Werden 2008 die Flaschen knapp?

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 11 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

So ganz wohl ist es mir ja nicht wenn ich die Email lese die uns einer unserer Flaschenlieferanten schickte.

Die Problematik in Sachen Beschaffung von Wein-/Sektflaschen hat sich leider noch weiter zugespitzt. Dies liegt hauptsächlich an der Schließung von Glashütten, denn dadurch wurden Produktionskapazitäten stark verringert, und somit gibt es derzeit leider nicht genügend Glas am Markt. Zusätzlich zur Verringerung von Produktionskapazitäten wurde in allen Glashütten die Lagerhaltung, aus Kostengründen, um bis zu 50% verringert.

Irgendwie ist es für mich nicht ganz nachvollziehbar warum die Glasindustrie weitere Hütten geschlossen hat, war es doch bereits im Jahr 2007 ein Kinderspiel höhere Preise am Markt durchzusetzen. Aber offensichtlich ist es noch nicht genug:

… aus unserer Sicht wird sich die Situation in 2008 sogar noch weiter zuspitzen, da etliche wichtige Glaswannen in 2008 turnusgemäß repariert werden müssen, was, zumindest unserer Auffassung nach, noch zusätzlich zu einer Verringerung an Produktionskapazitäten, und somit zu einer Verschlechterung der Versorgungslage auf dem deutschen Glasmarkt, führen wird.

Und dann kommt, was kommen muß:

Die Glashütten haben für das kommende Jahr 2008 Preiserhöhungen für Behälterglas im deutlich zweistelligen Prozentbereich angekündigt.

Wie gesagt, das ist eine Infomail eines Lieferanten, es gibt noch einige andere, da muß man einfach einmal reinhören was die dazu meinen. Zumindest im letzten Jahr hatten wir trotz ähnlicher Ankündigungen keine nennenswerten Probleme Flaschen zu bekommen. Warten wir es ab.

Vielleicht ist bald die Zeit gekommen das die Weinbranche wieder auf einheitliche 0,75 Literflaschen setzt und es so den Flaschenspülbetrieben wieder möglich wäre zu Konditionen wie im Literflaschenbereich, 0,75 Literspülglas zur Verfügung stellen. Viele Spülbetriebe verzichten derzeit darauf, da der Aufwand der Flaschensortierung zu groß ist. Wer sich einmal im Fachhandel vor ein Weinregal stellt und versucht die unterschiedlichen Flaschenformen und deren unterschiedliche Verschlussarten zu zählen ahnt welches Problem dahinter steckt.

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13 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Lieber Thomas,

    die Flaschen sind sehr knapp und einige Sorten sind nicht mehr lieferbar. Ein befreundeter Kellermeister einer großen Kellerei berichtete mir über massive Beschaffungsprobleme. Aber wie du schreibst, die Winzer sollten sich wieder der Standardflasche zuwenden, damit das Flaschenspülen wieder lohnt und eine finanzielle Unabhängigkeit gegenüber angedrohten Preiserhöhungen der Glashütten gegeben ist. Auch ich habe schon für die Füllsaison in einigen Monaten etliche Paletten Glas reservieren gelassen.

    Gruß von der Mosel

    Harald

  • Mit Verknappung der Produktionsstätten hat mein Glaslieferant seine in den letzten Jahren regelmäßigen Preiserhöhungen noch nicht begründet, dafür aber jedes Mal mit der Erhöhung der Rohstoffpreise und vor allem der Ölpreise. Ich erinnere mich auch noch an die Winzerin von der Weinstrasse, die uns vor 30 Jahren Literflaschen in soliden Holzkisten frei Haus lieferte und die leeren dann beim nächsten Mal mitnahm….

  • Was kostet denn so eine Flasche in etwa? Ich meine von was für einer Preissteigerung reden wir denn hier?

  • Diskutiert hier nur niemand mit, oder kann mir niemand die Frage beantworten?

    Ist halt nur eine Sache die mich mal interessiert hätte…

  • Ich versuche heute Mittag mal ein paar Zahlen rauszukramen, im Kopf habe ich das nicht parat.

  • Danke Thomas,

    ist echt super, wenn man auch mal Fragen stellen kann und sich dann jemand die Mühe macht und antwortet…

  • Wenn Harald nicht die Geschichte des befreudeten Kellermeisters berichtet hätte, hätte ich die Sache aus der Ferne glatt für eine subtile Methode zur Rechtfertigung von exorbitanten Preiserhöhungen gehalten.

    Obwohl wir in Sachen Flaschenerzeugung in Österreich praktisch nur einen einzigen Erzeuger haben, gibt es bei uns meines Wissens keinerlei Probleme. Vielleicht auch deshalb, weil wir näher zu Italien liegen als Deutschland. Von dort werden viele Flaschen importiert.

    Grüße

    Bernhard

  • […] „Werden 2008 die Flaschen knapp?“ Das fragt der Thomas Lippert aus Heidelberg jetzt in seinem Winzerblog. Die Frage ist kein Spaß. Ein längerfristiger Engpass auf dem Glasmarkt führt tatsächlich dazu, dass auch einige Ahrwinzer bislang noch nicht wissen, in welche Flaschen sie ihren Weinjahrgang 2007 füllen. […]

  • Hast du noch was rausgefunden Thomas?

  • Mal schnell zwischendurch, eine braune Schlegelflasche 0,75 kostet ca 13 ct, eine Antikgrüne Schlegel 0,75 um die 22 ct so wie eine weiße Bordeaux-Gutswein. Die Bordeaux-Gutsweinflasche in Antikgrün kostet derzeit laut Liste 26 Cent.
    Alles anzüglich Rabatte und zzgl Mwst.

  • […] Sie sind nämlich leer: Die Glasindustrie erhöht mit Jahreswechsel ihre Preise für Weinflaschen um sieben bis zehn Prozent. Und dabei müssen manche noch froh sein, dass sie überhaupt welche bekommen. Grund genug, noch heuer einen größeren Vorrat anzulegen. […]

  • Da stehen sie rum……

    Da stehen sie rum und wir wissen noch nicht, womit wir sie füllen sollen.Die Gitterboxen im Flaschenkeller sind alle leer und das Abfüllen der 2007er Rieslinge rückt immer näher. Das große Problem ist, das es im Moment keine Weinflaschen zu kaufen gi…

  • Hallo zusammen,
    hier ein Kommentar von jemandem, der einerseits Maschinen und systeme in die Weinbranche liefert, der andererseits aber auch recht gute Informationen hinsichtlich Glas/Glasindustrie und Etiketten / Etikettenmaterialien besitzt.
    Grundsätzlich hat in Gesamteuropa innerhlab der letzten Jahre eine große Konzentration im Glasmarkt stattgefunden, die diesen auf insgesamt 4 Konzerne konzentriert hat. Diese haben systematisch die Sorten bereinigt und auch allesamt zusammen(welch Wunder) die Mengen heruntergefahren. Erst aus der Kombination dieser beiden Maßnahmen ergänzt sicher um die Preiserhöhung von Rohwaren ergaben sich die gewaltigen Preiserhöhungen, die zu Preisen bei z. B. Schlegelflaschen von € 0,12 auf ca. € 0,25/Fl. führten. Das führte sogar dazu, dass wir eine Bestellung eines unserer Kunden für Selbstklebeetikettiermaschinen im Dez. 2007 wieder rückgängi8g machen mussten, da er sein Glas erst im August 2008 voraussichltich geliefert bekommen würde.

    Wir selbst sind stark engagiert im Bereich Selbstklebeetiketten, Etikettiermaschinen und Druckern zum nachträglichen Eindruck. Um das Problem der Flaschenwiederverwendung bei SK-Etiketten zu lösen haben wir in 3-jähriger Arbeit ein vollkommen neues Etikettenpapier entwickeln lassen, das selbst nach Jahren der Lagerung im Freien wieder
    rückstandsfrei in profesionellen Flaschenspülbetrieben abgewaschen werden kann. Wir können hiermit dazu beitragen, dass sich die Situation auf dem Bebrauchtflaschenmarkt erheblich entspannen kann. Wir präsentieren dieses Material jetzt erstmalig auf unserem Messestand auf den Agrartagen in Nieder-Olm und alle sind herzlichst dazu eingeladen, uns im Zelt A Stand 31 zu besuchen. Etikettiermaschinen für SK-Etiketten sowie Drucksysteme zum nachträglichen Eindruck auf Blanketten gibt es ebenfalls zu sehen.

    Bis bald
    Elvo Coding GmbH & Co. KG
    Matthias Volkmann

    http://www.elvo-coding.de
    Mail: m.volkmann@elvo-coding.de

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