Winzer/innenblog

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 12 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

Wie bereits zum Weltfrauentag am 8. März von der Gleichstellungsbeauftragten der Bundesregierung angekündigt, wurde vorbereitend zum Weltfrauentag 2007 die Gleichstellung der Geschlechter im Internet als Arbeitsschwerpunkt angekündigt.

Diese Aktion ist nun beim Winzerblog angekommen.

Freundlich und doch bestimmt werde ich angemahnt, meine Texte dahingehend zu überarbeiten das sie gleichgestellt oder zumindest geschlechtsneutral sind. Nähere Informationen findet man unter beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Damit wird aus dem Winzerblog der Winzer- und Winzerinnenblog, oder wie von der Gleichstellungsbeauftragten vorgeschlagen, der Winzer/innenblog. Die Auswirkungen sind dramatisch. Aus den Kulinarischen Notizen für Genießer werden die Kulinarischen Notizen für Genießer/innen, der Feinschmeckerblog heißt ab sofort Feinschmecker/innenblog usw.
Ich persönlich werde mit der Umsetzung abwarten, bis alle Details geklärt sind. Denn bisher ist mir nicht klar, wie Beispielsweise DIESE Webseite auf die Abmahnung reagieren wird.
Dennoch habe ich reagiert und der Gleichstellungsbeauftragten mitgeteilt, das ich es als Mann unzumutbar finde, das

  • die Männer keinen Platz im Briefkopf und Namen des Ministeriums bekommen haben
  • warum das Ministerium mit seinem Namen suggeriert, es gäbe nur Männliche Senioren, müßte es nicht Senioren und Seniorinnen heißen?

Bisher ist es eine forsche Aufforderung des Ministeriums an die Blogosphäre. Ob daraus Rechtliche Schritte entstehen bleibt anzuwarten.

Der Druck zur Gleichstellung hat längst die Basis der politischen Parteien erreicht. So zeigt dieses Beispiel einer Bonner Jusogruppe, das es offensichtlich ohne Bekenntnis zur Gleichstellung nicht mehr geht. (Man beachte das Bild oben Rechts) Übrigens spricht man an den Unis nicht mehr von Studenten oder Studentinnen, sondern dort nennt man sich jetzt elegant Studierende. So könnten aus Genießern bald Genießende werden, aus Weintrinkern Weintrinkende, aus Blogleseren Bloglesende usw…..

Im übrigen sollte man über die Gleichstellung der Rebsorten nachdenken, oder kennt jemand eine Weibliche Rebsorte? Domina, sonst noch eine? Die Welt des Weines ist Männlich, das fällt mir jetzt erst richtig auf.

Ich wünsche Allseits einen schönen 1. April!!

6 Comments

Filed under Alltag im Weingut

6 Responses to Winzer/innenblog

  1. Dr.Haesaep

    Jetzt wird auch noch mein studierender Sohn in den patriarchalischen Sumpf vergangener Jahrtausende gezogen. Er meint es doch nur gut. Jawoll. die Sprache würde die Einstellung verändern – gaaaanz langsam, sagt er.
    Na, jedenfalls bin ich froh in einer längst gleichgestellten Welt zu arbeiten, eben nicht der Weinwelt, die rein männlich orientiert zu sein scheint. Ich bin stolz in der Welt des Obst+ Gemüses mein Brot zu verdienen, mit Früchten, die so weiblich klingende Namen haben wie ‚Pink Lady‘, ‚Gräfin von Paris‘ oder ‚Madame Vert‘.
    Ok ok , ich geb zu dass auch einmal eine ‚Rheinische Schafsnase‘ dabei sein kann aber man bemerke: auch diese Birnensorte ist eindeutig weiblichen Geschlechts.
    Wenn ich mirs recht überlege, möchte auch ich keine gleichstellerische Umsetzung. Sonst bekommen wir nur noch solche Sortenbezeichnungen wie ‚Express Forcer‘, die alles andere suggerieren als den köstlichen Genuss einer zartschmelzenden Kohlrabiknolle.

  2. Zartschmelzende Kohlrabiknolle?
    Bist du sicher wir reden vom gleichen Gemüse?
    Bei den Obstsorten mußt du aber schon verdammt alte Sorten heranziehen, um dem Bereich Obst und Gemüses einen femininen Touch geben zu können.

  3. Dr.Haesaep

    Hallo !!?? Ja, soll ich denn mal mit Kartoffeln anfangen ?
    Ich fang mal so an: Agatha, Lady Christl, Charlotte, Nicola, Diva, Desiree, Lady Claire, Urgenta, Juliette, Stella.
    Ja, ja auch hier gibt es wenige Ausnahmen wie Ratte oder Imperator

    Das Einzige was bei Rebsorten ein wenig an den allerdings kläglich gescheiterten Versuch, die Frau gleichzuberechtigen, erinnern mag ist der Doppelname von Müller-Thurgau. Sag jetzt nicht, dass Thurgau der Mädchenname von Müllers Gattin und dass Müller das Abbild eines modernen Gleichstellungsbeauftragten war!!!

  4. Gute Idee, Müller-Thurgau ist eine emanzipierte Rebsorte. Damit erstrahlt sie in völig neuem Licht. Der Deutsche Weinbauverband könnte eine Werbekampagne bei Emma starten!!
    Sind die Kartoffeln Männerfeindlich? Gibt es denn keine Männernamen wie Fritz, Franz oder Gustav?
    Wer bitte benennt eine Kartoffelsorte mit dem Namen Ratte?

  5. Dr.Haesaep

    Ratte ist eigentlich französisch, Herkunft unbekannt. Aber klingt ‚Le rat‘ nicht gleich viel besser ?
    Und außerdem finde ich Imperator durchaus maskuliner als etwa Fritz oder Gustav.

  6. Ich warte gespannt auf die Resultate der aktuell an der Marieluise Beck-Oberdorf-Universität in Oer-Erkenschwick entstehenden Dissertation: „Veuve Clicquot vs. Dom Perignon – Markenwahrnehmung von Schaumweinprodukten im Spiegel der Geschlechterdifferenz“. Gerüchteweise konsumieren männliche Zielgruppen Veuve Clicquot bevorzugt zu Austern, während Dom Perignon häufiger von einer Zigarre begleitet wird. Dagegen erfreut sich seit der Verbreitung von hochwertigen Kaffeemaschinen in Privathaushalten der „Latte Macchiato à la Clicquot“ in Damenzirkeln zunehmender Beliebtheit, wohingegen der Dom Perignon regelmäßig genussvoll mit dem Säbel geöffnet wird.