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Alte Weine, Raritäten, Kuriosa

Weinrallye 32 – ein alter Burgunder aus Baden

weinralley_os_140.jpgMein zweiter Beitrag zur Weinrallye die von Iris ausgerichtet wird. Aufgefordert sind die Blogautoren heute etwas über Spätburgunder zu schreiben. Nach einer 1964er Hex von Dasenstein wollte ich eigentlich einen Spätburgunder von Affental öffnen habe mich aber dann doch für etwas anderes entschieden, natürlich ebenfalls aus Baden!

1989er Waldulmer Pfarrberg Spätburgunder Kabinett
Waldulmer Winzergenossenschaft

Mit Waldulmer Spätburgunder verbinde ich viele Besuche in den Kneipen und Restaurants meiner Heimat. Der Waldulmer war in 80er Jahren DER Spätburgunder schlechthin in der Gastronomie rund um den Bodensee.

Zugegeben, man braucht viel guten Willen um in dem 1989er Wein das typische Spätburgunderaroma zu finden! Bereits bein einschenken verströmt der Wein den eigensinnigen Duft vieler alter Rotweine. Ein Aromengemisch aus Sherry, Rauch und Nüssen hat die Regentschaft im Weinglas über die ursprünglichen Burgunderaromen übernommen. Aber es ist angenehm und wohlriechend.

Der Wein ist blank und sauber ohne jegwelche Eintrübungen, die Farbe wirkt ein bisschen stumpf und müde, orangene Farbnuancen zeigen die Reife des Weines.

Der Spätburgunder Kabinett wirkt im Gaumen lebendig und agil. Die Gerbstoffe kitzeln und zeigen eindeutige klare Präsenz! Das überrascht mich, ich hatte eine völlig andere Erwartung an den Geschmack des Weines.  Der Waldulmer ist nachhaltig und lang, am Gaumen deutlich besser als in der Nase, von der Süße ist kaum mehr etwas zu schmecken. Ein kleines Säurespiel streichelt die Zunge, vermag aber auch nicht den leicht nussigen oder gar schokoladigen Geschmack zu überdecken

Bei uns kommt der Wein als Begleiter zum Käse auf den Tisch, die Rolle als Essensbegleiter erfüllt er zur vollsten Zufriedenheit, die Flasche Wein wird definitv leer getrunken.

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Weinrallye #32 – Der Spätburgunder mit der Hex

Iris vom Lisson Weinblog zeichnet verantwortlich für die 32. Ausgabe der Weinrallye. Ausgerufen ist das Thema Spätburgunder, dem ich nur zu gerne folge.

Würde man mich fragen welche Spätburgunder mir wohl als erstes bewußt in meinem Leben begegneten würde ich 3 Ortenauer Namen benennen, Waldulm, die Hex und den Affen. Alles Klassiker Badischer Genossenschaftlicher Späturgunderkultur.

Ich schwelge in Erinnerung und werde zur Weinrallye #32 zwei von diesen Klassikern verkosten, trinken und geniessen.

1964er Hex vom Dasenstein Spätburgunder
Winzerkeller Hex vom Dasenstein

1964 Hex vom Dasenstein
Könnte dieser Wein eine Geschichte erzählen wäre es wohl eine sehr traurige. Denn schon beim öffnen der Flasche beschleichen mich Zweifel ob hier wohl alles mit rechten Dinge zugeht. Der Korken machte auf mich den Eindruck als wäre er nur unter größten Anstrengungen in den Flaschenhals gekommen.
1964 Hex vom Dasenstein
Ich vermute dieser Wein wurde schon einmal vor mindestens 15 Jahren geöffnet, verkostet und wieder mit dem Originalkorken verschlossen. Offensichtlich ist dem damaligen Trinkgenuss irgend etwas dazwischen gekommen, dabei sind viele Varianten denkbar.

Ich glaube das der Vorbesitzer dieses Weines diesen Spätburgunder zu einem prächtigen Abendessen mit seiner Auserwählten ausgesucht hatte. Vermutlich war das Essen bereits angerichtet, die Gläser standen bereit, die Kerzen waren angezündet und der Wein atmete bereits seit mehreren Stunden um sich dann im Weinglas prächtig enfalten zu können. Als guter Gastgeber hat der damalige Weinbesitzer natürlich bereits vorverkostet und mit einem Lächeln und behäbigen Kopfnicken sich selber Mut zugesprochen das seine Weinauswahl die richtige ist für das anstehende romantische Abendessen!

Es kam alles anders …

Die eingeladene Dame entpuppte sich als 1. Vorsitzende der örtlichen Abstinenzbewegung und lehnte es dementsprechend ab überhaupt an diesem damals wunderbar rubinrot leuchtenden Rotwein zu nippen. Hätte sie wenigstens einmal daran gerochen hätte sie sich vielleicht von den zarten verhaltenen beerigen  Aromen dieses wohlgereiften 1964er Kappelrodecker Spätburgunder verführen lassen und hätte der Abstinezbewegung abgeschworen. Aber sie wollte nicht und so hat der Gastgeber in seiner Verzweiflung die Weinflasche wieder notdürftig mit dem Korken verschlossen und hat ein Glas Wasser auf den Tisch gestellt …

1964 Hex vom Dasenstein
…. tja über den weiteren Verlauf des Abendessens kann man nur spekulieren, aber was mit dem Wein passierte ist wirklich traurig, er wurde zu Essig. Ich binzwar hart im Nehmen, aber dieser Wein war leider völlig ungeniessbar und hätte auch als Essig keinen Genuss gebracht.

Wer sich für die tolle Geschichte der Hex vom Dasenstein interessiert sollte unbedingt einmal dort vorbeigehen, Kappelrodeck ist immer eine Reise wert und das Weine aus der Ortenau mal nicht so schmecken ist wirklich eine Seltenheit!

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„Kung Fu Girl“ Riesling

Gefällt mir einfach, darum schreib ich kurz darüber. Diesen Wein würde ich gerne einmal probieren, werde ohnehin langsam Fan der Weine aus dem Washington State. Und ja, der Name ist abgedreht und ich habe keinerlei Vorstellung wie es dazu kommen kann einen Wein so zu nennen! Andererseits, schaut man sich die Webseite www.charlessmithwines.com genauer an wird einem klar das dies keine normale Kollektion an Weinen ist.

Die Beschreibung des Weines liest sich so:

The grapes used in Charles Smith’s „Kung Fu Girl“ Riesling are harvested from a single rocky vineyard, resulting in a wine with lush aromatics and tons of flavor.  On the nose, Kung Fu Girl is bursting with Asian pear, white peach and spring flowers. Apricot, pear, lime, and a pleasant minerality keep this off-dry wine at the perfect level of subtle sweetness. This is a great wine for a summer picnic.

Sind die Charles Smith Wines in Deutschland erhältlich? Zum Shop dem ich die Grafik und die Weinbeschreibung entliehen habe geht es HIER.

Ich hätte Lust auch ein eigenes Label zu starten, meine Denkmaschine beginnt gerade wieder einmal zu rattern ….. wie so oft 🙂

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Weinrallye #17 – Naturreiner, alter Rosenthaler Kadarka aus Bulgarien

Mein Beitrag zur Weinrallye #17 ausgerufen von Swetlana auf ihrem Blog Myexperience4u. Meinen ursprünglichen Plan DDR Weine zu präsentieren habe ich auch bei diesem Wein nicht ganz verlassen, der hier besprochene Wein wurde ebenfalls in der damaligen Ostzone vertrieben und war laut Etikett für 6,90 Ostmark zu haben. Gehen wir es an, hier mein Beitrag zur Weinrallye #17:

Rosenthaler Kadarka. Was für ein klangvoller Name!! Für Generationen von Weintrinkern der Inbegriff starker Rotweine, mächtiger Rotweine aus dem doch etwas mysteriösen Weinbauland Bulgarien. Ich gebe zu, ich weiß nichts von diesem Weinbauland, keine Erfahrung keine Kontakte an die man anknüpfen könnte.
Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, das Rosenthaler Kadarka für die bulgarische Weinwirtschaft das gleiche ist wie die Liebfraumilch für die deutsche? Eine unendliche Geschichte, einseits froh das überhaupt jemand Weine im Ausland vertreibt, andererseits sind diese Weine doch selten repräsentativ.

Rosenthaler Kadarka

Was ich hier vor mir stehen habe ist also ein Wein aus der DDR, Importware aus dem damaligen Bruderland Bulgarien, leider ohne Jahrgangsangabe, aber der Begriff Naturrein läßt mich an eine Abfüllung vor 1980 vermuten, eigentlich sogar vor 1972 dem Jahr der Reform des Weingesetzes. Allerdings bezieht sich das auf den Westen!! Geschmacklich würde ich diesen Wein ebenfalls nicht dieses hohe Alter verpassen, sonderen wäre eher bei max. 20 Jahren.

Meine letzte Erfahrung mit einem Importwein aus der DDR war ja durchaus positiv, so ging ich an mit dem nötigen Elan und einer Portion Optimismus an das öffnen dieses bulgarischen Weines.

Die Flasche hinterlässt durch und durch von Aussen einen guten Eindruck, auch nach dem öffnen der Kapsel wird dieser gute Eindruck gar verstärkt, denn auch der Korken den man nun zu sehen bekommt scheint in tadellosem Zustand zu sein.

Rosenthal Kadarka

Das ziehen des Korkens klappt ohne Probleme, was da aus dem Falschenhals kommt sieht gut aus und vor allem nicht alt?

Rosenthal Kadarka

Der erste Duft welcher verströmt wird lässt mich positiv aufmerken, wow, sollte wirklich was Gutes aus der Flasche kommen?
Ernüchterung beim einschenken, der Wein ist trüb, die Farbe stumpf, kein glänzen, kein blitzen, nur dumpfes Rot, durchzogen von eindeutigen orangen bis hin zu braunen Farbnuancen.

Rosenthal Kadarka

Die Aromatk des Weines ist im allerersten Augenblick nach dem öffnen durchaus intensiv und kräftig. Erinnert mich doch sehr stark an Spätburgunder, wobei ich wirklich keine Ahnung habe welche Rebsorten in Bulgarien angebaut wurden und heute noch werden. Hier z.B. der Einrag zum Stichwort Kadarka in der Wikipedia
Bei näherer Beschäftigung mit dem Aroma wird dann leider schnell klar, die Zeit hat doch deutliche Spuren hinterlassen.
Man sagt zwar die Zeit heilt alle Wunden, aber  in diesem Falle stimmt es nicht, eher das Gegenteil ist der Fall. Die Aromatik erinnert an alte Marmelade und eindeutige Oxidationsnoten prägen das Geruchsbild dieses Weines. Ich schreibe bewußt von Oxidation und nicht Sherrysierung, das ist für mich nicht das gleiche. Oxidation ist eindimensional und hat keine Tiefe, sie ist einfach nur schlecht und fehlerhaft und wirkt zerstörend auf das was es vorfindet.

Der Geschmack ist wie die Aromatik im erstenMoment durchaus angenehm. Auch hier, bei näherer Beschäftigung mit dem Wein offenbart er die Tragik vieler Weine der heutigen Zeit. Große Klappe, nichts dahiner!
Was bliebe wohl übrig würde man diesem Wein die sirupartige Süße nehmen? Nichts, absolut nichts, ein Häufchen Elend wäre alles was bliebe. Eben dies macht den Kadarka wieder zu etwas Besonderem, denn 20 – 30  Jahre auf dem Buckel zu haben und noch immer trinkbar zu sein, davon kann so manches überteuerte und modern produzierte Weinchen nur träumen.

Reparatur des Weines:
Eigentlich habe ich kein Interesse daran diesen Wein zu retten oder ihm etwas Gutes zu tun, weil ich eben glaube es wäre verlorene Zeit. Trotzdem, zwei schnelle Versuche setze ich an. Der erste Versuch mit ein bischen Tannin wieder Struktur in den Wein zu bekommen misslingt, der Wein wirkt einfältig und die Süße wirkt noch eindimensionaler als zuvor. Das Tannin verstärkt die negativen Effekte noch und wirkt sich daher negatriv aus. Wenngleich die Farbe gewinnt, der Anteil brauner Farbe geht deutlich zurück.
Die Gabe von Schwefel wirkt eigentlich nur etwas oberflächlich. Der zuvor erzielte Gewinn an Farbe wird wieder Rückgängig gemacht, der Wein wirkt leer, ausgezerrt und matt. Wollte man diesen Wein ernsthaft reparieren wollen, müßte man sich zunächst einmal seiner Trübung annehmen, was für diesen Wein hier und jetzt aber kein Thema sein soll.

Fazit:
Diese Weinrallye ist etwas aussergewöhnliches, denn sie macht bisher durchweg durch alle teilnehmenden Blogs deutlich das wir selbst von unseren Nachbarländern nur bescheidenes Wissen bezüglich derer Weine haben. In der Tat ist es traurig das mein Wissenstand zu Bulgarien bei Weinmarken wie Rosenthal Kadarka und Zar Simeon endet.
Wir sollten uns mehr für diese Regionen und deren Weine interessieren, dabei greife ich mir gern an die eigene Nase.
Aber sehen wir es positiv, das ist doch mal ein wirklich guter Vorsatz für das neue bald kommende Jahr 2009!!

Ich wünsche mir mehr Weinrallyes wie diese, denn nur solche Themen bringen uns Weininteressierte Blogleser und Blogautoren wirklich weiter.

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Winzers Privileg

Die Ausgabe der 17. Weinrallye hat für mich bereits vor einigen Wochen begonnen, bei meinem Besuch des Communty Camps in Berlin.
Gemeinsam mit Matthias und Swetlana wurde eine klitzekleine Weinrallye abgehalten mit Weinen die sich nicht für dieses fantastische Event qualifizierten weil sie nicht aus den geforderten Ländern stammen.
Zunächst einmal war die Wahl des Restaurantes eine echter Knüller, denn wo bitte bekommt man schon die Möglichkeit echt russisch zu essen und zu geniessen?
Das dargereichte Essen war durch und durch köstlich, ich hatte mich für Scharkoje entschieden bei den kalten Berliner Temperaturen ein ideales Gericht. Lammfleisch mit Zwiebeln, Auberginen, roten Bohnen, Kartoffeln, alles serviert in einem Topf unter einer Teighaube, also einem Brot. Begleitet wurde das Essen von einem Georgischen Rotwein den Matthias mitgebracht hatte, eine ideale Ergänzung wie ich meine was durchaus mein Interesse an Georgien geweckt hat und ich mir vorgenommen habe mehr über die Weine dieses Landes zu erfahren.

Nach dem Essen dann liessen wir den von mir mitgebrachten Wein öffnen. Was soll ich sagen, eine echte Weltsensation in Anbetracht unserer Erwartungen die wirklich ganz tief angesiedelt waren. Oder was sollte man erwarten von einem alten Wein aus dem Ostblock?

Ich hatte einen echten DDR Wein dabei, Winzers Privileg heißt die Marke und alleine der Name veranlasste mich vor einigen Monaten diese Flasche zu kaufen, denn damals glaubte ich noch Swetlana würde eine Ostblock Weinrallye veranstalten bei der alles zugelassen ist was aus dem Osten kommt. Mit ihrer Eingrenzung auf die letzten Beitrittsländer hat sie mich kalt erwischt 🙂

Der Wein:
Winzers Privileg

Importtraubenwein Winzers Privileg, DDR, vermutlich 70er Jahre, laut Etikett kostete der Wein 12,50 Mark. Weiterhin hat der  Produzent die VdgB Sächsische Winzergenossenschaft Meissen auf dem Etikett vermerkt:

Gefälliger Weisswein mit angenehmer Muskatnote guter Säure und voller Süsse

Interessanterweise war die Flasche mit einem Kronkorken verschlossen, was selbst dem Kellner ein Lächeln entlockte. Da war die DDR ihrer Zeit vorraus, vermutlich aber eher unfreiwillig?

Der Kronkorken machte von innen betrachtet nicht mehr den allerbesten Eindruck, die Weinkellereien der DDR hatten sicherlich nicht damit gerechnet das irgendjemand eines ihrer Importprodukte noch nach 30 Jahren auf den Tisch stellen würde.

Eine Jahrgangsangabe fehlt komplett, aber wir schätzen das diese Flasche Ende der 70 auf den Markt kam? Falls jemand etwas konkretes darüber wissen sollte wäre ich für eine kurze Info dankbar!

Rundum gelang es dem alten DDR Wein uns zu überraschen.

Winzers Privileg

Die Farbe des Weines war gesund, zudem waren keine Trübungen zu sehen, somit stand einer unmittelbaren Verkostung nichts im Wege und auch die war für die Teilnehmer überraschend.

Der Wein präsentierte sich zwar recht müde, aber zunächst doch fehlerfrei und auch wenig gezeichnet vom Alter. Die auf dem Etikett angekündigte Süße fiel deutlich geringer aus als befürchtet und liess und doch erahnen das mit entsprechnder Frische dieser Wein durchaus Attraktiv gewesen sein könnte.

Die Aromatik des Weines war dann allerdings doch eher unerfreulicher Natur. Swetlana machte bereits früh darauf Aufmerksam das sie leichten Geruch von Plastik wahrnehmen konnte, Wie könnte man einer Frau wie Swetlana widersprechen, so schlossen sich Matthias und ich dieser Meinung sofort an, wenngleich ich vielleicht nach einigen Wochen Reflektion darüber erneut nachdenken würde ob vielleicht das Metall des Deckels eher eine geschmaksgebende Rolle gespielt hat als der Plastik oder dessen Lösungsmittel?
Aber, wir sind und waren uns einig, die Aromatik des Weines ist nicht in Ordnung, wenngleich das Ausmass des Fehlers eher als Gering bezeichnet werden kann und von ungeübten sicherlich nicht erkannt würde.

Da der Wein auswärts verkostet wurde war eine Rettung des Weines nicht möglich und auch nciht wirklich nötig. In Anbetracht der fehlenden Frische und Müdigkeit des Weines hätte ich versucht dem Wein mit Weinsäure neues Leben und Frische einzuhauchen, dazu eine paar mg Schwefel und ich bin sicher der Wein hätte heutigen Ansprüchen an einen einfachen Wein völlig Genüge getan.

In diesem Sinne, ein Dankeschön an Swetlana und Matthias für diesen gelungenen russischen Abend im Vorfeld der Weinrallye #17

Winzers Privileg

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Die Sache mit dem Mops

Ich muß zur Kenntnis nehmen das sich in meiner Familie ein Mops befindet. OK, das ist lustig und macht ja auch wirklich Spaß. Wenngleich der Kellerhund immer wieder Probleme hat diesen Mops als Artgenossen zu identifizieren und akzeptieren. Das mag vielleicht an den doch deutlich wahrnehmbaren Versuchen des Mopses liegen Luft zu holen, was zu einer Art extremen Schnarchgeräusch führt.

Bisher waren diese lustigen und possierlichen Tierchen nicht in die Welt des Weines vorgedrungen, den Karrieresprung gar zum Kellerhund hat soweit mir bekannt noch kein Mops geschafft, zumidnest nicht öffentlich.

Und jetzt das.

Beim Weingenuss glotzt mich ein Mops an.

Mopswein

Ich bin fassungslos und doch fasziniert ob der Umsetzung eines Mopsweines. Gratulation an den Winzer! Mopsbesitzer sind ganz bestimmt potente Kunden und kaufen auch mal eine Flasche Wein wegen des Etikettes – selbst wenn es Weingüter in der Nähe gibt oder gar Kellermeister in der Verwandtschaft zu finden sind 🙂 Es hilft nichts, die Mopsbesitzerin läßt sich nicht beirren und kauft lieber Mopswein statt bei mir zu ordern!

Well done!

Weitergehende Infos zum Thema:

Der Thread zum Mopswein im Mopsforum

Ein Herz für Möpse – Notmops

Das wichtigste zum Schluß, der Produzent! – Weingut  Häußer

Weitere Bilder zum Mopswein bei Flickr – Mopswein

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Weinrallye #14 – 1963er Trollinger und eine 08/2008er Pute

weinralley_os_140.jpgDie 14. Ausgabe der Weinrallye wurde von SanoViaBlog ausgerufen. Weine zum Grillabend lautet das Thema, die Blogger sind aufgerufen entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Ich bin gespannt was da alles kommt, sicherlich werden wir die eine oder andere Überraschung erleben.

Mein Beitrag handelt weniger vom Fleisch, vielmehr vom Wein, ich werfe einen wohlgereiften Trollinger in den Ring, begleitet von einer gegrillten Pute, die ich selbstverständlich selber in freier Wildbahn mit meinen bloßen Händen erlegt habe. Kurz hatte ich überlegt statt die heimischen Wälder und Felder nach essbarem zu durchstreifen, mich ein bisschen im Rhein umzusehen, ein heimischer Lachs hätte sicherlich ebenfalls bestens zum Trollinger gepasst. Die letzten Tage Continue reading

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Weinrallye #12 – 1968er St.Nikolauswein, besser als Gold und Silber!!

Diese Art von Wein ist etwas völlig aussergewöhnliches, denn Nikolauswein oder Christkindleswein sind Begriffe welche vom Gesetzgeber nicht definiert sind. Oh Wunder!! Trotz dieser fehlenden Definition ist eigentlich jedem klar was damit gemeint ist und welche Bedeutung diese Weine haben. Ihren Namen beziehen dieseWeine ausschliesslich über ihren Erntezeitpunkt wie Weihnachten, Nikolaus oder eben Dreikönig.

weinrallye_140.jpgAnlässlich der 12. Ausgabe der Weinrallye öffne ich solch einen Wein und ich kann dem werten Leser versichern, was sich mir da in das Glase ergoss war vom Allerfeinten und derart Aussergewöhnlich das lange daran denken werde.

1968er St. Nikolauswein Riesling + Silvaner
Nackenheimer Engelsberg + Kreuz
Weingut Anton Siepchen – Mainz am Rhein

Im Internet ist über diesen Betrieb leider nichts mehr zu finden ausser einem Hinweis auf eine Weinhandlung Anton Siepchen in Mainz.

Es ist also tatsächlich davon auszugehen das auch die Herkunft dieser Weine mit solch einer Lagenbezichnung zur Teilnahme an der Weinrallye qualifizieren. Was will man mehr? Interessant ist jedoch an der Tatsache eines Nikolausweines der Umstand das die Ernte erst am 6. Dezemberg 1968 statt fand. Das dies so war, dafür verbürgt sich der Weingutsbesitzer persönlich mit seiner Unterschrift auf dem Etikett. Überhaupt das Etikett, ein echter Augenschmaus, kaum zu toppen oder kann mir irgend ein Weinfreund mit einem Bild eines leibhaftigen Nikolaus im Weinberg bei der Weinernte dienen? Man stelle sich das einmal vor, was für ein Aufwand, was für eine Geschichte, nur zu gerne würde ich mehr darüber erfahren. Ach wäre ich doch Weinjournalist und könnte mich um solche Geschichten kümmern und darüber schreiben!! Wer ist der Mann? Hat sich der Winzeropa als Nikolaus verkleidet, ein Fremder oder ist es gar der echte Nikolaus?

nikolauswein-copyright-winzerblog2.jpg

Nach der kurzen Träumerei wenden wir uns aber dem Thema der Weinrallye zu, dem Wein. Nach entfernen der Kapsel wollte ich nicht glauben was ich sehe. Ein Korken in tadellosem Zustand. Nur wenig durchnässt, optisch und geruchlich in einwandfreiem Zustand. Wenn da die Jahrgangsangabe auf der Weinflasche nicht wäre, wäre es nichts Besonderes, aber da steht 1968.

Der Blick in das bernsteinfarben leuchtende Weinglas bestärkt mich in meinem Gedanken das dieser Wein schon einmal geöffnet wurde, dekantiert, geschwefelt und frisch in die Originalflasche zurück gefüllt wurde. Ob es stimmt vermag ich nicht zu sagen, war es so hat derjenige Gutes getan, ist der Wein in Originalzustand würde ich das schon als spektakulär aber durchaus als Möglich bezeichnen.

Alleine die Farbe des Weines fasziniert, sie schimmert, scheint, strahlt und funkelt. Wer braucht Gold und Silber, Wein tut es allemal und schmeckt besser!!

nikolauswein-copyright-winzerblog1.jpg

Der Geruch ist der der alten guten Weine. Zugegeben, hier findet sich wenig der bein im Wein verwendeten Sorten Riesling und Silvaner. Die Aromatik ist geprägt durch Firne gepaart mit einer zarten Note Karamell. Die Trauben die am 6. Dezember geerntet wurden waren definitiv gesund und von hoher Qualität.

Der Geschmack dieses 1968er ist herrlich. Würzig dabei weich und zart. Die Säure ist prägnant aber nicht intensiv, der Wein ist mineralisch und eindeutig vom Riesling geprägt. Den Silvaner sucht man vergebens, was aber auch überhaupt keine Rolle spielt. Der Wein spielt im Gaumen, die Süße harmoniert wunderbar mit der Säure, was soll ich sagen, gebt mir mehr davon!! Auf der Flasche finden sich keine weiteren Qualtitätsangaben, aber um beim alten Prädikatssystem zu bleiben würde ich sagen ich habe es hier mit einer Auslese zu tun.

Kurios die Herkunftsangaben auf dem Etikett, Nackenheim und Mainz, sowie die beiden Weinlagen Nackenheimer Engelsberg und Kreuz. Ich wäre wirklich neugierig darauf mehr darüber zu erfahren, vielleicht liest ja ein Rheinhessenkenner mit?

Später mehr Bilder bei Flickr

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Neue Kategorie eingerichtet: Alte Weine, Raritäten & Kuriosa

weinverkostungen-1928-copyright-winzerblog.jpgSo lange ich nicht arbeiten darf und kann, kümmere ich ich mich darum, das ganze nötige Sammelsurium für meine Weinverkostungen hier im Winzerblog zusammen zu tragen. Entsprechendes Werkzeug um mit alten Weinflaschen umgehen zu können muß zumindest bereitliegen. Das sind Dinge wie diverse Korkenzieher, Dekantiertrichter um evtl. Ausscheidungen abzutrennen und Karaffen um den Wein vollends aus seiner alten Flasche befreien zu können.

Die meisten haben es geahnt und viele haben es bereits bei meinem letzten Artikel verstanden, ich werde selbstverständlich keine normalen Weine verkosten, sondern werde meinen Keller auflösen und mich durch die letzten 80 Jahre degustieren. Wenn ich also Weine wie HIER angekündigt in den Gulli schütte kann man getrost davon ausgehen das die Produzenten des jeweiligen Weines wohl nicht mehr leben.

Wie komme ich dazu so etwas zu tun? 4 Gründe möchte ich aufführen.

1. Zum einen hat mich Gerhard beim letzten Blog trifft Gastro auf die Idee gebracht, als er mir von einem Bekannten erzählte der ein Geschäft damit betreibt solche alten Weine zu kaufen und wieder zu verkaufen. Wir unterhielten uns darüber wie schön es doch wäre wenn solch eine Person darüber bloggen würde.

2. Das Thema alte Weine hat mich schon immer fasziniert und gefesselt. Als junger Küfer hatte ich einmal die Aufgabe ein chaotisches Weinarchiv einer großen Kellerei zu sortieren, neu zu organisieren und vor allem die Weine zu verkosten und falls nötig für die nächsten Jahrzehnte fit zu machen. Von dieser Tätigkeit zehre ich noch heute, denn es bleibt nur wenigen Menschen vorbehalten Jahrgänge eines Jahrhunderts lückenlos verkosten zu können. Schade nur, das mir das damals nicht so recht bewusst war, die Jugend setzt andere Prioritäten!

3. Zum anderen klopfen bei mir immer wieder Menschen an die Türe die hilflos mit Körben voller Wein alter Jahrgänge dastehen und nicht wissen was sie damit anstellen sollen. Ich habe bisher die Empfehlung gegeben die Flaschen für die Enkel aufzubewahren oder bei Ebay einzustellen. Nun ist es bei Ebay eben so, auch dort zählt der Name. Eine Beerenauslese eines unbekannten Weingutes ist für 1 Euro zu bekommen, gleiche Qualität eines bekanntes Weingutes schnellt in Höhen bis zu mehrerer 100 Euro. In der Regel sind solche noname Weine kaum verkäuflich. Ich hege ein bischen die Hoffnung mit diesen Raritätenverkostungen wieder zu lernen diese alten Jahrgänge einschätzen zu können.

4. Aktuell habe ich eine Flasche Wein hier stehen aus dem Jahrgang 1928, in absolut jämmerlichen Zustand. Eine Möglichkeit wäre nun den Wein weiter vor sich hingammeln zu lassen, oder ihn einfach zu öffnen und zu probieren. Ich werde letzteres tun und damit beginnen diese alten Weine zu öffnen, denn dafür wurden sie doch produziert? Die wunderbaren Etiketten werde ich hier zeigen und damit vielleicht den Beweis antreten das nicht alles was Alt ist schlecht sein muss.

weinverkostungen-1947-copyright-winzerblog.jpg

Mir ist klar, das vermutlich 90 % der Weine nicht mehr zum Genuss geeignet sind und tatsächlich den Weg in den Ausguss finden werden. In so fern dürften diese Weinverkostungen nicht immer ein Spass sein, aber der Nutzen und die Erkenntnis dürfte deutlich höher sein als eine Weinprobe mit Supermarktweinen  wie sie zur Zeit an jeder Ecke statt zu finden scheint.

Die Weinwerkstatt
Sollte sich bei der Weinprobe herausstellen das einer der alten Weine noch etwas zu bieten hat, und ist es nur die Tatsache das er noch nicht völlig zerstört ist, bekommt er eine Chance die man ihm unter Umständen schon vor vielen Jahren hätte zukommen lassen müssen. Ein Versuch der Reparatur oder Erfrischung! Diese zweite Chance besteht aus Dingen wie:

  • Schwefel
  • Ascorbinsäure
  • Weinsäure
  • Tannine
  • eine frische Flasche
  • frischer Verschluss

Befreit von Satz und Weinstein darf der Wein dann weitere Jahre im Keller vor sich hinlagern, in der Hoffnung das der Verderb zum Stillstand kommt und der Wein wenigstens so bleibt wie er sich zum Zeitpunkt der Verkostung präsentierte. Der Wein ist nach einer solchen Reparatur kein Original mehr, darauf nehme ich jedoch keine weitere Rücksicht, denn diese Weine dienen mir ja nicht als Spekulationsobjekt.

Auf die Möglichkeit der Haltbarmachung alter Weine mittels Aufspritung mit Alkohol verzichte ich, die dabei stattfindende geschmackliche Entfernung vom Originalwein empfinde ich als zu stark.

Jetzt freue ich mich auf die alten Weine und bin selber gespannt welche Überraschungen sich in den Flaschen verbergen mag.

weinverkostungen-1954-copyright-winzerblog.jpg

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Auf dem Wege zur weiteren Genesung ein kleiner Zwischenstopp zu Hause der gleich mit einer Flasche Drosselgasse Perlwein gefeiert wird

Nachdem ich am 11. März einen gemeinen selbstverschuldeten Anschlag auf meine Gesundheit überlebt habe, meinte direkt nach der Operation einer der Ärzte das ich diesen Moment durchaus als Geburtstag oder Wiedergeburt ansehen könnte. Vor einigen Tagen wollte mir dieser Mann auf dem OP Tisch einfach Mut machen, jetzt, mit 14 Tagen Abstand nehme ich ihn beim Wort und möchte meinen neuen Geburtstag nachträglich feiern.

Aber wie? So ziemlich alles was ich bisher mit dem Wort Genuss verbunden habe, findet sich auf einer langen schwarzen Liste wieder. Die Rauchutensilien belassen wir hoffentlich für immer im Schrank, diverse Kuchen und Torten sind momentan ebenfalls nicht angebracht, für wilden Sex fehlt mir die Partnerin zudem soll ich mich ja schonen 🙂

Bleibt der Wein, oder weil es feierlich sein soll was prickelndes, ein feiner Champagner, Sekt oder Perlwein vielleicht?

Wie HIER bereits angekündigt wird sich das Winzerblog verstärkt dem Thema Weinverkostungen und Degustationen widmen, da kann ich ja gleich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und aus diesem, für diese Aktion vorgesehen Fundus meinen Geburtstagsblubber aussuchen.

Ich entscheide mich für einen Perlwein der Marke Drosselgasse von der Adlerturm Kellerei in Rüdesheim, erstanden für 1,90 Euro bei Ebay, es soll ja schließlich etwas Besonders sein!

Ein Jahrgang ist nicht zu finden auf der Flasche, lediglich die Medaillen in der Halsschleife könnten ein Indiz dafür sein, das der Perlwein irgendwann nach 1962 seinen Weg in diese Flasche gefunden hat.


Created with Admarket’s flickrSLiDR.

Der Wein passt ideal zu dieser beschissenen lustlosen Geburtstagsfeier, der Wein ist müde, völlig durchoxidiert und trotz aller kühnen Hoffnungen findet kein einziges Bläschen mehr seinen Weg an die Oberfläche des Glases. Im Gegensatz zu manchem Sekt aus den 60er Jahren den ich bisher verkostet habe, hat dieser Perlwein nichts belebendes mehr zu bieten. Eine Sorte zu erkennen ist nicht mehr möglich, der Wein verströmt keinerlei Aromakomponenten die irgendeinen Hinweis zuließen. Wenn da jemals etwas vorhanden war, dann ist es unter der intensiven Firne verborgen, die für sich alleine genommen langweilig und nach einigen Schlucken abstoßend wirkt. Versuche diesen Wein mit Schwefel oder sonstigen Labortechnischen Aktivitäten zu retten erscheinen mir unsinnig, das Beste und Wertvollste was dieser Wein noch zu bieten hat ist die Flasche, und die dazugehörigen Etiketten. Besonders hinweisen möchte ich auf das Rückenentikett, sollte jemand diese dort angepriesenen Schallplatten sein Eigen nennen, würde ich mich freuen darüber Nachricht zu bekommen, nur zu gerne würde ich diese einmal anhören 🙂

Ebenfalls hinweisen möchte ich auf diesen Weinverschluss, der offensichtlich die vergangen Jahrzehnte seine Arbeit gut getan hat. Der Füllstand der Flasche war OK, auch vom Plastik ist keine Spur wahrzunehmen im Wein.

Der Wein war wohl selbst zu seinen besten Zeiten nichts Besonderes, somit wäre jeder Rettungsversuch für diesen Wein reine Zeitverschwendung.

Nach dieser kleinen Geburtstagsfeier warte ich nun gespannt darauf, wohin es mich in den nächsten Wochen zur weiteren Genesung verschlagen wird.
Ich danke Allen für die netten Grüße und guten Wünsche an DIESER Stelle und per Email.

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