Weinrallye 23 – Wein von Winzerinnen

weinrallye_iris.jpgAsche auf mein haupt, es sit Weinrallye und ich habe die letzte Zusammenfassung noch nciht parat. Ich gelobe sie kommt vor der näcshten und ich werde sie echt, wirklich und ganz gewiss spätestens Morgen liefern!!! Ich bitte um Nachsicht!

Mein Beitrag zur 23. Weinrallye ausgerufen von Iris vom Lissonblog. Wie man der Überschrift schon entnehmen kann, wie immer bei Iris ein tolles Thema welches mir persönlich Spass bereite wie selten ein Thema zuvor, hat es mich doch veranlasst nach  Kellermeisterinnen zu suchen, allerdings mehr oder weniger vergeblich :-). Doch lest selber.

Mit meinem Anliegen einen Wein zu präsentieren der aus einem Badischen Weinkeller von einer Kellermeisterin vinifziert wurde mußte ich mangels Kellermeisterin Abstand nehmen. Es scheint tatsächlich keine zu geben in Baden genau so wenig wie im benachbarten Württemberg. Wer unbedingt Kellermeisterinnenwein trinken oder verkosten möchte dem seien DIESER und DIESER Link zur Lektüre empfehlen. Tipps und Hinweise zu Kellermeisterkolleginnen kamen von Überall her, die meisten jedoch bezogen sich auf Winzerinnen im eigenen Betrieb, aber eben nicht als angestellte Kellermeisterin oder technische Betriebsleiterin einer Weinkellerei oder Genossenschaft. Hier scheinen die Weingüter Vorreiter zu sein. Selbst die Staatlichen Weingüter die solche Dinge gerne mit Zwangsquoten regeln scheinen da zu versagen und haben nichts weibliches zu bieten. Oder?

Ganz ehrlich, das hätte ich so krass nicht erwartet.

Aber kommen wir zum Wein den ich mir von einer Winzerinmeisterin besorgt habe, leider nicht direkt, sondern über Zwischenhändler 🙂

Von Mikel bekam ich via Twitter den Tip doch nicht so weit in die Ferne zu schweifen, haben wir doch eine Kollegin hier an der badischen Bergstrasse. Das Weingut und Obsthof Schröder wird von Judith Schröder geführt, sie ist ausgebildetete Weinküferin und übererfüllt somit die von Iris verlangten Voraussetzungen. Das ist Regional, hochqualifiziert, nett, sympathisch und ausserordentlich schmackhaft obendrein.

3 Vertreter des Weingutes hatte ich mir besorgt,  alle Jahrgang 2008 und aus der Lage Lützelsachsener Stephansberg. Einen Weissburgunder trocken, einen Spätburgunder trocken sowie einen Spätburgunder Weißherbst.
Weingut_Schröder
Alle 3 schön ausgestattet mit ansprechenden Etiketten verschlossen mit Schraubverschluss.

Wirklich probieren wollte ich eigentlich nur den Weissburgunder, aber ich dachte mir auf den Fotos käme es sicher schöner rüber alle Farben zu präsentieren so füllte sich mein Einkaufskorb und statt 5.50 Euro bezahlte etwas um die 17 Euro für diese 3 Weine. Ech

Vorneweg, der Spätburgunder ist nicht mein Ding, ich mag die Spätburgunder gerne struppig mit vielen Ecken und Kanten an denen man sich abarbeiten kann, oder sich der Wein entwickelt. Der Lützelsachsener Spätburugnder bietet eine gute Basisqualität für einen sehr fairen Preis, aber für meinen Geschmack zu wenige Ecken und zuviele geschmeidige Kurven was die meisten Verbraucher allerdings lieben.

Den Weißherbst hingegen fand ich dann schon viel spannender, hatte ich doch richtig Lust darauf, wir alle wissen ja entgegen was man uns in bunten Heften und Blogs erzählen will , Wein trinken ist halt auch Stimmungssache. Und ich war in Stimmung für gekühlten Wein, will sagen man hätte mir den besten Rotwein der Welt präsentieren können er wäre nie gut dabei weggekommen.
Weingut_Schröder
Also, der Weißherbst war lieblich aber nicht zu extrem.  Ich empfehle ihn richtig runter zu kühlen, gerne bis zur Schmerzgrenze um die 5 °C, dann wird das ein richtig toller Wein, er lebt von der Farbe und eindeutiger Spätburgunder Aromatik. Im Gegensatz zu Rosé bietet Weißherbst eben nicht dieses animierende Säurespiel, sondern hat deutlich mehr Charakterzüge eines Rotweines denn eines Weißweines.  Also hier haben Schröders und die Hand der Kollegin Gutes getan und einen feinen Wein auf die Flasche gezogen der richtig Spass macht und mir eben am besten Eisgekühlt schmeckt. Ja natürlich kann man nicht mehr so viel von derAromatik riechen wenn der Wein Eiskalt ist, das ist richtig, aber hier völlig egal, denn der Wein hat so viel Aromatik das es nicht ins Gewicht fällt.

Auf den Weissburgunder war ich am meisten gespannt und wurde auch hier nicht enttäuscht ganz im Gegenteil.  Dem Glas ensteigt ein opulentes Aroma von … ja was denn? Zitrus könnte ich schreiben, passt immer bei Weissburgunder und Zitrusaroma ist auch da, und zwar richtig viel davon. Aber da ist auch noch was anderes! Erinnert mich extremst an Guava und gleich habe ich sämtlich Assoziationen parat zu einen schönen fruchtigen feinen und gut ausbalancierten Chenin blanc aus Südafrika. Das mag ungewöhnlich sein ist aber so, ich schwöre es, der Wein hat eine kräftige Guavanote. Es ist imposant was man heute alles aus einer Rebsorte herauskitzeln kann, diese Winzerin beherrscht die Klaviatur modernster Kellerwirtschaft aus dem FF. Allesamt kristallklare, blitzsaubere Weine ganz vorne der Weissburgunder.
Weingut_Schröder
Fazit. Die Winzerinnenweine die ich im Glase hatte waren gut und haben mir richtig Spass gemacht. Er hätte mir noch mehr Spass gemacht wäre die Winzerin bei der Probe dabei gewesen, aber das wird sich ohnehin wieder einmal ergeben die nächste Zeit, hoffe ich zumindest.

Auch nach dieser Probe kann ich nicht feststellen das es einen Unterschied machen würde ob der Wein von Frauenhand doer Männerhand gemacht wurde.

Ich gebe zu das mag eine platte Analyse diese Thematik sein, aber vom Grundstz her halte ich die Diskussion für bescheuert. Selbst wenn Frauen wollten, sie können keinen anderen Wein machen als Männer, zumindest technisch gesehen. Aber auch der Wein von Männern schmeckt ja nicht immer gleich und bietet Unterschiede. Die Entscheidung einen Wein z.B. dem Biologischen Säureabbau  zu unterziehen ist nicht von den Genen gesteuert, sodnern von Erfahrung, Fachwissen und einem Gefühl für das zu produzierende Produkt.
Weingut_Schröder
Ich hätte den Schröderschen Spätburgunder anders produziert, aber dort im Keller, nach Anweisungen von Judith Schröder würde fast das gleiche Produkt entstehen, davon bin zumindest ich überzeugt. Aber Judith Schröder braucht keine helfende Hand, im Gegenteil sie könnte den meisten Kollegen noch was erzählen und bin mir sicher das das Weingut welches die Verbandsmeisterschaften mitmacht diese ganz ganz sicher demnäcsht in Form des Gebietsehrenpreises des Badischen Weinbauverbandes gewinnen wird. Dazu gratuliere ich bereits heute!! (Ich und das Weingut in welchem ich arbeite verzichten ja auf eine Teilnahme)

Noch eine Anmerkung die an sich nichts mit dem Beitrag zu tun hat. Wer Weiblichkeit im Weinkeller sucht im Sinne von Klischees wie Rosarote Gummistiefel, Handtäschchen und Plüschtieren, der wird nicht fündig werden bei den Damen, sondern viel mehr bei einigen ganz wenigen Kollegen, die sich dann aber auch schminken und schon mal ein Kleid tragen.

Und Anfragen zu solch schrillen winemakern in Damenkleidern sind zwecklos, selbstverständlich gebe ich weder Tips wo man die findet, noch Namen oder Adressen. Ja, es gibt noch Dinge die kann man nicht in Blogs oder Magazinen nachlesen und trotzdem gibt es sie tatsächlich.

6 Comments

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6 Responses to Weinrallye 23 – Wein von Winzerinnen

  1. Danke für Deinen Beitrag, Thomas. Da können wir mal wieder den Winzerblogger in seiner Bestform erleben:-)!

    Wie schon erwähnt, glaube ich auch nicht daran, dass man das Geschlecht des Winzers am Wein ablesen kann – das ist Blödsinn une eine Marketing-Legende.

    Ich hab’s nicht überprüft, aber ich bin fast sicher, die meisten typischen “Frauen – femininen-Weine” werden von Männern “für Frauen” gemacht – so wie sie sich das halt vorstellen: leicht, süffig, fruchtig und vielleicht noch ein bisschen süß…dann schreibt man noch “elegant” in die Liste der beschreibenden Adjektive und klebt ein pinkfarbenes Etikett drauf…

    Nein, es ging eher darum zu sehen, wo überall Frauen in diese doch in vielen Ländern noch praktizierte “Männerdomaine” eingedrungen sind – eben nicht nur im Büro und auf dem Messestand. Und da ist Dein Beitrag ja auch sehr interessant.

  2. So wenig weibliche Kellermeister, so wenig männlich Weinkönige 🙂

  3. Die Dame war auch einmal Weinkönigin, sollte man erwähnen. sie kennt also beide Seiten, Iris. ;-). Jetzt weiß ich auch was ich als Präsent zur Bloglesung mitnehme und nach Berlin.
    Wenn ich heimfahre, morgen Mittag von der Arbeit, halt ich das Rad mal an. 😉 Die Erdbeeren von da sind auch nicht ohne!

  4. Ahh, da fahre ich oft dran vorbei und auf dem Lützelsachsener Weinfest war ich früher auch als mal.

    Davon abgesehen: ein klasse Artikel!

    Schön, dass du noch da bist. 😉

  5. Matthias’ letzten Worte schließe ich mich ausdrücklich an: “Schön, dass du noch da bist.” Und bitte, mach weiter!

  6. Ben

    Köstlich, die Bemerkung mit der Weiblichkeit im Weinkeller!

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