Vin 2000

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 10 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

Immer kurz vor der Ernte macht man sich seine Gedanken dazu, welche Hefen die Moste zu Wein vergären sollen. Dabei hat man viele Aspekte in seine Überlegungen einzubeziehen, ausschlaggebend ist bei mir jedoch immer wieder die Erfahrung die man mit einzelnen Hefestämmen gemacht hat.

Dazu sollte man immer wieder versuchen seinen Erfahrungsschatz auszubauen und auch mit anderen Hefestämmen experimentieren.

Mein Experiment für den Jahrgang 2007 trägt den Namen Vin 2000, ein neuer Hefestamm der südafrikanischen Firma Anchor der mit diesem Jahrgang erstmals in Europa zum Einsatz kommt.

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Diese Hefe ist derzeit NICHT käuflich zu erwerben, Anfragen ab wann und wo sie bezogen werden kann, bitte direkt HIER an den Importeur richten.

Da keine Erfahrungswerte vorliegen werden die Kellermeister gebeten Buch darüber zu führen was und wie man diese Hefe verwendet, soweit möglich auch den Gärverlauf zu dokumentieren. Ich werde versuchen dies hier im Blog zu tun. Da ich entschieden habe diese Hefe für die Vergärung eines Rotling einzusetzen wird der Rotling auch im Mittelpunkt meiner Berichte zur Herbstkampagne 2007 stehen.

5 Comments

Filed under Ernte, Im Weinkeller

5 Responses to Vin 2000

  1. Mutig – Mutig, das finde ich richtig gut. Ich werde dieses Jahr erstmals eine Vergärung mit den im Weinberg vorkommenden Hefen versuchen.

    Wünschen wir uns beiden viel Glück!

    Michael

  2. Florian

    Probieren geht über studieren! Ist bestimmt eine spannende Aufgabe, da etwas rumzutüfteln.
    Ich habe mal gehört, dass es auch gentechnisch veränderte Hefe gibt. Weißt du, ob einige Discounter-Lieferanten so etwas verwenden? Winzer, die etwas auf sich halten, hoffentlich nicht.
    Florian

  3. Lieber Thomas , die Vin 2000 war quasi ein Zufallsprodukt der Oenologie der Uni Stellenbosch. Natürlich !!!!ist das keine genmanipulierte Hefe, sondern eine Kreuzung aus Sach.cervisiae und bayanus. So wie auch zB. Vin13 oder Nt116 oderX5 und eine vielzahl anderer.Die Studenten müssen in der Biochemie/Weinchemie lernen Hefezellen zu kreuzen und danach ihre lebensfähigkeit nachweisen. Normalerweise werden die Petrischalen dann schlicht und ergreifend weg-
    geworfen , aber hier gab’s ne Ausnahme.Dem Prof fiel die Schale wohlwollend auf und er hat das Ding quasi mit nach Hause genommen für weitere Tests. Durch Zufall – kommt ja bei natürlichen Kreuzungen immer vor, haben wir jetzt eine Hefe , die KEINE oder fast keine Ester produziert.Der Markt hat sich ja in den letzten 20 Jahren aufgrund der Kundenpräferenz , also dem Endverbrauchergeschmack auf Ester produzierende Hefen gestürzt. Eisbonbon und viel Exotic mit zB. weißen Gummibärchen war der Renner und ist immer noch hipp , für unoaked white – fresh and crisp!Rivaner und Co.und fruchtige Rose´s. Aber es gibt auch die Niesche der subtilen , natürlichen Frucht ,also KEINE Ester. Es gibt Winemaker die NICHT den Mainstream wollen( der nicht schlecht sein muss , denn er ist ja quasi Volkes Wille). Für die ist die Anchor 2000 eine echte Alternative.Genauso für die Holzfassvergärung bzw Barrique ohne Kühlung,denn sie ist nicht zu stürmisch. Die Aromen können in frische(echte-nicht maoam) Ananas
    gehen.Sie ist sehr fructophil und ist daher sicher in der Endvergärung.
    Für Rose´ ziehe ich Vin13 vor , denn ich LIEBE Fruchtester im Rose´, aber Du kennst mich ja , ich liebe!!!!ja auch Gummibärchen!!!!(Vorallem die roten und weißen) Ciau & hau rein alder bis bald! C.

  4. axel thieme

    was ist denn aus dem experiment mit vin 2000 geworden? ich bin auf der suche nach einer guten standard hefe. ec 1118 zu stahlig, cm kommt mit hohen temperaturen nicht zurecht, oenoferm zu neutral, da klingt anchor vin 2000 recht vielversprechend.
    danke für eine antwort
    axel

  5. Hallo Axel,
    Christoph hat es in seinem Kommentar richtig beschrieben, wenig Ester!! Ich empfehle daher die anderen Hefen von Anchor.