1 Comment

Filed under Weine: Raritäten, Kuriosa, Weinrallye

ni ni itschi ni

Das Pärchen stand an der Theke und wußte ziemlich konkret was sie verkosten wollten.
Riesling Kabinett trocken, Weißburgunder Kabinett trocken, Grauburgunder Kabinett trocken und Schwarzriesling trockensollten es sein.
Ein Wein nach dem anderen probierten sie, ich hatte das Gefühl das sie sich sehr gut auf ihrem Besuch vorbereitet hatten, oder wie sich später herausstellte unsere Weine bereits kannten.

Ich stand nur da und hörte zu, wie sich zwei Menschen in einer mir völlig fremden Sprache über den gerade eingeschenkten Wein unterhielten. Sie waren Asiaten aber nicht Japaner, Chinesen oder Koreaner. Es klang völlig anders.

Ich denke einmal das sie über den Wein sprachen, oder sprechen die über mich?

Ein grummeln unterbricht die Stille im Verkaufsraum, die Asiatin lacht schallend auf, sie hält sich die Hände vor den Bauch denn der hat gerade laut geknurrt und seinen Unmut darüber geäußert sich nun mit flüssigem statt mit einem ordentlichen Mittagessen beschäftigen zu müssen. Es war ihr extrem peinlich, mußte aber nicht ich hatte auch Hunger, es war Mittagszeit.

Inzwischen sind sie mit der Verkostung beim Rotwein angekommen, die Frau macht dem Mann offensichtlich einen Vorschlag und zeigt auf der Preisliste auf die verkosteten Weine und bei jedem Wein spricht sie Worte die ich nicht verstehe, ich höre nur – beim Grauburgunder klingt es anders.

ni, ni, itschi, ni.

Gut möglich das sie sagt Continue reading

2 Comments

Filed under Im Weinladen, Weingeschichten

Mhmmmmmm – die tägliche Weinverkostung

Trinken während der Arbeit ist absolut tabu, egal wie gut es auch schmecken mag.
Trotzdem gehört das gefüllte Glas während der Ernte zum Alltag wie das täglich Brot.
Riesling 2008
Der 2008er Riesling entwickelt sich prächtig, wie schon mehrmals hier im Blog erwähnt, habe ich Spass an diesem Weinjahrgang wie schon lange nicht mehr.

2 Comments

Filed under Ernte, Im Weinkeller

Auf dem Wege zur weiteren Genesung ein kleiner Zwischenstopp zu Hause der gleich mit einer Flasche Drosselgasse Perlwein gefeiert wird

Nachdem ich am 11. März einen gemeinen selbstverschuldeten Anschlag auf meine Gesundheit überlebt habe, meinte direkt nach der Operation einer der Ärzte das ich diesen Moment durchaus als Geburtstag oder Wiedergeburt ansehen könnte. Vor einigen Tagen wollte mir dieser Mann auf dem OP Tisch einfach Mut machen, jetzt, mit 14 Tagen Abstand nehme ich ihn beim Wort und möchte meinen neuen Geburtstag nachträglich feiern.

Aber wie? So ziemlich alles was ich bisher mit dem Wort Genuss verbunden habe, findet sich auf einer langen schwarzen Liste wieder. Die Rauchutensilien belassen wir hoffentlich für immer im Schrank, diverse Kuchen und Torten sind momentan ebenfalls nicht angebracht, für wilden Sex fehlt mir die Partnerin zudem soll ich mich ja schonen 🙂

Bleibt der Wein, oder weil es feierlich sein soll was prickelndes, ein feiner Champagner, Sekt oder Perlwein vielleicht?

Wie HIER bereits angekündigt wird sich das Winzerblog verstärkt dem Thema Weinverkostungen und Degustationen widmen, da kann ich ja gleich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und aus diesem, für diese Aktion vorgesehen Fundus meinen Geburtstagsblubber aussuchen.

Ich entscheide mich für einen Perlwein der Marke Drosselgasse von der Adlerturm Kellerei in Rüdesheim, erstanden für 1,90 Euro bei Ebay, es soll ja schließlich etwas Besonders sein!

Ein Jahrgang ist nicht zu finden auf der Flasche, lediglich die Medaillen in der Halsschleife könnten ein Indiz dafür sein, das der Perlwein irgendwann nach 1962 seinen Weg in diese Flasche gefunden hat.


Created with Admarket’s flickrSLiDR.

Der Wein passt ideal zu dieser beschissenen lustlosen Geburtstagsfeier, der Wein ist müde, völlig durchoxidiert und trotz aller kühnen Hoffnungen findet kein einziges Bläschen mehr seinen Weg an die Oberfläche des Glases. Im Gegensatz zu manchem Sekt aus den 60er Jahren den ich bisher verkostet habe, hat dieser Perlwein nichts belebendes mehr zu bieten. Eine Sorte zu erkennen ist nicht mehr möglich, der Wein verströmt keinerlei Aromakomponenten die irgendeinen Hinweis zuließen. Wenn da jemals etwas vorhanden war, dann ist es unter der intensiven Firne verborgen, die für sich alleine genommen langweilig und nach einigen Schlucken abstoßend wirkt. Versuche diesen Wein mit Schwefel oder sonstigen Labortechnischen Aktivitäten zu retten erscheinen mir unsinnig, das Beste und Wertvollste was dieser Wein noch zu bieten hat ist die Flasche, und die dazugehörigen Etiketten. Besonders hinweisen möchte ich auf das Rückenentikett, sollte jemand diese dort angepriesenen Schallplatten sein Eigen nennen, würde ich mich freuen darüber Nachricht zu bekommen, nur zu gerne würde ich diese einmal anhören 🙂

Ebenfalls hinweisen möchte ich auf diesen Weinverschluss, der offensichtlich die vergangen Jahrzehnte seine Arbeit gut getan hat. Der Füllstand der Flasche war OK, auch vom Plastik ist keine Spur wahrzunehmen im Wein.

Der Wein war wohl selbst zu seinen besten Zeiten nichts Besonderes, somit wäre jeder Rettungsversuch für diesen Wein reine Zeitverschwendung.

Nach dieser kleinen Geburtstagsfeier warte ich nun gespannt darauf, wohin es mich in den nächsten Wochen zur weiteren Genesung verschlagen wird.
Ich danke Allen für die netten Grüße und guten Wünsche an DIESER Stelle und per Email.

15 Comments

Filed under In eigener Sache, Weine: Raritäten, Kuriosa

Lesebefehl 2

Dieser Lesetipp geht nach Südbaden zum Blog Schreiberswein. Ich bin doch erschrocken, als ich heute Morgen eine Email bekam mit dem Hinweis einer unserer Weine würde in einem McDonalds ausgeschenkt!!
Unser Wein im McDonalds? Eine Horrorvorstellung, das konnte doch nur ein übler Scherz sein?

Ein Blick und Klick auf die mitgeschickte URL liessen mich aufatmen, es ist LarsB der im Rahmen eines ungewöhnlich- herrlichen Restaurantbesuches (oder eher Selbstversuches?) unseren Wein verkostete.

Um dem Lesebefehl Folge zu leisten geht es HIER entlang!!

Kommentare deaktiviert für Lesebefehl 2

Filed under Sonstiges

Gedanken zum Thema Weinbewertung

Nach vielversprechenden Vorproben und Degustationen mit Sommeliers, Weinführerherausgebern und Kollegen haben wir unsere 2003er Barriqueweine beim Hamburger Weinsalon vorgestellt. Die Reaktionen dort waren einfach nur toll. Für den Spätburgunder gab es in Hamburg immerhin einen „Grand Prix“ und für unseren Schwarzriesling Barrique und unser Cuvée Gaudeamus (Schwarzriesling und Spätburgunder) jeweils ein „highly recommended“. Am schönsten jedoch die Reaktionen vieler Messebesucher, die waren in der Regel überrascht und die Meistgestellte Frage war: „Sie wurden noch nie für ihre Rotweine ausgezeichnet?“ oder „wie kommt es, das sie mit solchen Weinen in keinem Weinführer gelistet sind?“
Sogar der an diesem Wochendende sehr gestresste Mario Scheuermann hat uns noch einmal ausdrücklich für den Spätburgunder gelobt. Ihn beeindruckte vor allem, das der mächtige Alkohol von 15 % Volumen wunderbar in den Wein eingebunden ist. Natürlicher Alkohol wohlgemerkt!!
Und dann, ja dann kam das Ergebniss von Wein-Plus, ein Ergebniss, das ich in keinster Weise nachvollziehen kann und das habe ich an den dortigen Stellen auch zum Ausdruck gebracht.

Dennoch habe ich mir viele Gedanken gemacht, woher diese enormen Diskrepanzen bei Weinberwertungen herkommen. Ich unterstelle jedem das er das Beste im Wein sucht und will. Das ein Weinführer einen von mir persönlich als überdurchnittlich angesehen Wein abwertet, muß ich akzeptieren, verstehen muß ich es nicht, würde es aber gerne. Darum hier einge Gedanken zum Thema Weinbewertung. Aber Bitte, es sind nur Gedankenspiele, nicht mehr….

Wie kann es sein, das ein Wein der in Baden zur Prämierung zugelassen ist, in Hamburg einen Grand Prix gewinnt, wohl auch Einzug im wichtigsten Print-Weinführer finden wird, bei einem anderer Führer nur 71 Punkte bekommt? Also gerade einmal trinkbar aber auch nicht mehr?
Ich weiß es, Weinprobieren hat doch etwas mit Geschmack und Vorlieben zu tun. Es gibt halt nur ganz wenige die diese persönlichen Vorlieben beim Weinverkosten komplett ausschalten können. Ich kann es nicht, darum bin ich auch kein Weinführer geworden sondern was anderes. Ich bin durchaus in der Lage zu akzeptieren, das jemandem diese Weine nicht schmecken, bei einer Bewertung sollte dies allerdings keine Rolle spielen.

Hier liegt eine entscheidende Schnittstelle zwischen einem der über Wein schreibt und einem der Wein bewertet. Derjenige der über Wein schreibt besucht Weingüter, die Regionen und bildet sich eine Meinung. Die kann er frei formulieren, weil er nicht den Anspruch erhebt zu Führen, sondern er will Informieren. Der Führer hingegen sitzt vor dem Glas Wein und soll bewerten nach Kriterien die reduziert sind auf das, was sich im Glas vor ihm befindet. Womöglich weiß er nicht einmal was er probiert und woher es kommt.

Die alles entscheidende Frage wird HIER gestellt zu Recht.
Alle Welt redet von Terroir, aber wie bitte soll das einer bewerten wenn er es nicht kennt?

Soll man einen Wein schlechter bewerten weil er etwa 15 % Volumen hat, obwohl es unter den Umständen des Jahrganges gar nicht anders möglich war? Warum wird eine 2000er Kollektion eines Winzers als schlecht beschrieben obwohl alle wissen, welche Probleme der Jahrgang mit sich brachte? Kann es sein, das das Pech höherer Niederschläge in einem Bereich dazu führt, einen Winzer für seine ganze Kollektion zu kritisieren?

Wenn das alles keine Rolle spielt, dann bitteschön, werden alle Winzer und Kellermeister in Zukunft Kugelrunde Weine produzieren, die den Gaumen streicheln, Ecken und Kanten darf er auch nicht haben, und bitte, das Wort Charakter sollte tunlichst in Zusammenhang mit Wein nicht mehr erwähnt werden. Die Großkellerei läßt grüßen!! Egal ob USA oder Deutschland.

Da wir keine Limonade produzieren, müssen Zwangsläufig Dinge wie Jahrgang, örtliche Begebeneheiten, Betriebsphilosphie eine Rolle spielen. Haben wir nicht alle schon einmal dieses herrliche Phänomen erlebt, in Italien unter einer Pergola zu sitzen, im Glas den besten Wein der Welt? Zuhause angekommen, entpuppt sich dann dieser als recht einfältig und dünn?

Des Rätsels Lösung: Es geht um Gefühle

Warum sonst, wird in der ganzen Genusswelt, der Gastronomie Beispielsweise, der komplette Eindruck bewertet? Von der Speisekarte, über die Tischdeko, der Service und natürlich das Essen. Alles findet sich in der Bewertung wieder. Die ganze Gefühlswelt wird erfasst und berücksichtigt. Zugegeben, auch das ist offensichtlich nicht ganz einfach. Fakt ist, ein Koch der Sterne will, muß ein Komplettpaket abliefern!

Wäre es für den Kunden nicht wichtig zu wissen, das er einen Top-Service bekommt, immer freundlich bedient und informiert wird? Warum zählt das alles nichts? Was ist mit den Lagen? Ist der Kellermeister Traditionell arbeitend oder eher der Moderne zugewandt? Betriebsphilosphie eine leere Worthülse?
Ich glaube der Weinführer der nächsten Generation wird diese Dinge wieder stärker berücksichtigen, denn was hilft es, das irgendjemand einem Wein 99 Punkte vergibt, der Winzer aber ein unausstehlicher, unfreundlicher Zeitgenosse ist, der seine Kunden lediglich abzockt und die Weine einem Regelrechten Design unterwirft um diese Punkte zu erhalten? Vielleicht sogar Flaschenweise?

Winzergleichniss:
Ich nehme eine Flasche Wein, schlage den Flaschenhals an der Bordsteinkante ab und schenke den Wein in ein Glas ein. Danach greife ich mit meinen Fingern in das Glas, ziehe ein paar Splitter heraus und serviere es nun dem Gast.

Dem nächsten Kunden serviere ich den gleichen Wein, stielvoll, mit Kerze, Dekanter und dem ganzen Zeremoniell drumrum.

Der Wein soll nun beide Male gleich gut schmecken?

Glaubt das wirklich jemand?

6 Comments

Filed under Weingeschichten

Qualitätswein – die QbA Prüfung

Unter dem Motto „QbA-Prüfung live“ veranstaltete ein Winzer-Arbeitskreis diese Schulung. Freundlicherweise wurden wir als Nichtmitglieder ebenfalls eingeladen.
Sinn und Zweck war es den Anwesenden die Form und Art der QbA-Prüfung näherzubringen und natürlich die Schulung der Sensorik. Seminarleiter war Herr Krebs, seines Zeichens die Höchste Instanz wenn es um die QbA-Prüfung in Baden geht.
Nun denn, ich persönlich gehöre nicht zu den Anhängern der Prüfung, glaube ich an die Freiheit des Marktes und denke die Verbraucher sind mündig genug zu entscheiden was Plörre ist und was nicht. So ist es in allen Bereichen üblich, oder kennen Sie einen Bäcker, der sein Brot zunächst sensorisch prüfen läßt bevor er es verkauft? Wäre es vorstellbar, das ein Metzger seine Wurst zunächst zur Wurstprüfung anstellt, bevor er sie seinen Kunden anbietet? Was ist mit Tee, Kaffee, Apfelsaft? Warum werden hier die Verbraucher nicht vor schlechtem Geschmack geschützt? Vorsicht, ich schreibe über Geschmack nicht vergammelt, versifft oder Ähnliches!!!
Trotzdem, was ich wünsche und was ich denke hat nichts mit der Gegenwärtigen gesetzlichen Situation zu tun. Wie alle anderen Leute der Weinwirtschaft unterwerfe auch ich mich diesen Spielregeln, ein wenig murren wird ja noch erlaubt sein.

Zur Probe kamen wie bei der Quali (Winzer- und Kellermeisterdeutsch für QbA-Prüfung) üblich 52 Weine, aufgeteilt in 3er Probenreihen. Bewertet wird nach dem 5 Punkte Schema. Zunächst wird der Wein auf folgende Kriterien ohne Punktevergabe geprüft:

  • Rebsortentypsich?
  • Dem Prädikat entsprechend?
  • Der Herkunft entsprechend?
  • Farbe
  • Klarheit – damit ist gemeint, ob der angestellte Wein evtl Trübungen aufweist.

Werden diese Fragen (Vorbedinungenen) mit ja beantwortet, geht es zur Bewertung. Bewertet werden folgende Eigenschaften

  • Geruch
  • Geschmack
  • Harmonie

Maximale Punktzahl je Kriterium ist jeweils 5 Punkte. Die Punkte der 3 Eigenschaften werden addiert und durch 3 geteilt, dann erhält man die Qualitätszahl. Erreicht ein Wein bei einem Kriterium nicht die 1,5 Punkte wird er ebenfalls abgelehnt.Liegt die Qualitätszahl bei 1,5 darf der Wein als Qualitätswein in Verkehr gebracht werden, Punktzahlen darunter führen zur Ablehnung. Daneben gibt es eine Vielzahl von Regeln, entspricht z.B. eine Spätlese nicht dem Geschmacksbild einer Spätlese wird weiter probiert, und bewertet. Führt die Bewertung zur Qualitätszahl 1,5 oder höher, könnte der Wein unter Auflage der Abstufung zu Kabinett die Quali bestehen.

Als völlig ungeübter richtete ich meine Aufmerksamkeit den ersten 3 Proben, zückte den Stift, probierte und fällte mein

Continue reading

10 Comments

Filed under Sonstiges

Hässliche Kinder

Jetzt haben wir unter anderem 2 Kerner zur Verkostung an Wein-Plus geschickt und sind abgewatscht worden. Jeweils 77 Punkte, das macht keinen Spass.
Ob man über die fehlenden restlichen 8 Punkte die ich gerne hätte noch diskutieren kann? Soll ich so viel Wein hinschicken bis die Verkoster müde sind und sagen, „gib die Punkte das endlich Ruhe ist“.

Nachdenklich und Irritiert wandle ich durch den Keller und frage mich immer wieder : Was ist um Gottes willen ist schiefgelaufen. Werden wir nicht mehr geliebt, werden unsere Kunden nun davor zurückschrecken diese Weine zu kaufen, von denen sie bisher dachten es wären echte Knüller, nicht zuletzt weil sie sie selbst probierten und begeistert waren? Muß ich mich bei der Gesellschaft entschuldigen, die diesen Wein im Rahmen einer glamurösen und pompösen Party trank und jede Flasche mit einer LaOla Welle bis zum Tisch begleitet wurde?
Ratlos betrachte ich meine Babys, niedlich, wie sie so daliegen in ihren extra für sie gebauten Gitterboxen. Wie Kinder sind sie, und jetzt behauptet einer, es wären hässliche Kinder! Sind sie zu schade für diese Welt? Soll ich sie verstecken und keinem mehr zum probieren geben? Nie wieder? Selber trinken? Nein, es macht keinen Spass einen Wein mit stolzen 138,42 Kellermeisterpunkten* alleine zu trinken.

Vielleicht aber wäre es einfacher dem Verkoster Böse zu sein, den schliesslich kann er nicht wissen, wie, wo, wann etwas passiert ist mit diesem Wein. Vielleicht ist das auch der Unterschied zwischen Weineinkaufen direkt beim Winzer und Weineinkaufen nach Weinführern? Wie viele unglaublich nützliche Informationen gehen dem Konsumenten verloren, wenn er nur über den Händler oder das Internet einkauft?

Wie auch immer, wir sind keinem Böse, sondern machen weiter, denn anders gesehen, zeigen 77 Punkte ja auch, das da noch viel Platz nach oben bleibt um sich zu verbessern. So gesehen, wäre eine jährliche Verbesserung um 5 Punkte anzustreben, dann wären wir in 3-4 Jahren am Ziel… – und dann wird es langweilig!!!
Aufbauen und verbessern macht mehr Spass.

*Kellermeisterpunkte setzen sich zusammen wie folgt:

%Vol. Alkohol x Extrakt – Gärtemperatur : Restzucker x Qualitätszahl QBA Prüfung + Anzahl der Kellertreppenstufen

Kommentare deaktiviert für Hässliche Kinder

Filed under Weingeschichten