Warum keiner Geld für Werbung in Weinblogs bezahlen will

Für mich persönlich ist das kein Riesenthema, aber auf der winebloggers conference in Spanien war dies doch ein viel und oft angesprochenes Thema weshalb ich es gerne aufgreife.

Theo hat drüben in KurpfalzNotizen einen interessanten Artikel veröffentlicht der sich mit der Bekanntheit von Web 2.0 beschäftigt. Damit dürfte auch klar sein warum die deutsche und auch internationale Weinwirtschaft KEIN Interesse an Weblogs hat!

Das ist die Realität!!

Man sollte also eine andere Strategie entwickeln, statt ständig nur darauf hinzuweisen wie toll doch die Blogs sind und wie ungeheuerlich modern das alles ist. Nein, die Weinindustrie hat Recht nicht in Onlinewerbung zu investieren, das Video beweist das auf beeindruckende Art und Weise. Wer denkt diese Umfrage würde in Hamburg, Berlin oder etwa Münster andere Ergebnisse liefern als in Heidelberg kann es ja mal versuchen, ich fürchte auch dort findet man nur wenige die Web 2.0 kennen.

Andere Wege die Bloggerei zu professionalisieren sind gefragt, auf die Weinwirtschaft warten reicht nicht!
Es gibt in Kürze ein Projekt das genau daran ansetzt. Es soll aufgezeigt werden welchen Effekt eine Kampagne haben kann die zeitgleich und koordiniert auf vielen untereinander vernetzten Weinblogs stattfindet.
Das Problem dabei ist ganz klar, der Effekt wird da sein, egal worum es auch immer geht in diesen zeitlich koordinierten Artikeln, das hat z.B. die Weinrallye bewiesen. Aber, wie soll ein Auftraggeber so etwas bezahlen, oder besser gefragt an wen? Denn der Beitrag eines kleinen Blogs ist von gleicher Gewichtung wie der des großen Blogs, denn der eine ist ohne den anderen ja nicht viel wert. An und für sich ist dieser Ansatz sehr spannend, der Link zählt und nicht die Traffic, es juckt z.B. in Japan keinen wie viele Leser ich in Deutschland am Tag habe.
Der Auftraggeber müßte also eine Community bezahlen! Wie geht nun diese Community damit um? Wie könnte man so etwas gestalten fair und transparent? Kapieren die Blogger das sie nur gemeinsam etwas ausrichten können und alleine völlig nutzlos sind? Die Vernetzung ist ihre Stärke und nicht der Leser der sich verirrt weil er von Google in Erwartung eines völlig anderen Inhaltes auf ein Weinblog geleitet wird.
Die Geschichte der bezahlten Links und bezahlter Inhalte will ich dabei einmal außen vor lassen, denn das alleine wäre ein Abendfüllendes Diskussionsthema.
Einige Teilnehmer an der Europäischen Weinbloggerkonferenz im Rioja glauben fest an diesen Community-Gedanken und möchten in diese Richtung einiges entwickeln. Für mich persönlich scheint dies nicht der Weg zur Professionalisierung von Weinblogs zu sein, denn ich glaube das sich eine Community letztendlich nicht auf einen Modus einigen könnte. Vielleicht müsste man sich bei diesem Denkansatz vom Wort und Gedanken der für Jedermann zugänglichen Community verabschieden. Das ist ein wichtiger Punkt, denn ich wäre auf keinen Fall bereit aus Spass für andere Arbeit zu tun!

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11 Comments

Filed under Sonstiges

11 Responses to Warum keiner Geld für Werbung in Weinblogs bezahlen will

  1. Hallo Thomas!

    Wirklich einfach hat man es den Passanten mit dem Begriff “web 2.0″ aber nicht gemacht. Würde man sie statt nach diesem Insider-Begriff nach Internet-Seiten fragen, bei denen sie selbst (Foren) oder auch andere (Blogs) privat Inhalte oder Videos (Youtube) ins www stellen können, sähe es wohl etwas besser aus.

    Überschätzen sollte man die Rolle von Blogs deshalb aber auch nicht…

    Grüße von der Weinlese

    Bernhard

  2. Schließe mich ganz der Einschätzung von Bernhard an: wenn man mich auf der Straße darauf angesprochen hätte, wären meine Antworten auch nicht besser ausgefallen.

    Das ist ungefähr so, als würde ich mich hinstellen und die Leute nach Antozyanen, Mostgewichten oder ähnlichem fragen, statt nach dem Wein, den sie gerne trinken.

    Bis auf ein paar Freaks ist es den meisten sicher egal, mit welcher Technik der Saft erzeugt wurde und in die Flasche gekommen ist, hauptsache, er schmeckt ihnen und sie müssen nicht zu viel Mühe aufwenden, um ihn zu finden.

    Und besteht nicht ein großer Teil des Interesses, dass z.B. Winzer am WEB (ob nun 1, 2 oder 3…) haben können, eben darin, dass der Effekt des viralen Marketings durch gegenseitige Verlinkung und Besprechung (bis hin zu persönlichen Kontakten, die daraus entstehen) ganz ohne bezahlte Werbung entstehen und dadurch ja auch erst ihre Glaubwürdigkeit erlangen – im Unterschied zu den Kampagnen der “Weinindustrie”?

    Für die gelten sicher ganz andere Maßstäbe – und da setzt ja wohl auch die aktuell diskutierte Kontrolle von Alkoholwerbung in den Medien – und in Bezug auf Jugendliche gerade auch im Internet – erst an…

    Eine interessante Diskussion über die unabhängigkeit von Weinblogs und die Versuche von Produzenten, da (vorest nur durch “Bezahlung” in Naturalien) steuernd einzugreifen, war vor einigen Wochen bei Tom Warks von Fermentation nachzulesen.

    hier: http://fermentation.typepad.com/fermentation/2008/...

    und hier:

    http://fermentation.typepad.com/fermentation/2008/...

    Achtung: mehr als 150 Kommentare, wenn man die ganze Diskussion verfolgen will:-)….

  3. :-) Habe schwer abgelacht bei dem Video. Der Ansatz mit dem Community-Gedanken ist interessant, aber eine Chance zur Realisierung sehe ich derzeit auch nicht.

  4. >Achtung: mehr als 150 Kommentare, wenn man die ganze Diskussion verfolgen will:-)….<

    und dadurch natürlich auch etwas anstrengender zu verfolgen, als ein jou-tube video, bei dem man mal wieder über die Uninformiertheit von Otto-Normalverbraucher ablachen kann… mir scheint aber, dass die Glaubwürgigkeit von Weinblogs- und -bloggern ein Thema ist, über das man sich erst mal Gedanken machen sollte, ehe man über die Freigabe seines Blogs für bezahlte Reklame diskutiert…

  5. Hallo Iris!

    Ich habe zwar die 150 Kommentare nicht gelesen, aber der Beitrag, zu dem der zweite Link führt erinnert mich doch ein wenig an die Promotion für ein (Wein)Buch im deutschsprachigen Raum.

    Wenn ich es beim schnellen Querlesen richtig verstanden habe, kann ich Tom Warks durchaus folgen.

    Grüße

    Bernhard

  6. Angesichts von mehr als einem Dutzend regelmässiger und auch namhafter Werbekunden für meine beiden Weblogs Drink Tank und Planet Bordeaux kann ich die Überschrift nicht so richtig nachvollziehen. Die Werbung kommt nicht von selbst, man muss sich darum bemühen und muss ordentliche Zahlen vorweisen können. In einem irren die spanischen Kollegen: Verlinkungen interessieren in der Werbewirtschaft niemand. Da geht es nur um page impressions und unique visitors sonst um nichts. Man mag das für falsch halten, aber das ist die Realität und wer Geld für Werbung haben will, muss sich danach richten.

  7. very interesting video. I only understood a small amount of the dialogue (apart from the Americans of course) but I certainly understood what he was asking and the general response. Nothing!

    I too wonder what would happen if we asked the same thing in the UK, or France, or the USA. I think it is a little unfair to start with “Web2.0″. If instead he has first asked about blogs or other interactive media, it might have changed the attitude.

    Anyway, a very good lesson to always keep in mind!

  8. Ich würde das gerne einmal auf wesentliches reduzieren:

    Thomas, was willst Du transportieren? Die Freude am Genießen, am Wein? Die Menschen teilhaben lassen am Prozess, wie Wein entsteht oder Nerd-Buzz-Words wie Web 2.0 oder ähnliches debattieren?

    Eben!

    Das Netz ist ein Medium, wie das Fernsehen oder der Print. Sonst nix, ein Rechnerverbund mit Protokollen und dicken Kabeln und Trillionen von Rechnern. Sonst nix.

    Und Du machst Inhalt, publizierst.

    Die Idee alles und jedes mit irgendwelcher Werbung (von Agenturen gelenkt, verkauft und verrazzt)finanzieren zu wollen ist nicht zielführend.

    Die Frage sollte sein: Wie verkaufe ich Wein?
    MEINEN Wein. Oder diesen Wein oder jenen.

    Der Rest ist Zugabe. Wen interessiert Web 2.0, dieses Nerd-Thema?

    * off topic: Zu dem Video. Heidelberg ist die Stadt der Dichter, seit Hölderlin und soagr in Rohrbach gibt es Dichterherrlichkeit.

    Mach mal am vor dem heiligen Geist ein Video, gerne nur mit Germanistikstudenten und frage sie nach der Metrik von Gedichten. Jamben, Alexandrinern und so.

    Und dann? Genau! Jamben sind so unbekannt wie das Web 2.0.

    Und irgendwer wird vorbeilaufen und “In einem kühlen Grunde” summen.

  9. Nur zur Klarstellung, ich will ja gar keine Werbung hier im Blog, sondern nur aufzeigen was auf der Konferenz diskutiert wurde, was ich denke und was andere denken. Das Thema Werbung oder kommerzialisierung sit eng mit anderen spannenden Fragen verknüpft.

    @Mikel
    zu den Jamben hätte ich mehr sagen können als die Befragten zum Thema Web 2.0, ich war ja mal auf der Schule, wenn auch lange her :-)

    @Scheuermann
    wir haben alles telefonisch diskutiert, mit ihrer freundlichen Formulierung ich wäre ein “Sozialromantiker” kann ich bestens leben :-)

    @Iris & Bernhard
    Das Thema Glaubwürdigkeit ist durchaus auf das engste verknüpft damit, wie man mit Werbung umgeht. Darum darf auch ein Werbefreies Blog wie das Winzerblog darüber diskutieren wie und wo Werbung stattfindet, denn ich bin Blogger und die die Werbung machen nennen sich ebenfalls Blogger. Darum beschäftigt es mich schon was die kommerziellen Blogsoftwarenutzer tun, denn es geht auch um die Glaubwürdigkeit der ganzen Szene.

    @Robert
    I suppose in New York or any other spot in the world you will get the same results if you ask like in the video for web 2.0. Maybe it is not fair, but still, it markes the point!!
    You’ve got it the right way Robert, we bloggers are not THE internet, we are just a part of the internet. Somtimes some of the bloggers tend to forget about this fact :-)

  10. Wie schon Tim Berners-Lee sage: “I think Web 2.0 is of course a piece of jargon, nobody even knows what it means”.
    Eine Professionalisierung der Weinblogs wäre allerdings keine schlechte Sache. Dies sollte man nicht automatisch (und nur) mit Kommerzionalisierung gleichsetzen, auch wenn manche dies tun. Dass ein kommerzieller Weinblog keineswegs professionell sein muss, dafür gibt es inzwischen leider einige Beispiele.
    Gegen intelligente(sic!) Werbung ist dabei auch nichts zu sagen. Denn auch der seriöse Teil der Werbewirtschaft hält nichts davon, wenn man ihr wie ein räudiger Hund hinterher läuft.
    Und der andere Teil hat auch kein Problem Reklame auf Klopapier in Bahnhofstoiletten zu drucken.

    P.S. “Sozialromantiker” ist aber niedlich, ich habe aus dieser Richtung schon anderes gehört.

  11. Hallo Thomas,

    bitte lasse dich nicht entmutigen. Deine Berichterstattung über die EWBC finde ich super. Und das sogar mitten in der Lese. Mario kommt aus einem sehr professionellen journalistischen Umfeld. Ich finde es toll, dass er mit seinen WEB 2.0 Angebote Geld verdient. Ist irgendwie alles schneller und aktueller als Bücher schreiben. Und falls du eines Tages Werbung aufschalten solltest, dann werde ich trotzdem hier reinklicken, lesen, mich informieren… und rein zufällig jedesmal irgendeine Werbung anklicken ;-)

    Grüße
    Patrick

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